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Der Israelit · 1934-01-11 · Heft 2 (11.1.1934) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
75 (1934)
Issue
Heft 2 (11.1.1934)
Date
1934-01-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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11. Januar 1934 Der Israelit Keren Hajischuw-Blätter Nr. 1 Seite 3 a) Ausbildung von möglichst vielen Diasporajuden, besonders von zukünftigen Führern der Gemeinden, an palästinensischen Bildungsanstalten, b) ständiger Gedankenaustausch der geistigen Führer der Diaspora mit den Gelehrten der Jerusalemer Akademie, c) Versammlungen der hervorragendsten Führer der Diaspora in Jerusalem. An diese drei grundlegenden Referate schloß sich eine rege Diskussion an, an der sich die Herren Rabb. Dr. Carlebach, Köln, Rabb. Dr. Ansbacher, Wiesbaden, Jacob Rosenheim, Frankfurt a. M., Dr. Pinchas K o h n , Dr. Ehrmann beteiligten. Nach einem weiteren Referat von Herrn Rabbinats-Assessor Dr. Schlesinger, Frankfurt a. M. über die geistige Hachschara der für Erez Jisroel auszubildenden Muchschorim — Besuch einer Jeschiwa, Beschäftigung mit den Mizwoth hatluim b'orez, Bekämpfung der Orthopraxie ohne Kenntnis und Anerkennung der Grundlagen jüdischer Weltanschauung — wurde eine Chinuch-Kornmission unter Leitung von Herrn Dr. M. Auerbach, Berlin, gebildet und rdie zweite Sitzung kurz vor Mitternacht geschlossen. Organisation und Propaganda. In später Nachtstunde finden bereits Kommissionssitzungen statt, die in den Morgenstunden des zweiten Konferenztages fortgesetzt werden. Die Kommissionssitzungeh wurden am Dienstag Vormittag durch eine kurze Plenarsitzung unterbrochen, in welcher Herr Dr. Ehrmann über die organisatorische und propagandistische Tätigkeit nach eingehender Begründung folgende Vorschläge macht. I. Jede Orts- und Jugendgruppe der Agudas Jisroel hat eine EREZ JISROEL-KOMMISSION einzurichten, die innerhalb der betreffenden Gruppe die Tätigkeit für Erez Jisroel aufzunehmen und zu fördern hat. Die Art dieser Tätigkeit besteht: a) In der Vermittlung und Vertiefung unseres Standpunktes zur Palästinafrage bei den Mit- . gliedern der Gruppe durch Vorträge, Kurse, Lektüre geeigneter Werke und periodischer Druckschriften, b) in der Auswahl der Persönlichkeiten, die gewillt und geeignet sind, nach Erez Jisroel überzusiedeln. Besonders bei diesen Persön- * lichkeiten ist die geistige und berufliche Hachschara vorzubereiten, c) in der restlosen Erfassung aller agudistischen Häuser, (nach Möglichkeit darüber hinaus bei allen ortsansässigen Juden) zur Unterbringung der Keren Hajischuw-Büchsen, d) systematische Propaganda und Durchführung der Rausch Chaudesch-Spenden, e) Vorbereitung und Durchführung der von der Palästina-Zentrale angeordneten Aktionen, f) mindestens monatlich einmalige Berichterstattung an die Palästina-Zentrale. (Anm, Nach Möglichkeit sollen Orts- und Jugendgruppen eines jeden Ortes gemeinsam arbeiten.) II. Einrichtung von Erez Jisroel-Büros in den größeren Zentren, vor allem in Berlin, Breslau, Hamburg, Hannover, Köln, München, Nürnberg, mit hauptamtlich angestellten Kräften zwecks Durchorganisierung der gesamten deutschen Judenheit, auch der bisher nicht agudistischen, Bearbeitung der Landgemeinden, Veranlassung zur Zellenbildung in größeren jüdischen Wirtschaftsbetrieben, Gaststätten usw. Regelmäßige Veranstaltungen von Vorträgen, Filmvorführungen usw. III. Sämtliche jüdischen Gemeinden Deutschlands sind durch ortsansässige Mitglieder, oder durch die hauptamtlich angestellten Sekretäre zu veranlassen, in ihrem Etat einen Posten für den Keren Hajischuw zu bestimmen. IV. Jede Gruppe hat sich zu verpflichten, eine bestimmte Summe monatlich dem Keren Hajischuw abzuführen. Die Höhe des Betrages ist hierbei nicht so entscheidend, als die absolute Sicherheit, daß die fixierte Betrag auch tatsächlich aufgebracht wird. Diejenige Gruppe, die im Laufe eines Jahres den höchsten Betrag in ganz Deutschland aufbringt, hat das Recht, eines ihrer Mitglieder auf Kosten des Keren Hajischuw nach Erez Jisroel zu entsenden. V. Die Leerung der Keren Hajischuw- Büchsen erfolgt zweimal im Jahr und zwar im E11 u 1 und Nissan. Der Inhaber derjenigen Büchse, welche die größte Summe in ganz Deutschland enthält, hat ebenfalls Anspruch auf eine Schiffskarte zur Hin- und Rückfahrt nach Erez Jisroel. Bei gleicher Summe in mehreren Büchsen entscheidet das Los. VI. Um die Einheitlichkeit der Aktionen nicht durch mehrere Fonds zu gefährden, sollen sämtliche Erez Jisroel-Bedürfnisse der Agudas Jisroel aus dem Keren Hajischuw gedeckt werden, — mit Ausnahme der Subventionen für den Waad Hoir Hoaschkenasi. VII. Es ist Aufgabe der Palästina-Kommissionen, in jeder Gruppe bei allen freudigen und traurigen Anlässen der Gruppenmitglieder durch persönliche Werbung dem Keren Hajischuw Mittel zufließen zu lassen. ffunge J3ßute (sowohl ^(naben als aud? dächen) welche sich hier in Frankfurt selbst verpflegen können und in einer gärtnerischen Hachschara ausgebildet sein wollen, werden gebeten, sich umgehend an das Büro der öynagogengememde Israel/fische 'Jleligionsgesellschafi Frankfurt am Main, Friedberger Anlage 6, zu wenden. VIII. Speziell nur dem Schulwerk dient die Rausch Chaudesch-Spende, deren Einrichtung und Inkasso mit zu den Aufgaben der Erez Jisroel-Kommissariate gehört. Ebenso sind für das Schulwerk Patenschafte n zu werben, wobei als Normalsumme für den Unterricht und die Verpflegung eines Kindes im Monat Mk. 20.— als Grundlage angenommen werden. Die Patenschaft kann von einer oder mehreren Personen zusammen übernommen werden. Ganz besonders ist darauf hinzuwirken, daß Kinder in Deutschland selbst eine solche Patenschaft übernehmen (etwa 20 Kinder, die monatlich je Mk. 1.— zahlen). Bei diesen Patenschaften ist dann regelmäßig ein bestimmtes Kind in Erez Jisroel auszusuchen, welches mit dem Paten in regelmäßige Korrespondenz tritt und auf diese Weise ein Band zwischen Erez Jisroel und der Diaspora schafft. IX. Zur Tätigkeit der Erez Jisroel-Kommissariate gehört auch die Beeinflussung kapitalkräftiger Gesinnungsgenossen zur Beteiligung an privatwirtschaftlichen Unternehmungen in Erez Jisroel, bei welchen von vornherein als unverrückbare Norm gilt, daß agudistische Arbeiter resp. Angestellte dort beschäftigt werden, X. Aufgabe der Erez Jisroel-Kommissariate ist auch der Vertrieb von Erez Jisroel-Prod u k t e n , so z. B. Erez Jisroel-Esrogim, Erez Jisroel-Wein, Früchte und dergl. Zur Beratung dieser Vorschläge wurde dann eine Propaganda-Kommission gewählt, die dann, ebenso wie die anderen Kommissionen, bis ' in die späten Mittagsstunden tagt. Die Berichte der Kommissionen wurden in der Schlußsitzung entgegengenommen. Speziell hervorzuheben ist der Bericht der Chinuch-Kornmission. 1. Ein für die deutschen Einwanderer geeignetes Schulwerk soll von der Aguda ins Leben gerufen werden, falls der Rabbinische Rat keine Einwendungen erhebt. 2. Falls der Rabbinische Rat betr. Jerusalem, Tiberias und Safed keine Einwendungen erhebt, soll auch in diesen Städten dieses Schulwerk errichtet werden, sonst nur für den Jischuw Hechodosch. 3. Die Palästina-Zentrale soll durch Fachleute ein Schulprogramm entwerfen lassen. Die Herren Dr. Auerbach, Dr. Deutschländer, Dir. Dr. Elias haben sich bereit erklärt, sich zur Ausarbeitung eines Schulprogrammes zur Verfügung zu stellen. Diese Beschlüsse werden einstimmig angenommen, ebenso nach längerer Debatte diejenigen über den Noar Agudati und über'die Hachschara-Angelegenheiten. Bezüglich der Mittels tandssiedlung wird die Palästina-Zentrale beauftragt, ein Permanenz-Komitee zur Ausarbeitung der Nußbaum'schen Pläne zu propagieren. Diesem Komitee wird zur Aufgabe gestellt, es zu ermöglichen, daß bis zum Beginn des Frühjahres die geschlossene Siedlung von mindestens 50 Familien in die Wege geleitet wird. Herr Dr. Oppenheim er berichtet über die Sitzung der Hachschara-Kommiss i o n. In dieser ist zuerst ein ausführlicher Bericht von Frau Dr. G r ü n f e 1 d , Straßburg* über die Hachse haroth im Elsaß erstattet worden. Eine eingehende Aussprache findet über die Voraussetzungen in die Hachscharoth statt, ebenso über die Finanzierung der Ausbildungsstätten, die Zugehörigkeit der Muchschorim zu Krankenkassen und über die Schaffung von Hachscharoth in Deutschland. Nach einer kurzen Debatte, in der auch die Frage der sephardischen Aussprache gestreift wurde, wurden die Berichte angenommen. Herr Dr. E h r m a n n referiert sodann über die Beschlüsse der Organisations- und Propaganda -Kommission, nach dem die vorgelegten Leitsätze akzeptiert und außerdem eine Reihe wertvoller organisatorischer Beschlüsse, u. a. die Schaffung von Erez Jisroel-Büros in den jüdischen Zentren beschlossen wurden. Ueber die erfolgreiche organisatorische Tätigkeit in Ostfriesland berichtete Herr Kurt L y p p 1 d. Die Kommissionsberichte werden genehmigt. Herr Dr. Hallemann spricht der Leitung der Palästina-Zentrale, namentlich für die außerordentlich tiefen und nachhaltigen Eindrücke, welche durch die Konferenz vermittelt wurden, Dank aus. Herr Dr. Auerbach und Dr. Ehrmann geben in den Schlußansprachen noch ein kurzes Bild der nunmehr auf Grund der Konferenz beschlossenen zu leistenden Arbeit und fordern die Gruppen und Delegierten auf, die Eindrücke der Konferenz in die. Gruppen hineinzutragen und mit erneuten frischen Kräften die Tätigkeit füre in Erez Jisroel, welches der Agudas Jisroel nichts anderes ist als ein territoriales Werkzeug, um den g'ttlichen Willen zu erfüllen, aufzunehmen. Damit schließt der offizielle Teil der Konferenz abends um 8 Uhr. Palästina-Abend der Agudas Jisroel in Berlin. In der Kleistloge zu Berlin veranstaltete die Agudas Jisroel-Frauengruppe einen Vortragsabend, auf dem Dr. Lao Deutschländer-Wien über ,,Die Lage in Palästina" berichtete. Dr. Deutschländer, dessen Initiative in erster Reihe eine der bedeutsamsten Schöpfungen für die Erhaltung und Verbreitung gesetzestreuen Judentums, das Beth Jakob-Schulwesen, zu verdanken ist, hat sich mehrere Monate im Heiligen Lande aufgehalten, um gemeinsam mit anderen hervorragenden gesetzestreuen Pädagogen die Lage des dortigen Erziehungswesens zu ztudieren. Der Vortragende legte in seinem Referat Zeugnis ab für seine heiße Liebe zu Palästina, das ihm das Land jüdischer Vergangenheit und Zukunft bedeutet. Einleitend schilderte er, wie dem historisch-orientierten Juden mit jedem Schritt auf heiligem Boden T'nach lebendig wird und wie darum vor allem dem so eingestellten Besucher Erez Jisroel sein Geheimnis kundtut, seine Schönheit entdeckt. Drei Faktoren, erklärte Dr. Deutschländer, haben das heutige Palästina gestaltet, die Zio-

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