Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1931-10-15 · Heft 42 (15.10.1931) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 42 (15.10.1931)
Date
1931-10-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450652-2450693--78290-2535987
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

15. Oktober- 1931; : •"• D e r I s r a e lit HSSWUSS 'Nr. 42 Seite 9 $mSf Nähmaschinen j I^equeme Zahlungsweise ' i tlavtin Decker Gr.Friedbergerstr. 16/20 „Israelitischen Gemeinde" den Rabbiner der Religionsgesellschast persönlich aufs schwerste zu beleidigen.. Dabei wird, vor allem geflissentlich übersehen, daß die Israelitische Religionsgesellschaft nun einmal, ob man will oder nicht, auf dem gleichen Territorium mit der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. wohnt und daß daher ohne sie, d. h. ohne Z u st i m m u n g ihres Rabbinats, gemäß der ganzen Idee des Erüws überhaupt, ein Eruw in Frankfurt a. M. nun einmal nichtmögli dj i ft Man kann nicht zwei Gruppen von Menschen durch symbolische Akte zusammenfassen,-wenn die eine davon aus triftigen Gründen nicht will. Jeder Eruw in Frankfurt ist also schon an un.d für sich ganz genau so eine Sache des Rabbinats der Israelitischen Religionsgesellschäft wie desjenigen der anderen Gemeinde. ' Allein abgesehen hiervon hat ja das Rabhinat der Israelitischen Religionsgesellschaft überhaupt nicht aus eigener Initiative gehandelt, sondern man ist — sicherlich mit Kenntnis und Zustimmung der Ritual-Kommission — an es mit dem Ersuchen herangetreten, sich dem bestehenden und bisher nicht anerkannten Eruw anzuschließen, ihn also jetzt anzuerkennen oder aber erneut genau anzugeben, welche' Aenderungen vvrgenommen werden müßten, um den Anschluß der Israelitischen Religionsgesellschaft an den Eruw zu erlangen. Auf diese Anfrage mußte das Rabbinat der Religionsgesellschaft antworten und hat es nach bestem Wissen und Gewissen auf Grund der eigenen halachischen Ueberzeugung nach gründlichster Prüfung getan. Wie die Ritualkommission also jetzt dazu kommt, emphatisch auszurusen, das Rabbinat der Religionsgesellschaft könne zwar für sich gehen, habe aber nicht das Recht, einen von anderer Seite geschaffenen Eruw für ^100 zu erklären, muß jedem gerecht denkenden Menschen unverständlich bleiben. Wer einem Anderen eine Frage vorlegt, muß sich gefallen lassen, daß dieser sie nach seiner Ueberzeugung imnb oder entscheidet. Welche Konsequenzen dann Dritte daraus ziehen, haben diese selber zu verantworten. Samuel Nußbaum Wieder ist ein Mann aus unserer Mitte geschieden, der zu den Grundpfeilern unseres Gemeindelebens gehörte: Samuel N u ß b a u m, der Aufrechte und Aufrichtige, der Mann der verkörperten Pflichttreue und unentwegten G'ttesfurcht bis ins Greisenalter, das man dem stets Arbeitsamen nicht ansah, der Mann, der bei der ausgedehnten geschäftlichen Tätigkeit Zeit und Sinn für alles Gute und G'ttliche hatte. Mit Ausklang der Nachfestfreude klang am Sonntag abend feine harmonische Seele aus, und am Montag mittag trugen wir ihn unter großer Beteiligung aus allen Schichten der jüdischen Bevölkerung zur letzten Ruhe auf den Friedhof der Israelitischen Religionsgesellschaft hinaus, still, in lautloser tiefer Ergriffenheit, wie es m gebot. Eine herrliche Herbstsonne leuchtete zum Abschied einem sonnigen Leben, das fast ohne Krankheit seinen: harmonischen Abschluß fand. Aus den Räumen der Klaus in der Ostendstraße leuchtete letzter Lichtergruß der vorbeiziehenden Bahre ihres langjährigen treuen Führers entgegen. In vielfachen Ausstrahlungen ergoß sich uns der Segen aus Wesen und Wirken Samuel Nußbaums. In der Klausgemeinde war er seit Jahrzehnten erste führende Persönlichkeit, und bereits Nabb. D. Lorsch rxr würdigte diese seine aufopfernde Tätigkeit mit der Verleihung des ->an-Titels. Nicht weniger kraftvoll und hingebend war seine Mitarbeit in der Bruderschaft vian hier war ihm keine Stunde zu früh und keine zu spät, wenn es galt, letzten Liebesdienst an einem Bruder zu leisten. In der Friedhofskommission der Israelitischen Religionsgesellschäft wog das kluge Wort des praktisch erfahrenen Mannes sehr viel. Daß e^in mp? nix» in die Sphäre seines Wohltuns hineinbe- Zogen wurde, ist selbstverständlich. So gehörte er fast bis zu den letzten Jahren als Mitglied der Verwaltung des Sarah Georgine von Rothschild'schen S p i t a l e s' an, und dieses Amt bot ihm vielfach Gelegenheit, armen Kranken das schwere Los zu erleichtern. Ein nun am« im vollsten Sinne des Wortes, war er eifriger und gern gesehener Besucher unserer Vereinsschiurim und Vorträge. Wöchentlich zweimal sah man ihn regelmäßig beim Gemoroschiur des Herrn Rabbiner Dr. I. Breuer im Mekor Chajim, am Sabbatnachmittag saß er auf seinem bestimmten Platz verständnisinnig und geistig mitschaffend beim Vortrag des Liwjath Chen. Er nahm jede Ge-, legenheit wahr, zu lernen und sein jüdisches Wissen zu vertiefen. Noch am letzten Simchasthvra fiel ihm zu, rn der p"n den Wochenabschnitt mit Raschi vorzulernen. Es war das letzte Lernen, von Mosis Tod pnd Abschied, mit dem — er und wir ahnten es, nicht -77sich seine sonnige Seele schon für die' letzte Fahrt wappnete. Sollte man noch von der innigen Liebe sprechen, die Samuel Nüßbauch ftut der gleichgearteten und gleichstrebenden Lebensgefährtin verband, mit seinen Kindern und Enkelchen, aus deren Haupt des Großvaters Hände noch am letzten Sabbat segnend ruhten und dem ganzen weiten Familienkreis, der voll Liebe und Verehrung zu ihm hinaufsah? Mit ihnen trauert eine große Gemeinde von Freunden, Verehrern und Bekannten um den Mann der Tat und Pflicht und Bruderliebe. Möge aus dieser allgemeinen Trauer und Teilnahme wahrer Trost der Gattin, den Kindern und der engeren Familie erwachsen. An der Bahre mußten wegen des rr-i Trauerreden unterbleiben. Im Haufe hielt Herr Rabbiner Dr. I. Breuer am Montag abend bei großer Beteiligung eine tiefempfundene Gedenkrede, insbesondere im Namen der Klausgemeinde. Am Donnerstag abend gab im Rahmen und im Aufträge des Liwjath Chen dessen Dozent, Herr Redakteur S. Schachnowitz, den schmerzlichen Gefühlen des Vereines und der Freunde Ausdruck. Gefchichtsvorkräge und Tnachkurse im ttefoi Chajim. Die Geschichtsvorträge des Herrn S. Schachno w i tz im Mekor Chajim behandeln diesen Winter die Dichter und die Dichtungen unserer Sabbat l i e d e r und erstrecken sich in der Hauptsache auf die einzelnen Smiroth, deren Verfasser geschichtlich dargestellt und im Lichte ihrer Dichtungen gezeigt werden sollen. Der erste Vortrag findet diesen Sonntag, 6 Uhr, im Vereinslokal Langestr. 18 statt, und zwar über Salomo Alkabaz und fein**m rcA-Lied, sowie über den Gehalt des m qv> und dessen Verfasser, Rabbi Jizchak Luria. Ferner ist zu berichten, daß der Kurs über D'anrw unter ßeitung des Herrn Stubienrat Dr. Marcus Lange ab dieser Woche allwöchentlich je Samstag abend 8.30 Uhr im Vereinslokale stattfindet. Mit diesem Schiur kommt der Verein einem dringenden Bedürfnis entgegen, und wird rege Teilnahme erwartet. Belh Hamidrasch, Osiendsiraße. In Berichtigung einer irrtümlichen Notiz im Vereinskalender der jüngsten Nummer fei bekannt gegeben, daß der halachifchs Vortrag des Herrn Rabbiner Mosche K a r p e l am letzten Sabbat nachmittag stattfand. Je am Freitag abend nach Schul hält Rabbi Mosche Karpel einen agadischen Vortrag über den Wochenabschnitt. Außerdem hält er Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, 8.30 Uhr abends, Gmorofchiurim in D2V '0». Gefchichtsarbeiksgememfchafk in der Agudas Iisroel- Iugendgruppe. Am Mauzoe Schabbos -ft beginnt in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe eine Arbeitsgemeinschaft über: „Die Geschichte von Erez I i S r o e l "..Leitung: Herr Red. S. Schachnowitz. Beginn: 21 Uhr, 14tägig.! SSMMSNSSIWSSNIIISS^SSDSMSSSSSSSSSSSSSSMSSWWM»' Frankfurter Verelnskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend nach Schul im Hörsaal: Mikro. Dr. S- Ehrmann. Samstag morgen nach Schul im Hörsaal: Dinim. Herr Dr. E. Posen. — nachmittags 3/i Stunde vor Mincho im Dereinslokal Herr Dr. W. Hofmann. — 1 Stund vor Nacht (ebenso Sonntag »6.30 Uhr vorm, im Verein^. . l Gomoro. Herr I. Soffer. —8.30 Newiim, Herr Dr. Marcus Lange. Sonntag morgens nach Schul (ebenso Mittwoch) d-jn "n Herr Red. S. Schachnowitz. — vormittags 9.15 Uhr (ebenso Dienstag 6,30 Uhr) Gemoro. Herr R.-A. Gerson Posen. — nachmittags 6 Uhr im Vereinsloka! „Dichterund Dichtung unserer Sabatlieder („Lecho daudi", „Jaum seh") Herr S. Schachnowitz. Montag (auch Donnerstag) nach Schul: Mischna Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Eemoro. Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — abends 8.15 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro. Herr Dr. E. Posen. Dienstag (auch Freitag) nach Schul: Mischna. Herr Dr. E. Posen. Von Montag bis Freittag morgens nach Schul im Sitzungszimmer Gemoro. Herr Dr. S. Ehrmann. Sonntag, Dienstag und Mittwoch abends 3.15 Uhr im Vereinslokal Schatzlernen. Herr Herz Halpern. Jahrzeitsstiftimgen. Mittwoch, 21. Oktober: Zerline Mayer geb. Wilmersdorf- Stiftung.— Hannchen Mosbacher geb. Roos-Stiftung. — Donnerstag, 22. Oft : Gretel Gottlieb geb Mayer- Stiftung. — bvw, 24. Oft. Jsaac Hesdörser-Stiftung. Liwjath Chen. Dieses mal findet der Vortrag Samstag 11.30 Uhr vorm, im Hause von Samuel Nußbaüm Ostchidstraße 20 statt. Jüdisch« Frauenvercinigüng E. V. - Der Vortrag von Frl. Jette Rosenheim findet diese Woche nicht statt. Termin wird noch bekannt gegeben. Ortsgruppe Frankfurt a. Al. des Jüdischen Frauenbundes. Abendzusammenkunft Montag, 19. Oktober 20.30 Uhr bei Frau Johanna Vaer, Finkeuhofstr. 40, Vortrag von Frau Dr. Dora Edinger: das französische Judentum von heute in seiner Literatur. Montag, 26. Oktober 8.30 Uhr, Veranstaltung gemeinsam mit der Ortsgruppe Frankfurt des „Jüdischen Friedensbundes" im Kleinen Saal der Frankfurt-Loge. Arbeitssitzung: Montag, 2. November, 20l/2 Uhr, Langestraße 31. Gäste sind freundlichst willkommen Jüdischer Turnerbund e. V. Sonntag, den 16. Oktober 1931. Treffpunkt' um 8 Uhr pünktlich am Hauptportal des Hauptbahnhofes. Taunuswanderung mit Photowettbewerb. Für die drei besten Aufnahmen sind wertvolle Preise vorgesehen. Jeder Teilnehmer erhält einen Trostpreis. Führung: Ilse Joseph und Hugo Hermann. GebelzeUe«. - m 512V abend 5.00 Samstag nasrn 6.45 Samstag morg. 8.00 Samstag nachm. 1.00 u. 4.00 Halachischer Vortrag. Samstag abend 6.13 Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 5.00 Tefillin-Legen am Morgen 5.50 Briefkasten. A. Z. S. P* Kamöurg. Wir bestätigen, daß das im „Sprechsaal" erschienene „Eingesandt", das sich mit Angelegenheiten des Deutsch-Israelitischen Synagogen- Verbandes beschäftigt, uns nicht von der Verwaltung des Deutsch - Israelitischen Synagogen - Verbandes zugegangen ist und der Einsender in keiner Beziehung zu dieser steht. <L. St. in Kr. Der Berichterstatter nahm das Ganze als Ganzes und sah von einer kritischen Wertung im einzelnen ab. Sie sollten Wre vielleicht berechtigten Beanstandungen Herrn N. unterbreiten. Bas Zion: 1.50 für Spende ejngegangen. Familiennachrichten. Barmizwo: Sigmund, Sohn des Herrn Carl Ellern, Hamburg, Parkallee 5, Synagoge Bornplatz, N2v rü nens 17- Oktober. Goldene Hochzeiten: Leopold Adler und Frau Eva geb. Ullmann, Mellrichstatd in Bayern. — Hauptlehrer a. D. Simon Schloß und Frau geb. Kaufmann, Hamburg, Kielortallee 16, feiern am 8. Eheschwan (19. Okt.) ihre goldene Hochzeit. — Karl Fuda und Frau Julie geb. Solomon, Neumagen a. d. Mosel, feiern am 25. Oktober ihre Goldene Hochzeit. Silberne Hochzeit feiern Nathan Kiesler und Frau geb. Levi, am 25.10.31, Ffm., Hanauerlandstr. 129. — Herr Louis Dreifuß und Frau Helene geb. Daube feiern am Schabbos 24. Oktober, ihre Silberne Hochzeit. Die Firma S. E i f e m a n n, Schirmhandlung, an der Konstabler Wache, feierte am 1. Oktober den Tag ihres 50jährigen Bestehens. Sie wurde am 1. Okt. 1881 von Herrn Simon Eisemann gegründet; nach dessen im Jahre 1908 erfolgten Tode wurde das Geschäft ono der Witwe Frau Rosalie Eisemann und Herrn Max Schaumberger weitergeführt. Seit 1925 ist Herr Schaumberger alleiniger Inhaber, aber Frau Rosalie Eisemann stellt heute noch in voller Rüstigkeit im Bedarfsfälle ihre Dienste zur Verfügung. — Die Firma veranstaltet aus Anlaß dieses Ereignisses einen besonders billigen Iubiläumsverkauf. Modes! Lehrmädchen u. Volontärin sof. gesucht. Samstag und Jomtof geschl. Modesalon Mela de Jong Sandweg 30 pari. Schöne neuh 3 Zirnmerw. m.Küch (Wasserl.,Bad.Gas, el. Licht.) in gr. Laudaem. Nähe Frankfurt per 1 Nov. od. später zu vermieten Monatsmiete Mk. 50.— Off, unter 2939c an d. Erp. Suche f. m. Nichte, Tochter eines bek. Naws, Anf. 20-, int. hübsch. Mädch., str. fr. tücht., sehr besch, erz., pass. GATTEN Wittw. nicht ausgeschlofs. Verm. u. gute Ausff. vorh. Zuschr. u.: Kgst. ft 3334 bef. Rudolf Masse. Berlin C Königstraße 19 ftür staatl. Beamtentochter einziges Kind Universalerbin hübsche Ersch.. intell.. geift. sehr höchst., Mitte 20er selt. vornehmer Charakter, gr. Herzensbld., rel-, wird pass. Lebensgefährte, angestellt. Beamt.. Rabb.. Lehr.. Arzt odsonst. Herr i. fest. Postt. ges. Vorl. bare Mitg. 12— 15000 (fof. greif.) spät, mehr ged. Ausst.Auf Wunsch auch noch monatlichen Zuschuß Off. unt. 2921c an die Exp. Der anerkannt einz. prakt. HÜ^-Gurtel für Schlüssel. 2.85 u. 3.25 Latz,Berlin,Oranienbgst.85

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.