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Der Israelit · 1929-10-17 · Heft 42 (17.10.1929) · page 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
70 (1929)
Issue
Heft 42 (17.10.1929)
Date
1929-10-17
Page
– (sequence 24)
Language
German
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Seite 4 Nr. 42 17. Oktober 1929 Der Israeli: „Durchlauchtigster Fürst," antwortete der Arzt, „Geld nimmt der Rabbi nicht, aber wenn du es ihm möglich machen würdest, einen Esrog und einen Lulaw zu bekommen, die der heilige Rabbi gar sehr braucht, um m den Tagen unseres Sukkotfestes zu Gott zu beten, und die er Heuer wegen des Krieges nicht zu kaufen bekommt, so märe der Rabbi dir dafür sehr dankbar." „Gut!" rief der Fürst erfreut aus, „noch heute soll der Rabbi einen Esrog und einen Lulaw haben." Das Gefilde am Ufer der Wilja, wo fetzt der Palast des Grafen Tiszkiewicz steht, gehörte damals dem Geschlechte der Fürsten Nadziwill. Der polnische König Siegmund August hatte dort seiner Geliebten, der Prinzessin Barbara Radziwill, ein prächtiges Schloß mit einem Garten errichten lassen. Gärtner aus Italien waren gebracht worden und hatten in diesem Garten die wunderbarsten Bäume und Gewächse gepflanzt. dvzsten zu versorgen, ifynm ein metöe& Lager zu bereden, sie mit S)emben, Scfywfyerts und Strümpfen zu tm^efyen, besonders ‘aber für jede Fäm'ilie -e-i-ne gesunde Wohuung zu mrfcfyaffm, bamit mtfyh, wie bisher, ba>s> gufammm* wohneu mehrerer FamiOen in einer großen- Stube oder in -engen Kam-m-ern -auch nochfe-M«erhin -ge-duldek werbe1. Zuerst suchte man diese Familien in den benachbarten bl des „Berliner Tageblatt", Karl Westermeyer, widmet fcitefem „nicht unproü-Lema-tifch-en Wagnis, -eine kultische Einrichtung mit -einem mechanischen Prinzip zu vierbinbm", ein 'bemustertes Feuisieton. I. A. 21." Was wird der Johannisstr-aßentempel an Chasonim Choristen, Organistenusw. itin der Folge sparen? Schall-! platten -tragen die Gebete und Gesänge van Palest-Äne, Brahms und Bir-ucknisr zum offenen Tore des Erbarmens hinauf. MMichit gM es auch schon -eine Maschine, die für die Gemeinde fastet ... in ihm blühten die schönsten Tropenpflanzen und alle Arten von Bäumen des Südens. König Siegmund August hatte diesen- Fleck Erde in ein Paradies verwandeln taffen und in, der Orangerie dieses herrlichen, fürstlichen Gartens gab es auch einen Esrogbaum und einen Lulaw. Der Woiwode Fürst Radziwill, der diesen wunderbaren Garten mit dem Schlosse geerbt hatte, sandte sofort einen Boten dahin, um einoni Esrog und einen Lulaw zu holen, und mit feinem ganzen Gefolge brachte er diese Geschenke dem heiligen Rabbi, dem Gaon von Wilna. Alte Synagoge im Ghetto von Rom. Straßen u-nterzubbingen. Erst vom Jahre 1886 ab, als dve Nisderlegung ber Häuserin größerem Maßstabie v-o-r sich ging und die Zah'l der wohn-ungslosen Famiiliien stieg, brachte mau sie tu Häuser senseits des« Tiber, in dem Viertel S. Eosimato -und daun- -in Trastevere selbst Aus dem römischen Ghetto. (Mit drei Bildern.) Die Ghettomauern in der ewigen Stadt Rom fielen -erst um 1800. Ueber die Ueb«rsiedlung -der Juden aus der engen Gaff-e -ln die neueren Viertel berichtet Professor Dr. A. Berliner in seiner „Geschichte der Juden in- Rom" II.'(I. Kauffmann, FrEksurt a. M.) u. a. folgendes: Unter der gerechten Regierung 'des- Königs Umberto wurde den Juden Romsdas Recht am E-igen'tum zuerkamtt, welches ihnen -iin früherer Zeit oft geschmälert, oft ganz genominen wurde. Aber alle diese Summen, die sie fetzt als Entschädigung erhalten haben-, reichen bei weitem Nicht einmal andie Höhe der Gesamtsumme, welche die Juden Roms nur im vorigen Jahrhundert aufzub ringen hatten. Sie betrug nach -einer Berechnung, die fast unglaublich klingt, aber doch wahr ist, mindestens 2,271,977 Scudi. Noch eine schwierige Aufgabe blieb zu lösen, die -täglich mahnte, mit Ernst an sie heran-zutxete-n, nämlich die mit der Ried-erlegung des Ghetto e-intr-etende Notwendigkeit, die armen Bewohner desselben anderweitig unterzubringen und einstweilen zu versorgen. Die Sache konnte nicht länger hingehaliten werden, denn die Sanitätsbehörde der Stadt drängte auf die endliche Riederlegung des Ghetto, welcher den- Herd für verschiedene Krankheiten, besonders Fieber, bildete. Einem für die Lösungdieser Frage eingesetzten Komitee unter dem Vorsitze des Dr. Benedetto Zevi gelang es, -dve öffentliche .Teilnahme für dieses schwierige Werk zu gewinnen und -in kurzer Zeit die Summe von 90,000 Lire zu sammeln-, zu der auch von auswärts her mehrere Beiträge hierfür flössen. Obgleich unter den armen- Ghe-dtobewohn-ern> auch verschiedene katholische Familien sich befanden, so wurde doch von dem jüdischen Komitee inkeiner Weise irgend ein Unterschied bei der Hilfeleistung, welche -die U-ebersiedl-ung erforderte, gemacht. Die Mitglieder des Komitees gaben sich mit vollem Eifer ihrer schwierigen Ausgabe hin, die Familien beim Auszüge mit dem No-twen- (I irdische Kolonisten wohnen dem Hochzeitsfest ln der Familie eines arabischen Scheichs bei.) 150 jüdische Kolonisten und Pflanzer aus P-etach Dikwah, Kfar Saba, Magdiel, Raananah, Herzliah -und anderen jüdischen Kolonien sowie Vertreter der Presse, -hatten sich als Gäste zur Hochzeit eines Reffen des Scheichs Abu, Ki-fhek eingiefuinden. Zu Ehren der- Gäste wurden besondere Beduinentänze arrangiert. Es wurden hebräische -und arabische Lieder gesungen. Der Scheich Abu Kishek hat an der Spitze einer Pogrombande im Jahre 1921 die große jüdische Kolonie Petach Tikwah angegriffen und ihr schwere Verluste an Menschen und Gnt zugefügt. Er wurde verhaftet und b-ra-chbe mehrere Monate'im Gefängnis zu. Der -damalige Oberkommissar Sir Herbert Samuel nahm Abu Kishek, der großen Einfluß auf die arabifchen- Massen hatte, das Versprechenab, daß er sich -niemals mehr an Angriffen auf Juden oder sonst an Unruhen beAMgen werde und v-eranlaßte feine Freilassung,. Sche'ich Abu Kishek hveT sein Versprechen und pflog eine ehrliche- Freundschaft mit den Juden. In einer Ansprache an seine Gäste drückte -er die Hoffnung aus, -daß bald -im ganzen Lande Friede fein werde. Rundblick von der Garibaldibrücke in Rom auf das Ghetto. unter. Die drei Mbde-r aus dem Ghetto in Rom find dem „Mult es Jövö" entnommen. Die neue Synagoge der Israelitische« Religionsgesellschaft in Basel. (Siehe Bericht in Nr. 40 des Israelit.) (Aufnahme des Herrn Roger in Mülhausen.) (Wie man ln der Berliner Iohannissiraße Jomkippurim zu einem Purim macht.) „Im Tempel! der I ü - d-r scheu Reform gemeind e -in de-r JohanNisstraße zu Berlin fand während des Morgengottesdienstes am B-er-föhniungstag der -erste Versuch statt, liturgische Musik, d. h. die Rep roduktions-tä-tigke-it von Chor, Solisten- und Orgel, durch Schallplatten zu ersetzen-. Der Mu-stkkritiker (Er hat nicht so ganz unrecht.) Der Dramatiker und Roman-Schriftsteller Arnolt Bronn-enhat unlängst einen Roman „O. S." erscheinen' lassen, der ganz i-m Geiste der Haken-'- kr eu z-l-er und A n t-is emiten geschrieben war. Anläßlich der jüngsten Ve-rha-ftuugen der Bombenverschiwörer wurde bekannt, daß Arnolt Bronnen mit den kompromittierten Personen einen freundschaMchen Verkehr pflog. Das nützt ihm alle-swen'ig und schützt ihn nicht vor dem Verdachte, -daß es mit seinem Blutedoch nicht 'gang in Ordnung sei. Das HW-er-Organ „Mlkiifcher Beobachter" veröffeNM-cht einen v-ier Spalten langen Artikel -gegen, Arn-olt Bronn-en, der ganz und gar abgefchübte'kt wird. Das Hitler-Organ zitiert das- Werk „Erotik und Raffe" von- Herwig- Hariner, -inwelchem festgestellt wird, daß Bronnens Vater, Ferdinand Bron- », «in- Wiener Gymnafialpr-ofesior, Jude, die Mutter eine Norddeutsche ist. Bei Bronn-en zeige sich weder das Bestreben, sich in deuff-ches Wesen eiuzusügen, noch auch ist irgendwie ein Bekenntnis zum- Judentum feftz-uftelleu; .er -gestaltet ü-b-erha-up-t nur das Tmebhaste schlechthin. Bronnen-, der als Wifchjude weder zu den- Deutschen gehört noch zu den Juden, ist einer, der keine Wurzel im Volkstum hat -und -auch nach keiner Verwurzelung strebt, sondern völlig int Triebhaften aufgeht. (Die jüdische Hochfinanz reüek die Volkswirkschast.) Die öste-rreichif-che Presse äuß-e-rt sich in- Worten höchster An-erkennun-g über den mit Geschäftstllchti-gk-si-t gepaarten Patr-i-otiismus des Wiener Rothschild-- Hauses, das durch die Uebernahme der ins Wanken -geraben>en und immobil gewordenen Vodenkreditanstalt .'(der feinerzetitigen kaiserlichen Hofban-k) durch das -eigene Fin-anzinftltu-t die „Oestevreichische Kreditanstalt für H-and-sl und Gewerbe" die österreichische VoMs-wirtschast vor schwersten Erschütterungen bewahrt hat. Die Presse -erfährt, daß Bundespräsidmt Schober pe-rfönK-ch die Rothschild-Bank ersucht hat, Baron Louis Rothschild, das Oberhaupt des- Hauses telegraphisch von -einer Reife nach W-ien zurüMerufen, damit mit feiner Hilfe ge-ei'Fnede Maßnahmen getroffen werden, damit keine Schädigung des öfterreich-ifchen Kredites auf den ausländischen Fönanzmärkten entsteht.

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