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Der Israelit · 1931-03-26 · Heft 13 (26.3.1931) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
72 (1931)
Issue
Heft 13 (26.3.1931)
Date
1931-03-26
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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3cik 14 Nr. 13 Der Israelit 26. März 1931 mutz sturmfest und den Widersprüchen des Lebens ge-i Pflicht ist. Vor Sukkos lasse der Lehrer seine Sukkoh frt tfl hiic: mrtM vtAfirt mn« K,.*. ß> „„r....S wachsen sein, so ist das wohl richtig. Aber man wird ein Bäumchen, das zu einem geraden, aufrechten Baum sich entwickeln soll, erst dann aus der Baumschule oder dem Hegebezirk in offenes Waldgelände versetzen, wenn man annehmen kann, daß es nicht mehr von den hin und her zausenden Stürmen verbogen und verkrümmt unter Mithilfe der Kinder erstehen und sie werden, wenn auch nicht alle, doch zuhause den Wunsch äußern, auch eine Sukkoh bauen zu dürfen. So kann der jüdische Volksschullehrer Vieles zur Hebung des religiösen Strebens seiner Schüler beitragen. Ich bemerke ausdrücklich, daß ich den Leistungen der zum Trotz an dem altjüdischen Satz von Tauroh im, ler die ganze Woche um sich versammelt hat, leicht, sie zu wirken. Hier gibt es keinen Glaubens- und Ratzenderech erez sesthalten. Ist ja gerade vom Standpunkte; mit den Vorbereitungen und den Vorschriften der Feste haß, hier keine klaffende Kluft zwischen einzelnen Klasder _ Pädagogik jene moderne Auffassung unwissen-! anschaulich vertraut zu machen und die geschichtliche Besen, zwischen Hoch und Nieder, zwischen Reich und Arm. schastlich. deutung sowie die jahreszeitliche eingehend zu behandeln; nansi Gerade in einer scharf durchgeführten Einheit des > natürlich muß man auch einmal eine Viertel- oder Halb- „Liebe deinen Nächsten wie dick,'selbst Liebe den ^remdganzen Erzlehungswerk--. wie es in der jüdischen Schn!- i stunde außer der obligaten Unterrichtszeit dafür anfetzen. ng denn Fremd, nqe' wäret ihr In »-anot-n -- möglich ist, zeigt sich das Eigenartige einer echten rest. In der Pestachzeit führe man da. wo jüdische Böckej Gerade dick W°?te stnd fast ffir unsere Todfeinde giofen Erziehung; denn Einheit der Weltanschauung in, reien sind, die Kinder hin und zeige ihnen die gewissengeprägt die jedem Fremdstämmiaen das Leben in ganzen Umkreis der Erziehung, des Unterrichts, der Bil-! hafte Behandlung des Mazzosbackens; man demonstriere düng, des Umgangs ist das in der Schule zu erstrebende i ihnen den Aufbau der Sederschüssel bezw. des ganzen j Und dieser unserer'bl Lebre mit einer solchen men- Jdeal. Eine rechte Erziehung muß den größten Wert > Sedertisches. In so manchem Kinderherzen erwacht der schenfreundlichen Ethik wollen sie und ßu^icksetnrna legen auf die Einheit des Luftkreises, in dem sich der Wunsch, auch einen solchen Sederabend zu haben und man gegen Andersgläubige andichten! Diese Widersprüche lunge Mensch,bewegt. „Die religiöse Erziehung darf in - bittet seine Eltern darum. In der Omerzeit läßt sich z. B. S<Beq?S iS Sr Kampfesnot Widersacker feinen Widerspruch treten zu den übrigen Erziehungsj durch die Behandlung der Kreuzzüge in der Geschichte; dürfen unseren Schülern in reiferem Alter nicht vor^itgrötzen, sie darf die Bezehungen zu ihnen niemals ver- -darauf Hinweisen, daß Hunderttausende unserer Vorfall-- halten werdensie würden übrigens auch unserer Tbora lieren. Sonst wird die Einheit des pädagogischen Kunst-^ren lieber den Flammentod erlitten, als ihrem Gesetze ilTme aereiden * ** cherkes zerstört, ein Schaden, der bei weitem nicht immer, untreu zu werden, während jetzt Viele trotz der erleich- Schon von Abrabam dem Gastfreundlichen können -m pateren Leben stil- und kunstgerecht behoben werden, terten Religionsübung mutwillig ja oft in zynischer j^r d/e Siebe zu unserem Nächsten lernen^Er sitzt an rann j Weise.ihren heiligsten Geboten den-Rucken, kehren. In > der Türe seines Zeltes, gerade als die Strahlen der Und wenn man nun einwendet, das Leben, in dasj der Fastenzeit des Tamus, Aw und Trschri kann man Sonne alübend mr Erde fallen da erblickt er drei Manunsere Kinder später hinaustreten, fei doch nicht sochie Kinder belehren, daß die Enthaltsamkeit von Ge--dererSefk w S gleichförmig mid so geruhig wie das Milieu einer kon^ nutzen auch zu ertragen ist und gerade jetzt die einfache - Fremde — lädt er sie in sein Haus, gibt ihnen Speis fessionellen Schule, wer in^Leben draußen bestehen will, Lebensweise und^ Einschränkung eine sozialpolitische und Trank und bewirtet sie in liebenswürdiger Weife. Kurz darauf segnet ihn G'tt mit folgenden Worten-. Durch dich — durch dein menschenfreundliches Wirken — sollen alle Völker der Erde gesegnet werden — Sodom und Amora sollen vernichtet werden. Dies läßt ihn nichb gleichgültig. Er tritt vor G'tt hin, betet für die Sünder, bittet, bettelt und feilscht: Vielleicht sind 10 Fromme in der Stadt; willst du diese Stadt mit den 10 Frommen vernichten? Die Stadt fällt: Abraham verläßt seinen Wohnsitz und zieht nach Gerar, weil durch den Tod der vielen Bewohner der beiden Städte die Zahl der vorbeiziehenden Wanderer abgenommen hatte. Die Schrift erzählt ferner von Abraham, daß er den mit Abimelech geschlossenen Bund getreulich gehalten hat, von Joses, daß er Aegypten vom Hungertode errettete, von Moses, daß er den Töchtern Jitros geholfen hat, von Josua, daß er seinen Eid gegen die Gibeoniten hielt, obwohl diese ihn ursprünglich getäuscht hatten, von David, daß er gegen den Sohn seines Wohltäters Nachasch sich liebevoll erweist, von Salomo, daß er in seinem Weihegebet auch des '-oa des Heiden, nicht vergißt, von Jirmijah, daß er die Exulanten zur Treue gegen ihr neues Vaterland ermahnt. Vom König Zidikijahu wird erzählt, daß er den Treueschwur gegen den Babylonier- König nicht gehalten hat; dafür nennt ihn die Schrift an dieser Stelle g'ttlos. Die biblischen Vorschriften, die sich aus das Verhalten zwischen Menschen und Menschen beziehen, kennen keinen Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden. Es gibt keine Stelle in unserer Heiligen Schrift, wo der Nebenmensch, der Nachbar seines Glaubens wegen verpönt oder gehaßt werden soll, noch kennt unsere Thora keine Unterscheidung der Menschen nach Stämmen öden Rassen. Dafür aber ertönt uns laut und eindringlich das kategorische Wort entgegen: „Liebet den Fremdling, denn Fremdlinge wäret ihr in Aegypten." Dieser Gedanke soll unseren Schülern als geistige Wegzehrung für den dornenvollen Weg eines Juden unter ihren Peinigern und Verfolgern dienen' Und wo diese Saat menschlicher Liebe und menschlichen Verständigungswillens ausgestreut wird, kann das Unkraut schnöden Rassenhasses sich nicht entwickeln. wird. Ebenso bedeutet es eine außerordentliche Gefahr, > Religionsschule auch nicht im Entferntesten einen Vorwenn das jüdische Kind, bevor es die notwendige Hieb-!wurf machen, sondern nur darlegen wollte, daß ein jü- und Stichfestigkeit gegen die Stöße des Lebens errungen, i bischer Volksschullehrer aber auch nur in der Vorausin das Gewirr sich gegenseitig zermalmender Ansichten setzung, daß er sich auch als jüdischer Lehrer für das und Zweifel hineingestellt wird, wenn es der zersetzen-! Jüdische verpflichtet fühlt, leichter .in der Lage ist, aus den Kritik ausgesetzt wird, bevor die Gewißheit in ihm. seine ihm jahrein, jahraus zur Verfügung stehenden lebendig geworden ist. Schüler einzuwirken. Das Alpha und Omega für einen Wollen wir deshalb da. wo es sich um den Fortbejeden Lehrer ist und bleibt aber die Bedingung, daß er stand, um die Zukunft des überlieferten Judentums! und insbesondere auch seine Familie, das, was er in handelt, nicht vor mißlichen Zeitumständen der Gegenj religiösen Dingen lehrt, auch im Leben selbst betätigt wart kapitulieren, sondern in Treue und Opferfreudig-jund der Außenwelt gegenüber ohne Rücksicht auf andere keit unsere heiligsten Güter wahren! Beherzigen wir das i Personen konsequent vertritt, denn nur dann kann er Wort Jean Pauls aus seiner Levana: feinen Erfolg erhoffen nach dem bekannten, pädagogi- „Zum Ziele der Erziehungskunst gehört die Erhebung über den Zeitgeist". Der schulische und erzieherische Wert der jüdischen Volksschule. Von Hauptlehrer a. D. S. Lissinger in llrsvringen. Jedem Leser dieses Blattes ist das Sprichwort bekannt: „Eigner Herd ist Goldes wett". Es dürfte m. E. dieses Sprichwort auch auf diejenigen Gemeinden anwendbar sein, die das Glück haben, eine eigene Volksschule zu besitzen. Den Wert der jüdischen Volksschule scheu Satz: „Worte bewegen, Beispiele reißen hin". „Ehemalige Kölner." Am 1. April sind 30 Jahre verflossen, seitdem unser Ehrenmitglied, Herr Seminar-Studienrat Elias Gut in Köln, als Lehrer an dem Jnsttute tätig ist, dem wir ehemaligen Kölner unsre Ausbildung zu verdanken haben. Wir' wissen alle, in welch vorbildlicher Weise unser Freund Gut seit drei Jahrzehnten als Lehrerbildner widkt, wie er stets seine ganze Kraft einsetzte, um ein Lehrergeschlecht nach dem andern zu erziehen, die geder Außenwelt gegenüber habe ich in meinem ersten Arnullt und befähigt sind, den Geist des Seminars und tikel darzulegen versucht. Ich bin nun der festen Ueber-'seiner Gründer und Leiter auch draußen im Leben in zeugung, daß unsere klugen Alten und insbesondere ihre schule und Gemeinde zu pflegen.- Wir entbieten Herrn damaligen Führer bei der Gründung ihrer Volksschulen Gut unsre besten Glückwünsche. Möae ihm Kraft nicht nur allein das Prestige derselben der Außenwelt i3U weiterem, rüstiaen Schaffen im Dienste des Judentums gegenüber, sondern auch den Vorzug der jüdischen Volks-j^nd des Kölner Seminars geben! schule in unterrichtlicher und erzieherischer Hinsicht vor der Religionsschule im Auge hatten. Ich will es nun versuche^ darzulegen, daß man auch in dieser Hinsicht Zu Purim ging Euch ein unser Seminar betreffendes aus dem richtigen Wegw°r und °'uch sg’SÄ.SÄ Uc6riflen "Sont- W!c Volksschule gegenüber der Religionsschule. Der jüdische " ' Religionsschulschüler entbehrt den Unterricht an allen nichtjüdischen Sonn- und Feiertagen, die sich im Jahre auf nahezu 70 belaufen. Auch noch an manchen anderen Tagen fällt für ihn der Unterricht aus. .Die jüdischen Religionsschulen können an Samstagen und Feiertagen den örtlichen Elementarunterricht gar nicht oder nur sehr kurz besuchen, da sie verpflichtet sind, dem öffentlichen Gebete anzuwohnen. Daß jüdische Volksschulen auch an nichtjüdischen Feiertagen unterrichtsfrei haben, gehört zu den Ausnahmen, in denen aber der ausfallende Unterricht nachgeholt werden muß. Das Kind der jüdischen Religkonsschule versäumt an fast ik des Jahres den örtlichen Elementarunterricht, worunter be- Apologetik im Mbliscken Geschichtsunterricht. Von Lehrer Schloß in Diersburg (Baden). Apologetik, die Lehre von der Verteidigung unseres Glaubens und unserer Lehre darf heute in unserem Religionsunterricht nicht fehlen, sie dient als Abwehrmittel im Kampfe um sie. Wir haben heute wahrlich nicht nötig, unsere Schüler mit dem Wesen des Antisemitissonders die Schwächerbeqäbten'leidem'^Jn 'deHdifchUi mus bekannt zu machen Doch heute sind unsere deut- Volksschule mit voller Unterrichtszeit läßt sich das Lehr-jAen Schulen oft dre Pflanzstätten desselben, wo unsern ziel, besonders bei gut talentierten Schülern auch etwas |3?tn&ern Händen ieder Glaube an menschliche höher als in den meisten überfüllten christlichen Schulen> Liebe und Hochachtung zerstört wird, stecken, besonders auch in den Religionsfächern. Ich hatte r tn s ^ei^c Vns Lehrern die kon- Jahre, in denen ich bei 30-40 Schülern an Gutbegabte stante^ Pflicht, unseren Kindern zu beweisen, daß gerade Unterricht in Mischnah, Raschi und Chaj-Odom erteilte, lms Judentum keinen Ratzen- und Glaubenshaß kennt Allerdings tat ich dies an einzelnen freien Nachmittagen vielmehr Frieden und Nächstenliebe als die - - ' ~ <• } -.-U... c...,—höchsten und wichtigsten Pflichten unserer hl. Lehre gelten. Frieden zwischen uns und unseren Nebenmenschen. Di^wa vay ns ■na’ 'i tm mvb m n Euer Apt, Hannover, Virkenstraße 21. oder an einzelnen Ferientagen entweder freiwillig oder im Privatunterricht. Ich komme nun zum erzieherischen Teil der jüdischen Volksschule. Es ist leicht verständlich, daß derjenige G'tt gibt Macht seinem Volke, Er segnet sein Volk mit Lehrer, der seine Schüler den ganzen Tag bezw. das j Frieden und im Frieden. Nächstenliebe und Frieden ganze Jahr um sich herum hat, einen viel intensiveren sind die Vorbedingungen jedweder Zusammenarbeit in Einfluß, besonders in religiöser Beziehung, auf sie ausüben kann, als wenn er täglich nur eine Stunde über sie verfügen kann. Der ganze Unterricht kann vom religiösen Geist durchdrungen sein, denn es finden sich z. B. in der Geographie, Naturkunde, Weltgeschichte, deutschen Sprache usw. allerlei Anknüpfungspunkte an das religiöse Moment. Der jüdische Lehrer muß eben wissen, daß er nicht nur den allgemeinen Fächern, sondern auch dem jüdischen Willen seiner Schüler seine volle Sorgfalt unserem menschlichen Leben, in der Familie, im geschäftlichen Leben, in der Gemeinde und im Staate. Zu Hillel, dem großen Lehrer, kam einst ein Heide, er , möge ihn die Thora lehren, so lange er aus einem Fuße stehe: Seine Antwort lautete: „Was du nicht willst, das man dir tue, das füge auch keinem Andern zu". In diesem Satze sei die ganze Thora enthalten, und in diesem Satze liegt auch das Motiv zur gesamten Weltenordnung in,, . „ . , . . unserem menschlichen Leben. Schon dieser Hinweis allein ist ein Mussarbuch in modernster Form. Vücherbesprechungen. Ouellenbuch zur jüdischen Geschichte und Literatur. Von Dr. Julius H ö ch st e r. 1. Teil: Altertum und frühes Mittelalter. I. Kauffmann Verlag. Mit dem Erscheinen dieses Bandes liegt nunmehr das gesamte sünsbändige Werk vollendet vor als ein durchaus gelungenes, wertvolles Schulbuch, auf das der jüdische Lehrerstand stolz sein darf. Der erste Band, der aus besonderen Gründen als letzter herauskam, umfaßt die Zeit von der Zerstörung des ersten Tempels bis zum Untergang des Gaonats. Die Auswahl der Quellen ist mit großer Umsicht erfolgt. Die Uebersetzungen sind musterhaft, und der Inhalt jedes Stückes stellt sich als ein abgerundetes Ganzes dar, das dem Schüler einen Einblick in die geschichtlichen Vorgänge und literarischen Ergebnisse der behandelten Perioden ermöglicht. Wir hoffen, daß das Werk eine weite Verbreitung findet. E. Der jüdische Robinson. Von Dr. M. Ascher. Jmprimerie F. Bach, Bex les Bains, Schwiez. Ein wahres Jugendbuch, das uns sehr geeignet erscheint, der reiferen Jugend ein Wegweiser für jüdisches Leben und jüdische Tat zu sein. Besonders heute, wv auch unsere Jugend im Sturm und Drange der Zeitin stürmische Bewegung geraten ist. Der Verfasser läßt^ den Helden seiner Erzählung, der dem Mutterboden einer gut jüdischen Familie entsprossen, auf seiner Weltreise mit Anschauungen und Menschen mannigfacher Art Zusammenkommen. Siegreich geht jedoch aus den inneren Kämpfen des jungen Juden das alte, ewigjunge- Thorajudentum als der ihn bestimmende Motor hervor. Sehr geschickt läßt der Verfasser den Jüngling in Betrachtungen über alle ihm entgegentretenden Erscheinungen der Kultur und Natur sich ergehen, die jedoch alle münden in die Parole: Hin zum Judentum der treujüdischen Ueberlieferung! Es empfiehlt sich, das Buch jüdischen jungen Leuten in die Hand zu geben, denn es

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