Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1930-03-06 · Heft 10 (6.3.1930) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
71 (1930)
Issue
Heft 10 (6.3.1930)
Date
1930-03-06
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2450600-2450610--76766-2534360
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

6. März 1930 Der Israelit Nr. 10 Seite 13 Die IPocfye. Außerordentliche Gemeindeversammlung. Die SynagogengemeindeIsraelitische Religionsges ellschaft ruft für Sonntag, den 30. März 1930, 9 Uhr vorm., eine Außerordentliche Gemeindeversammlung nach der Aula der Realschule, Am Tiergarten 8, ein. Auf der Tagesordnung stehen: Gemeinderatswahlen. Es sind für die ausgeschieoenen Herren Siegfried A. Löwenthal und Leo Wreschner, zwei Ersatzmitglieder zu wählen. Mazzobestellung. Von der Kanzlei der Israelitischen Religionsgesellschaft werden wir gebeten, die Gemeindemitglieder darauf aufmerksam zu machen, daß der. Termin für die Mazzoll e st e l l u n g am 10. März abläuft. Die Adar-Aktion für Palästina. Die Adar-Aktion für das Schulwerk der Palästin a z e n t r a I e der Agudas Jisroel hat bekanntlich, die Unterstützung und Förderung sämtlicher deutscher und östlicher Rabbiner gesunden. In der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M., Friedberger Anlage, war am Schabbos der Gesamterlös für die Mizwaus dem Palästinaschulwerke gewidmet.' Auch nahm der Herr Rabbiner in seiner Predigt den Anlatz wahr, in begeisternden Worten die Mitglieder zur Mitarbeit an diesem Rettungswerke für das jüdische Lind in P a l ä st i n a aufzurufen. Jüdische Frauenvereinigung E. V. Die Jüdische Frauenvereinigung richtet an alle ihre Mitglieder, Freunde und Gönner die herzliche Bitte, ihr alles Entbehrliche an Kleidungsstücken, sofern es n.o ch gut erhalten ist zukommen zu lassen. Besonders grotz ist die Nachfrage nach Bettwäsche. Bei der Pessach-Arbeit mustern alle Hausfrauen ihre Bestände an Kleidern und Wäsche; wenn Sie Neues anschaffen, gedenken Sie derer, die sich keine Anschaffungen leisten können und für die manches von Ihnen Ausgeschiedene noch recht gut verwendbar ist. Auf Wunsch erfolgt Abholung im Hause. Tel. Carolus 44217. Aus der Tätigkeit der neugegründeten Agudas Jisroel- Frauen- und Mädchen-Ortsgruppe Frankfurt am Main. Am Montag, den 24. Februar 1930, hielt Frau Dr. Bamberger ein Referat über „Die Arbeit und Ziele der Jüdischen Frauenvereinigung". Rednerin gab ein lebendiges Bild über die Entwicklung und Tätigkeit ihrer Vereinigung und die Ausführungen bewiesen, wie unendlich viel Segensreiches geleistet wurde und wird. Hierauf hielt Herr Studienrat Munk einen hochinteressanten Vortrag über Psalm 16 und zeigte u. a., wie König David aus schwerer Verirrung zur Sühne und Läuterung gelangte. Der Vortragende wies eingehend daraus hin, wie jede Würde in Israel, speziell die Königswürde, ihrem Träger besondere Verpflichtungen auserlegt. Am Montag, den 3. März, sprach Frau Helene L e - wison, führende Persönlichkeit der Frauenliga, über „Freiheit und Friedensarbeit in der Frauenbewegung". Rednerin entfaltete das Bild der deutschen Frau vor 30 Jahren und schilderte die bis zum Weltkrieg und ^während des Weltkrieges stattgefundene Entwicklung und nannte die bedeutendsten Kämpferinnen für Frauenrecht und Frauenarbeit. Wegen Zeitmangels konnte Frau Helene Lewison ihre interessanten Ausführungen nicht beenden und wird sie an einem anderen Abend über die Entwicklung der Friedensliga berichten. Herr Dr. Isaac Breuer sprach dann über „Pazifismus in den Psalmen". Redner entwickelte den Begriff des Pazifismus in der menschlichen Gesellschaft und im Leben der Staaten. lieber das Recht des Einzelnen entscheidet der Staat, die Staaten untereinander haben keine höhere Rechtsinstanz, sie sind souverän. Mit ihrer Souveränität können sie nur nebeneinander bestehen durch Verträge, wenn diese aber gelöst werden, entstehen, Kriege. So in der Weltgeschichte. In der jüdischen Geschichte wirkt sich der Pazifismus anders aus. Nicht der Mensch ist für den Staat, sondern der Staat für den Menschen da. Nicht Dienst am Staat, nicht Dienst an der Wirtschaft oder an der Sachlichkeit, sondern Dienst an der Familie und an Gott ist jüdisches Ideal. Von solch wahrem Pazifismus sind die Psalmen duri^ogen; die mit ihrem Universalismus sich die ganze Welt erobert haben. Die wunderbaren und formvollendeten Ausführungen des Referenten, veranlatzten die Vorsitzende, dem Redner den wärmsten Dank aller Anwesenden auszusprechen. Beide wohlgelungenen Abende waren zahlreich besucht und fanden größten Beifall. Purimfest des Jüdischen Turnerbundes E. V. Wie bereits berichtet, veranstaltet der Jüdische T"rnerbund am Samstag, den 15. März, abends 8,30 Uhr im großen Saal des Zoo sein diesjähriges P u r i m f e st. Ein in jeder Beziehung genußreicher Abend steht den Gästen bevor. Namhafte Frankfurter Künstler werden ihr Bestes geben, um den Höhepunkt einer echten jüdischen Purimstimmung zu erreichen. Der Humor wird in der Rolle des bekannten Humoristen. Herrn I. Herrnfeld, bestens vertreten sein. Der witzige Edi Schreiner, anerkannt als Komiker wird den weiteren humoristischen Teil bereichern, und damit der Geist seinen gebührenden Anteil hat, wird Mar Koninsky vom Schauspielhaus als bewährter Rezitator sein sprühendes Temperament in die Wagschale werfen. Es erübrigt sich, die weiteren Mitwirkenden namentlich aufzuführen. Wer kommt wird sehen und staunen. Karten im Vorverkauf laut aushängenden Plakaten, sowie bei den Mitgliedern zu Mk. 1.50 erhältlich. An der Abendkasse beträgt der Preis Mk. 2.—. Um jedem Gelegenheit zu geben, in unserem Kreise einige frohe Stunden zu Eleven, hauen wir den Einmrtspreis zeugemaß nieorig gehalten. Jeder Leser, sowie dessen Freunde und Bekannte sind hiermit herzlichst eingeladen. Ans dem Jahresberichte des Mekor Chajim. Der in der letzten General Versammlung erstattete Tätigkeitsbericht des Mekor Chajim E. V. umfaßt die Zeit -om 1. xJiiDuet 1923 vis 3j. <2eptL.iwer Lj^j. Es einlei.end an den Sijum des verehrten Dozenten Ravbiner Dr. Jos, B r e u e r erinnert, der im Laufe von 8 Jahren vor einem größeren Auditorium in tiefgründiger Weise Gomoro Schabbos auslernte und nunmehr »nna rräa unter gleich großer Beteiligung vorlernt. Mit diesem Sijum war auch Auslernen der Thauro in einem Zeitpunkt von 7 Jahren verbunden. Sodann'wird heroorgehoben, daß unser Raw, Herr Rabb. H o r o w i tz, sich bei Beginn seiner Tätigkeit freundlicher Weise sofort bereit erklärte, durch Abhalten von Vorträgen den Verein nach Möglichkeit zu unterstützen. So hält unser Raw jeden zweiten Sonntag in unserem Lokal einen Vortrag über „Schulchan Aruch", dem ein großes Publikum mit größtem Interesse folgt. Im Berichtsjahre konnten wir unserem Programm einen neuen Gomoro Schiur unter Leitung des Herrn Dr. S. Ehrmann angliedern, der allmorgens nach Schul stattfindet. Unter der Führung des gleichen Dozenten haven wir im Laufe des Sommers einen Aussprachekurs für junge Leute eingerichtet. Besondere Pflege lassen wir nach wie vor dem D i n i m - Schiur des Herrn Dr. Elieser Posen am Schabbos Morgen angedeihen. Zweimal wöchentlich erteilt Herr Dr. E. P.sen in unserem Lokal auch einen Eemoro-Schiur. Herr Dr. Willi H o f - mann hielt während der Sommermonate wie seit Jahren Schabbos Nachmittag Vorträge über die lausende Sioroh mit Raschi, während der gleiche Dozent im Wintersemester N e w i i m vorlernt. Herr Dajan Posen konnte auch in diesem Jahre seinen -Schiur je am Sonntag vormittag bei guter Beteiligung abhalten, ebenso lernt Herr Herz H. a l p e r n vor einem treuen Teilnehmerkreis allabendlich Gemoro. Außerdem erfreut sich ein Schiur des Herrn I. S o f f er reger Besucherzahl. Die Freitagabend- Mikro-Vorträge im Winter werden von einer stattlichen Zahl Hörer regelmäßig besucht, ebenso die Midraschvorträge im Sommerquartal. Der Chaje-Odom-Schiur Sonntags und Mittwochs war wie bisher mit Herrn Redakteur S. Schachnowitz besetzt. Im Winterhalbjahr finden Sonntag nachmittag Die üeiiebten Vorträge unserer Dozenten statt, wobei sich Herr S. Schach nowih als Thema: „Von Moses Mendelssohn bis S. R. Hirsch" stellte. Eine stattliche Zuhörerschar folgt seinen fesselnden Ausführungen. Mit nicht minderer Aufmerksamkeit hört eine große Schar den Gedanken des Herrn Dr. S. Ehrmann über: „Talmud, Kabala und Chassidismus in ihren gegenseitigen Beziehungen" zu. Das Schwuos- und Hoschano Rabbo-Lernen fand im üblichen Rahmen statt. Der Bericht schließt mit Dankesworten an die Dozenten, geschäftlichen Angaben und ehrenden Gedenkworten für die im Berichtsjahre Heimgegangenen Mitglieder. Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel. Die Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel sucht für einen inrelligenten jungen Mann, der erstklassige Schulzeugnisse besitzt, eine Lehrstelle bei einem Zahnarzt oder bei einem Dentisten. „Hasomir". In den letzten Wochen ist hier ein jüdischer Männergesangverein „Hasomir" gegründet worden. Der Verein hat sich zur Aufgabe gestellt, ostjüdische Volkslieder und synagogcue Gesänge zu pflegen. Die musikalische Leitung wurde Herrn Konzertsänger Leo Rosenblüth, hier, Merianstraße 33, üvertragen. Anmeldungen und Anfragen sind an obige Adresse, oder an den Vorsitzenden, Herrn Simon Serebriany, Römerberg 3, zu richten. H. V. Hebräischer Sprachverein 1201 av- Zu dem Berichte über die Gründung des Vereins ist berichtigend mitzuteilen, daß schriftliche Meldungen an Herrn K. W 0 l k m a n n (nicht Pollmann), Frankfurt am Main, Am Tiergarten 28, zu richten sind. Personalien. Herr Ludwig Stern, Sandweg 42, fnerte am 3. März in körperlicher und geistiger Frische seinen 75. Geburtstag. Herr Stern hat sich insbesondere als langjähriger Beamter des Brotverteilungsvere i n s Verdienste erworben. Frankfurter verewskolekidcr Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schluß der Synagoge „Dinim". Herr Dr. E. Posen. — Nachmaittag ^4 Stunde vor Mincho, Mikro, Herr Dr. Hofmann. — Eine '/« Stunde nach Nacht (ebenso Sonntrg vormittag 8 Uhr), „Gemoro", Herr Joachim Soffer. Sonntag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Mittwoch) im Hörsaal, ms "n, Herr Redakteur S. Schachnowitz. — Vormittag 9ll4 Uhr (ebenso Dienstagabend ßijt Uhr Vereinslokal) „Gemoro", Her»- R. A. Gerson Posen. — 6 /2 Uhr r/"V«Vortrag des Herrn Rabbiner I. Horowitz. Montag morgen nach Schluß der Synagoge (ebenso Donnerstag), im Hörsaale, Mischnalernen der Mitglieder. — Zu gleicher Zeit im Sitzungszimmer Friedberger Anlage von Montag bis einschließlich Donnerstag, „Gemoro", Herr Dr. S. Ehrmann. — Abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) im Vereinslokale, „Gemoro", Herr Rabb. Dr. I. Breuer. — 8'/2 Uhr, (ebenso Donnerstag), „Gemoro", Herr Dr. E. Posen. Dienstag morgen, nach Schluß der Synagoge, (ebenso Freitag), „Mifchna", Herr Dr. E. Posen. Von Sonntag bis einschließlich Donnerstag abends 88/* Uhr „Schaslernen", Herr Herz Halpern. Jahrzsitsstiftungen. N2lv. 8. März. Babette Goldschmidt-Stiftung. Montag, 10. März. Willi Max Bier-Stiftung. Mittwoch, 12. März. Liebmann Berlin-Stiftung. Donnerstag, 13. März. Peppi Heidingsfeld geb. Sänger- Stiftung. Agudas Jisroel-Jugendgruppe. Vorbereitungsschiur Gemoroh Bowoh Mezio findet fü die Folge allwöchentlich am Schabbos, ll/4 Stunden vor Nacht, in der Agudas Jisroel-Jugendgruppe, Schwanenstr. 12, unter Leitung des Herrn Ch. Lieverhant statt. — Dieser Schiur ist der Vorbereitungsschiur zu dem Montags und Mittwochs von 20l,2—21'/2 stattfindenden Schiurs unseres Raws ’"3. — Halachifcher Vortrag in der Agudas Jisroel-Jugengruppe. Am kommenden Schabbos, 17 Uhr, hält in der Schwanenftraße 12, Herr Herz Halpern einen halachischen Vortrag, die Megilloh betreffend. — Die Arbeitsgemeinschaft der Agudas Jisroel über Erez Jisroel findet unter Leitung von Herrn Dr. S. Ehrmann am Mauzoe Schabbos, 201/4 Uhr, Schwanenstraße 12 statt. Liwjath Chen. Samstag mittag nach Mincho 4.45 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage Vortrag des Herrn Schachnowitz „Amalek in jeglicher Gestatt". Jüdische Frauenvereinigung E. V. Sonntag, 9. März, nachm. 6l 2 Uhr im Hörsaal, Friedb. Anlage, Vortrag des Herrn Red. S. Schachnowitz: „Samson Raphael Hirsch und seine Zeit". Dienstag, 11. März, nachm. 4 Uhr im Promenaden- Cafe, Gemütliche Zusammenkunft: „Die Aufgaben der Jüdischen Frauenoereinigung." Referentin Frau Erna Bamberger, daran anschließend, Rezitation, Frl. Ilse Stern-Heß. Dienstag, den 11. März, nachm. 6,30 Uhr, im Hörsaal Friedberger Anlage, Arbeitsgemeinschaft unter Leitung des Herrn Dr. S. Ehrmann: „Die Sidroh". Mittwoch, den 12. März, nachm. 5,30 Uhr, im Sitzungszimmer der Jsr. Rel.-Gef, Friedberger Anlage 6: „21. ordentliche Hauptversammlung". Internationale Vereinigung agudistischer Frauen- und Mädchengrnppen Ortsgruppe Frankfurt a. M. (angeschlossen der Jüdischen Frauenvereinigung Frankfurt am Main.) Montag, den 10. März, abends 8,30 Uhr, in der Aula der Samron Raphael Hirsch-Schule, Am Tiergarten 8, Vortragsabend. > Herr Dr. Marx, Syndikus des Centraloereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, wird über „Der Central e et.x i n Kam fe c e e.i l en Antisemi.ismus" s rechen. Herr Dr. med. Willi Hosmann spricht über „Die physiologischen Grundlagen des Schächtaktes und ihre Bedeutung für die Beurteilung der Schächtfrage" (mit Lichtbildern). Gäste willkommen. Ferner gibt die Agudas Iisroel-Frauen- und Mädchen-Ortsgruppe bekannt, daß sie Lernkurse für Anfänger und Fortgeschrittene in Zirkeln von ca. 10 Damen eingerichtet hat. Interessenten wollen sich bei Frau Hilde Josef. Waldschmidtstr. 74, Frau Hulda Posen, Röderbergweg 37 und bei Herrn Lehrer Hirschberg, Waldschmidtstr. 123 melden. Verjüngung heißt die SßcxSung jetzt dem ^adzu Jetzt ilnd j{aijer~ißcrax'Seife nimmt Verjüngt'dentyprper ganz bejtimmt Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam,' daß sich die bekannte Landwäscherei und Rasenbleiche von A. Naber, Hausen, ab 15. Januar 1930 in N i e d e r r a d, E 0 l d st e i n st. 140 befindet. Die Firma empfiehlt sich zur besten Ausführung aller Art Wäsche. Näheres siehe Inserat.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.