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Der Israelit · 1933-05-30 · Heft 22 (30.5.1933) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 22 (30.5.1933)
Date
1933-05-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
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Der Israelit Nr. 22 Seite 13 30. Mm 1933 Personalien. Hörle der Würdigung für Lehrer Kalman Rothschild /Hamburg, 26. Mai. Am 25. Jjar ging Lehrer Kalman Rothschild nach einem durch heilige Arbeit reich gesegnetem Leben im 76. Lebensjahre in die Welt der. ewigen Wahrheit ein. 54 Jahre wirkte er an der Talmud Thora-Schule. Noch am letzten Freitag lehrte er-.«i»3 in unverminderter Frische des Geistes und der körperlichen Kräfte an der Stätte seiner Wirksamkeit. Groß ist die Zahl seiner Schüler; ihm war es gegeben, so zu lehren, daß seine Unterweisung zu einer lebensgestaltenden Kraft wurde, er war ein Menschenbildner großen Stils. Urquell seiner in sich gefestigten, charaktervollen Persönlichkeit war die min. In ihm vereinigten sich zur Weisheit gewordenes Wissen, mnni» in wahrstem Sinne des Wortes, ein tief religiöses Empfinden, echte v'»v nxi' und Bescheidenheit, Menschenfreundlichkeit, seelisches Verständnis, mit einem Wort nuy* Sie bildeten die Grundkräfte der Wesensart dieses Mannes, der für die Erhaltung des unverminderten, echten Judentums unserer Gemeinde so unendlich viel geleistet. Er verlebendigte so in herrlicher Weise die Forderung: . *(pK 7120» > 711357 51X1' 71»2N 5112 51T o'vlpv D'131 Lehrer Rothschild war ein „Herzensweiser" im Sinne salomonischer Spruchdichtung und seine Persönlichkeit strahlte eine Heiterkeit des Gemütes und seelische Anmut aus, die wir andeutend umschreiben, wenn wir von ihm aussagen, er besaß jenen sn, der ihm die Gemüter dtzr Alten und das Herz der Kleinsten erschloß. »pol» D’TIBB» pTiai 7123 xip' 2b 02nb (Sprüche Kap. 16, Vers 21) Erj bei dem Leben und Lehre eine unzertrennliche Einheit bildeten, er hat das Ideal des piS' der allseitigen Lebensgestaltung durch die Forderung der nun- Generationen von Schülern gelehrt und reich war die Liebe, die er geerntet. (Hosea Kap. 10, Vers 12) ivn 'ob 118? npitf» ovb iyn- . Zeugnis unserer Verehrung. und Liebe für Lehrer Rothschild b-xi, war die große Trauergemeinde, die ergriffen von dem Führer und väterlichen Freund Abschied nahm. Die Herren Rabb. Dr. Lewin, Direktor Spier und Dr. Henri Hirsch verstanden es in packender Weise, Leben und Wirken des Verewigten zu schildern, ihm in bewegten Worten den Dank all der Organisationen und Mehr noch der Menschen auszusprechen, denen er Dolmetsch und Interpret des Judentums gewesen. Nach Abschiedsworten des ältesten Sohnes wurde die irdische Hülle auf dem mi2p5i n'2 zu Langenfelde bestattet, aber seine Wesensart wollen wir als richtungweisendes Vorbild in unser Leben mitnehmen. Es bewähre sich besonders an ihm nsisb p'iir in. B. S. I. Vermischtes. Berlin-Lharlotienburg, 26. Mai. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin-Charlottenbürg, Kanistraße 158, richtet für männliche und weibliche Studienräte, Studienassessoren und Studienreferendare Kurse zur Erlangung der Befähigung, jüdischen Religionsunterricht zu erteilen, ein. Anmeldungen zur Teilnahme sind sofort an den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden zu richten. Beginn der Kurse: 8? Juni 1933. (Für orthodoxe Kreise ungeeignet. Red.). Vad Kreuznach, 15. Mai. Ein dankenswertes Aufgabengebiet hat die jüdische Kinderheilstätte Bad Kreuznach geschaffen: Dort finden seit 8 Tagen Kochkurse unter Leitung einer Gewerbe-Oberlehrerin statt. Die Kurse, die 8 Tage dauern, setzen die Hausfrauen instand, mit billigster Berechnung nähr- und schmackhafte Gerichte in äbwechslungsreiche.r Folge herzustellen unter Berücksichtigung der Forschungsergebnisse auf dem Gebiete der Vitamin-Lehre. Ab Juni laufen mehrmonatige landwirtschaftliche Kurse. Auskunft über beide Kurse erteilt eingehend die Oberin der Kinderheilstätte. Mannheim, 29. Mai. Herr Rabb. Dr. Unna schreibt uns: Um Jrrtümer zu verhüten, mache ich darauf aufmerksam, daß die Metzgerei and Wurstlerei von Leo Kälbermann, hier, die bisher unter Aufsicht stand, k eine Koscher-Waren mehr führt. / / Telschi, 28. Mai. Durch hunderte Flugblätter wurde die jüdische Bevölkerung von Telschi aufgerufen, sich an der feierlichen Kundgebung der ganzen Schuljugend (Lehrerseminar, Mädchengymnasium, Volksschule und Wechino) zu beteligen. Schon eine Stunde vor Eröffnung strömten die Menschen auf dem großen Schulhof der Volksschule zusammen. Pünktlich um 1 Uhr leitete Rabb- M. Katz mit einer kurzen Ansprache an die Jugend, stets im Geiste des „Thvra-Chinuch" zu leben, die grandiose Veranstaltung ein. Hieran schloß sich eine bewundernswerte Demonstration von 500 Kindern, die urit Fahnen und Gesang durch die Stadt zogen, begleitet von der Bevölkerung und hunderten Jeschiwabachurim. K—, Unter der Devise „Die religiöse Erziehung als Fundament des jüdischen Volkes" fand dann abends um B. Uhr im überfüllten Kinosaal eine machtvolle Volksversammlung statt, wie man ihresgleichen noch nie in Telschi gesehen hatte. Bei größter Stille der achthundert-- köpf-igen Menge eröffnete Herr Dir. Sch och ed vom , „Jawne"-Lehrerfeminar die Kundgebung. Alsdann begann Rabbi A. W e ß l e r x*»’i>E7 in einem tiefgründigen leuchtete Rabb. A. Wehl er in einem tiefgründigen Referat die Wesensart der Thorakultur. Darauf sprach der frühere Sejmdeputierte der A. I., Dir. H o l z b e r g vom Mädchengymnasium „Jawne" über das Programm der „Jawne"-Schulen für die Zukunft. Im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit des akademischsn Proletariats — diese Tatsache macht sich auch in Litauen sehr stark bemerkbar — erfordert sich eine Umwandlung der höheren Bildungsschulen in Landwirtschaftsschulen. Als letzter Redner des Abends referierte der Dozent der weltberühmten Telschier Jeschiwo Rabbi Elijahu Meier Bloch. In zündenden Worten warnte er die Jugend vor der Schädlichkeit von Parteigeist getränkten Organisationen, die nicht mehr unseren traditionellen Thoraidealen ädaquat sind. Mit einem lauten Aufruf an Eltern und Kinder, die schweren Ereignisse der letzten Zeit, als offensichtliche Mahnung zur Vertiefung des Thoralernens aufzusassen, schloß mit lang anhaltendem Beifall die eindrucksvolle Feier des religiösen „Jawne- Schulwerks". (Weitere „Vermischtes" siehe Seite 11.) Die Woche. Nathan Sondheimers letzte Heimfahrt. Eine unübersehbare Menge aus allen Teilen und Schichten der Frankfurter Judenheit fand sich am Montag morgen auf dem Friedhofe der Israelitischen Ge- Nathan Sondheimer *>»¥7. 'I meinöe, um unserem heimgekehrten hochverehrten und vielgeliebten Nathan Sondheimer die letzte Ehre zu erweisen. In tiefer stiller Ergriffenheit umstand die große Trauergemeinde die Bahre und folgte ihr bis zu der Stätte, wo er, der Rastlose und Unermüdliche, auch im Wohltun, in der Betätigung der G'ttesfurcht und Menschenliebe, seine letzte Ruhe an der Seite der Eltern und geliebten Häupter der Familie gefunden hat. Das Fest der Gesetzgebung warf seine Strahlen voraus und machte es den Vielen, die mit vollem dankbarem Herzen dastanden, unmöglich, es laut auszusprechen, was Nathan Sondheimer ihnen und ihren Körperschaften war und was wir alle in ihm verloren haben. Ein würdiger Nachkomme von Rabbi Mosche Tuwje dem Hanauer Goon, hatte er in seinem Leben auf hoher sozialer Stufe inx di?»3 nbii3i min harmonisch vereinigt. An seinem Andenken werden sich Gattin und Kinder und Bruder aufrichten, sein 71,25 wird uns allen beistehen. -N"22351 Das Gumperh'sche Siechenhaus. Die Generalversammlung des Vereins Gumpertz'sches Siechenhaus fand am 24. Mai 1933 statt. Rach Begrüßung der erschienenen Mitglieder durch den VoZitzenden, Herrn Dr. Richard M e r z b a ch, erstattete dieser den Geschäftsbericht für 1932 und gab anläßlich des 40jährigen Bestehens der Anstalt einen Rückblick besonders über das letzte Jahrzehnt. Die Mitglieder konnten hieraus entnehmen, welch gewaltige Leistungen diese milde Stiftung an mittellosen Schwerkranken zu erfüllen hat. Sie hörten aber auch, wie schwer diese wohltätige Anstalt ganz besonders jetzt um ihren Bestand ringt. Deshalb dürste gewiß der Appell des Vorsitzenden an die Mitglieder nachhaltig wirken, sich mehr als je für das Liebeswerk einzusetzen. Gilt es doch, den armen Kranken, worunter sich eine große Zahl völlig Gelähmter und Hilfloser befindet, die heute nirgend anderweitig unterz ubringen sind, die Zufluchtsstätte zu erhalten. Der Vorsitzende gedachte alsdann in bewegten Worten der Heimgegangenen Wohltäter, Helfer und Förderer der Anstalt, zu deren Gedächtnis sich die Anwesenden erhoben. Nach Erstattung des Kassenberichtes und des Berichtes der Revisoren wurde dem Vorstand Entlastung erteilt und die Generalversammlung geschlossen. DllS Frankfurter INuseum jüdischer Altertümer. Das Museum jüdischer Altertümer umfaßt die Sammlungen der „Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler", der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt am Main und anderer Besitzer. Die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler ist die älteste Orgianisation, dis sich mit der Konservierung und mufeumsmäßigen Aufstellung der jüdischen Kunst- und Kultdenkmäler befaßt (seit 1896). Jedoch erst seit 1922, seit das jetzige Gemeindehaus, das ehemalige Bankhaus der Rothschild, für Zwecke der Gemeinde beansprucht wurde, bestand eine Möglichkeit, den Museumsbesitz zur Vorführung zu bringen. Trotz mehrfacher Umstellungen war die bisherige Unterbringung sehr primitiv, da der Raum bei weitem nicht ausreichte, um die Gegenstände wirksam aufzustellen. Durch den großen Um- und Erweiterungsbau des Gemeindehauses, der 1931 begonnen wurde, gelang es, auch dem Museum jüdischer Altertümer ein neues würdiges Heim zu schaffen und die historischen Rothfchildräume in musealer Form wiederherzustellen. (Rothschildmuseum.) Mit diesen Aufgaben wurde der Kunsthistoriker 2r. Hermann Gundersheimer betraut, der. unterstützt von Frl. Posen, die Anordnung und Ausstattung der Räume durchführte und die museale Aufstellung vornahm. Diese geschah unter folgenden Teilungsprinzipien: Ein Raum wurde den synagogalen Gegenständen zugeteilt (einschl. Beschneidung), dann folgen in der Reihenfolge der jüdischen Feste die Gebrauchsgegenstände in der Abfolge ihrer historischen Entstehung. (Seder, Omer. Schofar usw.). Es schließen sich an die jüdischen Gebrauchsgegenstände des Hauses, wie z. B. Mesusoth, Tefillin, usw. Ferner Hochzeits-, Verlobungs-, Scheidungsgebräuche usw. Ein Raum ist mit kulturgeschichtlichen Dokumenten ausgestattet, besonders solchen zur Geschichte der Juden in Frankfurt. Hier finden sich auch zahlreiche Rothschildiana, z. B. die Adelsdipiome, Autogramme usw. Daran schließt sich das Rothschildmuseum an, das durch einen glücklichen Fund, die ursprünglich im Auftrag der Rothschild gezeichneten Tapeten, einen reizvollen Charakter gewonnen hat .Hiersind nach die Porträts der Familie aufgehängt. Die Möbel und dis Ausstattungsgegenstände sind die ursprünglichen. Bei der Neuordnung sollte sowohl der Ablauf des jüdischen Jahres mit seinen Festen, als die schöpferische Begabung der Juden zur Geltung kommen. Es wurde durch besondere farbige Gliederung der Räume versucht,; keine Ermüdung aufkommen zu lassen und durch Lockerheit der Ausstellung keine Unübersichtlichkeit hervorzurufen. Auf die Verbindung von Kunst und Kult wurde besonderes Gewicht gelegt. Wir hoffen, nächstens einige Stücke des Museums, unseren Lesern im Bilde vorführen zu können. Hebräischer Sprachunterricht. Neben den hier aufgeführten Lehrern für Neuhebräisch, ist noch Herr stud. rer. pol. P. W o l l m a n n zu nennen, der in Hebräischsprechen usw. nach neuester Methode unterrichtet. Seine Adresse ist bei der Redaktion unseres Blattes zu erfahren. Schaumre Schabbos Stellenvermittlung. Die Schaumre Schabbos Stellenvermittlung. Schwanenstraße 12, richtet an alle Firmen (Kaufleute und Handwerker), die sabbatfreie Stellen zu vergeben haben, die dringende Bitte um Aufgabe derselben. Bewerüer(innen) sowie Lehrlinge können jederzeit empfohlen werden. Besonders wird an Handwerker appelliert, die Lehrstellen zu vergeben haben. Persönliche Anfragen an Frau Jeanette Kaufmann, Obermainanlage 22, Tel. 44472 uni) Frau Jenny D. Strauß, Palmstr. 9. Anruf 44773. ANNONCEN-BÜRO JULIUS SCHMIDT FRANKFURT A. M. OSTEN DSTR. 83 TELEFON 45866 Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feuilleton 3. Schachnowitz, Frankfurt a. M.; Inserate i. V.: E. S ch ach - nowitz, ebenda. — Für die pädagogische Beilage: Lehrer L. Kaufmann, in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Berlag aes Israelit und Hermon G. ttt. b. H., Frankfurt a. M. — DruN Hermon Druckerei, Frankfurt a. M.

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