Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 52 (23.12.1926)
- Date
- 1926-12-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ftuilktonveilage Br. 52 Rinderecke. Jüdische Kulturbilder für die Jugend. Von Julius Straus. mn-) 11 3. Wer am Sabbat spart . . In einer Stadl wohnten einmal vier Freunde. Drei von ihnen kauften jeden Freitag soviel ein, daß sie am Sabbat drei festliche Mahd zeiten halten konnten, wie es auch unsere Frommen früher immer getan. Und wenn sie an Wochentagen gar kärglich lebten und oft mit Brot und Kaffee zufrieden waren, für Sabbat reute es sie gar nicht, auch wenn sie viel Geld für ihn ausgeben mußten. Dafür gefiel er ihnen auch gar gut und sie kannten kein größeres Vergnügen, als wenn sie nach beendeter Sabbat- Mahlzeit wie Fürsten an der weißgedeckten Tafel saßen, allerlei Lieder sangen und zuletzt das Tischgebet zu Dreien beten konnten. Und wenn dann am Schluß jubelnd der Ruf erklang: ..Er Met Mißvm in m HiMMLlLW^ er bringe Frieden für uns und gang Israel. Amen!", dann war es ihnen, als ob tausend Sabbatengel durch den Raum schwebten und aus allen Winkeln immerfort der Ruf erschallte: Amen, Amen, Amen! ... Da horchten sie freudig und still und keiner wagte, das feierliche Schweigen zu stören. — Alsdann holten sie aus dem alten Schranke jüdische Bücher und lasen und lernten darin. Der vierte Freund nahm nie teil an dieser Feier, so oft sie ihn auch einluden und. ihm sagten: „Wie herrlich und schön ist es doch, wenn wir Freunde so beisammen sitzen und den Sabbat shrsrr", Qab er immer gwr fjUf}£ fein Geld dafür, ich muß sxarsn, daß ich auch etwas habe, wenn ich einmal alt geworden bin." So war er ein. rechter Geizhals geworden, aß auch am Sabbat lieber trockenes Brot und lebte für sich. Allemal am Sabbatausgang, wenn Hawdoloh gemacht war, rechneten die treuen Kameraden aus, was sie für die Sabbatmahlzeiten ausgegeben hatten und jeder zahlte gerne seinen Teil und freute sich schon wieder auf den nächsten gram taten p an .Dan »Hanr«z;n freudig jede Arbeit, war sie auch noch so schwer. Der Geizhals lachte in sich hinein und jeden Sabbat-Ausgang legte er heimlich soviel Geld in ein Säckchen, wie er am Sabbat gespart hatte. Auf solche Weise hatte er bald eine hübsche Summe Geld beisammen. Die Andern schafften als Kaufleute an den Wochentagen, aber trotzdem sie recht emsig waren, sparten sie noch nicht halb soviel wie unser Geizhals. Einst reisten die vier zusammen nach einer fernen Stadt zum Jahrmarkt. Weil aber damals noch keine Eisenbahn und keine Autos fuhren, mußten sie den mühseligen Weg zu Fuß gehen und übernachteten in einem einsamen Gasthaus. Dort unterhielten sie sich miteinander. Der Geizige erzählte: „Ich habe mir jetzt Ute! Geld gespart. Sehen <Sab£>atj Stall sM gegessen und" gmumen habt, da aß ich lieber trocken Brot und behielt mein Geld. Hättet ihr es nur auch so gemacht. Seht, dieses Säckchen voll Geld habe ich dadurch gespart." Dabei legte er ein dick gefülltes Söckchen auf den Wirtstisch. Es klang wie lauter Silber und Gold. Betroffen schwiegen die drei Freunde still, sahen sich gegenseitig an und dachten: „Waren wir wirklich solche Verschwender, daß wir soviel hundert Geldstücke für Sabbat hergegeben haben?" Aber sie sagten kam Wart Dazu uno Wm sich zu B-Il. Ankern Tags in aller Frühe machten sie sich auf und wanderten dem Ziele zu. Der Geizhals aber eilte nicht und ging erst viel später fort. In . einem dunkeln Wald wurde er von Räubern Überfällen und niedergeschlagen. Sie nahmen ihm alles weg und fanden auch das Säckchen mit dem gesparten Geld. Sie hielten ihn für tot und ließen ihn liegen. Nachdem er viele Stunden betäubt dagelegen, wachte er auf. Mühsam schleppte er sich irr den „Liehen uiw traf von wimr m Freunde. Als er timen allss sihZhlt h«lle,, &« sprachen sie ihm zu: „Siehst Du, was Du an all den Sabbaten gespart hast, gabst Du jetzt wieder her. Danke Gott, daß Du am Leben geblieben bist." Sie borgten ihm Geld, damit er wieder Waren kaufen konnte, denn er war nun bettelarm und sie halfen ihm aus der Not. Von da an faßen sie jeden Sabbat zu vieren an der Tafel. 4. Prinzessin Sabbat nimmt Ab- - schied. Den ganzen Sabbat ist sie bei uns geblieben und überall ist sie eingekehrt. Nun aber geht der Tag zur Ruhe. Wie ein feurig roter.Ball versinkt die Sonne hinter den Bergen. Gott befahl ihr: Geh wieder in dein Zelt, der Sabbat wird bald enden. Da rüstet sich auch Prinzessin Sabbat zürn Abrieb. jföf Ellsigk vm Starnfetri gum HimmMwr hinausgsschsbsü hat, muß sie fortreisen. Zum Abschied singen wir ihr ein schönes Lied „Ledowid boruch", beten andächtig und reichen ihr als Abschiedstrunk einen Becher Weins-und köstliches Gewürz. Hochauf strahlt noch einmal die bunte Kerze, um dann zischend M verlöschen. Ehe sich die Leute recht besinnen, ist die Fürstin fort. Und weil es ihr so gut gefallen, will sie nächsten Sabbat wieder kommen. Jung und Alt freut sich heute schon darauf, denn schön ist der Sabbat. Darum München die Kinder allen Leuten: „Gut Woch!" In )er Woche da zählen sie die Stunden bis zum Sabbat und am Sabbatausgang freut man sich mteDar auf Don NSGrn sm«i. Sram nennen wir Juden auch die Wochentage also: der erste Tag zum Sabbat, der zweite .. .,»der dritte ..., und den Freitag nennen wir den Vorabend zu Sabbat. Dauerbrandöfen besonders gut und prjeis wert riWlje AuKwaU Teilzahlung E. Hagre & Go. Am Eschenheimer Tor 3, früher Stadtgarten Ls ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesehllchen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. SiS Ycrbrennfen sich nicht wenn Sie alsEnthaanmg8mittel„LERAS6RuDr.WE]LderScliwanen- Apotheke, Frankfurt a. M., wählen, da es individuell abgestuft ist in stark—mittel—schwach, und somit jedwedem Bartwuchs' und'aücir der zartesten Haut gerecht wird. Haupt-Depot: Schwanen-Apotbeke Frankfurt a. M, wo auch Versuchsmengen kostenlos erhältlich sind ERMASSIGTE PREISE: Dose mit Vs kg. Inhalt ä RMk. 2.50 einschl. 1 kg. Inhalt ä RMk. 4.50 einschließlich Dose. Jac. E. Eisenmann Telelon Carolus 42493 Grfinestrasse 12 Subdireklor der Victoria Versicherungs-Gesellschaften Vermögen: 220 Millionen Mark Fachmännische Beratung in sämtlichen Versicherungszweigen L. BARBARINO Frankfurt a,M. INHABER -A. 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Kaufmann in Sprendlingen (Kr. Offenbach). — Verlag' .Israelit", G.m.b.H., Frank, r.rt u. ru. — Druck German Verlags« Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M. 67