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Der Israelit · 1934-12-13 · Heft 50 (13.12.1934) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 50 (13.12.1934)
Date
1934-12-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
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13. Dezember 1934 Der Israelit Nr. 50 Seite 15 bens hoch. Beinahe 40 Jahre ist sie Witwe gewesen. Am Graba sprach Herr Landrabbiner Dr. Walter Worte des Trostes. ..V3X3J1 Bad Ems, 10. Dez. Herr Lehrer und Kantor Simon B e r e n d t, früher in Sobernheim und Veitshöchheim, der jetzt seinen wohlverdienten Ruheabend im Lehrerheim zu Bad Ems genießt, begeht am 24. Dezember seinen 7 0. Geburtstag. Wir wünschen dem verdienten Beamten und Jugendbildner weitere Jahre ungetrübten Lebens. •ms? Dntpj?i hkö ty Breslau, 9. Dez. Eine markante Persönlichkeit der gesetzestreuen Judenheit Breslaus ging mit Frau Klara Gluskinns dahin. Als Enkelin des allbekannten Dyhernfurter Raws, als Tochter des gleichfalls durch großes Thorawissen ausgezeichneten Reb Meyer Falk ^"XT, hat sie in den Spuren ihrer großen Ahnen weiter gewandelt. Aus dem Elternhaus hatte sie alle jüdischen Eigenschaften geerbt: wie jüdischen Adel, Liebe zur Thora, vor allem das goldene jüdische Herz für alles Gute, Schöne und Edle. Vierzig Jahre war sie ihres Gatten Hilfe und Beistand im Hause und Helferin im Geschäft. Mit treuer Liebe vertrat sie die Geistesrichtung Samson Raphael Hirschs, und mit Stolz und Energie sorgte sie für die Weiterentwicklung und Erstarkung des Thorageistes, sie selbst hielt auch O'Wfr ab bis ins hohe Greisenalter. Jahrzehntelang übte sie mit in mustergültiger Weise rtfas *ion aus, und war auch hierbei bedacht, nicht ein Haaresbreit von der Ueberlieferung abzugehen. Wo es galt, Not zu lindern, wo Krankheiten waren, fand man sie mit Rat und Tat. — Ihre Nachkommen bildete sie ohne Ausnahme zu Liebe und Begeisterung für Thora heran. Die Liebe und Wertschätzung, die sie in allen Kreisen genoß, zeigte sich besonders bei der ''"iW die unter großer Beteiligung stattfand. Wegen nsiin hielt Herr Rabb. Dr. M. H o f fm a n n nur eine kurze ergreifende Rede; Herr Rabbiner Wassermann zollte im Trauerhaus den Adel ihrer Persönlichkeit in bewegten Worten den gebührenden Tribut. — Möge ihr mal den Hinterbliebenen beistehen und sie eine natu nvbn sein. rrasan Memel-Vevey, 10. Dez. Man schreibt uns: Aus Nr. 49 des „Israelit" vernahm ich die traurige Botschaft vom Ableben Jacob Werblowskys, die alle Memeler, wo sie sich auch befinden, tief erschüttern wird. Jacob Werblowsky war ein Mann, der in seinem Leben der Weisen Wort verkörperte: •-ipy» nn->pb 15310 '33?» minn ns ovan Va Aus kleinen Anfängen hat er es zum Großindustriellen und großen Fabrikanten gebracht, der hunderten von Arbeitern den Lebensunterhalt bot und dabei den Sabbat streng hielt und ihn auch seinen Angestellten sicherte. Als treuer Nachfolger seines großen Vaters blieb er in der „Polnischen Schul" führendes Mitglied. Der vielbeschäftigte Mann hatte immer Zeit für ein Thorawort und Werke der Menschenliebe. Sein tiefes Mitempfinden und großes Verständnis für die Not des Nächsten machten ihn zum großen Wohltäter, der mit offener Hand und offenem Herzen Jedermann entgegentrat. Aus vorbildlicher Ehe gingen Kinder hervor, die das Werk des Vaters fortsetzen werden, was der trauernden Gattin zum Tröste gereichen mag. iT'asan A. L. Tel Awiw, 7. Dez. In Tel Awiw ist der ehemalige litauische Minister für jüdische Angelegenheiten, Dr. Simon Rosenbaum, im Alter von 75 Jahren gestorben. Nach Verkündung der Unabhängigkeit Litauens, zu deren Erringung Dr. Rosenbaum durch Verhandlungen mit der Entente beigetragen hatte, trat er in die neugebildete litauische Regierung ein und wurde zum Stellvertreter des Außenministers gewählt. 1919 wurde er als Mitglied der litauischen Friedensdelegation nach Paris entsandt. Zusammen mit dem Minister Soloweitschik arbeitete er eine Verfassung für die Republik Litauen aus. 1920 wurde er in den Jüdischen Nationalrat Litauens gewählt, dessen Präsident er fünf Jahre lang blieb. Ein Jahr lang war er auch litauischer Minister für jüdische Angelegenheiten. Nach der Auflösung dieses Ministeriums übersiedelte er nach Palästina, wo er mehrere Aemter einnahm. 1929 wurde er zum litauischen Konsul in Palästina ernannt. Vermischtes. Paris, 11. Dez. Aus unsrem Leserkreis wird uns geschrieben: Es ist nicht genug bekannt, daß auch hier die Durchreisenden und Studierenden, die gewissenhaft auf eine streng rituelle Verpflegung bedacht sind, ihre Wünsche vollauf erfüllt sehen können. Im Hause von Dr. Herz, rue de l'Arrivee 8 bis findet man nicht nur die Befriedigung gastronomischer Art, man findet weit mehr. Eine zweite jüdische Heimat umfängt einen, wenn man ein, im altjüdischen Sinne und altjüdischer Gastfreundschaft geführtes HaUS für den J're Schamajim ein wahres Heim nennt, denn nicht nur das Was, sondern auch das Wie entscheidet ja auch, wo es sich um Aufnahme von Gästen handelt, für den Wert des Gebotenen. Ich selbst, die so schöne Stunden jüdischer Gemütlichkeit hier verlebt habe, halte es für eine Pflicht der Dankbarkeit, dies alles den Lesern Ihres gesch. Blattes zu erzählen und nicht zuletzt zu Nutz und Frommen aller Gesinnungsgenossen. J. Briefkasten. M. M. in S. Betrag eingegangen und für Abonnement verbucht- E. H. in J. Laut Mitteilung der Firma J. Kauffmann, hier (Lehrberger & Co ) ist der erste Luach in Rödelheim im Jahre 1800 gedruckt, worden. M. St. Karlsruhe. Die Verfasserin der „Geschichte vom bösen und guten Triebe" in der Kinderecke der Nummer 48 ist Frl. Selma Eltermann in Karlsruhe. Aus Versehen wurde der Name der Autorin nicht angegeben. J« M. E. in K. Wir schließen uns Ihrem Wunsche an, daß es Herrn. Isak Thalmann, der nun 60 Jahre lang pünktlicher und eifriger Teilnehmer am Ettlinger' sehen Min/an in Karlsruhe ist, vergönnt sein möge, es noch weiter zu bleiben E7"?iay. Familien-Nachrichten. Geburten: Eine Tochter, Rüben Salomon und Frau Sophie geb. Hartogsohn. Frankfurt a. M. — Ein Sohn, Julius Farkas und Frau Friedel geb. Goldstein, Tel Aviv, iiwma. Barmizwoh: Josef, Sohn des Herrn Dr. med. Ph. Frank, Fulda. Ti'1 naw. — Walter, Sohn des Herrn Abraham Mohl, Köln-Mülheim, tpi nap. Die Frankfurter Woche. Vorträge und Schiurim des Gemeinderabbiners. Im Rahmen der Veranstaltungen der Jugendkommission der L R. G. findet nunmehr auch ein Gemoro-Schiur jeden Sonntag und Montag von 20.30 bis 21.30 Uhr im Hause des Gemeinderabbiners, Fichtestraße 5, statt. Die Leitung dieses Schiurs hat unser ">"i an, übernommen. An diesem Sonntag abend fällt der apy -Schiur des Herrn Rabbiner wegen des n'ayri aus. Auf den Vortrag des Herrn Rabbiner am Samstag abend 8.30 Uhr, in der Aula der S. R. Hirsch- Schule über „G'tteswaltung und Erziehung" sei nocheinmal hingewiesen. Nathan Schüler V'XT* Nach längerem Leiden verstarb am Freitag p~vs awi 'S, Nathan Schüler, ein hochangesehenes Mitglied unserer Kehilla. Es entspricht nicht den letzten Wünschen des Heimgegangenen, in eine nähere Würdigung seiner Persönlichkeit und seines Wirkens einzugehen. Er wird weit über den Kreis der Familie hinaus in unserer Gemeinde unvergessen bleiben. Die Bestattung fand unter überaus großer Beteiligung am Sonntag, naum 'N auf dem Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft statt. rraxjn Die Freitagabendveranstaltungen der Israelitischen Religionsgesellschaft. Die beiden letzten Freitagabende reihten sich würdig dem Auftakt an. Herr Redakteur S. Schachnowitz hatte die volle Aufmerksamkeit seiner Zuhörerschaft, als er in geistreicher, humoristischer und doch so lehrreicher Rede die laufende Sidroh und das bevorstehende Chanukohfest behandelte. Am Schabbos Chanukoh sprach Herr Markus Weil ausführlich und belehrend über den Geist der hebräischen Sprache. Das hohe Niveau des Vortrags und der umfassende Stoff verdienen es, daß bei einer passenden Gelegenheit dieses Thema wiederholt wird. Meisterhaft verstand es Herr Dajan Dr. Elieser Posen, einige Partien der Sidroh und die wirkliche Bedeutung der Chanukohtage zu erklären und vor allem auf die Aufgabe unsrer Kehilloh hinzuweisen. Einige Solisten brachten Beweise ihres vortrefflichen Könnens. Gemeinsam gesungene Semiraus und zwischendurch passende Rezitationen ließen die paar Stunden allzuschnell entschwinden. Am Freitag, den 14. Dezember, 20.15 Uhr, sprechen die Herren Dr. Robert Rothschild, Julius Lewin und als Jugenvdertreter Leo Frankent h a 1. H. Chanukah-Feier der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Frankfurt a. M. Am vergangenen Mauzoe Schabbos veranstalteten die Pirche Agudas Jisroel-Gruppen einen bunten Chanukah-Abend. 'Schon der äußere Rahmen verblüffte durch seine mustergültige Ordnung und die Disziplin aller Gruppen, was in dem überfüllten Saale sicher keine Kleinigkeit war. Pünktlich zur angesetzten Zeit wurde das Programm mit einem Musikstück eröffnet. Einleitend betonte Artur Neuhaus im Namen des Vorstandes, daß auch dieser Abend die Beziehungen zwischen Elternhaus und Bund inniger gestalten solle. Eine kleine Chawera begrüßte die Anwesenden. Nach stürmischem Empfang des Conferenciers Sally Storch, der in seiner lustig sprühenden Art das Publikum auf das folgende Programm vorbereitete, gelangten „Biblische Bilder" zur Aufführung, die von Ida Hellmann geschickt einstudiert waren. Eine schwermütige ostjüdische Melodie bereitete auf die von der Gruppe Ida Hackenbroch meisterhaft dargestellte letzte Szene aus Zweigs „Jeremias" vor. Hervorzuheben ist die Rolle des Jeremias, die von Cilly Buchsbaum mit großem Einfühlungsvermögen gesprochen wurde. Der erste Teil des Abends wurde mit einem bündischen Lied geschlossen. Nach der Pause übernahm Jupp Auerbach die Ansage, die er in geschickter und ansprechender Weise erledigte. Nach einer gefälligen Aufführung der von Adele Rosenheim nach Judäus' Baal Schern von Michelstadt verfaßten dramatisierten Darstellung „Der Schinderhannes" und einem kurzen Zwischenstück des prächtigen Aguda- Chors folgte ein hebräisches Theaterstück „Ruth in Tel Awiw", verfaßt von Julia Bodenheim e r, Darmstadt, das ebenso wie der darauffolgende Sketch „Meusche beim Fotograf" den Abend mit reichlicher Beifallsspende des Publikums abschließen half. Den Schluß bildete ein wirkungsvoller Sprechchor an die Eltern, dem sich der Gesang des „Hikowzu achim" anschloß. Dieser Abend zeugt von intensiver Arbeit in den Gruppen der Pirche Agudas Jisroel und dem Willen des jungen Bundes, sich durchzusetzen und auch beim Elternhaus Verständnis für die Idee einer ernsten jüdisch-religiösen Erziehung zu erwecken. Kammermusikabend des Kulturbundes. Das Kulturbund-Quartett, bestehend aus den Herren Hans Bassermann (1. Violine), Ernst Drukker (2. Violine), Richard Karp (Viola) und Felix R. Mendelssohn (Cello) brachten einleitend, in sorgfältigster Wiedergabe, das g-dur-Quartett von Haydn. Es folgte das Quartett in a-moll von Hans Gäl (geb. 1890). Dieses Werk des jüdisch-österreichischen Tonsetzers knüpft in der Form und geistiger Beziehung an Bach an, verrät aber deutlich den Niederschlag einer eigenen Persönlichkeit und eigener Form und Klanggestaltung. Zum Schluß: Eine ausgereifte und vollendete Interpretation des e-moll- Quartetts op. 59 von Beethoven. — Das Quartett hat sich zu einem beachtlichen künstlerischen Niveau entwickelt und sind hoffentlich noch weitere künstlerische Taten zu erwarten. A. K. Chanukahfeier für jüdische Körper- und Sehbehinderte in Frankfurt, Der Jüdische Frauenbund hat den mehr als 50 Mitgliedern der Gesellschaft für Körper- und Sehbehinderte eine schöne Chanukah-Feier in den behaglichen Räumen des Israelitischen Mädchenheims bereitet. Schwerbehinderten wurde mit Hilfe eines Automobilisten des RjF. und eines Sanitäters die Teilnahme ermöglicht. Nach reichlicher Bewirtung mit Kaffee und Kuchen, währenddessen uns aus dem Mitgliederkreis Kinder mit heiteren Darbietungen erfreuten, wurde entzündet und gesungen. Dann bot uns die Musikgruppe des J. F. B. ein auserlesenes Konzert. (Frau Professor Mannheimer und Frau Kurz Klavier und Violine, Frl. Liesel Hirsch Gesang mit Begleitung von Frau Neumann). Mit einer schönen und trostreichen Rede von Herrn Rabbiner Dr. H orovitz wurde die Feier beschlossen, nachdem die Selbsthilfegruppen ihren Mitgliedern Chanukahpäckchen mit Lebensmittelscheinen überreicht hatte. Nächste Zusammenkunft Mittwoch, den 9. Januar 1935 in der Arnold Lazarushalle, mit einem Vortrag von Frau Dr. Marta Wertheimer. Vortrag" über Jehuda Halevi, Im Rahmen der Geschichtskurse in der Jüdischen Frauenvereinigung und Agudistischen Frauengruppe spricht am Montag abend 8.45 Uhr im Hörsaale Friedbergeranlage Herr S. Schachnowitz über Jehuda Halevi, den Dichterphilosophen des 12. Jahrhunderts". Gäste, Damen, willkommen. Wochenkalender. Vom 15. — 22. Dez. 1934 / Vom 9. - 16. Tebct 5695 1 W "'7 Samstag 15 xnp taa 9 ia PJ'l Sonntag 16 10 13 naua mey Montag 17 11 na Dienstag 18 12 13 Mittwoch Dez. 19 MB 13 la Donnerstag;20 14 ro Freitag 121 15 B3 Samstag ■22 16 V ■»m Strümpfe n',ii|r aus unserer großen Spezial-Abteilung ^^Lzwn G E L - H O N Siun^Sl5^ Handschuhe 'nur aus nnser.umfangr.Spezial-Abteilung

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