Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1927-05-12 · Heft 19 (12.5.1927) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
68 (1927)
Issue
Heft 19 (12.5.1927)
Date
1927-05-12
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-2450442-2450461--74038-2531484
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

12. Mai 1827 Der 8 , r a « l t t Nr. IS Tritt 18 WrWnMM * kächttcdlen. Li»gL«»1»d. VW IrkiiivkWrictz im 8r!üstM> AirihäUI. London, 6. Mai. Im House of Lords wurde heute das Gesetz zur Einschränkung der Fremden-Einwanderung in zweiter Lesung, vorgenommen. In dem Bericht wurde erwähnt, daß in vielen noch unruhigen Teilen Europas für viele ein Drang besteht, nach England zu kommen, wo aber Uttl mMQiißit Wß MMMtt M erwünscht erscheinen lassen. Lord Haldans sprach sich für die Ablehnung der Bill aus, . die, wie er sagte, schließlich erwünschte Elemente ebenso fernhält wie unerwünschte. Die Bill nehme England den Vorzug, auch weiterhin ein Asyl für diejenigen zu sein, die. politischer und religiöser Verfolgung entronnen sind. Er wünsche die Zulassung von Fremden, deren Vorzüge den nationßff)] der Briten ein ©egengeimdjt bieten.; Die Vill wurdL M nammmcyer Abstimmung mit 58 gegen 20 Stimmen ang e n o m m e n. Die neue Sowjetregierung. London, 6. SÜRot We aus Warschau gsmsldsl mp, ist unter Den Mitgliedern des neuen Rates der Volkskommissare, also der eigentlichen Leitung Sowjetrußlands kein einzig e r Jude. Das zentrale Exekutiv-Comite, das 450 Mitglieder umfaßt, hat 20 Juden in seiner Mitte. Unter den 199 gewählten Mitgliedern befinden sich sechs Juden. Gegenüber den Legenden von dem ausschlaggebenden (Ein^tujj feer Öuben in der Sowjet-Negierung lind disft Ziffern recht beachlensmerl. Jlmcrila. Grundsteinleguntzsfeier zur Rewyorker Jeschiwah. N e w y o r k, 1. Mai. Die Grundsteinlegung für das Gebäude des Jefchiwah- 6>OlI'E0ES BßJT älflfFiffi 0314Jput« unter einbructsöoUen Felerlichkelten völlzögsn.' Zahlreiche Nettrem Der Union orthodoxer Rabbiner in den Vereinigten Staaten und in Kanada hatten sich eingefunden. In den Ansprachen kam zum Ausdruck, daß nach dem Zusammenbruch des jüdischen Lebens in Osteuropa infolge des Krieges und dsr Bürgerkriege die Iudenheit in Amerika und in Palästina Uk Fügung in jMWtt »gltgigsM Mlur übernehmen müsse. Die im Bau befindliche Jeschiwah ist als eine Erweiterung des nach Rabbi Jizchak Elchanan benannten theologischen Seminars, des ältesten orthodox-jüdischen Seminars Amerikas, gedacht. Jetziger Präsident des Seminars ist Dr. Bernard Revel. Aus Anlaß der Grundsteinlegungsfeier hat Frau Mina Satinsky aus Philadelphia zum Andenken an iijm uffltortimn mim firn D£m 5000 lar für einen Hörer der Jeschiwah errichtet. Eine gleiche Stiftung in Höhe von 5000 Dollar machte Herr Israel Rokeach aus Brooklyn. ftaläftimt« Bis UßMimiuna des DMiHS'lte Waisenhauses. Jerusalem, 1. Mai. Die Waisen sind in ihr eigenes Heim, den nun ertigen schönen Bau auf Gibath Saul eingezogen. Bisher befand sich die Anstalt in nem Mietshause am Russenviertel. Von offiziellen Feierlichkeiten wurde abgesehen. aber unter der Hand wurde eine Art Festzug t Wnßii innßriM ni$t mW?: Der Spitze gingen die Vorsteher unb Freullde öll* Anstalt mit Thorarollen in der Hand, denen die Waisenkinder in Reih und Glied folgten. Im Hofe des neuen Hauses hielten zu Herzen gehende Ansprachen, die Herren Oberrabbiner. Sonnenfeld, Rabbiner Klatzk i n, die Vorsteher und auch einige Zöglinge des Waisenl^crnses. Dsr Generalsekretär der Anstalt. Herr Saimikl ffi II ö: G r > stkkishlrt? ttb<-r Uc Antsts^ung ß&U* ses und teilte mit, daß seit der Inangriffnahme der Bauarbeit vor sechs Jahren zirka 63.000 ägyptische Pfund in . das Werk hineingesteckt wurden. Etwa 7000 Pfund schuldet die Leitung an Banken und Lieferanten. Benötigt wird noch zur Vollendund der Anstalt ein Betrag, von 40.000 Pfund. Die Arbeiter am Bau waren über 97 Proz. Juden. Die Holzverarbeitung sowie die Inneneinrichtung wurden in der Schremerei der Anstalt durch die Schüler ausgeführt und angefertigt. In den Reden wurde des Begründers und aufopfernden Leiters der Anstalt, Rabbi Drskius l>"5n . nnb feiner Gattin w.MilMl unö ehrenvoll gevachl^ Wn, W?^n»ng begab sich mit sämtlichen Zöglingen auf den Oelberg, um am Grabe des großen Rabbi den Segen Gottes auf dessen Werk herabzuflehen. Personalien. pergprajp^ IO. Mai. 9ftn 7. Mar konnten rm. fym Herz M a a s und Ehefrau $ 1J tfj? n 8^ Wimpfheimsr düs seltene Fest des 60jährigen Ehej u b i l ä u m s feiern. Der Jubilar ist 87, die Jubilarin 84 Jahre alt und beide noch rüstig. 60 Jahre haben sie ein echt jüdisches Haus geführt, in dem Frömmigkeit und ivn geübt und den Kindern eingepslanzt wurden. Allsabbatlich kann man das altehrwürdige Paar Hand in Hand zum Gotteshause wandern sehen, das sie meistens als erste betreten. Lange Jahre war die Jubilarin 1. Vorsteherin des Israelitischen Frauenvereins tmä f)Qf ja Dis oeiin moQi raum WIM rMMt, Kranken unb Sterbende» ten Mm zu uöcn. 5 MnDer 17 Enkel und 4 Urenkel lieh Gottes Güte sie heranwachsen sehen. Dem Jubelpaar rufen wir zu: d'-nfsti nsn i» rarri pin Wiesbaden, 10. Mai. Einen schweren, unersetzlichen Verlust erlitt dieser Tage die Familie Leopold Herz. Nachdem der Vater erst vor einigen Monaten verschie- Dßll &rlQfl M WkiWW mih f «“7 1**1: im Alter öS» 41 Jahren Allem MglMN Unfall aus VkM Gelände seiner eigenen Fabrik.- Er war Nicht NUk ein rühriges, für Alles sich interessierendes Gemeindemitglied, sondern förderte mit warmer Liebe und offener, gern spendender Hand alle Wohltätigkeitsinstitutionen der Stadt, neben viel njm. die er privat und diskret übte. Der Unterstützungsverein, die Zentralwohlfahrtsstelle, deren Ausschuß er angehörte, verlieren an ihm eine rührige Kraft, ganz besonders aber die Rituelle Küche fÜF y-^jrJfijänTte 2trme^ die gum größten Teile feine Schöpfung mar. Möge sein ftnUnfen »leie 4stregen, ln seinem Sinne GemillUS ChetzeD zu üben, UM einigermaßen die Lücke auszufüllen. Die Gesamtgemeinde trauert mit den schwer betroffenen Angehörigen und die vielhundertköpsige Lewajoh, wie sie wohl das. Bes Hakneßes der Altisraelitischen Kultusgemeinde seit ihrem Bestände noch nicht gesehen, zeugte von der Beliebtheit und Achtung, deren sich der allzufrüh Entjdjta|ene in allen Kreisen ohne Unterschieb des Standes und dkl Kknse^I"44 Areale. Gelnhausen. 8. Mai. Sein övjührrges Geschüftöjubiläum beging Kaufmann K. M o r i tz dahier. Oberlauringen» 8. Mai. Zu einer überwältigenden Kundgebung letzter Liebe und Verehrung ward die Beteiligung an der am Dienstag, 26. April (24. Nißan) stattgefundenen Lewajoh des plötzlich im israelitischen Ärankenhause Würzburg int Alter von 64 Jahren ver- ÜpvLnen »DS (B 0 I D \ti I L W Gotteshaufe, wohin man den p-'tgebracht, würdigte m lungeren zu Herzen gehenden Ausführungen S. Ehrw. Herr Distriktsrabbiner Dr. Stein-Schweinfurt, die Verdienste des Heimgegangenen, während einer 33jährigen Tätigkeit in Schule, Synagoge und Gemeinde. Nach ihm sprachen Lehrer Blumenthal-Hofheim für den israelitischen Lehreroerein Bayern, Hauptlehrer Lamprecht sür den bayerischen Lehrerverein und den Bezirkslehreroerein Stadtlauringen, dem der Verblichene 45 Jahre ßimWfti iM MM Neunter, früher Meßbach, als Nachharkollege und im Aufträge der tsrae» litischen Gemeinde Poppenlauer, in welcher er 13 Jahre gewirkt hatte. . Em letzter Liedergruß aus Kollegenmund. Dann trugen wir ihn aus der hell erleuchteten, im Roschhafchonoh-Kleide stehenden.Synagoge hinaus zum Veth Olam. Groß ist der Verlust der Familie und größer fein Heimgang für die trauernde Gemeinde. Möge die Sant. welche er gestreut, reiche Frucht treiben, m nüfiüi £mm Ml umlontt skftüM Heßdorf. 3. Mai. Eine schlichte, schöne Feier veranstaltete am 1. Mai. die Kultusgemeinde Hehdorf zu Ehren ihres hochverdeinten nun in den Ruhestand tretenden Oberlehrers Anfänger. Kultusvorstand Josef S ch i l d E widmete dem über drei Jahrzehnte in der Gemeinde segensreich Wirkenden im Namen der Gemeinde herzliche Dankesworte und übergab in deren Namen einen ' Nnhesessel. Zwei, Schülerinnen ehrten ihren VurcI} ffloriretg DdßHlßt}Iil Hjli nnger Dunkle in bewegten Worlen. — Mo^ dsm all» eite Verehrten noch ein langer, froher Lebensabend im Kreise seiner Familie beschieden sein. Treysa, 1. Mai. Das 25jährige Dienstjubiläum als Kreisvorsteher des Kreises Ziegenhain beging Herr Kaufmann Benedikt S t r u p p dahier vor einigen Tagen. Kassel, 1. Mai. Hier wurde ein Verein o-inn i-wogegründet, der sich zur Aufgabe gestellt hat, die Kranken ill Den FrllMlWlMlli g» %Um Voesitzendon wuM HM HllllpMhrkr 8. Mumsnn Oldenburg, 8. Mai. Sonntag, den 1. Mai wurde hier das 26jährige Ortsjubiläum des Lehrers Meyb e r g, der zugleich auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken kann, gefeiert. In der bis auf den letzten Platz gefüllten Synagoge fand ein Festgottesdienst statt, in dem der Jubilar nach Verdienst gefeiert wurde. Chöre und musikalische Darbietungen eines Streichquartetts wechselten ab zur Verschönerung der Feier, die Herr Lehrer Bernheim, Varel, als Kantor leitete., Im Mittelpunkt der Feier stand die Festpredigt dks' Landrabbiners Dr. de Haas, dem sich Ansprachen des Vertreters der Lehrervereinigung Ostfriesland-Oldenbnrg-Bremen und der Oldenburgifchen Lehrerschaft ansHlösfttt. «Bat «Mlikt Der Wer Welk Die WMtzk des Herrn Meyberg, die einen Rückblick dUf fSiN Wlkköll und Gebet und Dank an den himmlischen Vater enthielt. — Der Nachmittag vereinigte Freunde und Kollegen zu einem Festmahl, bei dem Herr M. wiederum durch viele Ansprachen gefeiert wurde. Möge es Herrn Meyberg vergönnt fein, noch viele Jahre in Gesundheit seines Amtes zu walten! Luxemburg. 5. Mai. Kurz vor Peßach verschied hier kn mijMs ä, u. Solomon amomann m wm von fast 83 Jahren. Friedmann, geboren in Höchheim (Untersranken) war noch zur Zeit des fel. R. Loser Ottensooser hervorgegangen aus der Höchberger Präparandenschule, besuchte dann das König!, bayerische Lehrerseminar in Würzburg und bekleidete hierauf verschiedene Religionslehrer- und Volksschullehrerstellen in Königshofen-Trappstadt, Ottensoos, Altenstadt i. Bay., Nennkirchen und Illingen (Saar). Er war ein Meister des alten jüdischen Chasonus und übte das Amt des Bvrbeters ans Liebhaberei, trotzdern er schon lange Jahre im Nnhcstanüi idtf, n?4 an den Iomim Noroim aus. Auch als Iugenderzieher errang er sich stets Anerkennung bei seinen Vorgesetzten und die Liebe und Dankbarkeit seiner zahlreichen Schüler. In Luxemburg verbrachte er in Rüstigkeit einen heiteren, sorgenlosen Lebensabend in der Nähe seiner Kinder. Am Erew Schabbos Hagodol bettete man ihn in Ettelbrück zur Nutze. Sein AnbenkeN sei gelegnen Gerolzhossn, 5. Mai. Ein großer Trauerzug geleitete die sterblichen Reste der Frau Jda Selig, die nach schwerem Leiden das Zeitliche gesegnet, zur letzten Ruhestätte. Nur vier Jahre hatte sie ihren Gatten, unseren unvergeßlichen ehemaligen Kultusvorstand Adolf Selig, überlebt — konnte sie dessen plötzlichen Heimgang 'a niemals überwinden. Am Grabe sprach Herr Rabb. Dr. Stein mit Rücksicht auf die durch die Zeit gebotene Beschränkung in gewählten Worten Über das überaus innige Verhältnis Ur WWn URÖ ÜfiflF IU gast- und kunstfrsundliches Haus. Lehrer Reiter gedachte in kurzem Abschiedsgruße der edlen Verblichenen und dankte für ihr vielseitiges wohltätiges Wirken, durch das sie sich ein bleibendes Andenken gesichert habe; während C. V. Brodmann im Namen des Frauenoereins, dessen Führung die Verblichene 35 Jahre inne hatte, Worte des Dankes und der Anerkennung zollte. irasinpr!ck>sellsfM. 07.. AMl. Wans DWS MSSSIZ konnte Der in seiner Gemeinde, bei KdllöZsK unö kannten beliebte und geachtete Lehrer Salomon Vier-, schild auf eine 25jährige Tätigkeit in der israelinschen Eultusgemeinde Prichsenstadt zurückblicken. Trotzdem sich der Jubilar gegen eine Feier ausgesprochen hatte, ließ es sich die Gemeinde nicht nehmen, den Ehrentag ihres Lehrers und Führers wenigstens in einfacher Weift fsstlich zu DQflOÖßn. MllWMM ii MW brachte in treftenden Worten die AnökköNNUNg UND Berr ehrung: der Gemeinde zum Ausdruck, worauf Lehrer Bierschild herzlich dankte. Als Zeichen der Dankbarkeit und Anhänglichkeit überreichte die Kultusgemeinde ein ebenso hübsches wie praktisches Geschenk. Von Vorgesetzter Stelle wurden dem Jubilar ebenfalls warme, ehrende Worte zuteil, welche die Tüchtigkeit des Lehrers, feine gewissenhafte, verständnisvolle und aufopfernde Tätigkeit rühmten. Lehrer Bierschild ist mit seinem lravNpnell nemählten Beruf <B«lter und Großvater waren kkUokirUt.« U.i i hci » . ... ebenfalls Lehrer) eng venoachfen und uvt dknftU^n nick vorfildlicher Gewissenhaftigkeit aus. Möge es ihm ver» gönnt sein seine ihm liebgewordenen Pflchten noch lange erfüllen zu können zur eignen Genugtuung, zum Segen der Jugend und zum Heile des Judentms. frankfurter Berichte. Tteues aus der Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Am kommenden Sonntag, den 15. Mai, findet ein Waldausflug der Mädchengruppe unter Leitung von Frl. Fanny Werthan statt. Treffpunkt 2.30 Uhr am Uhrtürmchen Friedberger Anlage. Das Sommerprogramm wird demnächst fertiggestellt. Es wird daher gebeten, etwaige Wünsche zur Abänderung nnver^ÜAlich dern Worstand einzureichen. blUNlt dlSelllen noch'tzriü^sichi'gt köllllen. Schäumer Mizwah. Anläßlich des Ablebens von Nathan Adler W rinbct der allwöchentliche w der Chewras Schäumer M i z w o h am oav vormittag nach Schluß des Gottesdienstes Friedberger Anlage in der Wohnung des Dertorbenen Theobaldstr. 11 statt. ö'S vis ününrl einer TOWHTBR zeigen an Max Friesländer und Frau Flora geb. Katz Frankfurt a. M., 12 Mal 1927 Uhlandstr. 39 i'Bin i"« " z. Zt. v. Rothschild'sches Hospital, Röderberg-weg: 97

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.