Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 68 (1927)
- Issue
- Heft 26 (30.6.1927)
- Date
- 1927-06-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 14 Nr. 26 Der Israelit und gemischtem Chore unter Orgelbrausen vorgetragen, gehört hat, konnte sich kaum einen Begriff von unferem „SDuefj'enen" machen, ft> er btejen feierlichen' Dili nidji [djpn r!nm«l in einer wirklichen jüdischen Syna" goge gehört und gesehen hat. Die Solisten sangen gut, aber, eingesponnen in diesen großen musiktechnischen Apparat, von Orgelregistern im Takte gehalten und unter der Fuchtel eines strengen, das Ganze meisterlich beherrschenden Dirigentenstabes, kann ein Gebetsänger, das heißt ein Interpret tiefsten Empfindens einer Gemeinde, nie fein Letztes geben, auch da, wo Wille und Fähigkeit dannch drängen. Wer Wergl-siche rnit der sein E^orenmuflf bor yoraNgsg«NMNeN u f fl t t) 0? tischen Tage" ji'efjt, muß sich sagen: dort Mt es, Andachtsstimmung zu wecken, bei uns geht es darum, Tiefstem und H e i l i g st e m in uns Ausdruck zu geben und es in eine die Empfindung nicht verflüchtigende und bis zur Wesenlosigkeit einschrumpfende Form zu bringen. Ein „Sochrenu", von einem Frauenchor a capella eorgetragen, ein „KWMN", uMks LrgcllirllUs>eiI gelragen von Madchenstimmen, ist eine Dissonanz, «uch wenn es harmonisch und melodisch den höchsten Kunstanforderungen genügt. Daß den Kantoren der Israelitischen Relig i o n s g e s e l l s ch a f t und unserem Max N e u m a n n mit seinem Chore nicht Gelegenheit gegeben war, Juden und Nichtjuden vollendeten Synagogengef«n g wöTOFen; Der oöne Orgel unö olm Urauon höchsten künstlerischen Anforderungen genügt, bei Wahrung des alten Charakters des jüdischen Chasonus — wer dachte nicht in diesen Tagen unwillkürlich an die glanzvollen Leistungen der Neumannschen Chöre bei früheren Gelegenheiten und in weniger großer Oefsentlichkeit? — mag man im Interesse der Fremden und Außenstehenden bedauern, verstehen kann man den Standpunkt des Vorstandes, der in diesem Rahmen, seiner Synagoge Innenleben nicht zur öf^enilt<^e^ SchaustellMZ wöllle, «fjm ivestktes, erft recht . konnte man es verstehen an dem Abende im Konzertsaale der Festhalle. Dienstag abend. Unter einem anderen und besseren Stern war die Idee des jüdischen Volksliedes geboren. Das jüdische Volkslied, schönster Interpret frischen und innigen Volkslebens, geiprt{ im ©egenjatf pjjj «IMMxM, unstreitig auf die Konzertbüyne, und aus dieser Bodenständigkeit schöpfte die dritte Veranstaltung am Dienstagabend im ausverkauften Hause des Saalbaus seinen großen Erfolg. Freilich hatte man als Sänger in Oberkanhor Alter aus Hannover einen Mann, der mit phänomenalen Stimmitteln eine Weichheit, Lieblichkeit und Innigkeit des Ausdruckes verbindet, daß von Nummer zu Nummr Hr Kontakt MMN Whki üliö Auditorium immer enger und stärker wurde. Bei einem chassidischen Liede geschah es sogar, daß das Publikum wie auf Me Verabredung, die Geste des Sängers übernehmend, spontan in die Hände zu klatschen begann und so im Takte den Refrain begleitete. Das ist mehr als alles Händeklatschen des Beifalls, das jedem Vortrag rauschend folgte. Herr Alter sang Volksweisen, Wiegenlieder, chassidifche Melodien, lachend und schluchzend aus der pif^en Bottsfeete jftöjjyfnfc 881 MkMM »DKT Des" ertönte m «inet Bei aller Technik so un&erüIjrteH Ursprünglichkeit, daß man den „Rebben" förmlich vor Augen sah, wie er seinen „Kinderlach" den „Koiach" der Thora einprägte, wie man bei dem anderen Stücke die Mutter alle Liebe, alle Aengste und alle Hoffnungen in die Wiege des Kindes hineinsingen hörte. Von schlechthin nicht mehr zu übertreffender Wirkung war die dem Nerrlokndisch noraus.g«^enbe .Qu>ie|j?racij^ Jff JjSlF&i' schewcr" mit Bern „NtbuunM schel Äiilöm". Auch Me Zugaben, chassidisch lustiger Art, zu denen der Sänger gradezu gezwungen wurde, waren gleichwertig. Neben diesem begnadeten Künstler in gutem Sinne blieben die Gesänge des Frl. E r m o l n i o f f, die mit ihren wehmutsvollen Piecen manches zur Volkskunde beitrug, künstlerisch im Schatten. Es war ein g r o ß e r A b e n b und ein mächtig rvürdigsr Abschluß der „T«ge sÜk jÜMschä Sßlifi?** itll Rahmen des ^ranlkntt«t Musiksommers. Tagung des Allgemeinen deutschen Kantorenverbandes. Am Sonntag den 26. Juni wurde in der Loge „Karl zum Lindenberg" m der Kaiferhofstr. die siebente Tagung des Allgemeinen deutschen Konto r e n v e r b a n d e s, der die meisten Kantoren Deutschmn umWlikM mit mm WsllMö mmi Mjjcheo für Ohr, Gsist und Gemüt brachte. Ein Männer- Doppelquartett, bestehend aus prominenten Oberkantoren, leitete die Feier mit schönem Gesänge ein und aus, dem sich später noch ein auswärtiger Synagogenchor anschloß. Als Vorsitzender des Verbandes begrüßte Herr Kantor Levy, Frankfurt a. M., die Kollegen mit herzlichen Worten, betonend, daß die Stellung des Kantors in seiner Gemeinde nicht zuletzt non feinem ernfien <3trefeen zur Weiterbildung, gur ^Svftwng «Uf ÜCR thM gugewiesenen unö zukommenden Arbeitsgebieten abhängt. Die Bereinigung des Kantorats mit dem L e h r a m t e fei zu wünschen und zu erstreben. Herr Oberkantor Scheuermann entbot den Kollegen ein inniges Willkommen im Namen des Ortsausschusses. Für den Vorstand der.Israelitischen Gemeinde und den Preußischen Landesverband sprach Herr Iustizrat 93 ta u. her die Zeit zurück ersehnt, ba jeder lärmig oin jalM? Mm" l'" Thornmisjenj unb jebes Milglleb ein Chasan war. Das Ideal sei, das alte Chajonus in Gemeinschaft mit dem Gemeindegesang wieder zu beleben. Die Israelitische ReligionsrfeIlfW.* ön:r11 ÖQCDÖ NMlihsi.ni Dtrireien, Der in seiner Ansprache die Doppelstellung des Ehasons als ~ n^v und in Anknüpfung an die Terminologie des Maimonides als . ip> •>?:> zeichnete, ein Instrument, dazu berufen, nicht nur die Gebete der Anoächligen emporzutragen, sondern die Gottesfurcht auch in sie Herzen derer zu senken, die sie nicht in das Gotresyaus milbringen. Herr Rabbiner Dr. Jacob H o r o v i tz sprach im Namen des Alt g e m einen Deutschen -n «b b i n r - f T 5 n ö 6 s floer Düs «noe NürbllNt Den] ein und di« hatmonische Zusammenarbeit von Rabbiner und Kantor. Es sprachen noch die Herren Dr. Höxter für den Reichsoerband der jüdischen L e y r e r-Le re ine und Rabbiner Dr. May für die drei Logen in Frankfurt. Diesem höchst eindrucksvollen festlichen Auftakte folgte ein geschäftlicher Teil, der aus jem Bericht öes Vorsitzenden und Mitteilungen des Ortsüll§ftf)llll0ß ÖfipflHD. £\e Kamorentagung fügte sich in den Rahmen des „Sommers der Muslk" ein, und war ihr Programm den Veranstaltungen der Musikausstellung angepaßt, insbesondere Ipietren die „Tage der jüdischen Musik" in den Arbeitsplan der Konferenz hinein. Am Sonntag-, Monmg- und Dienstagabend waren die Herren Gäste der iuü»scb-n Konzerte im «Saaffactu, deznr. im der AstiMS. VsMslnsame Währungen durch di« Musituussteuungen waren vorgesehen. Am Montag vormittag fand im Beethovensaal ein Vortrag des Herrn Oberkanlor Pros. Emanuel K i r s ch n e r aus München (der Greis und Altmeister der Synagogenmusik war wiederholt Gegenstand herzlicher Ovationen) über „Die historische Entwicklung des Synagogengesanges unter besonderer Berücksichtigung des süddeutschen Ritus", wobei auch Herr Kantor I. B. Levy, Frankfurt a. M.. mitroirfre. Wir t-MW WZ llUZIHMUll Mrilhl Ml uen Vonrag vor. Momag mittag vereinigte 'ein gemeinsames Mittagessen im Hotel Ulmann, das sich durch geistvolle .Reden unter der Hand zu einem Festmahle schönster Art gestaltete, die fangesfrohen Kollegen. Darauf würden die Beratungen im Plenum in der Loge ,Marl zum'Liydenberg" fortgesetzt. Auf der i^gesorfcming ftanben RechEMMMU MMi Sasungslmdetung und Anträge. Dör Tag schloß ab mii einem gemeinsamen Abendessen im Hotel Ulmann, bei dem die Geselligkeit wieder vollauf auf ihre Rechnung kam. Rheinfahrt der Agudas Tisroel-Tugendgruppe, Frankfurt a. Ai. Am Sonntag den 14. Äügust. veranstaltet die Frank-' eine NUiWUl'Mn Irnnffurl nach Kvölonz und zurück. Sie hat zu diesem Zwestss einen Dampfer gechartert. Das Billett kostet Mk. 4.50 für Mitglieder der Agudas Jisroel-Jugendgruppe und deren ÄN-'- gehörigen, für Nichtmitgkieder Mk. 5.—. Um eine Ueber- ,kcht über Teilnahme zu bekommen, werden Anmeldungen sofort an die Adresse des Herrn Walter Joseph, Frankfurt a. M., Waldschmidtstraße 72, erbeten. Hort für jüdische Mdchen. Vir raerDtn WMn. auf Don MM is M Nummer nschMälL Zu verweisen. Gefällige Zuwendungen aus das Postscheckkonto von Frau Besthofs, Frankfurt a. M., Nr. 51113. Bezirkstag der A. J.-Jugendorganisation. Sonntag den 3. Juli findet in Guxhagen ein Bezirkstag statt, bei dem bekannte Redner Referate halten. MfonalißiL voller Rüstigkeit beging am letzten Sabbat Herr Isidor S u l z b'äche r seinen 70. Geburtstag. Herr Sulzbacher versieht ehrenamtlich mit seltener Hingabe das Amt eines Oekonoms am Jüdischen Heim. Wir wünschen ihm eine weitere lange Reihe von Jahren-unverdrossener Arben Pemnsratevdtt. Verein IRefoc Thajim. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge.ä’i'i Herr Dr. Elieser Posen. — nachmitt. 4‘/4 Uhr, K1»a, Herr Dr. Willy Hosmann. — 1 Std. vor Nacht im Hörsaale, Herr Joachim S ofs er. Sonntag (ebenso Mittwoch) morgens nach Schluß der Synagoge, vn« "n. Herr Red. Schachno- TOtÖ: - T7t M MkWTllMW IMMvk vor mm), v'nvs;s» m HM I. Soffer. — vorm. QlU Uhr (ebenso Dienstag 1 Stunde vor Mincho) s'hm Herr Rabb.-Ass.G.Posen. Montag und Donnerstag morgens noch Schluß der Synagoge, mw», Mitgliederlernen. — abends 7 Uhr (ebenso Mittwoch) nncr jnm, Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. — abends 8^ Ahr (ebenso Donnerstag), «q» «m Herr f8|J|{ Dienstag und Freitag morgens nach Schluß der Synagoge, nwn, Herr Dr. Elieser Posen. Jeden Abend 8% Uhr im Dereinslokal v^° Lernen, Herr H. Halpern. Ja hrzeits-Stistu n gen: N2V. 2. Juli. Leopold Wallerstein-Stistung. Sonntag, 3. Juli.. David Freund«Stiftung. Ugnba» 3i*re el-3a|Cnt||C>|^|, iffiBtmmsi ist gtüMtt. Doniuafl nadjinütaß von 3-10Uhr abends, Montag—Donnerstags abd _ 30. Juni 1927 oon 7—10 Uhr, jnff vorm, von 10—1 Uhr, nachm non 3 bis 10 ithv). ®DHHf8§. HlU AWrungrn, A«lr Leop. Oppenheimer. 8—9Uhr vorm., ebenso Mittwoch 9 Uhr abends Börenstr. 12. — Gemoroh Kidufchin, Herr Ch. I a eo b ow itz, 2—3^2 Uhr, ebenso Diens« tag Va9 Uhr im Vereinslokal. Montag bis einschließlich Freitag, Gemoroh Sewochim, Herr Dr. S. Ehr mann. 7—2/48 Uhr vorm, im Vereinslokal. — Gemoroh Bowo Mezio, Herr Herm. Hirsch barg. Hegelstraße 13 (auch Donnorstaa) »/L m» Lbällds Mchnaivs Schabbos, Herr R. A. Martin Katz, M Uhr (auch Donnerstag) im Vereinslokal. Dienstag, Gemoroh Kidufchim, Herr Dr. I. Posen, Am Tiergatten 42, 8l/a—10 Uhr abends (ebenso Samstag V2I1 Uhr) — Gemoroh Bowo Kamo. Herr Dr. W. Hosmann, ^9—10 Uhr. — «Sernarah Herr S>tf f gJflSlB MöDDüi V2Ö Utjl) 3/49-10Vi UM. Schabb 0 s, Schulchan Oruch, Herr Gerfon S chne.rb 3Ul2 ^i Uhr im Veceinslokal. — Mischnajös, Herr Lehrer Hirschberg. 12-1 Uhr im Vereinslnkal. — Gemoro Ktduschin, Herr Tarsis, 2V2 3'/2 Uhr. — Chaje Odom, Herr B. Pun, 4 -5 Uhr im Vereinslokal. — Chumifch m. Raschi. Herr SR. A. W im Dßlr einslokal — Gemoroh Gewochim, Herr Dr. S. Ehrmann, 3/4 Std. vor Nacht im Vereinslokal. Az«da» Jisroel-INädchenßruppe. Sonntag, Ausflüge nach vorheriger Anzeige. Montag, T'nach, abends ^9 Uhr, Herr S. Una. Uhlandstratze 58part. Dienstag, T're Osor (geschl. Arbeitsgemeinschaft), ll29 Uhr, Herr Dr. Weg er. Zobelstratze. - Jüdische Literatur. V29-V2io Uhr, Frl. Joel, MMslMPßl. Mittwoch, Handarbeitsaöend (evt. mit Referaten) ab l/29 Uhr im Dereinslokal. D onnerstag, Dinim, 729 Uhr, Herr Lehrer Hirschberg im Vereinslokal. — Bereschis (geschloffene Arbeitsgemeinschaft) lk8—1/29 Uhr. Herr Dr. S. Ehrmann, Hanauerlandstr. 151. Schabbos. Schemuel I. Herr Julius Ser»in, otrc&t naco 0mm im Vmimiötzs!. - Z'Lno ur'eno, Frl.Marta Marcus, 11 Uhr im Vereinsrokal. — Chumifch mit Raschi, Herr Lehr.Hirschberg, 4-5 Uhr im Dereinslokal. — Jeschajohu (11 tägig), Herr Dr. A. Merzbach, Uhr im Vereinslokal. Lhes-VerÄs. rill Wh!,MM8 Tost. ©Bll RedakteurS. Schachnowitz. - Beshamidrafch, Ostendstroße 15. Bon Sonntag bis Donnerstag einschl. allabendlta non VS -9Uhr 7,1212 'vn, Herr Ravü. M. Karpei rruy'Schiurdes Herrn Dr. Jsaoc Breuer Sonntag oorm-.M Uhr. Dienstag bis Donnerstag abend 8 Uhr^ „ ( D'»-Beteln II mufti) D» von Gamswg abend om einschließlich Donnerstag abends nao, V. 2. A. (Frankfurt a. M.) Stellenvermittlung: Es werden Oberlehrer für deutsche und ausländische Realschulen und Gymnasien mit Fokrultos für 3)^11 Ildl WfflW ThMis uni ma^w!^n?chafttn gejucht. Die Stellenvermtttlungszentrale des B. j. Ä.. Adresse Rechtsanwalt Martin Kafr. Frankfurt am Main, Rotzmarkt 28. Jüdischer Furneröund. S 0 n n t a g. 3. Juli, Rheintour. Führung Frl. Kahn und Herr Hermann Hackel. Treffpunkt 5V* .U&r^cmfttmfjn^f. MYss ^ÖÖESQCim, lllSÜllllff Mandnung nach dem Nieveiwald-Donkmal, Noffsl, Aulhausen, Höllenbachtal, Aßmannshausen, Lorsch. Fahrtkosten einschließlich Dampferfahrt ca. 3 Mark. Wir bitten um rege Beteiligung. Gäste willkommen. Gebetzeiten. NPN N2V Freitag Abend 7.45 Samstagnachmittag 5 Samstagabend 9.40 iVochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 7 15 Tefilin-Legen am Alorgen 2.45 AamMennachrichten. B a r m i z w 0: Salo, Sohn des Herrn Naftali Geld, kl. Obermainstr. 23 pt. Synagoge Nieoerhofheim, Rechneigrabenstr. 11. — Karl Heinz, Sohn des Herrn Dr. Ferdinand Dreysuß, Frankfurts. M., Wilhelmstr. 18, 2. Juli 1927. Synagoge Unterlindau. — Alfred, Söhn des Kreisrabbiners Dr. Baßfreund. OFlSi ~ 3BM: 0M Ükß Will Bkrthvld DüUtzö, Miburg I. P., Kourabsftatze 33. mpys wvp nav-