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Der Israelit · 1932-01-14 · Heft 3 (14.1.1932) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
73 (1932)
Issue
Heft 3 (14.1.1932)
Date
1932-01-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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14. Januar 1932 Der Israelit Nr. 3 Sette 13 Personalien. Lanitälsrat Dr. Bodenheimer V"XT- Darmskadi, 1. Jan. Einer in der Orthodoxie bekannten Persönlichkeit erwiesen wir tue, rrs die letzte Ehre, und zwar Dr. med. L. Bodenheimer b"t> der am ma» ras? seine nunv naiw aushauchte. Ein großer Trauerzug war es, der sich von der Wohnung des Entschlafenen in Bewegung setzte, an der geöffneten und hell erleuchteten Synagoge Halt machte, um dann den Weg nach dem a">n n’a zurückzulegen. Da der Heimgegangene seiner allzu großen Bescheidenheit entsprechend, sich einen mon verbeten hatte, und weil deshalb Herrn Rabbiner Dr. Merzbach '"i, wie er sich ausdrückte, der Mund verschlösset: war, zeichnete der Redner den Verewigten, indem er den 27 uaw übersetzte, der nur Lobsprüche auf den 'vn «->' vn, enthält und so dessen Lebensbild und seinen Charakter spiegelte. Groß ist jetzt die Lücke in der Familie, fast unersetzlich der Verlust für unsere Religionsgesellschaft, die ihren 1. Vorsitzenden beklagt, der 25 Jahre aufopfernd gewirkt hat; der insbesondere durch seine mian die Gemeinde den Weg S. R. Hirschs führte, unbeeinflußt von allen liberalen Organisationen als orthodoxe r-^.ip zu wirken. Seine Lebensprinzipien beruhten nach dem Ausspruch des pnxn pyci? auf D’ion niV’aai mm min- Obwohl der Heimgegangene eine große ärztliche Praxis ausübte, nahm er sich noch Zeit, sich täglich dem min-Studium zuhause zu widmen, ja, er versäumte niemals die nmjw* die jeden Abend gegeben werden. Früh morgens und abends sah man tagtäglich den p'wr seine Schritte nach unserem G'tteshause lenken, und oftmals war er einer der ersten, die vor m standen, um manu non nicht nur für sich, sondern auch für seine Mitmenschen zu erflehen. Unvergessen werden Vielen — auch Andersgläubigen — seine onon mt"a--Taten bleiben, die er in seiner Eigenschaft als Arzt und Mensch ausübte. Obwohl ihm während seiner irdischen Laufbahn schwere Schicksalsschläge nicht erspart wurden — wir brauchen nur zu denken an den Tod seiner beiden Söhne im Weltkriege, die er später selbst aus Frankreich nach hier zur mini? brachte — blieb er doch stets stark und fest in seinem G'ttvertrauen. Während der nyaw hielt im Trauerhause unser m, Herr Dr. Merzbach ’n einen twe?» zu dem sich die Gemeindemitglieder fast vollzählig eingefunden hatten. In kurzen Zügen wurden dabei die vielen guten Eigenschaften, die das fromme Leben zierten, gestreift. Viel, sehr viel haben wir und das gesamte orthodoxe Judentum durch den Heimgang dieses Mannes, der auch im Vorstande des hessischen Landesverbandes orthodoxer « Synagogengemeinden führend war, verloren. Sein Name war mw,d. h. es gibt einen Lohn und zwar den nn'p inp' den er empfängt in rrrn D^iy für die hienieden vollbrachten vielen oaiu a'vpa. maxin Fürth i. Bayern, 5. Jan. Frau Fanny Dorn geb. Zimmer hat nach kurzem Krankenlager im 74. Lebensjahre am mav's'pnav das Zeitliche gesegnet. Der alteingesessenen bekannten Fürther Familie Zimmer entstammend, hat sie die Tradition des Vaterhauses stets im eigenen Heim hochgehalten und es wahr ihr vergönnt, ihre 5 Töchter und 2 Söhne zu wackeren Menschen und guten d'Tirr yeranwachsen zu sehen. Sie hatte auch das Glück, Schwiegersöhne und Enkelkinder minn ’arna wandeln zu sehen. Mustergültig war, was sie in np»2 a^in und narr bv non o geleistet und wie sie es verstand, moa npns in vorbildlicher Weise zu üben. Möge sie vv p^a für die Hinterbliebenen sein! .rraxm Schweich, 5. Jan. Unsere Gemeinde wurde durch den Tod der Frau Fanny Salm geb. Kahn, in tiefe Trauer versetzt. Sie starb im 78. Lebensjahre, nach 48jährigem, glücklichem Familienleben. Ihre außerordentliche Beliebtheit zeigte die große Beteiligung bei der Beerdigung, die am 15. Teweth stattfand. Aus allen Kreisen der Bevölkerung, der jüdischen und nichtjüdischen, bis von den entlegensten Ortschaften wurde der Dahingeschiedenen die letzte Ehre erwiesen. 17 Jahre hatte sie als 1. Vorsitzende den hiesigen Jüdischen Frauenverein geführt und war es stets ihre heiligste Aufgabe, den Armen, Bedürftigen und Kranken zu helfen. Ihr gastfreies Haus stand jedem offen, für jedermann hatte sie ein gutes Herz und eine offene Hand. — Am Grabe würdigte Herr Oberrabbiner Dr. A l t m a n n, Trier, in ergreifenden Worten den frommen Lebenswandel und die wahre Religiosität der teuren Verstorbenen. Möge G'tt die Hinterbliebenen in ihrem schweren Schmerze trösten. -n "asm Ladenburg a. Neckar, 10. Jan. Herr Synagogenvorsteher Julius Kaufmann und Frau konnten im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel das seltene Fest der goldenen Hochzeit feiern. Am naiy fand in der Synagoge ein Festg'ttesdienst statt, bei dem der Lehrer, Herr Rosenfelder, im Namen der Gemeinde und des Synagogenrates die Glückwünsche überbrachte und in herzlichen Worten die unvergeßlichen Verdienste des Jubelpaares würdigte. Herr Kaufmann ist bald 50 Jahre im Synagogenrat und 25 Jahre Vorsitzender desselben. Am Sonntag erschien schon am frühen Morgen Herr Bezirksrabbiner Dr. Fritz P i n k u s, um feine Glück- und Segenswünsche im Namen des Vezirksrabbinates äuszusprechen. Dann erschienen Delegationen auf Delegationen, die von der großen Verehrung für die Jubilare zeugten. Der' gesamte Gemeinderat mit dem Lehrer an der Spitze überbrachte ein herrliches Geschenk als äußeres Zeichen des Dankes. Der Männerkrankenverein ließ ein Diplom überreichen, das Herrn Kaufmann zum Ehrenmitglied ernannte, der Jüdische Frauenoerein und eine Delegation des allgemeinen Frauenvereins überbrachten Grüße und herrliche Blumengebilde. Hierauf ergriff der Vertreter des Oberrates der Israeliten in Baden, Herr Oberrat Dr. Pfälzer, das Wort und stellte Herrn Kaufmann als Vorbild eines G'ttesstreiters hin, der in unwandelbarer Treue und Liebe zur min ein echtjüdisches Haus und eine risnp gegründet hat. Als äußeres Zeichen des Dankes überreichte er einen silbernen Becher. Währenddessen hatte sich vor dem Hause der Gesangverein der Stadt versammelt: nach stimmungsvoll vorgetragenen Liedern erschienen die Herren Vorstände, um dem Jubelpaare die Wünsche auszusprechen. Es war ein Fest der gesamten Bevölkerung Ladenburgs ohne Unterschied der Konfessionen. Bei dem Festessen hörte man schöne nun-Worte von den Schwiegersöhnen und Enkeln, die ausnahmslos in ihren Kreisen im In- und Ausland für die nun werben und kämpfen, und so das Werk ihres verehrten Vaters weiterführen. Am späten Nachmittag kamen im Auftrag des „Vereins zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums" in Baden Herr Rabbiner Dr. Unna und Herr Prof. D a r m st ä d t e r, die das Lebenswerk des Jubelpaares würdigten. — Der Tag wird für alle Teilnehmer unvergeßlich bleiben, er gab jedem ein Stück pnva mit auf den Weg, daß mapn auch in der schwersten Zeit seine Getreuen nicht vergißt. .lmsnay Gießen, 10. Jan. Am 1. Januar d. I. waren es 25 Jahre, daß Herr Alfred Fröhlich in den Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft gewählt wurde und seit einer Reihe von Jahren den Vorsitz in diesem Vorstande führte. Herr Fröhlich hat dies verantwortungsvolle und nicht immer leicht zu führende Amt mit seltener Umsicht und aufopfernder Hingabe geleitet und dank seiner großen Friedensliebe manche Schwierigkeit zu beseitigen gewußt. So war es u. a. seinen rastlosen Bemühungen gelungen, seiner Religionsgesellschaft die längst ersehnten Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes zu verschaffen. Im Jahre 1930 gab sich die neue Gemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" ein neues Statut, nach welchem ein Vorstand und Beirat von je 5 Personen die Gemeindeverwaltung und den nach dem Gesetze notwendigen Steuerausschuß repräsentieren. Ganz im Geiste unseres traditionellen Judentums war Herr Fröhlich ein eifriger Förderer aller Institutionen seiner Gemeinde und hat es bis auf den heutigen Tag verstanden, stets deren Interesse nach jeder Seite hin zu wahren. Anläßlich dieses Jubiläums veranstaltete die Israelitische Religionsgesellschaft vergangenen Sabbat einen Festg'ttesdienst, in dessen Mittelpunkt die Predigt des Herrn Prov.-Rabbiners Dr. Hirschfeld stand, deren Ausklang in dem Wunsche sich äußerte, daß es dem Jubilar noch viele Jahre vergönnt sein möge, sein Amt in gleicher körperlicher und geistiger Frische zu führen, zum Wohle und Gedeihen seiner Gemeinde und zum Segen des Judentums.!n«? D’iMi nxa ny Sprechsaal. Chamischo Ossor-Obst! Eine ernstliche Mahnung. Chamischo Ossor bringt uns einen Gruß aus dem Heiligen Lande, das an diesem Tage Frühlingserwachen feiert, in der Form des köstlichen Obstes. Es ist ein alter heiliger Brauch in Israel geworden, und die Kinder umgeben die Einrichtung mit der ganzen Liebe ihrer kleinen Seele. Nicht der leibliche Genuß ist hier das Primäre, sondern der Segensspruch, der Gedanke an Erez Israel, der Gedanke an G'tt, der unter harter Erdkruste, für das Auge noch nicht sichtbar, schon die Keime neuer Kraft zur Sonne lockt; mit einem Worte ein ganzer Komplex von jüdischen Gedanken und Gefühlen, die erzieherisch wirken und das jüdischeGemeinfchaftsg e f ü h l befestigen sollen. Wie harmoniert es aber mit diesem schönen Brauch und der jüdischen Gedankenwelt, die er auslöst, wenn man an dem jiidischen, am Sabbat geschlossenen Ob st laden vorübergeht und sich das Obst, dieses Symbol der Liebe zu G'tt, Israel und dem Land Israels, um gleich teures oder noch teureres Geld im nichtjüdischen Laden verschafft?! Man weiß, wie schwer die Lage, doppelt schwer und kritisch für den sabbathaltenden Juden, heute ist. Mehr Gemeinschaftsgefühl in einer Zeit, da der Jude von den anderen so gut wie boykottiert wird! Mindestens sollte aber dieses Gemeinschaftsgefühl zum Ausdruck kommen, wenn es sich um alte religiöse Bräuche handelt, die, wie der des Chamischo Ossor-Obstes, auf dem jüdischen Boden der 'mtf’ nana gewachsen sind. Denket schon dieses Jahr beim Einkauf des Chamischo Ossor-Obstes daran! Geht an dieser Mahnung nicht vorbei und — auch nicht achtlos an dem am map geschlossenen Obstladen!_ Kein Obsthändler. Briefkasten. A. I. in Ai. 1. Das Putzmittel ist uns nicht bekannt. 2. Das Datum entspricht dem 24. Jiar 3683. Iamiliennachrichken. V a r m r z w o h : Siegbert, Sohn des Herrn Richard Freudenberger, Darmstadt, Bleichstraße 13 ni>ra 'b 7 nav 23. Januar 1931. Verlobte: Irma Katz, Gleichenwiesen ber Hildburghausen (Thüringen) mit Erich Zadick, Berlin C 2. Silberne Hochzeiten: 1. Januar 1932. H. Scherdenberg und Frau, Wenkheim; 16. Januar 1932, Jacob Schuster und Frau, Wenkheim; 30. Januar 1932, A. Hubert und Frau, Wenkheim. Gestorben: Jonas Kah, Röderbergweg 71. 12. Januar 1932. Vermifchkes. Berlin, 13. Jan. Das Jüdische Hilfswerk Berlin, das zurzeit rund 500 Familien allmonatlich mit Lebensmitteln betreut, veranstaltet am Sonntag, den 17. Januar, vorm. 11.15 Uhr in den Bavaria- Lichtspielen, Friedrichstraße 180, zur Stärkung seines Fonds eine Wohltätigkeits-Matinee. Für Darbietungen haben sich die Künstler Rita Romani und Dr. S. Finkelstein freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Zur Aufführung gelangt der Tonfilm „Der Hauptmann von Köpenick". Karten zum Preise von Mk. 2.—, 3.—, 4.— und 5.— im Büro erhältlich. Telefon: Weidendamm 7437. Berlin, 4. Jan. Die in Nr. 52 erwähnte Broschüre von Rabbiner Dr. Unna über das Schächten ist im Verlage der Deutsch-Israelitischen Zeitung in Hamburg erschienen. Borken i. W., 11. Jan. Der Jüdische Frauenbund für den nordwestlichen Teil Westfalens veranstaltete unter der Leitung von Frau Emil Löwenstein aus Gemen hier einen sehr gut besuchten Vortragsnachmittag. Herr Dr. Leo Deut sch länder aus Wien, der Direktor des Keren Hatorah, und der Leiter und Schöpfer der Bes Jakob-Bewegung, hielt vor einem zahlreich erschienenen Auditorium einen besonders geistig hochstehenden Vortrag über das Thema: „Jüdische Gedanken zum G 0 ethejahr". Der Redner verstand es, in hervorragender Weise die Beziehungen des großen Dichters zur Bibel und zum jüdischen Schrifttum so darzustellen, daß in der heutigen Zeit des Judenhasses und des Kampfes gegen das alte Testament dieser große deutsche Dichter dem Volke im Verständnis für den Wert und die Bedeutung der jüdischen Lehre zum Vorbild dienen kann. Der Redner, der Ehrenmitglied der Weimarer Goethegesellschaft und Jahrzehnte hindurch wissenschaftlicher Arbeiter zur Goetheforschung in Wort und Schrift ist, konnte beweisen, daß Goethe die höchsten Gedanken seiner Lebensarbeit aus den Gestalten der Bibel entnommen habe und daß er als großes Genie selbst nicht die Kraft hatte, sich über den Geist der jüdischen Gestalten der Bibel zu erheben. Sein besonderes Bedauern sprach der Redner besonders darüber aus, daß ein großer nichtjüdischer Goetheforscher, Landgerichtsrat Raimund Eberhard, sein Werk: „Goethe und das alle Testament" nicht drucken lassen konnte, weil kein Verlag bereit war, dieses Werk zu übernehmen, und zwar nur wegen der Vorbemerkung, in der dieser nichtjüdische Forscher seine besondere Liebe zum alten Testament zum Ausdruck brachte. Neben der Vorsteherin dankte, besonders Herr Bezirksrabbiner Dr. Köhler dem Redner für seinen über das Maß hinaus gehenden Vortrag und für seine in Wort und Schrift niedergelegte Lebensarbeit, in der er Judentum und Wissenschaft praktisch zum Ausdruck brachte durch die Gründung der Bes Jakob-Bewegung, durch die es möglich wird, daß die jüdische Mädchenerziehung im gesamten Osten nach der Devise von Rabbiner Samson Raphael Hirsch: „Thora im Derech Erez" geleitet wird, und dadurch auch die weibliche Jugend der jüdischen Gemeinschaft und dem jüdischen Glauben erhalten bleibt. kiel, 1. Jan. Am vergangenen r->av-Abend v. Js., dem 19. Dez. 31, sprach im hiesigen (neutralen) Jüdischen Jugendbund unser jugendlicher Aguda-Freund und inteniver Mitarbeiter, Herr Moritz Wurzelberg, über: „Die Grundidee der Agudas Jisroel". Der Erfolg des Vortrags zeigte sich in der Diskussion, an der sich ausschließlich parteipolitische Gegner, d. h. Zionisten, beteiligten und in der der Referent aller Fragen gerecht werden und allen Vorwürfen gegen die A. I. erfolgreich entgegentreten und sie widerlegen konnte. Wochenkalender. vom 16. — 23. Jan. 1932 ' t otn 8. — 18. Cchebat 6692 »ai» *p mrivB Samstag 16 8 13 Sonntag 17 9 T3 Montag Jan. 18 vav 10 ns Dienstag 19 11 V3 Mittwoch 20 12 b Donnerstag 21 13 nb Freitag 22 14 2b Samstag 23 15 ib :f;: \ l

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