Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 70 (1929)
- Issue
- Heft 23 (6.6.1929)
- Date
- 1929-06-06
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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IMäflei* fieeausgegeßen von der landesorganifation der Mgudas-Jiscoel In Dealfciiond. ^5. Jahrgang ^amburg^ 6. Juni \$2$ l 22. Zjar 5689 Nummer 11 Schriftleitung: Molf S. Aacoöfo« in Kamöirrg. Aufruf! Für anin, das Erbgut des jüdischen Volkes durch navwi pp' den Thorafonds des jüdischen Volkes /nur p» pn in den Tagen der geistigen Geburt des jüdischen Volkes! Unter dieser Devise stehe die erste Siwanrvoche, daß die n iz/2 V Aktion 5659 unter der Mitwirkung aller zu einem vollen Erfolg für die heilige Sache werde. Hamburg, Ende Jjar 3689. -« Landesdirektorium des «Keren Hatorah" in Deutschland. Wem gab Gott die Thora? Die Mechilta zu nVv2 beantwortet uns die Frage, wem die Thora, deren Fest wir nun feiern, eigentlich gegeben wurde, in zweifacher Weife. Einmal — zu vin. 17, — heißt es: v n b pi vi pn ■’VsixV kVk vinnb n-nnn aana ab nann und an anderer Stelle — XVI 4 — steht o a b vi pn 'bairrb rr^rr vmV nTinn natu a!? •navin chsm Vielleicht sind diese verschiedenen Texte niur Versehen der Abschreiber, vielleicht aber auch hat uns jedes Wort etwas anderes zu sagen, Erkenntnisse, deren Begreifen und Lehren, deren Befolgung allein nur erst zu rechter Feier der nmn pa pt berechtigen. I. Zu richtiger Erforschung wurde die Thora nur gegeben denen, die mit dem Man gespeist wurden und den diesen gleichenden Genießern .der nonnr Der Sinn dieses Wortes ist klar verständlich, wenn wir es auf eine einfachere Formel bringen: Mur, wer einen sorgenfreien Kopf hat, kann, gründlich lernen. Dem Geschlecht der Wüste kam seine Nahrung vom Himmel, Gott spendete sie jeden Tag die Tagesportion!" Kein« Kampf um die nvanv brauchte den Sinn zu beschweren, alles Denken konnte auf die eine Aufgabe hingelenkt werden: anina vrnfc Und ■ tn g e n a u der g l e i ch e n W e i f e wie diese pn konnten namnn ^218' die Priester, diev 0 mTische Gottes aßen, in sorgenfreier, der Not des Tages abgewandter Hingebu-nig sich mit der Lehre beschäftigen und so, und nur so, Vollendung in ihrem Studium erreichen. II. Es lag im Plane der göttlichen Vorsehung, dem Träger der Thora die Last des Tages von der Schulter zu nehmen. Viele Stellen im Talmud bezeugen dies: „Wer das Joch der Lehre auf sich nimmt, von dem nimmt man die Steuern der Regierung und die Lasten' des Erwerbes". (Owaus.) „Der Gott, Der Leben gibt, Der gibt auch, wovon zu leben." Und gibts gewiß dem, welcher Seiner Lehre lebt. Kann es ihm ebenso geben, wie Er das Man gab in der Wüste, wie Er Elijahu durch die Raben speisen ließ.' Weshalb aber finden wir dennoch so viel Armut auch und gerade unter den Trägern der Thora, daß uns die Mahnung wird: „Habet Acht auf die Söhne der Armen, vom ihnen geht die Thora aus?" Die zweite Lesart unserer RnV2a mag uns die Antwort darauf geben. Hl. « I Urfprüngl ich wollte Gott die Thora nur pn 'bain geben, Menschen, frei von dem Kampf um die nons* Er wollte die Träger der Thora frei lassen für alle Zeiten von diesen Sorgen. Die Könige im Reiche des Geistes sollten in Wahrheit pvin »33 ■ sein, frei, unabhängig und auf Niemandes Opferfreudigkeit und Gebebereitschaft angewiesen. Was aber wäre die Folge gewesen? Die aain ’ja hätten ein Reich für sich gebildet, in keinerlei' Beziehung zur „Masse" gestanden, und die „Masse" wäre, ohne jede Verbindung mit der Thora und ihren Kündern!, verwildert. Da hat (so deutet es eine Auslegung des a’aa py* dem anscheinend nur diese zweite Lesart vorlag) die göttliche Vorsehung die Bestimmung geändert: nann onV d’”!vv Weiterhin sollen die v'a2N ’Ta^n nicht mehrmit dem Man gespeist werden, das der Himmel unmittelbar schenkt, sondern mit der nailiv die der Landmann, der Bauer, von s e in em Ertrag b er eitstellt. Dadurch wird auch der schlichte Mctnin aus dem Volke, indem er die Sorge für dM> Lebensunterhatt der Thoramenschen mitträgt, hmeinbezogen in die Sphäre der Geistigkett und Gottnähe; er hat Anteil am Wirken des Thoraträgers, Sebulun ist d e r Genosse des Jsiachar, Simon derBruder des Asarjo! IV. Mit der Unterstützung der Thora, ihrer Lehrer und Jünger, ist es ebenso wie mit der göttlichen Vorschrift, daß die Leviten die heilige Lade auf der Schulter tragen sollen. Rur darum tragen die Leviten den piR» daß er, kraft des Gesetzes, das in ihm ruht, die Leviten trage und hochhebe und mit dem Bewußtsein schmücke, Diener am Höchsten sein zu dürfen. Denn) in Wahrheit ist es ja so i’KVia na RVia piai - Daß sie die D’asn’Tato unterstützen, durch ihre Leistung erhalten dürfen, das müssen alle begreifen, welche ihre nann geben, sie müssen wissen, daß Gott bmxr aa jvotV die Thora statt den pn •’Vdir den navin gab. , V. Möge unsere, des Keren Hatorah diesjährige Schowuaus-Aktion in allen Kreisen und Schichten Israels, bei reich und arm, bei hoch und ge-- ring, solche verständnisvolle Mithelfer finden, die g l ü ck l t ch sind, Mitträger der heiligen Lade, Spender der nann für die Thoramenschen sein zu dürfen, die den Ruf, der mit diesen Zeilen an sie ergeht, nicht mißmutig, sondern in hoher Freude vernehmen und befolgen, die unfern wiederholten Ruf pn pna in liebevollem Verstehen Hören Md beherzigen. Dann ist ihnen, auch ihnen, die Thora am Sinai gegeben. Dann ist lamm pa pt auch ihr Fest, das Fest «ists derer, d ie d i e Thora lernen, derer di e d i e T h 0 r a f ö r d e r n. W. S. I. Bericht des deutschen Keren Hatorah. Der deutsche Keren- Hatorah legt hiermit seine Abrechnungen für die Jahre 1926, 1927 und 1928 vor. Diese sprechen für sich selber, zeigen, welche Beträge seitens des deutschen Keren Hatorah für die ihm satzungsgemäß obliegenden Aufgaben, einerseits toi Deutschland, andererseits für außerdeutsche Keren Hatorah-Zwecke, aufgebracht und verausgabt werden konnten. Cs sei hierzu bemerkt, daß ein großer Teil der in Deutschland geleisteten Zahlungen für die Talmud Thoras des deutschen Ke? renHatorah Verwendung fanden, monatlich durchschnittlich Mk. 1400.— bw Mk. 1500.--. Von diesen Talmud Thoras stehen fünf unter Regie des Keren Hatorah — Dortmund, Duisburg, Hagen, Hannover, Remscheid — während Braunschweig, Köln, Karlsruhe, Offenbach (Herm. Lehmann-Schule) sich selbst verwalten. Die Talmud Thora in Magdeburg mußte aufgegeben werden; angesichts der Spaltungen unter den dortigen ostjüdischen Kreisen war ihre Erhaltung unmöglich. Die Schulen m> Dortmund, Duisburg, Hannover und Braunschweig wurden wiederholt inspiziert, teils durch Herrn Rabbiner Dr. Frankl- Halberstadt teils durch Herrn- Rabbiner M. Jacob owits-Köln, teils durch Herrn Dr. Deutschländer-Wien. Der besonders segensreiche Einfluß der Schulen, insbesondere im rheinisch-westfälischen Industriegebiet, ist von maßgeblichster Seite — so von Großrabbtoier Friedmann Sadagora- Wien — festgestellt worden. Die Tatsache, daß allein elf Schüler der Dortmunder Talmud Thora, nach Absolvierung der Talmud Thora, auf Frankfurter Jefchiwoth gingenum dort das Lernen fortzusetzen, spricht für den Geist, der an unfern Talmud Thoras gepflegt wird. Für die von der A. I. I. O. eingerichteten „Bezirkslernsekretariate" (Emsland - Friesland, Hessen-Kassel, Hessen-Fulda) sorgte der Keren Hatorah in der Weise, daß er teils die gesamten K. H.-Eingänge, teils einen Großteil derselben, den betreffenden Bezirken für diese Sekretariate beläßt; nach Emsland- Friesland wird außerdem ein monatlicher Bar- Zuschuß von Hamburg aus geleistet. Bachurim auf deutschen und ausländischen Jeschiwvth sowie Seminaristen werden vom deutschen Keren ..Hatorah im Rahmen seiner verfügbaren Mittel durch Stipendien gefördert; die Bewilligungen erfolgen jeweils semesterweise. Eine besondere B a - ch u r i m a k t i 0 n, durch das Leipziger K. H. K. eingeleitet und durchgeführt, läuft parallel mit den von Hamburg aus auf diesem Gebiet geschehenen Leistungen. In Deutschland befindliche Jeschi w 0 th wurden teils durch Monatsleistungen-, teils durch größere einmalige Jahresbeiträge subventioniert. Außerdem wurden für Religionsunterricht an lehrerlosen Orten, für Lernzirkel, für Bezirkss ch i u r i m teils monatliche Beträge, teils einmalige Beihilfen gewährt. Die Zahlungen für zentrale Keren Hatorah-Zwecke betrugen noch nicht die Hälfte dessen, wozu der deutsche K. H. satzungsgemäß verpflichtet wäre. Die Rot in Deutschland — Rückgänge der Eingänge gegenüber ständig steigenden- Ausgaben —entschuldigt diese bedauerliche Tatsache. Wir hoffen aber zuversichtlich, daß diese Erscheinung, die dem dem Keren Hatorah zugrunde liegenden Klall-Gedanken völlig widerspricht, nur vorübergehender Art sein wird. Der deutsche Keren Hatorah kann seine Arbeit weiterhin nur leisten, wenn seine opferwilligen Freunde und Mitarbeiter ihm weiterhin die Treue hatten, und wenn die im Laufe der Zeit müde gewordenen sich zu erneuter, verstärkter Mitarbeit wieder entschließen.