Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1927)
- Date
- 1927-07-14
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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14. Juli 1927 Der Israelit Nr. 28 Seite 13 Verfonaken. MMNWm, 12. 3uii Am 21. Tlllllus vllMnvel Hrrr Rabbiner Joseph A. Puttenwieser "T sein 70. Lebensjahr. Wie unseren Lesern bekannt sein wird, lebt dieser Mann, der Jahrzehnte die Austrittsgemeinde in Straßburg im Elsaß geleitet hat, seit einigen Jahren in Mannheim und erfreut sich dort des wohlverdienten Ruhestandes. Seine Lebensschicksale sind schnell ausge- (j**^1*! ^ie^>oren irr JReit^en&erg bei SBBiir^kurg, begab er sich, natiirpmüB angiezvgM durch Me Persönlichkeit des Würzburger Raws, als Jüngling zu diesem, um von ihm die erste Einführung in alle jüdischen Wissensgebiete zu erlangen. Nicht zufrieden, hier all feinen Wissensdurst zu stillen, ging er noch nach Schwabach, um bei dem dort wirkenden Reb Hile Wechsler und dann in Prehburg bei Reb Nnthe Wolff meiter und meiter zu lernen. Stuf fwrg? ^ett ging er 5wtnn nö<| äßemn^-elm sIs der Klaus, um im Jahre 1868 nach Straßburg an die damals gerade gegründete Gemeinde Ez Chajim berufen zu werden. Aus den kleinen Anfängen, die er dort vorfand, — beim Beginn seiner Tätigkeit waren es nur ein knappes Minjan Menschen, die sich in dieser Gemeinde zusammengesunden hatten — machte er durch die Kraft ferner Peri Lnlichkeit eine Gemeinde, hie bald das Zentrum Wf gangru fSrl^otojLe mür^e. 9« ell^^ Höhlung mit Samson Raphael Hirsch und Dr. Lehmann Wr nahm er zu allen Problemen, die diese kämpferischen Zeiten mit sich brachten, gleich gesinnt mit diesen Fühlung, wenn er auch niemals die Verehrung für seinen ersten Lehrer, den Würzburger Raw, sinken ließ. Sein Haus und feine Gemeinde wurden der Mittelpunkt der in Str-ajjburg studierenden jüdischen Jugend; ihr und seiner Gemeinde war er ein strts geiziger Führer. Aber auch organisatorisch leistete er Vieles und schuf aus seiner Gemeinde eine Mustergemeinde. Als ein auch für die heutigen Zeiten nachahmenswertes Beispiel sei auf die während der ganzen Zeit seiner Wirksamkeit unterhaltenen Kurse für die Lehrer des' ganzen umliegenden Gebietes (insbesondere des Saargebietes) hingewiesen. Dem Kampfe gegen die Schechi-tagegner raufe n KM M AlMkl! m kku ^etiövben mirfjom€ Waffen zu liefern. Noch nach dem Krieg und der durch sein Ende bedingten politischen Umwälzung leitete er unermüdlich seine Gemeinde, bis er im Jahre 1921 aus Gesundheitsrücksichten sein Amt aufgab und nach Mannheim übersiedelte. Seine gleichgesinnte Gattin, die ihm Während dieser ganzen Jcchre treu zur Seite stund und durch ihre vielsEg'e Tätigkeit in öaus un^ manches' zu seinen Erfolgen beitrug, die Tochter des Rabbiners Salomon Waeldler, Schönlanke, hat er in den Pessachtagen dieses Jahres verloren und wünscht deshalb keinerlei Feier des Tages, an dem ihm sonst gewiß ein großer Kreis von Menschen seine Verehrung bezeugen würde. Wir aber können den Tag nicht vorübergefyen lassen, ohne wenigstens von Uns «US llUSZU- «,ir Me Mlljschö DFt{)0D0Il!B an ihm besitzt. Wir wünschen ihm noch recht pieke Jahre, um in Ruhe und Frieden der Tage seiner Arbeit zu gedenken. V~T&' Memel, im Juni. Die Welt der tiefen Talmudkenner im Osten ist in Trauer gehüllt. Rabbi Abraham Jaffa ist am 14. Siwan dahingegangen. Er hat seine Jugend auf den großen ma'v' zugebracht, war ein Schüler von b-st isojs^iso btr-iw. '-1. stets ein getreuer Rann ertrhspr der ftrcngftcn rctigiö’{w 8^r^ung, 4-e«i° Vertreter der wichtigsten m-,2n für rrm und.jrv Gründer der o'&tvi'ismttib der 35 Jahre nicht vom Tische des »"n-a gewichen ist. Wie er stets ein treuer Anhänger feiner Lehrer gewesen ist, so haben sich im Laufe der Jahre auch um ihn treue Mitarbeiter geiammeit. Erst tn Len letzten Jahren zwangen ihn schwere Krankprf?^ Ml? küMNM Msmlhlltt M Mmm Msillk NS' 1^2 "> in Memel ausgugeben und der feinet' Tschttr Miriam Rubin zu weilen. Als einer der bedeutendsten Kenner des Talmuds trug er jahrelang im Bethamidrafch in Memel Schulchan Aruch vor, und noch in den letzten 14 Tagen seines Lebens hat er ist Riga einen ■ny’ff über schwierige talmudische Gebiete vorgetragen. Möge '"vn seiner greisen Witwe nvm senden. Sttfona, 9. Juni. 91m Montag den 4, Juli verschied nach kurzem, Üs-^sü WflllLk. Die Verstorbene war die Tochter Max Hackenbrochs tn Frankfurt und hat in ihrem Elternhause eine gediegene und echt jüdische Erziehung genossen. Als sie vor 24 Jahren dem Gatten ihrer Wahl, Herrn Julius Möller, nach Altona folgte, gründeten sie ein Haus, in dem die Traditionen beider Familien, Hackenbroch und Möller, hochgehalten und verwirklicht wurden. In glücklicher, barnronikit^er Ehe stand sie ihren» SDianne hei dev streng religiösen' Erziehung ÜUn&er §lil @0111! und hatte auch das Glück, ihre Kinder zu den Idealen unseres Judentums heranwachsen und erstarkt zu sehen. Vorbildlich war ihre Liebe und Verehrung für ihre Eltern. Beispielsweise verging fast kein Tag, an dem sie nicht ihren Eltern und nach dem Tode ihres Vaters ihrer Mutter einen Brief schrieb oder sich telephonisch nach ihrem Wohlergehen erkundigte und ihr berichtete, was in ihrem AM mmm lmD me sic AwM, srstm? ^onaten ihre Mutter starb, wirkte Ms er Verlust deranig aus ihre Stimmung, daß sie erkrankte und sich nicht mehr erholte, bis sie am Montag von ihrem Leiden erlöst wurde. Bei der Beerdigung am Dienstag entwarf Herr Oberrabbiner Dr. I. Carlebach in ergreifenden Worten das Lebensbild dieser edlen jüdischen Frau, die es so herrlich verstanden hat, die Traditionen des Elternhauses und des Mannes auf ihre Kinder zu übertragen und hob besonders ihr tvnvin mi’-ir, ihre außergewöhnliche Standhaftigkeit in AM mtwtm Des MWlkll msrn mm> mm Mncha-Möer fchiMM Her? NavdMer C. DllMsz m Wirken und segensreiches Walten im Haufe N'Si« i-orro robsy arm nmr, ihre vornehme Bescheidenheit und ihre edlen Charaktereigenschaften und Tugenden, iraxan ' Kassel, 4. Juli. Im 72. Lebensjahre verstarb plötzlich und unerwartet der Kommerzienrat Moritz Wertheim. Jnhab-er des Bankhauses S. I. Werhauer jr. Als AGHr^l M iMu ä MW Mchg hiesiger und auswärtiger Unternehmungen tätig. Auch der Stadtverordnetenversammlung gehörte er mehrere Jahve als eifriges Mitglied an. Unter überaus zahlreicher Beteiligung fand heute die Beisetzung des beliebten und hochgeschätzten Mannes auf dem israelitischen Friedhof statt. Landrabbiner Dr. Walter zeichnete flül lMMW M DCS NllNgMNgMNr öSMMMmerster Stndler «Jtt» Kranz Mit SchMfö in böN Farben der Stadt Kassel nieder. Deisel (Kr. Hofgeismar), 7. Juli. Gestern beging Herr Mayer W e r t h e i m, der Gememdeälteste der hiesigen Gemeinde, seinen 70. Geburtstag. ffillDßnsDm 0. IM. M mm ÖUIIMS Nssgnsky unb Leopold Katz 4rMl4» vd» Uf ftÄwMgM ®ÜIÜs tätskolonne vom Roten Kreuz die 2. Schnüre für 15jährige gute Leistungen verliehen. — Die Fahrradhandlung I. Rafchelsky konnte den Tag festlich begehen, an dem sie vor 25 Jahren gegründet wurde. Gudensberg. 6. Juli. Seinen 80. Geburtstag begeht feüU rrr Msm? Miflf.it Mi mol üaün. liiedensiein, 7. Juli. Ihren 87. Geburtstag begeht heute Frau Fanny R o f e n st e i n in größter Frische, die älteste Einwohnerin der jüdischen Gemeinde und der ganzen Stadt. Wächlersbach. 11. Juli. Frau Kätchen Loebenb e r g feiert am Schabbos den 16. Juli, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 82. Geburtstng. Dieselbe ist uact) von ‘iRotgcns öia Äö-nis Itn Vermischtes. Flörsheim a. M., 1. Juli. Ein Teil des Fleckens stand im Festschmuck. Frohe festlich gekleidete Menschen durcheilten erwartungsvoll die Ortsftrahen. Galt es doch, die Neueinwoihung der altehrwürdigen Synagoge D 'SkflksiM »ns Aü Mitbürgern Flür^' hsims Mgenttöbs und Dank zu zollen, für all Ms Vsweise freundschaftlichen ZusüMMSUgShörSNS. zu danken für die Beweise der Freundschaft, wenn die Israeliten auch ihre Häuser an christlichen Festen schmücken. Schon die beiden Flörsheimer Lokalzeitungen forderten in der Woche vorher die Bewohner der um die Synagoge gelegenen Häuser aus, ihre Häuser festlich zu schmücken. Und so gestaltete sich der Zug der heiligen Thorarollen von der Wohnung des Herrn Josef A l t m a i e r bis m f^nagoge gll ifc MPS» TMlNMUW Ifili? sende Menschen standen in andächtiger und würdiger Haltung Spalier, als die heiligen Thorarollen unter Voraniritt von ca. 50 Kindern mit Fähnchen und in Begleitung der gesamten Festgemeinde und vieler Gäste zum altehrwürdigen Gotteshaus getragen wurden. In der Synagoge hatten sich unterdessen der bürgerliche GetMMimnttmfl; m liltWW KircheuvötstäUvsrsammett. Beim CMMtt in dos mit Blumen reich geschmückte, neu hergerichtete Gotteshaus fang der Herr Kantor aus Wiesbaden das Mah Towu. Danach wurden die Torarollen in feierlicher Weife wie am Simchas Tora um den Almemor getragen. Nach dem Einheben hielt der Herr Bezirksrabbiner von Wiesbaden die Festpredigt. Nach der Predigt wurde die Gedenktafel für die beiden Gefallenen der hiesigen CSetneinbe enthüllt. Nun folgte das MlNchü» gebet, ssvvWtl p°n ApSS ZtLSNtMsUSr heim. Die Synagoge, erbaut in 1716, -ist nun ein reines Schrnuckkästchen geworden und fand die Bewunderung aller. Tausende von Personen besichtigten die Synagoge, so daß sie am Mittwoch nachmittag noch einmal zur Besichtigung offen stand, da am Sonntag nicht alle Einlaß finden konnten. Das Fest zeigte so recht den religiösen Frieden in unserem, von jeglichem Antisemitismus freien Orte. Ein Festbnnk ett ant Äbenb beschloß biß schön« ßsvsvi frankfurter Berichte. Slmvn Glauberg Das Frankfurter Wirtschaftsleben, aber nicht minder die Israelitische Gemeinde und ihre sozialen und philanthropischen Institutionen verlieren in Simon Glauberg, der plötzlich aus regstem Schaffen herausgeris- . sen wurde, einen Mann von Namen und Einfluß, von Kraft und Bedeutung. Aus kleinen Anfängen heraus arbeitete er sich durch Tüchtigkeit und ungeivöhnliche ^slsti«ti-vkkop QU einer pi^renben Stellung au| dem Ge Dictt m BilllvetsörgMs uastrsr mfwl sich zu dm Konseroativsn innerhalb der Israelitischen Gemeinde und unterstützte deren Bestrebungen auch m der Gemeindevertretung mit Rat und Tat. Er benutzte die knapp bemessene freie Zeit, mit Hilfe eines Lehrers feine jüdischen Kenntnisse zu vervollkommnen. Die Bestattung fand unter ungemein großer Beteiligung um Freitag ran n-i statt, linb muß» t«n SrausrrsMn mit «wf I^ornlU" iii Tages unterbleiben. Man wird in weiten Kreisen Simon Glauberg ein ehrendes Angedenken bewahren, jraxirv Hebräische oder deutsche Gebete? Die Vertretung der Israelitischen Gemeinde hatte sich m ihrer letzten Sitzung mit Mt ßrag? besserten" Auflage des Dr. Seligrnann 'schen Gebetbuches zu befassen. Die Verbesserung' besteht darin, daß der hebräische Teil eine kleine Vermehrung erhält. Dabei entwickelt sich eine ziemlich scharfe Aussprache zwischen den Herren Göttern, Grün stein und Wolfs (Vvlkspartei) auf der einen Seite und den Herren Dr. Bärmald, Dr. M ttinjtt und Dr. Geiger von bet itDeralcn Seit«. Gutttin hnit in? Berme^müg für nicht genügend und ist der Meinung, daß infolge der deutschen Gebete Verödung in den Synagogen eintreten werde. Die liberalen Herren, insbesondere Dr. Geiger, wünschen, daß das deutsche Gebet in noch höherem Maße das hebräische ab löse. Die Abgrenzung müßte genauer sein, damit es nicht der Willkür von VÜtllLNp UNp rsUvktionär.en überlassen bleibe, ob hebräisch ovs? deutsch gedem werm. Herr vrvmm für M? Konservativen erklärt, daß sich diese der EttMMS enthalten. Nach Ablehnung des Antrages Gottein beschlossen auch die Mitglieder der Volkspartei, sich der Stimme zu enthalten, so daß der Antrag Geiger mit den Stimmen der Liberalen angenommen wurde. Dagegen stimmte von den Liberalen nur Herr L a n d s b e r g. der sagt, es sei ihm bekannt, daß viele ÄMgWflWMf im h!k8l8isH mrn SÄ w? deutschen Gebete machten auf sie nicht den mindesten Eindruck. Ein Beschluß des Vorstandes, für die Monate Juli und August sich je V12 des Etats bewilligen zu lassen, ruft eine längere Diskussion hervor, ebenso eine von G. V. Leüü^g;Ar»8skllkg ö©r MschflttSr 0 rdnung. Es werden mehrere Subventionen bewilligt und zuletzt ein Antrag von Felix Meier (konservativ) angenommen, den Vorstand zu ersuchen, noch vor den hohen Feiertagen die Krankenhaussynagoge in einen geeigneten Raum zu verlegen. Zentvvlstelle für jüdische Schallplatten. Dos Interesse tn jüdtschsn Kreisen für uriMslhen bezw. typischen jüdischen Voltsgesang, das sich besonders bei den jüdischen Veranstaltungen tm Rahmen des „Sommers der Musik" gezeigt hat, veranlahte die Fixma S ch i l d b e r g, Vilbelerstratze 3, die Idee einer „Zentrale für jüdische Schallplatten" wieder aufzunehmen. Die jüdischen Volksstücke sollten damit in breite Kreise getragen werden. Die jüdischen Platten werden von ver- Jd^iebenen ^Fa&rifen hergestellt unb ftnh niemals vollzählig bei cMctn Händler m fü? das Hinlegen jüdischer Platten ist sehr groß. Manch einer würde sich eine Platte von Rosenblatt oder Kwartin anschafsen, wenn dieselbe erhältlich wäre. Aus obigen Erwägungen heraus ist die Idee des Errichtens einer „Sammelverkaufsstelle jüdischer Platten" entstanden. Die Firm« beabsichtist auch, Gesänge von Oberkantor Alter, m MMN MMM UND N 8kk8kkttrN: Familiennachrichken. Barmizwoh: Walter, Sohn des Herrn Theodor (MiDföjmif; urtmFfHri st, Mh^ Vorneplatz am 23. Juli. Wochenkalender. Q. lümEi SB« Ifgfj! 16 ~23- Sam Samstag Juli 16 nnn 16 VM'S 'n pis Sonntag 17 17 ii»na ivp Montag 18 18 Dienstag 19 19 Mittwoch 20 20 vSNNNßW 11 sr Freitag 22 22 Rausch Thauvesch Benschen Mauled Freitag vorm. 8 Samstag 23 23 mvv Uhr 46 Minuten.