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Der Israelit · 1933-01-12 · Heft 2 (12.1.1933) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
74 (1933)
Issue
Heft 2 (12.1.1933)
Date
1933-01-12
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 1 woraus ein Brgrüßungstelegramm an den Ehofez Lhaj i m beschlossen und abgeschickt wird. Nach Wahl des Präsidiums erstattet am Mittwoch vormittag Herr Generalsekretär M. B e r e n st e i n den Tätigkeitsbericht. Die Organisation besitzt in vierzig Städten Ortsgruppen. Das einzige orthodoxe Organ im polnischen Litauen, „Das Wort" habe sehr viel zur Propagierung des T. B. beigetragen. Redner weist die Wege, auf denen sich aus Grund des Erreichten noch viel mehr erreichen ließe. Ein Begrüßungsschreiben von Rabbi C h a j i m Oser wird stehend angehört. Es folgen Referate und daran anschließend ausgiebige Debatten. Vertreter einzelner Gruppen erstatten Bericht über die Tätigkeit dieser Gruppen. Herr B. F l a u in e n b a u m hält ein ^Referat über 5Vultur, Presse und Literatur, und weist auf die dringende Notwendigkeit einer orthodoxen Presse hin. Das Erez Jisroel-Referat hält Herr N. S. P e r l o w. lieber Organisation referiert Herr K r o n s ch e k. Großen Eindruck hinterlassen Ansprachen von Rabbiner Rabbi Clchonon Wasser m a n n aus Baranowicz und Rabbi I e r u ch o in aus Mir. Es werden zuletzt ein „Geistiger Rat" des Zentralkomitees und des w 111 ü n s f d m \ t e e s zu'ammengejetzt. In den Geistigen Rat werden u. a. auch Rabbi Elchonon Wassermann, Rabbi I e r u ch o m , der S t o l i n e r R e b b e und Rabbi Josef Schub hineingewählt. Ehrenpräsidenten der Organisation sind der Chofcz Chajim und Rabbi C h a j i m O s er. Aus der Bewegung. Hamburg. Die Agudas Jisroel Frauengrupps Hamburg-Altona veröffentlicht folgendes Winterprogramm: 1. Tehillim: Leitung: Herr Dr. Leo Rothschild; 14 tägig, Mauzoe Schabbos, 8.30 Uhr, Bornstraße 2. Tefitloh mitbringen. Beginn: 29. Oktober. 2. Hebräischer Fibelkurs: Lcilung: Frau Malke Flörsheim, Dienstag 4—5 Uhr (Parkallee 9). 3. C h u in e s ch: Leitung: Malie Flörsheim, Dienstags 7—8 Uhr (Parkallee 9). 4. L e s e g e m e i n s ch a f t: Leitung: Fräulein Helene F l ö r s h e i m. Lektüre moderner Schriften jüdischen Inhalts. Zeit nach Vereinbarung (14 tägig). Schriftliche Anmeldung bis zum 27. Oktober erbeten an die Leiterin, Parkallee 15. 5. Arber t s g e ni e i n s ch a f t : Chumcsch mit Erk'ärern (für Fortgeschrittene); Montag, 7.15 bis 6.36 Uhr (Parkallee 9). 6. H a ii d a r b e i t er3 i r! e I : Leitung: Frau Adele Hirs ch, Kielortallee 16, Dienstags 4.30 bis 6.30 Uhr. Die in gemeinsamer Tätigkeit hergestellteu Arbeiten werden einmal jährlich ausgestellt und verlost. Der Erlös fließt wohltätigen Zwecken zu. 7. Gesunderhaltung der Familie. In einer Vortragsreihe sprachen zu diesem Thema: I. Frl. Erna Lyon über, „Ernährung und Körperschulung", ll. Herr Dr. Sam. Hecksche r über „Gesunheit der Frau." 8. S ch u - lungsknrs: Es herrscht vielfach Unklarheit über das das Wesen von Agudas Jisroel. Um unsere Mitglieder zur Vertiefung des Verständnisses unserer Bewegung und zur aktiven Mitarbeit an der Lösung ihrer Probleme zu führen, wird im Laufe de- Winters ein Schulungskurs stattfinden, in dem Fräulein Studienrat Lilli Freim a n über „Geschichte und Ideen der Agudas Jisroel" rcfeireren wird. Zu diesem Kursus, der jeweils am ersten Mittwoch des Monats stattfinden wird, sind Anmeldungen an die Referentin erbeten (Grindelallee 44). 9. A r b e i t s 11 a ch in i t t a g : Um den j unge 11 M ü t t c r n unserer Gruppe Gelegenheit zu geben, Kinderzeug unter sachkundiger Anleitung selbst anzufertigen und in diesem Arbeitsgebiet anzuwendende neue Techniken zu erlernen, besonders aber auch Neues aus Altem herzustollen, wird unter Leitung von Frau Clara I a c 0 b s e n und Frau Emma P 0 l a ck ein Arbeitsnachmittag stattsinden. L.k üre und Diskussion soll die Werktätigen beleben und dieses Zusammensein zu einer geistigen Anregung für alle Teilnehmerinnen werden lassen. Anmeldung erbeten an Frau Clara Jäcobsen, Rutschbahn 11. Sobald die Verhältnisse es gestatten, werden wir uns wieder zu einem Tee-Abend zusammenflndcu, zu dem besondere Mitteilungen ergehen. Um auch Nichimitgliedern Gelegenheit zu gebe», au unseren Veranstaltungen teilzunehmen, werden Gastkarten ausgegeben. Die Karte für jede Arbeitsgemeinschaft kostet 3 Mk. Anmeldung bei den Kursleiterinnen. Wir bitten alle unsere Mitglieder, der Pfund Hilfe ihr besonderes Interesse zuwenden zu wollen Die wirtschaftliche Lage erfordert es, daß sie ihre Tätigkeit in diesem Winter weiter ausbaut und intensiviert. Darum: Gedenket der P f 11,1 d h 11 f e! Leipzig. Am oav 'mriv- Sonnabend, den 17. Dezember, veranstaltete die A. I. I. G. anläßlich der Beendigung der von ihr gelernten zwei o-nn n oavv im Gruppenschiur und nxi im Daf-Hajomi-Schiur sowie auch anläßlich der Verlosung eine- Scha'ses eine größere Feier. Der Einladung zu dieser im jüdischen geistigen Leben Leipzigs seltenen Veranstaltung waren Mitglieder, Freunde und Gönner der A. I. I. G. in derart starkem Maße gefolgt, daß kurz vor Beginn der Feier die Räume des Agudaheimes überfüllt waren. Nachdem Herr Weiß den letzten Abschnitt aus a^-m nao» vorgetragen hatte, ergriff Sr. Ehr-.v. Herr Rabü. Nogosuitzki das Wort zu einem großange'egten halachischen Hadron. In längeren Ausführungen behob ^r. Ehrw. Herr Rabb. Rvgosniljli die Schwa eng leben einiger sich ergebender Widersprüche in omne durch Hinzuziehung meh er ^chaß'.ommentatoren. Die feine und scharfsinnige Erklärungsart des Redners, sowie der geistvolle Inhalt seiner Rede übten Der Israelit Blätter 12. Januar 1933 auf die Menge einen nachhaltigen Eindruck aus. Alsdann sang Herr Prinz den znun auf o-ma und wiederholte dies späterhin ebenso vorzüglich auf navn snn Rach Beendigung des von Herrn Elieser Oppenheimer vorgetragenen letzten Abschnittes aus na^n vrru legte Se. Ehrw. Herr Rabb. Feldmann ->"2, in einem prachtvollen Agada-Drusch den Gedanken der vier Abschnitte im menschlichem Leben: Kindheit, Jugend, Mann — und ©reifen* alter in Parallele zu der ]H2 ai-ipn a'pis njnasa :nawa dar. Die Aufgaben in allen vier Abschnitten des Menschen seien stets Thaurolernen, um stets danach zu leben und zu handeln. Während der reichhaltigen Suvas Mizwo, die durch jüdische Gesänge und Tänze verschönert wurde, hielt noch Herr Rabbiner Melame'd eine "kurze temperamentvolle Ansprache an die Anwesenden und wies mit begeisterten Worten auf die Bedeutung dieses Doppelsistlin in der heutigen wirtschaftlich schweren und thauroarmen Zeit hin. Alsdann wurde die Verlosung des Schaß oorgenommen. Der Gewinn fiel ans den der Agudaideologie nahestehenden Jugendbund Esra, was allgemeinen Jubel auslöste. Der Esra seinerseits stiftete das gewonnene Schaß der A. I. I. G.-Bibliothek. Ein erfreuliches Gegenstück zu dem in den letzten „Blättern" erschienenen Artikel: „Wohin geht der Esra." Darmstadt. Die Agudas Jisroel-Ortsgruppe Darmstadt veröffentlicht folgendes Winterprogramm: 1933. Herr Leo W r e s ch n e r, Frankfurt a. M.: „Judentum und Weltwirtschaftskrise." Lehrer Wahrhaft! g, hier: „Der Autoritätsgedanke im Judentum." Rabb. Dr. Merzbach, hier: „Die Bücher der Weisheit." Rabb.-Ass. Schwa b, hier: „Samson Raphael Hirsch — 1933." Nervenarzt Dr. Arnold Merzbach, Frankfurt a. M.: „Psychologische Versuche über die hebräische Sprache." Rabb. Dr. Merzbach, hier: „Geschichtsschreibung der Biöest" Lehrer Wahrhaftig, hier: „Das Autoritätsproblem in unserer Jugenderziehung." Antwerpen. Am 6. Ehanukaabend fand das jährliche Fest der Agudas Jisroel M ä d ch e n g r u p p e im schönen Saal El Bardo statt, in Anwesenheit eines sehr zahlreichen Damen-Publikums, denn Herren waren wie gewöhnlich ausgeschlossen. Es hat sicher niemand bereut gekommen zu sein, denn es war Befriedigung da für jeden guten Geschmack. Jeder kam auf seine Rechnung. Im ganzen war es ein klassischer, ziemlich ernster Abend. „Die Juden" von Lessing beanspruchten die ganze Aufmerksamkeit des Publikums. Durch die geschickte Wiedergabe und das talentvolle Spie! wurde das Stück zu eiusm Genuß. Ein Gedicht von R. Jehuda Halevi, eine Gesangsnummcr mit Liedern von Mendelssohn und Schubert und Einzel- und Gruppentanz waren sehr gut gewählt und ausgcsührt. ,Eine der Führerinnen hielt eine eindringliche Rede, hauptsächlich an die Mütter der jungen Agudistinnen, um sie zu bitten ihnen bei der Erziehungsarbeit zu helfen, die ihnen in manchen Fällen schwer wird, damit auch für's künf.ige Geschlecht der nötige Erfolg gezeitigt wird. Nicht zu vergessen sei die Verteilung einiger schönen Preise an die besten Schülerinnen der Gruppen: G, D 1 und D 2. Den Abschluß des schönen Abends bildete eine Tombola. Warschau. Ein großes Fest erlebte die kleine Stadl B l a s ch k i durch das Treffen der Chawerim der Z e i r e Agudas Jisroel, bei welchem Anlaß auch eine Thorarolle eingeweiht wurde. Aus den Agudakreisen aus Lodz und Ilmgegend waren viele Gäste nach dem Städtchen gekommen. Ein Empfangskomitee hatte für die Unterbringung der Gäste und für eine ordentliche Abwicklung der Feier bestens gesorgt. Mit großen Ouationen wurde der Präsident der polnischen Landesorganisation, Herr I. M. L e w i n, Warschau, empfangen. Ilm 12 Uhr. mittags wurde im größten Saal das Fest be; Anwesenheit von 300 Delegierten und etwa 1000 Gasten abgehaltcn Sie wurde von Herrn Hechiel S t r 0 h w e i ß mit einer kurzen Ansprache und Begrüßung der Chawerim eröffnet. Nach Chorgesäugen hält der Vorsitzende, Herr I. M. Heber, Kalisch, eine großangelegte Begrüßungsrede, woraus gleich Herr I. M. L e w i it das Wort für sein Referat „29 Jahre Agudas Jisroel" erhält. In zweistündiger Rede bespricht Herr Lewin den ideologischen Gehalt der Agudas Jisroel, ihre Entstehungsgeschichte und die einzelnen Etappen ihrer Entwicklung. Er spricht von den Aufgaben der Ä. I. für die Jugend und den Ausgaben der Jugend für die Agudas Jisroel. Einen großen Teil seines Referates nimmt die Erez Jisroel-Frage ein. Die Orthodoxie müsse am gewaltigen Aufbanprozeß, der in A. I. vor sich geht. Anetil haben und die religiöse Atmosphäre für die neuste Aliah dort schaffen. Diese müsse zu einer Masse ue Migration religiöser Juden werden. Die zu diesem Zwecke neu cingeleitete große Keren Hajischuw- Atäon müsse von allen Seiten kräftig unterstützt werden, insbesondere habe sich die Jugend mit aller Energie diesem Problem zu widmen. Nach Chargesängen und einem gemeinsamen Mittagsmahl erfolgen nachmittags die einzelnen Begrüßungen von Seiten aller verwandten Organisationen. Daraus hält Herr I. Nawitsch aus Warschau ein längeres Referat über die Lage der I u g e n d und die Arbeitsaufgaben, denen sich diese in den Jugendgruppen znzuwenden habe. Er berührt auch die Frage der orthodoxen Presse, der kein geringes Verdienst für die Erfolge der A. I. zuzusprechen ist. Das „Jüdische ^ogblatt" verdiene für sein mannhaftes Eintreten, für die religiösen Belange nach außen und innen den Dank und die Unterstützung des gesamten Judentums. Er teilt mit, daß in'Kürze eine Aktion für die Presse, speziell für das „Jüdische Togblauit" cinsetzen wird. Nach weiteren Begrüßungen referiert der Generalsekretär der Zeire Agudas Jisroel, Abraham Meier K r 0 u - g r a d über „Probleme der Jugend." Ist der Frage von Ersz Jisroel stellt er sich ganz aus Seiten des Herrn I. M. Lewin und ruft die Jugend zur kräftigen Arbeit für E. I. auf. Bei einem Bankett wird abends die Aussprache noch fortgesetzt. Das Treffen und die Konferenz wurden in später Abendstunde mit einer Schlußrede des Herrn Nawitsch geschlossen. Am Donnerstag ging unter großen Feierlichkeiten die Einweihung der neuen Thorarolle vor sich. Sprechsaal. Ein Lebenslauf. Zum Artikel in Nr. 10 der „Blätter vom 8. Septeniber 1932, von Herrn I. H. „Das harrende G'ttesgesetz" und „Ein Lebenslauf", möchte ich mir eine kleine Aeutzerung gestatten. Es werden in letzterm Artikel die Fragen 1—5 aufgeworfen, die nur allzu berechtigt find. Wir müssen auf eine Vergangenheit von mindestens 60 Jahren zurückblicken und die ganze Entwicklung in diesen 6 Jahrzehnten uns vor Äugen halten, dann verstehen wir das, worüber der Artikelschreiber fragt, „wie war es möglich". Die Judenheit von damals, besonders die auf dem Lande Wohnenden, hatten schon in ihrem überwiegenden Teil „Das Lernen" verlernt und wo „Das Lsrnsn" noch gepflegt, wurde, war es doch etwas sehr Primitives. Es fehlten durchweg die Führer, welche dem Ansturm „der Aufklärung" gewachsen waren. Es gab „Rabbiner", die das Fahren am Sabbat gestatteten und solche, die es nicht erlaubten. Dies eine ist bezeichnend für die Situation. Die neue Lage, welche sich mit Beginn der sogenannten Emanzipation entwickelt hatte, brachte eine neue „Eoluskrankheit", welche bis zum heutigen Tage noch nicht, wieder den jüdischen Volkskörper verlassen hat. Wir Juden sagen fast immer, wenn wir von unserem Glaubensgenossen etwas vernehmen, was nach altjüdischer Auffassung die jüdische Allgemeinheit angeht, was geht es mich an, und wird dem Betreffenden wirklich mal etwas gesagt, so ist die Antwort: kümmere Dich um Deine Angelegenheiten. Diese unsüdische Lebensauffassung ist leider schon nicht niehr neu und hat schon sehr viele jüdische Seelen auf den Abweg vom Judentum gebracht. Der Schreiber dieser Zeilen ist auch vom Lande und das gehaltlose jüdische Leben in seiner inneren Anwahrhaftigkeit hat ihn in der Jugend auch vom 'jüdischen Wege abgeführt. Ein klebriges besorgte die Lektüre in diesem wohl nun zu Ende gehenden materialistischen Zeitalter und die Einflußnahme der liberal-jüdischen Schriften und Reden. A-ich erst, als Kinder meiner Ehe entsprossen waren und bereits die jüdische Schule einer Großstadt bzw. einer Aiistriitsgcmeinde in der Großstadt besuchten, fand ich wieder den Weg zum wahren jüdischen Leben. Wollen wir wirkliches jüdisches Leben auf dem Lande wieder Herstellen, so muß das Land besiedelt werden von Familien, die es ernst meinen mit ihrer jüdischen Lebensauffassung, die auch in der Lage sind dem Fernstehenden das Judentum näherzubringeil. Dis konsequent die jüdische Lehre leben und in Liebe und großer Geduld versuchen, die jüdische Lebensauffassung vor allen Dingen der Landjugend näherzubringen. Leider ist da die moderne, auch die neutrale jüdische Jugendbewegung ein großes Hindernis. So viele Judentümsr werden da präsentiert und wie soll das jüdische Kind, das von den hehren Werten des Judentums nicht weiß, das mit Kopf'chütteln vom „orthodoxen" Judentum, von der Wichtigkeit der Erfüllung der Mizwaus hört, das aber die Tragweite einer jeden Mizwo nicht beurteilen kann, wie soll dieses jüdische Kind in dem jüdischen Kreis zum Volljudeu werden können? Hier ist der Punkt, an den: die Erez Jisroel-Arbeit im Eolus einzusetzen hat. Nicht allein in Propaganda für den Aufbau von Erez Jisroel, sondern in dem Aufbau eines wahrhaft jüdischen Volkes für Erez Jisroel.. Wenn es uns mit unserer Aufgabe, und es ist für die Alten und Jungen die größte Aufgabe, uns wirklich ernst ist, daun arbeiten wir alle gemeinsam die jüdische Jugend auf der Plattform der Tauro zu einen. Dann kernen wir wieder, daß Zurechtweisung einem jeden Not tut und wenn wirs mal soweit gebracht haben, daß sich der Eine für die Belehrung des Anderen wieder bedankt und darnach handelt, dann sind wir auf dem Weg diese Goluskrankheit zu heilen. Aber dies ist nicht so einfach wie man glaubt. Es ist allerdriugendstes Erfordernis, den Einfluß des jüdischen „Liberalismus" in all seinen Schattierungen auszuschalten. Wenn es gelingen würde, der Jugend das „Gefühl" beizubringen, daß ein Lehrer, der persönlich die Mizwaus nicht erfüllt, als Lehrer oder gar als Rabbiner nicht anzuerkennen ist, dann wären wir einen großen Schrill vorwärts gekommen. Trachten wir danach, in den Städten, auf deni Lande, in der Gesellschaft und in der Literatur dieses zu erreichen, dann ist der erste und größte Schritt zur Heilung unseres Golusleideiis getan und nach einem weiteren Jahrzehnt steht das Judentum hoch in der Achtung bei unseren Wirtsvöllern, die dann sprechen werden: Seht diese große Nation, welcher G'tt solch herrliche Gesetze gegeben hat, wie es in „Woeschanan" wörtlich heißt. Alle, alle müssen wir an dieser Aufgabe arbeiten. Der Lohn ist groß und er wird nicht ausbleiben, des können wir sicher sein. G. L.

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