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Der Israelit · 1928-12-20 · Heft 51 (20.12.1928) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
69 (1928)
Issue
Heft 51 (20.12.1928)
Date
1928-12-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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'V-':v’k:>■s£v--/- mJ io:< VfJv W£€M Chewroh Schaß Oskendstraße IS. Am 1. Januar feiert die Chewroh Schaß, wie an anderer Stelle dieses Blattes angekündigt ist, zum elften Male ihren üblichen großen S i - jum OiTtn aro). Man könnte fast meinen, die Sijumfeier fei die einzige Leistung der Chewroh, da sonst nichts von derselben in der Oeffen-tlichkeit bekannt ist. Folgende Zeilen mögen daher zur Aufklärung über das Wesen der Chewroh Schaß dienen und Kenntnis von ihrem mannigfachen Leisten geben. Bevor aber vom Wesen und Wirken der Chewroh gesprochen wird,, sei ein kurzes Wort zur En'tstehüngsgeschichte derselben gestattet. Die Chewroh Schaß verdankt ihr Entstehen der Initiative eines Mitgliedes des Vorstandes desBes-Hamidrafch Ostendstraße 18, des Herrn Jakob Becker. Dieser angesehene, rührige Herr tat sich vor 11 Jahren mit mehreren Gesinnungsgenossen — darunter auch seinem Vorstandskollegen Herrn Cmanuel Kaufmann — zusammen und gründete unter Mitwirkung des damaligen geistigen Oberhauptes des genannten Bes-Hamidraschdes bekannten mvo Herrn Rabbiner M. Ch. Ratzkerb",diese Chewroh, die sich bald spontan unter Leitung eines eigenen, aus Mitgliederzahl hervorgegangenen Vorstandes als selbständiges, vom Bes-Hämidrasch v ö l l i g unabhängiges Gebilde konstituierte. (Letzteres sei besonders hervorgehoben, damit man nicht glaube —' was vielfach der Fall ist — Bes- Hamidrasch Ostendstraße und Chewroh Schaß seien dasselbe und wer Mitglied der einen ist, sei auch Mitglied des andern.) Die Chewr.oh Schaß machte sich zur Aufgabe, die thorawissenschaftliche Erziehungsarbeit der Schule und der Jefchiwoh durch weitere Pflege des Thoralernens im praktischen Leben fortzusetzen. ■ . ... ... 1. Sie organisiert zu diesem Zweck einen weit über das Beshamidrafch hinausgehenden Kreis von mehr als hundert Personen aus Männern aller Berufe und Stande zu einem alljährlichen Auslernen des kompletten babylonischen Talmuds. 2. Sie richtete einen täglichen, gut besuchten »iva-Schmr ein im' Beshamidrafch unter Leitung eines besoldeten Lehrers, der ein bekannter ödh i'vbn ist. v 3. Durch dauernde Bereitstellung und Instandhaltung eines umfangreichen, kostbaren Büchermaterials, sowie durch Anstellung eines besoldeten Bibliothekars im Beshamidrafch Ostendstraße 18 ermöglicht die Chewroh Schaß dortselbst alltäglich einem Kreis von etwa 50 Herren tagsüber, sowie abends bis in später Nachtstunde unbehindert mannigfachen Thorastudien zu obliegen. 4. In der Erkenntnis, daß zum ungestörten Thoralernen auch geeignete, stets zugängliche Räume gehören, unterstützte die Chewroh Schaß das Beshamidrafch Ostendstraße insofern, als sie vor Jahren auf ihrer Sijumfeier im Zoologischen Gärten durch Aufbringung einer „Millionensumme" (es war in der Inflationszeit) den Vorstand des Beshamidrafch mit in den Stand setzte, das Haus, worin sich heute das Beshamidrafch befindet, käuflich zu erwerben und somit dem Beshamidrafch ein eigenes Heim zu schaffen. 5. Jedes Jahr veranstaltet die Chewro Schaß einen Sijum auf ganz Schaß, der sowohl formal — durch die starke Besucherfrequenz —, wie auch inhaltlich, durch die Fülle der min '221' einen wahren vV.i wtp darstellt, und der allein schon der Chewro Schaß volle Existenzberechtigung geben würde. '■■■«■;'.:/ Bei all diesen Leistungen ist die Arbeit der Chewro Schaß ,im Kreise der mxi' stets voll reinem Geiste des tj»^ und minn npmn getragen, was auch bei der Veranstaltung der Sijumfeiern insofern zum Ausdruck kommt, als die Leitung stets darauf bedacht ist, die Kosten für den Sijumgast im Interesse eines starken Besuches rrnnn 1122 jyaV' aufs äußerste zu beschränken. Nach all dem Gesagten erübrigt es sich wohl zu betonen, wie wichtig es ist, Mitglied dieser Chewro zu sein bzw. zu werden und das Wort von sich gelten zu lassen: .nrn.i minn nm nx v'p' im -712 Die Woche. Gedenkfeier für Rabbiner S. R. Hirsch V'XT. Anläßlich des vierzig sten Jahrzeitstages Rabbiner Samson Raphael Hirschs am 27. Tewes veranstaltet der Vorstand der Synagogengemeinde „Jsraelittsche Religionsgesellschaft" am Dienstag, den 8. Januar, abends 8)4 Uhr im großen Saale des Zoologischen Gartens eine schlichte Gedenkfeier, zu der jedermann Zutritt hat. Es werden sprechen: Herr Rabbiner Dr. Julius Merzbach aus Darmstadt über „S. R. Hirsch und die Gegenwart", Herr Direktor Dr. M. Elias aus Fürth über „S R. Hirsch als I u g e n d e r z i e h e r". Die Feier wird durch ein Doppelquartett unter Leitung des Herrn Max Neumann eingeleitet und durch eine Darbietung des Synagogenchores geschloffen. Karten st e h e n vom 31. Dezember an in der Gemeindekanzlei kostenlos zur -Verfügung. Der große Sijum der Schatz Chewroh. Wie schon an dieser Stelle mitgeteilt, findet der diesjährige große Sijum am 1. Januar 1929 in der-Liederhalle, Langestraße 26, statt. Es sind alle Vorbereitungen getroffen, den Sijum" auch in diesem Jahre zu einem wahren Feste der Tauroh in unserer Stadt zu gestalten. Seit einer Reihe von Jahren bildet dieser Sijum ein« Gelegenheit, alle namhaften Talmide Chachomim unserer Stadt zu vereinen und zu zeigen, daß Frankfurt noch immer wie seit Jahrhunderten der Tauroh eine Stätte bietet. Wer es ernst meint mit Limud Hathauro. der komme und feiere mit der Chewro Schaß ihren Sijum Hagodaül. Anmeldungen werden noch bis zum 27. Dezember entgegengenommen. Jüdisches Konzert. - In dem am Sonntag, den 6. Januar stattfindenden Konzert wird das 50 Mann starke Orchester unter Lei-' tung von Max Neumann u. a. eine interessante Uraufführung bringen und zwar eine Suite aus dem Oratorium „König David" von Honegger. Dieser „König David", der trotz der modernen Einstellung seines Verfassers sowohl beim Publikum als in der Fachpresse allgemeiner Bewunderung begegnet ist, wurde von Honegger zu einer Orchestersuite bearbeitet, die nun von Max Neumann erstmalig aufgeführt wird. Die Suite hat folgende Piecen: Introduktion, Heereszüg, Gesang Ephraims, Gesang der Dienerin, Tanz vor der Bundeslade, Sauls Lager, Psalm. Beschwörung der Hexe von Eridor, die Klage auf Gilboa, Salomos Krönung, Davids Tod. ' Eintrittskarten für das Konzert sind bei C. A. Andre, Lina Schott, B. Firnberg, Schottenfels und Warenhaus Wronker Erhältlich, außerdem bei Herrn I. Wöhlfarth, o .. Ostjüdische Lhanukkahfeier. Der „Bunte Abend", der zu Channukkah vom Ostjüdischen Jugendbund am Sonntag, den 23. Dezember, abends, 8 Uhr in der Leiderhalle. Langestraße, veranstaltet wird, verspricht ein ostjüdisches Ereignis zu werden. Es sind nur noch wenige Karten zu 1 M. und 1,50 M. an der Kasse zu haben. Beginn pünktlich 8 Uhr. Für Büffet ist bestens gesorgt. Lhanukkah-Feier der Arbeitsgemeinschaft der Agudas Iisroel-Jugendgruppe, Frankfurt a. TR. Am ersten Schabbos Chgnukkah abends veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft eine interne Feier, zu welcher sich auch sämtliche Dozenten eingefunden hatten. Ein Theaterstück, Vorträge, Gesang und Couplets gestalteten den Abend äußerst gemütlich; auch für Speisen und Getränke hatte das Festkomitee bestens gesorgt. Zur vorzüglichen Vorbereitung dieses Abends trugen einige Damen bei. In echt froher Chanukkahstimmung trennte man sich erst am frühen Morgen. Vom Liwjalh Ehen. Der Vortrag fällt an diesem Sabbat wegen'Abwesenheit des Dozenten aus. Lhanukkah-Feier im Talmud Thora-Verein. Am 9. Dezember veranstaltete der Ta lm u d Th 0 ra- V erein eine öffentliche Chanukkah-Fe ier im Hörsaal dre Synagoge am Börneplatz. Herr Rabbiner Dr. Hoffmann hielt zu Beginn der Feier eine mit großer Begeisterung aufgenommene Ansprache, die in der Hauptsache den Kindern galt. Ein Verhör der Mischna-Klasse des Herrn Josef Rosenwasser zeigte nicht nur den Lerneifer, sondern auch die Kenntnisse der Kleinen, denen hübsche Prämien überreicht wurden. Frl. Irene Michels und Herr Manfred K u t t n e r ernteten mit ihren musikalischen Darbietungen lebhaften Beifall. Eine kleine Pantomime „Chasssidiche Hochzeit", aufgeführt von Kindern im Alter von 7 bis 9 Jahren, löste spontanen Beifall aus, io daß sie nochmals wiederholt werden mußte. Der Chor der Synagoge am Börneplatz unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Dr. Ehrenreich trug zwischen den einzelnen Aufführungen stimmungsvolle jüdische Lieder vor. In ganz hervorragender Weise wurde das Theaterstück „Judas Makkabäus" zur Darstellung gebracht Ein Fest des Frontbundes. Ein Chanukkahfest wollen wir es gerade nicht nennen, aber als Fest am Ausgang des Chanukkah hatte es seine große Linie, seine eigene Note, die Anerkennung und Würdigung verdient. Es gehört schon zu der stabilen Friedensarbeit der Frankfurter Ortsgruppe des R. j. F., dieses alljährliche Feiern, und das Programm ist ebenfalls so gut wie gegeben. Ist doch der „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" keine jüdische Verbindung, sondern eine Verbindung von Juden, die. unter gleichen Leiden und Opfern für das deutsche Vaterland gekämpft haben und das gleiche Glück hatten, mit mehr oder weniger heiler Haut heimzukehren — um auf dem neuen Heimatboden von neuem sich und die jüdische Gemeinschaft vor Verunglimpfung zu schützen. Seine Feste spiegeln denn auch in der Hauptsache seine Kraft und seinen geschlossenen starken Willen wieder in Attraktionen der Fäuste, Füße und Muskeln. Hat man sich einmal mit dieser Tatsache abgefunden, so muß man die turnerischen und tänzerischen Vorführungen des diesjährigen Festprogrammes als ganz b e s 0 n d e rs hervorragend bezeichnen. Der Vorsitzende der Frankfurter Ortsgruppe, Herr Dr. Kann; hielt eine kurze, angemessene Ansprache und warb um eifriges Mittun an den Zielen des Bundes auch über den Festfaal hinaus. Dann stellte sich ein „Papa" von Ansager vor, der es mit einem Gemisch von väterlicher Strenge und Milde ganz gut verstand, mitten im Gewoge für die einzelnen Darbietungen die nötige Ruhe zu verschaffen. Darauf folgte Turnen am Reck. Turnen ohne Reck, Turnen im Einzelnen. Turnen in Gruppen, Tänze in Turnbewegungen und Turnspiele im Tanztakte und so fort. Dazwischen ein paar Mal gesangliche Turnereien einer Nachtigallsängerin. Eine Solotänzerin aus der hiesigen Oper brachte es fertig, fürsich allein fast eine ganze Revue zu bieten. Einmal leuchtete auch eine lebendige Menorapyramide auf. Und dann wurde die vielberühmte Helene Mayer präsentiert (neben Einstein, Bergson und dem schon vergessenen „blinden Passagier", heute wohl der populärste

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