Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1929)
- Date
- 1929-11-14
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2450547-2450593--76475-2534053- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
© fäf fer steraurgegeben von dev fandesorganifatlOD dev Ülgudas-Jisvoei in Veulsekiand. \b. Jahrgang Hamburg, November *929 / \\. Rtarcheschwan 5690 Nummer 22 5>chriftleüung. Wolf S. Aacobson in KamSurg. Bittere Bot herrscht in Erez Jisroel. Spenden für die Pogrom-Geschädigten erbeten auf das Postscheckkonto der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Jlr. 53 900 Frankfurt a. 211. Vom Hilfswerk der Agudas Jisroel für Erez Jisroel. Die „P a l ä sti na - Z e n t r a l e d e r A g, ud a s I i s r 0 e l " m Frankfurt a. M. hat am 5. Cheschwan erneut em Rundschretben an alle agu di stif che n Landesor g anifati 0 - neu gerichtet, worin auf die Notwendigkeit der Fortsetzung des Hilfswerkes hingewiesen wird, denn obgleich die Lage sich allmählich beruhigt und nur noch vereinzelt Ueberfälle Vorkommen, sind die indirekten wirtschaftlichen Nachwirkungen der Pogrome noch immer in» furchtbarstem Maße zu spüren. Das Land bedarf nachhaltiger Hilfe und der alteIischuw ganz besonders. Ebenso notwendig ist es, daß die Hilfeleistung der Orthodoxie zentralisiert wird und alle Sendungen agudistifcher Stellen ausschließlich durch Vermittlung der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. M. auf deren Postscheckkonto Nr. 53 900 erfolgen. Eine wirksame Kontrolle hinsichtlich der zweckmäßigsten Form der Hilfeleistung ist sonst unmöglich. * Der Palästina-Zentrale ist folgendes Dankschreiben von Oberrabbmer Mosche Mordechai Epstein, dem Oberhaupt der Hebroner Deschiwo, zugegangen: 12^> 'llTtf1? 0V'N2 2V2 222222 '22^? 0'p'23 vnrrni «2222 110x2a nm nV ^2 2122 237 'ms n$n 2222 '^222 2KTI2 21'‘1T2N2 22v*? 2V2222 '2 '22^? 22pl7 unn!? o'irrn 2'2 02a 22*121? i2Tab2 ’Tn2a '2 2rr2'i I“V6l*n 21p21 '2 2V22 ,T22n *11X 'L'33 5rr2V' '5l22 '2 l5S73 ll'322 V22X '2a '2 '222 2p3!7 pK '22 22'52 •0122 '2a 0'p23V2 'V3873 2'222 52 '2221V32 022N72 '2 '2'pla 2222U7225 12222,2 prr 0VW2T3 87223^ 22'87'2 Q’p25l 11202222 0'p25 28722 m2nV 203225 5222 23 ’D '2 '322*? 22,2722 'p"2'!7 2'2'V 22'87'2 '22 128> 2"21* 'Z7'233 J’S72 '2 72212271 022225 ä'^'nnai Ü$73 222 2Sm '02222Z72 022125 87222 pl321 '12'5S7 122278> 21M2122 23’K1 2222 0212’a C3'2J2272 *?2K 'll'32LZ7 O’aiDÖ '223p21 22’87'2 2120 22raN2' 221712 '2'plBl '2'2' '2 0'lpai ',2 '202 5j7 22» *2*712 *7ST '2 71'2 2Bp22 12*? 21TS75 22V 222 'HO 122212' 'p2 22'87'25- 0227? 2P22 J1B22 '202232 21N25 212p2 22722 522 2'23K 225X22 -22'22.2 2'2 p21 5«287' pp Der Weltbund jüdischer Frauen und die Agudas Jisroel. Der Weltbund Jüdischer Frauen hatte an die Kenessio Gedaulo zu ihrer Wiener Tagung eine Eingabe gerichtet, in der es heißt: Der Weltbund jüdischer Frauen, der eine große Anzahl jüdischer Frauenverbände der verschiedensten Länder umfaßt, hat sich auf seiner Gründung,stagung im Juni ds. Js. in Hamburg mit den Fragen des jüdischen Ehe- und Scheidungsrechts 'befaßt, im Anschluß an ein Referat von Miß Hands^ Ehvensekretärin des Oouucil kor tbe /^Melioration ok tbe le^sl Position ok tbe jevess. Er tft durch die dort erstatteten Berichte, besonders aus den östlichen Ländern aufs tiefste bewegt worden u.nb hat einmütig folgenden Beschluß gefaßt: „Die Mitglieder des W. I. F. fühlen die Notwen- Äigkeiit der BÄdung emer allgemMen Versammlung orthodoxer Rabbiner, welche sich mit den Problemen der rechtlichen Stellung der Jüdinnen (Ehe- und ScheidungLbsetze) beschäfvigt, in Uebereinstimmung mit den Prinzipien des traditionellen Judentums. Sie bitten daher die rab-brckschen, Au't>or'i'täten. die emteitenden Schritte zu dun und die Bildung einer solchen Körperschaft herbeizuführen^." Wen wir diese Bitte der Kenessio Gedaulo unterbreiten^ so geschieht das, wM wir von ihr eine besonders Hilfe erhoffen. Wir find uns bewußt, daß die Lösung der sehr dringenden Probleme — wie fove Frage der Agunot — im Sinne des traditionellen Judentums erfolgen muß, wenn GewifsenskonDkte vermieden werden sollen. StM auch die Frage der Agunot kein neues Problem dar, so ist doch durch die Zahl der von diesem Schicksal betroffenen Frauen und die Stärke -der Ausw'irdung in den letzten Jahren, besonders durch den Krieg und feine Folgeerscheinungen!,^ dieses Problem za einem Massenprobtem geworden. Cs sei nur hingewiesen auf die verstärkte Auswanderung >der Männer, technische Erleichterung der Reisemäglichkeiüen und des llntortauchens Mt fremden Ländern, gesteigerte Schwierigkeiten,, Me FamKe Nachkommen zu lassen. Außerdem mehren sich die Fälle, in denen der Ehemann sich de rrabbinischen Beeinfliussung, der Frau, Me er verlassen hah, den Sche>idebrief zu g«ben>, entzieht. Noch hoffnungsloser liegen die Fälle, in denen der Ehemann nicht auffindbar ist, sei es, daß er gestorben fft, für die Todeserklärung die Zeugen aber nicht ausvöichen; fei es, daß es nicht gelingt, seinen Aufenthalt zu ermitteln. Wie der Weg ist, um die hier angedeuteten praktischen Schrvieriigkeiten zu beheben —ob etwa durch AusgHaltung der Möglichkeiten d,es Nachweises des Todes oder in Bezug auf eine Verschollenheit durch die Möglichkeit meiner Nullifikation einer unter fal^-^er Voraussetzung ,geschlossenen Ehe. Wir fürchten^, daß, wenn das traditionelle JudMtum nicht einen Weg findet, um dieser Schrbierigkeiten Herr zu werdlen,, gerade die Gefahr besteht, daß die Frauen, die inMrlich eng mit ihm verbunden sind, ihm entfremdet werden. Wir glauben, daß es dem Sinn des jüdischen Gesetzes entspricht, den Notwendigkeiten des menschlichen Lebens Rechnung zu tragen und auch für die Frau die Möglichkeit des Aufbaus einer neuen' Familie nicht zu oerschließen. Als Delegierte des Weltbundes Jüdischer Frauen hatte Frau Eschelbacher-Bsrtin diese 6iir,igäbe auf der Kenessio Gedaulo zu vertreten. Ihrem Bericht und einem Schreiben dev Leitung der Agudas Jisroel entnehmen wir, daß eine Spezialkommission von 7 Rabbinern zur wetteren Bearbeitung' dieser Fragen eingesetzt worden ist. Zur Frage der A g u n o t h ist eine generelle Lösung nicht zu erwarten», doch sollen für jeden einzelnen Fall alle im Rahmen des Gesetzes möglichen Erleichterungen getroffen werden^. Ganz rückhaltlos ist der Rabbimsche Rat entschlossen, für den Mädchenschutz einzutreten. Hier sollen die schärfsten Maßnahmen getroffen» werden, die eine unlegale Ehe durch Mißbrauch unberufener Personen unmöglich machen werden. Die ersten Schritte, die gleich unternommen wurden, sind: 1. Aufruf des Rabbinischen Rates an sämtliche Gemeinid'en, keine unlegale Eheschließung zuzulassen. 2. Aufruf -cm die Rabbinen, religiöse Eheschließungen gleichzeitig mit der Zivilehe vorzunehmen. 3. Sammlung eines Verzeichnisses sämtlicher Agunoth in der Welt, das in allen Bethäusern der Welt zu plazieren ist. 4. Es wird ein Aufruf an die Presse ergehen, dem Rabbinischen Rat bei der Forschungsarbeit behilflich zu sein." Einstimmig wurd-e auf der Kenessio Gedaulo folgende Resolution angenommen»: „Im Vordergrund der vielen lebenskvichtigen Aufgaben, die dem Rabbinifchen Rat der Agudas Jisroel augenblicklich obliegen, steht ein Gegenstand von überragender Bedeutung. Es gilt der Wahrung der Heiligkeit der jüdischen Ehe bei ihrer Schließung und Lösung und es gilt dem Schutze verlassener und wehrloser Frauen. Noch sind die tiefen Wunden, die der Weltkrieg dem Leben« tausender jüdischer Frauen, deren Männer verschollen sir»d, nicht vernarbt. Noch dringt an unser Ohr der erschütternde Klageruf von Frauen, denen d>as Eingehen einer neuen Ehe versagt geblieben ist. Zwar sind> durch göttliche Weisheit der Auflösung der jüdischen Ehe ganz bestimmte Schranken gesetzt. Gleichwohl wird, wie bereits in der Vergangenheit, durch vereinte Kräfte d'ie Not mancher Frauen gelindert werden können. Der Rabbinische Rat ist bereit, bei allen ihm vorgelegten Fällen mitzuwirken, an der Erforschung aller vom jüdischen Gesetz gegebenen Möglichkeiten, den verlassenen Frauen ein ihnen vorenthaltendes Recht zu verschaffen und ihnen die Freiheit wiederzugeben. SeilNie vollste Aufmerksamkeit wendet der Rabbimsche Rat den schweren Schäden zu, die durch Vornahme von Eheschließungen seitens solcher Personen entstehen, die hierzu weder qualifiziert, noch autorisiert sind. Zwar hat das jüdische Gesetz zur Erleichterung des Bündnisses der Ehe einfachste Formen der Eheschließung festgesetzt. Aber gerade um der von der Religiou» gebotenen Heiligkeit der Ehe willen müssen diese schlichten Formen mit allen Mitteln vor Mißbrauch geschützt werden. Es sollen daher geeignete Maßnahmen getroffen werden, um die Vornahrne von Eheschließungen durch Unberufene zu verhüten. Dank peinlicher Durchführung solcher Maßregeln.! wird manche jüdische Frau vor dem Elend der Vereinsamung und manches jüdische Mädchen vor drohendem Jammer geschützt werden. Durch verständige Jnnehaltung solcher Maßnahmen und durch einheitliches Zusammenwirken aller zuständigen Instanzen wird, wie seit Jahrtausenden, die jüdische Ehe in ihrer hohen Heiligkeit und Reinheit für dte jüdische Gesamtheit bleiben, eine unversiegliche Quelle wahrhafter Sittlichkeit und Menschenwürde." Spendenliste Eingänge beim deutschen ni-mn pp- Oktober 1929 (2. Ausweis). KHK. Hamburg: 220. KHK. Berlin: 150. KHK. Freibuag: 59.05. KHK. Kiöl: 20. KHK. München: 13.50. KHK. Nürnberg: 150. KHK. Köln (L. Graü-mann): 153.89. KHK. Breslau: 100. Einzelspen'd-en: Hamburg: Jakob Volk jr. 20, Moritz Mundheim 100. NN. 100, Willy Hirsch 100. Dr. S. Streim 9. Köln: Schweizer 10, Ernst Schwarzschild 50, Jakob Schwarz 30. Ladenburg: Gebr. Kaufmann 30. SüKtgari: Leop. Ehrlich 3. Mürtchen: Dr. A. FraenkeL 5. Braunschwsvg: I. Kohn 20. Dresden: dch. I. Wilder vom c>'vn nans 16. Breslau: Dr. C. Sgaller 5. Sögel: M. I. Meyer 5.86. Berlin: M. Lehmann 25. Darmstadt: dch. Ludwig Wartzastig 50. Eingänge nunn pp. August—September 1929. KHK. München: 100. KHK. Mainz: 50. KHK. Köln: 359.25. KHK. Mannheim: 50.