Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 37 (14.9.1933)
- Date
- 1933-09-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 37 Sekte 13 14. September 1933 Die Woche. Markus Distelburger Nach langer schwerer Krankheit ging in der Nacht zu Dienstag Markus Distelburger von uns. Ein großer Kreis von Freunden trauert mit. der Familie, die Synagogengemeinde .Israelitische Religionsgesellschaft beweint eines ihrer besten und edelsten Mitglieder unb Mitarbeiter. Markus Distelburger war der Typus des n-anwawie sich ihn Samson Raphael Hirsch als Stütze und Tragbalken seiner Gemeinde wohl gewünscht hat. Ein Mann von .strikter Ehrlichkeit und schlichter tiefer Frömmigkeit, von einer Wahrhaftigkeit und einer Liebe zur Gemeinde und Gemeinschaft, wie sie ihresgleichen sucht, hatte er seine eigene Art, sich ln guten Zeiten wie in Zeiten allgemeiner düsterer Sorgen zu G'tt zu finden, sich an ihn zu klammern .mit den Worten König Davids,'sv'i 'yik '~i „G'tt ist mein Licht und mein Heil". Seine Geschäfte führten ihn oft für lange Wochen von der Familie und der Gemeinde weg. Es muß von M. Distelburger nicht erst gefügt werden, daß er auch unterwegs mit der gleichen peinlichen Gewissenhaftigkeit den Sabbat und die Speisegesetze wie alle anderen Vorschriften, oft unter größten Opfern und Entbehrungen, einhielt, daß man ihn in den Großstädten am Sabbat und am Abend nach getaner Arbeit immer da antraf, wo das jüdische Leben in Synagoge und Lehrhaus am kräftigsten pulsierte; die Wenigsten aber wissen, wie tief dieser Laie geistigjüdischen Problemen nachsinnen konnte, wie er in stillen nächtlichen Stunden daheim und im Hotel der fremden Stadt, einsam und doch nicht allein, über die jüdische Lektüre, Mischnah, Raschi und die Hirsch-Schriften gebeugt saß, und alles, was ihm nicht gleich und leicht einging, gewissenhaft notierte, um es daheim in der Schiurftunde mit seinem Rebben noch eingehend zu besprechen? Distelburger hatte sich in feiner Jugend für den Lehrberuf vorbereitet, und an jenen alten Beständen zehrte später auch der erfolgreiche Kaufmann, suchte sie unablässig zu vermehren und zu vertiefen. Er war ein mm nach innen gekehrt, ohne größeren Ehrgeiz zu verspüren, als noch mehr und mehr zu lernen. Sein Reisebegleiter war das Thillimbuch, das er fast auswendig beherrschte, dessen einzelne Sätze 'chm Stab und Stütze in guten wie in trüben Tagen waren. st In Einschätzung seines klaren Verstandes und seiner gesunden Urteilskraft sicherte ihm das Vertrauen seiner Gemeinde Sitz und Stimme in mehreren Verwaltungen. Er war langjähriges Mitglied des Gemeinde ratss. Als Mitglied in der Verwaltung des Rothf ch i l d 's ch e n Krankenhauses konnte er die ganze Liebe, seines Herzens zum Ausdruck bringen. Er geht zu früh von uns, und sein Name wird allezeit unter den Besten unserer Kehillah genannt werden. Möge der hartbetroffenen Gattin und den Kindern aus ö e M G'ttvertrauen Trost und Heil erblühen, in dem der Heimgegangene sein Lebenlang bis zur letzten Stunde treu verharrt hat. •nnspn Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschafl.; Anläßlich des ersten Selichostages hält im Aufträge dtzä Rabbinats Herr Rabbinatsafsestor Dr. M. -S ch l e - Der Israelit s i n g e r am Sonntag, den 17. September, abends 8.30 Uhr in der Aula der Realschule, Am Tiergarten 8, einen religiösen (M u s s a r-)V o r t r a g. Bekäubungsversuche an Schlachllieren. Im hiesigen Schlachthos wurden diese Woche Versuche zur Betäubung von Schlachttieren vor der Schechito durch schwächere elektrische Ströme vorgenommen. Bekanntlich hat sich gezeigt, daß die elektrische Betäubung mit starken elektrischen Strön.en Zerreißungen im Gehirn herbeiführt und das Fleisch daher religionsgefetzkich ungenießbar macht. Die neuen Versuche, die von privater Seite veranlaßt wurden, sind noch lange nicht abgeschlossen und es läßt sich daher über ihr Ergebnis vorerst nach nicht das Geringste sagen. Der Kalender der Israelitischen Waisenanstalt. Einfach, schlicht und sauber, wie das Haus am R ö d e r b e r g rv e g und seine kleinen Insassen, ist der Wandkalender, den uns bie Waisenanstalt, pünktlich wie immer im Elul, ins Haus schickt. Das Kalendarium ist klar und übersichtlich, der Rückendeckel hübsch und bunt im Jugendstile gehalten. Monate, die Feste oder Gedenktage enthalten, sind mit einem sinnigen Spruch versehen. Dabei ging der Sammler nicht, wie es bei vielen anderen Kalendern geschieht, auf fremde Felder, um „hinter fremden Schnittern Nachlese zu halten," sondern er holte sich die Sprüche aus dem eigenen Acker, aus Bibel und Talmud, wo sie am schönsten Ulld treffendsten für den Anlaß zu finden sind. Sie alle sprechen vom Werte des Gebens und sind insgesamt ein Hoheslied auf das jüdische Wohltun und die edelste Blüte der jüdischen Wohlfahrt: die Waisenhilfe. Es erübrigt sich, etwas über die Wichtigkeit der Waisenfürsorge oder gar über die eigene Bedeutung der Frankfurter Waisenanstalt zu sagen. Gesagt sei nur, daß in dieser Zeit der schweren Not auch die Waisenanstalt als eine der wichtigsten unserer Hilfsinstitutionen vor schwere Aufgaben gestellt ist, und so ist es unser aller Pflicht, an der Lösung dieser Aufgabe mitzuwirken. Dieser Kalender und die eingestreuten Z a h l k a r t e n (15181) wollen und sollen uns die Erfüllung dieser Pflicht erleichtern. Raphael und Ieanette Ettlinger-Heim Hofheim a. Ts. Das Heim bleibt den ganzen Winter geöffnet. Anmeldungen zu den Snkkoth-Feiertagen (große Sukkoh vorhanden) von Erwachsenen und" Kindern zeitig erwünscht an die Leiterin: Frl. F. Heller, Hofheim a. T., Kapellenstraße 12. Frankfurter Vereinskalender. Verein Alekor Chajim. (Alle Schiurim wie üblich.) Iahrzeiksstislungen. Sonntag, 17 September: Max Weil-Stiftung. Sonntag, 17. September: Ludwig Elieser Kallmann- Stiftung. Montag, 18. September: Ahron Kallmann-Stiftung. Dienstag, 19. September: Lea Abigail Springgut-Stiftung. Mittwoch, 20. September: Esther Eschwege geb. Adler- Stiftung. Agudas Iisroel-Orlsgruppe. Schiur des Herrn Rabbinatsasiesiors Dr. Schlesinger, Samstag nachmittags von 3.16 - 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr, Schwanenstr. 12 II. Das Säumt täglich 12 bis 1 Uhr, Herr Sofer, Gäste willkommen. Diwjalh Chen. Diesen Samstag nach Mincho findet der Vortrag schon 4.30 Uhr im Hause Hanauerlandstr. 22 statt. Agudas Iisroel-Iugend, und Mädchongruppe. (Alle Schiurim wie üblich.) Agudistische Frauenortsgruppe. Am Montag, den 18. September, abends 8.45 Uhr wird Herr Studienrat Max Munk in seiner Wohnung, Sandweg 3, den Hirsch's Kurs sortsetzen. Gäste, Damen, herzlich willkommen. Deshamidrasch Oskendstcaße. Sabbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. Sabbatnachmittag 6.15 Uhr „En Iaakauw". [/2 Stunde vor Nacht Bortrag. Iüdische Beratungsstelle für Wirtschaftshilfe. (Frankfitrt a. M., Fahrgafse 146, HL, Tel. 26976, Postscheckkonto: „Jüdische Nothilfe 1933" Frankfurt a. M. 29990.) S p r e ch st u n d e n : für Juristen : Dienstag u. Mittwoch von 15—17 Uhr; für Lehrer: Montag und Donnerstag von 16—18 Uhr; für Künstler: Montag bts Freitag von 12 13 Uhr: für Ärzte: Montag und Donnerstag von 11V2 —13 Uhr; für Kaufleute und alle anderen Berufe: Montag bis Freitag von 15—18 Uhr. Gebetzetten. Freitag abend 6.10 Samstag 6.45 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 7.25 Wochengottesdienst: Morgens mrrVo 1. Tag 5.30, Nachmittags 6.00 2. u. 3. Tag 5.45 4. Tag 4.30 Tefillinlegen am Morgen 5.15 Mittwoch abend 6.05 Donnerstag morg. 5.55 Predigt Donnerstag nachm. 4.30 Donnerstag abend 7.15 Freitag morg. 5.65 Freitag nachm. 4.30 Schiurim des Herrn Gemeinderabbiners. Psochim-Schiur, Sonntag, vormittags 8.30 Uhr, Dienstag und Donnerstag abends 8.30 Uhr. — Der Chauschen Mischpot-Schiur fällt diese Woche aus. Die Schiurim fanden in der Wohnung des Herrn Gemeinderabbiners statt. Urin Untersuchungen in der Adler-Apotheke Ttierische Gasse 16 Hermann Mussbaum Tel. 252.62. Kostenloser Eilbotendienst FROHE FESTTAGE erleben Sie, wenn Sie die bekannten FORTUNA SCHUHE tragen. Auch zum Herbst bringen wir die neuesten Modelle . zu volkstümlichen Preisen Schuhhaus ■ FORTUNA I 50 Zeil 63 1 Constabler Wache POULARDEN GÄNSE ENTEN Billigster Tagespreis Bestellungen nach auswärts niöj pichst bis Montag Gefliigel-Speziai-Haus Unter Aufs, der Isr. Rel. Ges. Allerheilfgenstr. 61 Telefon 23634 Tafel-Obst und sämtliche zu billigsten Tagespreisen Isenberg-" Colonialwaren Rechneigrabensfr. 15 Telefon 21363 Gleichzeitig wünschen wir Unseren werten Kunden, Freunden und Verwandten V"M2 Alle Backartikel sowie Bienenhonig und frische Eier nur im EBERHAUS OSTEND Inh. 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