Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 74 (1933)
- Issue
- Heft 25 (22.6.1933)
- Date
- 1933-06-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 25 Der Israelit 22. Juni 1933 Moriz Lehmann-Fonds in der Lage sein, 120 Kinder in einem Ferienheim zu vereinen. Durch die liebenswürdige Bereitwilligkeit des bekannten Wohltäters Paul Latte, Berlin-Niederschönhausen, Hermannstr. 64, werden wir die Kinder in einer großen Halle seiner Besitzung unterbringen. Die bis jetzt zur Verfügung stehenden Mittel reichen allerdings nicht aus, um wieder 60 Kinder je 3 Wochen lang völlig zu verpflegen. Das Patenschaftskomitee bittet daher alle Freunde und Gönner der Jugend. Lebensmittel zur Verfügung gu stellen. Die aufgenommenen Kinder besuchen nicht nur die Adaß-Schule, sondern auch andere jüdische und öffentliche Schulen und stammen nur zum allerkleinsten Teil aus den Kreisen der Adaß Jisroel-Gemeinde. Bad Brückenau, 18. Juni. Wir werden um Aufnahme folgender Zeilen gebeten: Es herrscht in unseren Kreisen noch vielfach die irrige Auffassung, daß verschiedene jüdische Hotels in der diesjährigen Saison nicht geöffnet werden. Dieser falschen Vorstellung müssen wir mit aller Energie entgegentreten. Die jüdischen Hotels, speziell die rituell geführten, die wohl unter den heutigen Verhältnissen, wie jeder einzelne, doppelt schwer um ihre Existenz ringen, haben unter Aufwendung schwerster Opfer alles daran gesetzt, um ihren Gästen einen angenehmen, und frei von jeder Belästigung ungestörten und besonders in Bezug auf rituelle Verpflegung „genußreichen" Aufenthalt zu verschaffen/ So haben besonders in Bad Brückenau, das seit Jahrzehnten als weltberühmtes Heilbad sowohl für Nieren- und Blasenkranke als auch Erholungsbedürftige, ebenso durch seine idyllischen und unvergleichlich schöne Lage bekannt ist, die Hotelbesitzer Kaufmann und Strauß, deren Häuser von jeher das beste Renommee genießen, bewiesen, daß der Aufenthalt in dieser Saison genau den früheren gleichkommt, und was das heißt, kann nur der beurteilen, der seine Schritte schon einmal dorthin gelenkt hat. Dabei sind die Pensionspreise trotz verschiedener erhöhter Lebensmittelpreise den heutigen Verhältnissen weitgehendst angepaht, so daß sich jeder erlauben kann, seine' Ferien- und Erholungstage dort zu verbringen. Es ist daher Pflicht aller unserer Glaubensgenossen. gerade die jüdischen Häuser in dieser schweren Zeit zu berücksichtigen. Montreux, 20. Juni. Die I e s ch i w o h gibt bekannt, daß sie auch in diesem Jahre wieder einen Ferienkurs für die Monate Juli und Au gu ft einrichtet. Für diesen Ferienkurs haben sich wiederum bereits eine große Anzahl französischer Studenten angemeldet. Schüler, die diesen Ferienkurs mitmachen wollen, belieben sich bei der Jeschiwohleitung, Herrn Rabbiner R. Votschko. anzumelden. Für Schüler, die bereits die Jeschiwoh besucht haben, werden ermäßigte Preise eingeräumt. Die Woche. Von der Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Von befreundeter Seite ist uns die Möglichkeit geschaffen worden, in der näheren Umgebung Frankfurts für einige Monate 10 jungen Leuten gemeinsam Ausbildung im Gartenbau zuteil werden zu lassen. Die Verpflegungsunkosten werden für Jeden ca. Mk. 25.— pro Monat betragen. Interessenten für diese Hachschara wollen sich bitte sofort an den Vorstand der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, z. Hd. d. Herrn Max Eschwege- Frankfurt a. M., Thüringerstr. 23, wenden. Sur in Bad Nauheim. Mit Unterstützung aus Mitteln der Professor D. Simonsen-Stiftung kann jüdischen Kranken, «bie einer Kur in Bad Nauheim bedürfen, die Durchführung dieser Kur zu besonders ermäßigten Gebühren ermöglicht werden. Die Gäste der Professor D. Simonsen-Gesellschaft e. V. erhalten Unterkunft und Versiegung ip erstklassig geleiteten jüdischen Kurheimen. (Einzelzimmer mit fließendem warmen und kalten Wasser. Dampfheizung, Veranden und Gartenbenutzung und ritueller Verpflegung). Gesuche sind an den Syndikus der Professor D. Simonsen-Gesellschaft e. V., Herrn Rechtsanwalt Dr. Selmar Spier, Frankfurt a. M., Taunusftr. 1, zu richten. Genesungsheim Oberstedlen der Eduard und Adelheid kannSliftung. Das in bester und gesündester Lage am Wald dicht beim Gotischen Haus in Oberstedten gelegene Genesungsheim erfreut sich nach der im letzten Jahr vorgenommenen völligen Nönovlerung großer Beliebtheit. Für den; Monat Juli liegen bereits so zahlreiche Anmeldungen aus ganz Deutschland vor, daß nur noch wenige Zimmer verfügbar sind. Es dürfte sich empfehlen, Anmeldungen per August schon jetzt an die Verwaltung des Heims, Frankfurt a. M., Neue Mainzerstr. 68, zu richten. Freiherr von Goldfchmidl-Rolhschild 90 Jahrs all. Freiherr von Goldschmidt-Rothschild, der Gatte der 1903 verstorbenen Baronin Minka von Rothschild, der Tochter des Freiherrn Wilhelm Karl von Rothschild, wird am 20. Juni 90 Jahre alt. Freiherr von Goldschmidt-Rothschild, der in früheren Jahren zahlreiche Ausstchtsratsposten im Bankwesen und in der Industrie bekleidet hat, ist besonders als Kunstsammler bekannt geworden; seit 1873 besitzt er eine weltberühmte Gemäldesammlung. Der Jubilar genießt als Philantrop Weltruf. Gemeinsam mit seiner verstorbenen Schwiegermutter, der Baronin Mathilde Rothschild, gehörte er zu den großen Förderten und Mäzenen der Frankfurter Universität, der Kaiser Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Berlin, des Städel'schen Kunstinstituts und des Frankfurter Kunstgewerbemuseums. Besondere Verdienste erwarb sich Freiherr von Goldschmidt-Rothschild im Kriege durch seine Stiftungen für die Kriegsfürsorge und zahlreiche Spenden für die Truppen im Felde. Sein ältester Sohn ist Mitinhaber des Bankhauses Goldschmidt-Rothschild u. Co. in Berlin. Opfer der Lage. Die Lage bringt seelische Depressionen für die Juden und oft gerade für die angesehensten mit sich, die zu überwinden, schon die Kraft und der Mut gehören, wie wir sie nur aus der religiösen Verwurzelung unseres Wesens gewinnen können. Das 85jährige Ehepaar Moritz N. Oppenheim, edle und hochangesehene Menschen, brachten diesen Mut und diese Kraft nicht auf und flüchteten frühzeitig aus dem Leben. Der Fall ist zu tragisch, als daß wir ihn mit anderen Gefühlen als denen des tiefen Mitleides verfolgen könnten. Moritz N. Oppenheim entstammte einer Familie, die seit nahezu 300 Jahren in Frankfurt im Juwelenhandel tätig war. Das besondere Interesse des Verstorbenen, der für den Fortschritt auf allen Gebieten der Wissenschaften einen offenen Sinn hatte, galt den Naturwissenschaften. Die Universität Frankfurt verdankt ihm den Lehrstuhl für theoretische Physik, die Sternwarte ihren großen, nach dem Ehepaar Oppenheim genannten Kuppelrefraktor. Die Neigung zur Astronomie ging besonders auch von Frau Oppenheim aus, deren Bruder eine eigene Sternwarte errichtete. Zu Ehren von Moritz Oppenheim wurde sogar einer der kleinen Planeten „Mauritius" genannt. Weiter war die Meereskunde ein besonderes Interessengebiet des Verstorbenen. In Helgoland hat er große Beträge für das dortige Aquarium gestiftet; er wurde in Anerkennung dessen zum Ehrenbürger der Insel ernannt. Die Stadt Frankfurt verlieh ihm an seinem 80. Geburtstag die silberne Ehrenplakette. Personalien. Herr S. Stern, Nesenstr. 6, Seniorchef der Firma S. Stern u. Sohn, feiert am 27. Juni 1933 seinen 7 0. Geburtstag. Frankfurter Vereinskalender. verein Alekor Ehajim. Samstag morgen nach Schul im Hörfaal: Dinim, Herr R.A. Dr. E. Posen — nachmittags ZU Stunde vor Mincho im Vsreinslokal Mikro, Herr Julius Lewin. — 4 Uhr im Vereinslokal (ebenso Sonntag morg. 6 Uhr) Gemoro, Herr I. Soffer. Eine Stunde vor Nacht, Midrasch, Herr Louis Kahn. Sonntag 9 Uhr im Vereinslokal: nmnx pa, Herr R. A. Dr. Schlesinger. Sonntag und Mittwoch, tnx "0, Herr S. Schachnowitz. Montag morgen nach Schul (auch Donnerstag): Mischna. Mitgliederlernen, abends 7 Uhr im Vereinslokal (auch Mittwoch) Gemoro Herr Rabb. Dr. I. Breuer. Dienstag (auch Donnerstag) abends 6 Uhr Gmoro, Herr R.-A. Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr N.-A. Dr. E. Posen. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 8.15 Uhr, im Vereinslokal Schaßlernen. Herr Herz Holpern. Iahrzeitsstiflungen. 24. Juni: Jetta Kallmann-Stiftung. Sonntag, 25. Juni: Joseph Erlanger-Stistung. Montag, 26. Juni: Leopold Wallerstein-Stistung. Dienstag, 27. Juni: David Freund-Stiftung. Liwjalh Chen. Samstag nach Mincho. 51/4 Uhr, im Hörsaale Friedberger Anlage, Vortrag des Herrn S. S ch a ch n 0 w i tz. „Von Korach bis Samuel". Agudistifche Frauenorksgruppe. Am Montag, den 26. Juni, abends 8.45 Uhr wird Herr Srudienrat Max Munk in seiner Wohnung, Sandweg 3 den Kurs über Hirsch's Werke fortsetzen. Gäste, Damen willkommen. Agudas Iisroel-Ortsgruppe. Der Schiur des Herrn Rabbinatsaffeffors Dr. Schlesinger findet Samstag nachmittags von 3.15 — 4.15 Uhr und Donnerstag abends von 8.45—10 Uhr statt. — Es wird rra 'on mm gelernt. Der ~nw wird in der Wohnung des Dozenten, Schwanenstr. 12 II, abgehalten. Schiurim des Herrn Herz Halpern: Täglich von 9—12 Uhr: Lernen jeglicher Art. 12—1 Uhr: Das Iomi — Am nav anschließend an Das Iomi agadischer Vortrag. Agudas Jisroel-Zugend- und AMchengrnppe, Schiurim der Jugendgruppe: Dinim: Dozent Herr B. Rachelsohn. Zeit: Montags 20.30 Uhr in der Wohnung Sandweg 6. Dinim: Dozent Herr Leopold Oppenheimer. Zeit: Mittwochs 21 Uhr in der Wohnung Bärenstr. 12. Tnach: Dozent Herr Louis Kahn. Zeit: Schabbos 10.30 Uhr im Heim. Tnach: Dozent Herr Gerson Schnerb. Zeit: Montags 20.30 Uhr in der Wohnung Kantstr. 4. Gemoro Kesuboth: Dozent Herr Dr. Elieser Posen. Zeit: Sonntags 8—9 Uhr- Montags und Dienstags 20—21 Uhr in der Wohnung Sandwog 44. Gemoro Kiduschin: Dozent Herr Bokor. Zeit: Montags und Donnerstags 20.30 Uhr im Heim. Schiurim der Mädchengruppe: Pir.ke Aboth: Dozent Herr Julius Lewin. Zeit:' jeden Schabbos vormittags nach Schul im Heim (außer wenn Predigt). Pirke Aboth: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg. Zeit: Samstag 4 Uhr im Heim. Jeschajo: Dozent Herr Stuüienrat Dr. M. Lange. Zeit: jeden Schabbos nachmittags 16 Uhr in der Wohnung Röderbergweg 36. Dinim: Dozent Herr Konrektor A. Hirschberg. Zeit: jeden 2. Montag 6—7 Uhr. Agudistlsche Schülergemeinschaft (A. S. G.). Referate mit anschließender Diskussion. Schabbos Nachmittag 17.30 Uhr im Heim. Hebräische Sprachkurse. Leiter: Herr V. Messerer. Mittwochs 20.30 Uhr im Heim. Unkosten beitrag —.20 Mk. pro Stunde. ' Beshamidrafch Ostendstraße. Sabbatmittag 12.30 Uhr Midrasch. Sabbatnachmittag 5.30 Uhr „En Jaakauw". Jüdischer Turnerbund E. V. Sommerprogramm 1933 Herren: Sonntag vormittag: 9—12 Uhr Sport, kleine Ostparkwiese. Dienstag: 6.30—9 Uhr Sport und Spiel, kleine Ostparkwiese. Donnerstag: 8.30—10 Uhr Turnen (S. R. Hirsch-Schule) Damen: Mittwoch: 8.30—10 Uhr Turnen u. Gymnastik Volksschule, Bärenstr. Knaben und Zöglinge: Montag: 6—8 Uhr Turnen S. R. Hirsch-Schule. Dienstag: 5—7 Uhr Sport, kleine Ostparkwiese. Mittwoch (bei Regenwetter am Dienstag): Sport und Spiel, S. R Hirsch-Schule. Mädchen: 1. Abteilung; Mittwoch, 2—3 Uhr, S. R. Hirsch-Schule; 2. und 3. Abteilung: Mittwoch, 6—8 Uhr, Jsr. Volksschule, Bärenstraße. Neuanmeldung werden am Turnboden gern entgegengenommen. Gebetzetten, mp D2V Freitag abend 7.45 Samstag naDwn 6.30 Samstag morg. 7.45 Samstag nachm. 1.00 und 5.00 Samstag abend 9.40 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 7.15 Tefillinlegen am Morgen 250. Schiurim des Herrn Gemeinderabbrners. Psochim-Schiur, Sonntag, vormittags 8.30 Uhr, Dienstag und Donnerstag abends 8.30 Uhr. — Der Chauschen Mischpot-Schiur findet jeden Sonntag abend 8.30 Uhr statt. Beide Schiurim in der Wohnung des Herrn Gemeinderabbiners. Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß Herr I. H o r e n c z y k die Schuhinstandsetzung „Reparol" Zeil 4 (neben Metzgerei Max Philipps) übernommen hat. Sämtliche Schuhreparaturen werden aufs Sorgfältigste aus bestem Kernleder ausgesührt und kommt nur beste Hand-Facharbeit in Frage. Durch neuzeitliches Verfahren wird das Schuhwerk geschont und eignet sich die Art der Besohlung besonders für orthopädisches Schuhwerk und empfindliche Füße (nagelfrei). Die Preise sink» mäßig. Die Schuhe werden auf Wunsch abgeholt und gebracht; auch bediene man sich Telef. 47222, wo gefl. Aufträge vermittelt werden. — Das Geschäft ist rnv streng geschlossen. Filialen werden nicht unterhalten, also nur Zeil 4. (Siehe Inserat.) Wir bitten, das Unternehmen zu unterstützen. Das „Hotel Blum in Oberhvs" hat seit Pfingsten seinen Betrieb wieder ausgenommen. Das Hotel will allen jüdischen Gästen, gleichviel welcher religiösen Richtung sie angehören, eine Stätte bieten, wo sie, in gleichgestimmter Umgebung die so notwendige Ruhe und Entspannung finden sollen. Stundenweit nach jeder Richtung erstrecken sich gepflegte Wege in die Einstmkeit des Waldes, feierliche Ruhe empfängt den Erholungsuchenden und besänftigt seine Nerven, ein herrlich gelegenes -Schwimmbad erfrischt den Körper. Das Hotel bietet den gewöhnten Komfort (ft. Wasser, Gesellschaftsräume ufw.); die Verpflegung ist die gleiche geblieben wie seit Jahren, auf Wunsch jede Diät. Eine Liegewiese ist vorhanden. Die Leistungen entsprechen den einfachsten wie den verwöhntesten Ansprüchen, die Preise sind sehr mäßig. Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton S. Schachnowitz, Frankfurt a. SW.; Inserate i. SB.: S. S ch ach » nowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilase: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag Des Israelit und Hermon G. m. b. H., Frankfurt a. M. — Druck Hermon Druckerei, Frankfurt a. M-