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Der Israelit · 1934-04-19 · Heft 16 (19.4.1934) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 16 (19.4.1934)
Date
1934-04-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
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19. April 1934 Der Israelit Nr. 16 Seite 15 Vermischtes. Stuttgart, 15. April. Vori geschätzter Seite wird uns geschrieben: Bei Ausstellung eines Visums zwecks Auswanderung nach Amerika wird die Unterschrift des Auswanderers gefordert. Es ist ratsam, daß •"''•.2? raw in ihrem Gesuch an das Konsulat die Bitte aussprechen, nicht für einen ras? vorgeladen zu werden. Bocholt, 17. April. Die Arbeitsgemeinschaft jüdischer Lehrer am Niederrhein tagt am 29. April, 16 Uhr, im Jüdischen Gemeindehause zu Mülheim-Ruhr- Eppingh. Tagesordnung: "f 'S D'nos 'oa- Die Frankfurter Woche. Eröffnung der „Jüdischen Schule", in Darmstadt. Am Sonntag Vormittag fand in Darmstadt vor einem zahlreichen Publikum eine eindrucksvolle Eröffnungsfeier der durch Herrn Rabbiner Dr. Merzbach ins Leben gerufenen neuen „Jüdischen Schule" statt. Herrliche musikalische Darbietungen des Frankfurter Synagogenchors unter Leitung von Max Neumann schufen den stimmungsvollen Rahmen, innerhalb dessen sich die Feier abwickelte. Neben Vertretern des Vorstandes der Israelitischen Religionsgesellschaft Darmstadt, des Schulvereins und der Landgemeinden entwickelte Rabbiner Dr. Merzbach in warmherziger Rede die Bedeutung der Errichtung einer auf unverfälscht thoratreuem Boden stehenden jüdischen Schule und brachte den Dank gegenüber der hessischen Schulbehörde zum Ausdruck, die mit Entgegenkommen und Verständnis bei der Konzessionierung der Schule und der Gestaltung des Lehrplanes den besonderen Bedürfnissen der jüdischen -Schulbevölkerung Rechnung getragen habe. Lehrer A. B i c k aus Michelstadt, der zur inneren Leitung des Unterrichtsbetriebes ausersehen ist, entwickelte die Grundzüge des Lehrplanes, der neben den üblichen Volksschulfächern auch Neuhebräisch und fremde Sprachen vorsieht. Als Vertreter der gesetzestreuen Organisationen hob Herr Jacob Rosenheim aus Frankfurt zum Schluß die a 11 g e.m e i n - jüdische Bedeutung der hier ins Leben tretenden neuen Institution hervor, die als Zeichen des Aufbaus und der Fortentwicklung geeignet sei, weite Kreise in ihrer Arbeit für die Bedürfnisse des deutschen Judentums zu ermutigen. Ein fünfundzwanzigjähriges Ehrendienstjubiläum. Ein Vierteljahrhundert hat sich gerundet, seitdem Herr Studienrat Joseph Kaufmann seinen Dienst als erster Kantor der Klaussynagoge Ostendstraße ehrenamtlich ausübt. Man weiß allg-2- mein, daß eines der Anziehungsmittel für die Mitglieder, die in so reicher Anzahl die Klaus füllen und in ganz besonderer Liebe und Anhänglichkeit zu ih,r stehen, eben dieser Ehrenkantor ist, der, ein stimmbegabter und musikalisch feinfühliger Sänger, doch" im tiefsten nur "iiaä n^v ist und sein will, Abgesandter seiner Gemeinde vor G'tt. Schlüsselbewahrer Friesländerischer Traditionen, weiß Herr Kaufmann bei aller Musikalität besonders in der älteren Generation alte Saiten erklingen zu lassen und die Herzen in Harmonie zu G'tt emporzutragen. Ein bnpb nxn», allererste Bedingung für einen Vorbeter, ist der Klauschasan in vollendetem Maße, darum ließ es sich seine Gemeinde nicht nehmen, den Tag, der Anlaß dazu gab, durch eine kleine Feier zu begehen, die in ihrer Schlichtheit und Herzlichkeit, ein Ehrenzeugnis für den engen Konnex zwischen der Gemeinde und ihrem Ehrenfunktionär ablegte. Am Samstag mittag um 12 Uhr versammelten sich Vorstand und viele Beter der Klausgemeinde, sowie Kollegen und Freunde im Hause des Jubilars. Der zur Zeit in der Klaus amtierende .Herr Rabbiner Mayer, brachte in einer längeren Ansprache, aus der Gedankenwelt der Sidra all das herausholend, was von „echtem Feuer" beim Altardienste darin gesagt ist, den Dank, die Anerkennung und die Glückwünsche des Vorstandes und der ganzen Klausgemeinde in ehrenden einprägsamen Worten zum Ausdruck. Er überreichte dem Jubilar eine auf Pergament kunstvoll ausgearbeitete Dankadresse in hebräischer Sprache. Darauf ergriff Herr Studienrat Kaufmann selbst das Wort, um für all die Anerkennung und Aufmerksamkeit zu danken. Tief ergriffen, gedachte er all derer, die ihm wegweisend waren im heiligen Dienste am Omud und der heimgegangenen Männer im Vorstand der Klaus, die ihm atets zur Hand gingen. In tiefer Dankbarkeit sprach er von seinen Eltern, von dem ehrwürdigen Vater, der ihn von Kindheit auf für den wahren Dienst G'ttes stets erwärmt und angeeifert hatte. Mit einem kurzen Grußwort des Herrn Redakteur S. Schachnowitz nahm die Feierstunde, ein Akt ehrlicher und herzlicher Dankbarkeit, ihr harmonisches Ende. Im Gumpertz'schen Siechenhaus erwartete Herrn Studienrat Kaufmann, der dort seit nahezu 15 Jahren allsabbatlich agadische Sidravorträge hält, eine besondere Ueberraschung. In der stimmungsvollen Anstaltssynagoge waren gemeinsam mit der Leitung der Hausrabbi Herr W o 1 p e r t , Herr Rabbiner Korn und die frohbewegten Patienten mit den ständigen Besuchern versammelt, um dem Jubilar eine kleine Ehrung zu bereiten. Es war ergreifend zu beobachten, wie zum Teil gelähmte, hilflose Kranke mit leuchtenden Augen den anerkennenden Worten über die segensreiche Wirksamkeit des Herrn Studienrat Kaufmann an dieser Stätte der Liebe lauschten, und spontan gab ein Besucher des kleinen G'tteshauses diesen Empfindungen Ausdruck. Wenn dann die Kranken und ihre treue Umgebung von Herrn Studienrat hören durften, wie sehr er sich mit ihnen allen verknüpft fühle, und welche Frende ihm allsabbatlich der Weg zu ihnen bereite, so wird diese festliche Stunde noch lange in der Siechenhausgemeinde nachklingen. Zum Heimgange von Professor Caro ^"ST» Ein auswärtiger Freund und ehemaliger Schüler Professor Caros kleidet die Schmerzgefühle, die die Kunde vom Ableben Caros in ihm geweckt hat, in folgende Form: Lieber und verehrter Herr Professor Caro! Don't be angry at ms. Ich weiß, daß Sie es nicht gern haben, wenn man von Ihnen spricht. Doch dieses eine Mal werden Sie es dulden müssen. Es ist schon lange her, daß wir uns zum ersten Male begegnet sind. Wir waren damals kleine Sextaner und erwarteten mit Herzklopfen das Debüt unseres neuen Ordinarius, vor dessen Strenge man uns bange gemacht hatte. Als Sie in die Klasse traten, machten wir uns noch kleiner, als wir es damals waren und fürchteten uns ein wenig. Aber dann geschah etwas ganz Unerwartetes: anstatt Französisch mit uns zu beginnen, fragten Sie uns, warum wir wohl Sprachen lernen wollten. Das war neu für uns. Bisher hatte man uns mancherlei beigebracht; aber nach dem „warum" hatte uns bis dahin noch niemand gefragt. Da verloren wir unsere Zaghaftigkeit und faßten Zutrauen. Denn wir merkten, daß diese Strenge anderer Art war, als die bisher erfahrene. Seitdem sind viele Jahre vergangen. Aus den Sextanern sind Männer geworden, denen der Wind oft unsanft um die Ohren geblasen hat. Sie haben von ihrer Schulweisheit manches vergessen und vieles hinzulernen müssen. Wenn Sie uns in der englischen Grammatik prüfen würden, so könnte es geschehen, daß wir wieder so schüchtern dastünden, wie damals als Sextaner. Denn der Zahn der Zeit nagt mitunter auch Dinge an, die für eine Ewigkeit gegründet schienen. Eines aber haben wir nicht vergessen, daß wir Ihnen Dank schulden. Nicht nur dafür, daß Sie uns ein Lehrer waren, der uns besser unterrichtet hat, als irgend ein anderer, sondern mehr noch, weil Sie ein Lehrer waren, der mit liebevoller Strenge an uns gearbeitet hat, um uns zu Menschen zu formen, die im Leben bestehen können. Kurz: weil Sie uns ein wirklicher Lehrer waren. Was wir als kleine Sextaner zu merken begonnen hatten, wurde uns mehr und mehr deutlich, als wir heranwuchsen: daß Sie uns mit Ihrer unbeugsamen Gerechtigkeit, mit der makellosen Lauterkeit Ihres Charakters und mit der unermüdlichen Hingabe an Ihre Aufgabe ein Vorbild sein mußten, weit über die kurzen Schuljahre hinaus, ein Vorbild für unser ganzes Leben. Viel später begriffen wir erst, daß der Mann, der sich mit kleinen Sextanern abgemüht hatte, mehr war als ein einfacher Schullehrer, ein Gelehrter, der tief aus den Brunnen der Wissenschaft geschöpft hatte. Das machte uns stolz auf ihn und unsere Verehrung für ihn wuchs noch mehr. Manchmal, wenn wir zu einem Besuch in die Heimat kamen, führte unser Weg auch zu Ihnen. Wir wußten, daß Sie sich mit jedem von uns freuten. Auch wir freuten uns auf diesen Besuch und erzählten Ihnen gern von dem, was uns draußen begegnet war; und je mehr Sie uns als Männer behandelten, um so mehr fühlen wir uns als Ihre kleinen Sextaner. Als uns die Nachricht erreichte, daß wir Sie nie wiedersehen würden, wurden wir von tiefer Trauer erfüllt. Wir alle, die wir in den Jahrzehnten Ihrer Wirksamkeit vor Ihnen auf der Schulbank gesessen hatten, wußten, daß wir einen großen Menschen und einen aufrichtigen Freund verloren hatten. Erez Jisroel-Vortrag des Herrn Dr. Isaac Breuer. Mittwoch, 25*. April, 8.30 Uhr abends, spricht Herr Dr. Isaac Breuer im Auftrage der Agudistischen Gruppen in der Frankfurt-Loge über „Erez Jisr o e 1 ". Unkostenbeitarg 30 Pfg. Reserv. Plätze 50 Pfg. Sabbat-Anfang und Ausgang snxa sritn 0 r t Anfang Uhr j Min. Datum Aus Uhr gany Min. Frankfurt am Main 6 I 55 21. 8 20 Berlin 7 05 April 7 58 München 7 00 1934 7 54 Köln 7 10 8 25 Stuttgart 7 15 6. 8 10 Breslau 7 10 T'K 7 41 Nürnberg 7 00 Y'2nn 8 03 Hamburg 7 20 8 21 Würzburg 7 00 8 10 mnxö S. HOLLÄNDER FRANKFURT AM MAIN ECKENH.-LDSTR. 127 TEL. ZEPP. 52014 Großes Lager fertiger Grabmäler Versand nach allen Plätzen ZISELEUR u.BILDHAUER LEO HOROVITZ METALLPUTZ Kernseife, Schmierseife, Seifenpulver, Seifensand (Streudosen) Scheuersand zu billigsten Preisen direktab Fabrik Chemische und Seifenfabrik VICTOR-VICTOR, FFM.-FECHENHEIM Unt. Aufsicht d. Israelitischen Religlonsges. Frankfurt a. M. Israelitische Kuranstalten für Nerven- und GemüisMe Sayn bei Coblenz a. Rh. Offene Abteilung für lämtl. Formen nervoier Erkrankungen, Entziehungskuren. Geichloisene Abteilung für alle Formen Geietet- und Nervenkrankheiten. Rituelle Verpflegung. FRÜHLING in hwnrai^w -^©j PensionVillaMONTANA 1 tt? D Haus mit allem Comf., herrlich gelegen in gr. Park. 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