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Der Israelit · 1926-03-11 · Heft 11 (11.3.1926) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 11 (11.3.1926)
Date
1926-03-11
Page
– (sequence 26)
Language
German
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Seite 4 Nr. 6 lLiMärMl926 In der Gründungsversammlung des Zentralvereins wurden vier Leitsätze angenommen, die seitdem die Grundlage der Zentralvereinstätigkeit gkvlwkl 8dM. öm kisleu SrunDfüg mu es- „OBih öeuücgen ismaißDürae. IudiieOju Glum bens stehen fest auf dem Boden der deutschen Nationalität. Unsere Gemeinschaft mit den Juden anderer Länder ist Keine andere als die Gemeinschaft der Katho üben und Protestanten Leulschlands mit oen Katholiken und Protestanten anderer Länder'. Angesichts dieses Grundgesetzes dürfte zu erwägen sein, ob Man es nicht nur in gewissem Nach den großen Meetings von Hartem und Bronsville veranstaltete Montag, den 1: März (Schuschan Pürim), die Ostseite' ein Massen-Meeting und einen Empfang äu Ehren der Führer der Weltorganisation der Wiüjlis niorool in Dor ffoonßF Union. UaeoB Monßßim. unD Dl ©. Chrmann hatzön am!*, mit stükmischsm Bsifall aufgenommene Reden gehalten. Die Versammlung bereitete den Agudaführern rauschende Ovationen. Rew-Dork. Auf den Rät Dr. S. Ehrmanns sind hier drei Esra-Klaffen gegründet worden, die den Namen Pirchee Agudah führen und mit der Agudas Jisroel eng verknüpft sind (wie hoffentlich bald auch der Esra in Deutschland. Red.). New-Vork. Sowohl im Zusammenhang mit dem Stephan Wise-Skandal wie vor allem auch durch Dr. S. "■rn v'rrvin amerikanische Gesetzestreue vom Misrachi ab und bei der Agudas Jisroel an. Zahlreiche Briefe an diese stellen fest, daß man bisher in Amerika über das Wesen der Aguda nicht oder falsch unterrichtet war. Hamburg. Das Landesdirektorium des „Keren Ha- Smne, sondern ganz unbedingt als eine Pflicht Ehrmanns Aistklärungsarbeit melden sich fortwährend eines jeden Agudisien betrachten mutz» dem Zentralverein fernzubleiben. Die vorstehenden Ausführungen beziehen sich lediglich auf die Mitgliedschaft im Zentralverein Es sollte keineswegs eine Aufforderung an die Orthodoxie ergehen, nunmehr in einen Kampf gegen bert -Qe ixt vertue rein eirigrtir eiert. Die Machten hat me ONyovorle heute nicht gegen me Vorkämpfer der bürgerlichen, sondern gegen die der nationalen Emanzipation und Assimilation auszufechten. Es liegt gar keine Veranlassung für die Orthodoxie vor, ihrerseits den Zweifrontenkrieg zu provozieren. Aber gerade wenn Friede herrschen soll, ist eine Respektierung der Grenzen notwendig. Eine deutliche Markierung der Grenzen ist schon oft in Angriff genommen worden, aber leider nicht mit dem Erfolg, daß sie überall als solche erkannt oder anerkannt wurde. Als Jsaac Breuers „Judenproblem" und „Ein Kampf um Gott" erschienen waren, da merkte jeder die klare Absage an den Zentralverein. Nur der Zentralverein wollte es nicht bemerken. Sein Organ brachte es nicht nur fertig, eine überaus anerkennende Besprechung des Romans zu bringen, sondern es nahm auch das Judenproblem gegen die Angriffe in der Broschüre von Judäa- Mmmii du özutschjui m Schutz. . Hegenuber dieser aus taktischen Gründen gu verstehenden Haltung des Zentralvereins und dem erwähnten „Jsraelit"-Artikel, der nicht der Meinung aller deutschen Agudisien entsprechen dürfte, war es notwendig, den Fragenkomplex „Zentralverein und Agudoh" in seinem ganzen Umfange Zur Diskussion zu stellen. Krz. ■ Ist etwa die stärkere Befestigung dev eigenen Reihen gleichbedeutend mS der'Dwmähme einer Operation an einem gesunden Körper, wie diese Hers? Botschko in sthnrarzen Sorben boeflellio SBJvb cimo b<£- Hilf Mmiil Mb I?8BfIB M _ JteH Bstschkä zu zsbränchen — zrnn Krüxz-ei zu maden und seinem Schicksal zu überlassend Gan^ und gar nicht!. Es handelt sich hier nicht um eine Operativ, sondern um eine Isolierung des gesunden TeiLes, um ihn vor Ansteckung zu bewahren. Oder geht das nm? wirklich. fg weit, daß minder Trennung zugewartet werden müßteßfe „99 Prozent von den Flammen der Feuersbrunst" erfaßt werden, bis? das Feuer auf die eigenen Reihen: übergreift und', sie durch eben diejenige Modernisierung-, und nationale Assimilation, welche auch Herr Botschkst perhorresziert,. zu ersticken dorht? Der Hinweis auf den Osten ist — in Paranthefe bemerkt — nicht stichhaltig, und die Ausführungen tragen — wie die Redaktion mit Recht anfügte —, den derzeitigen Zuständen keine Rechnung. Ich verweise austdie Mitteilungen der Palästina- Zenkrale der Agudas Jisroel. Im Hinblick auf den Touristenverkehr nach Palästina anläßlich des Petzach-Fesies machen wir darauf aufmerksam, datz wir in der Lage sind, für die Palästina-Linie des Lloyd Triestino Fahrkarten zu ermäßigten Preisen abzugeben. Auskünfte jeder Art werden von uns erteilt. Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel. Aus der Mwegllllg. New-Iork. Die Agudagruppen in Harlem und Bronsville veranstalteten anfangs voriger Woche zwei Massen-Meetings zum Empfang der Führer der Weltorganisation der Aguda, der Herren Jacob Rofenheim> Dr. Salomon Ehrmann und Leo Wrefchner. Samstag abend war die große Ohab-Zedek- Synagoge und Sonntag nachmittags die Amboy-Street- Shool gefüllt von Zuhörern, welche gekommen waren, um die prominenten Führer zu begrüßen und von der Arbeit zu hören, rnelche die Agndc» leistet. Qacob 91 o - | e n e i m eröffnete fcciijc i^iectxngs. (Sr (terl^ieie ütcr die bemerkenswerte Arbeit, die seitens der Aguda in Palästina geleistet wurde. Ueber den Zweck seiner Amerikareife sagte Herr Rosenheim: „Ich kam her mit der heiligen Mission, meine thoratreuen Brüder zu finden und sie zu vereinigen für die Arbeit, welche die Aguda zu leisten versucht." Dr. S. Ehrmann, Leiter der Palestine Central- Office der Aguda Jisroel, der damit betraut war, das Programm der Kolonisation und Landerwerbung in Palästina durchzuführen, sprach ebenfalls in beiden Versammlungen. Hunderte neuer Mitglieder traten der Aguda bei und viele neue Rekruten waren geworben für die Arbeit, die Idee der Aguda zu verbreiten, die seit der Ankunft der Führer unendlich gewachsen ist. In der Ohab-Zedek-Synagoge ergab die Sammlung über 12 000 Dollars. Ferner sprachen noch Rabbi Dr. Philipp Klein, MW smm Frlrstklnt mm ÄNN8, Jvsull L ö v y, mahreiw me Nllbvw Dusyovns lmö Dachowits in der Amboy-Street-Shool sprachen. ihora" in Deutschland bittet seine Freunde um neue oder (Tatsache, daß der Kultuspräsident der größten Gemeinde' gebrauchte Bücher, besonders um schöne Literatur gesetzes- Europas, Herr Krrfchbraun in Warschau, in einem Artreuer Verfasser (Lehmann, Judäus, Schachnowitz ufw.) 3>kel rm „Jud dre Trennung als die einzige Möglichkeit W MUlllUllllg 6M MlllkkMllAkklen in Den TlMllD lODrasötouiin des lircn DQiöDra in DDrtimimi ®HTsni kirchen, Magdeburg und Hannover. Adresse: H. Pels, Hamburg, Schauenburgerstraße 15. (Die Redaktion befürwortet diese Bitte aufs Wärmste.) Riga. Im Jahre 1925 sind von Lettland 94 Familien mit 307 Personen, ferner 333 Einzelne nach Erez Jisroel übersiedelt. (Im Jahre 1924 waren es 254 Personen.) Riga. Bei der letzten Volkszählung haben 89 Personen ihre Nationalität als jüdisch, ihre Konfession als christlich angegeben. Aussprache-Teil. Nochmals: Pie Gerechtigkeit auf dem Marsche. Gestatten Sie mir, sehr gehrte Redaktion, an die Erwiderung des verehrten Herrn Botschko in Nr. 4 aus einen Artikel des Herrn Ch. I. Eiß-Zürich einige Bemerkungen zu knüpfen. Wenn wir durch Herrn Botschko davor gewarnt werden, im Siegesrausch nach dem Genfer Erfolg der Aguda früheren zioiMstischen Fehlern nachzuahrnen. so rnäre etnsitiüen&e«, *»ten>öf>f ünr Uns ßenin^l b, tajj Hinweis auf i)'e lRorallehre non •mman -nur V^nr,-> und rrown Vk -p’-is Vissn" nicht an die richtige Adveste gerichtet ist; denn weder pocht die Aguda auf ihre Ktaft,.noch handelt es sich hier um das Unterliegen einötz' Feindes im geschilderten Sinne. Wir sind davon durchdrungen. daß der angebliche Uebermut bei der überwiHenden Mehrheit der Agudamitglieder völlig fehlt, daß strnür gar nie daran gedacht wurde, den Selbitändigkeitskampf anders als "vvm' dr '2mit geistigen Waffen aurzutragen und niemals -nfn* mit Macht gegen Macht odi»r mit Gewalt gegen Gewalt. Niemand hat durch die Ankündigung von Gewaltanwendung den Hinweis des Herrn Botschko auch nur im Geringsten gerechtfertigt. Daß die öffentliche Eingabe nach Genf um Gewissensfreiheit und um Beseitigung der Gewissensknebelung keinerlei Gewalthandlung in sich chließt, gibt er ja selbst zu. Wollte man nach den München der um jeden Preis-Politiker allen Dingen untätig zusehen, um den andern recht angenehm zu erscheinen, dann würde die Aguda freilich zu einem Batlonim- Verein. Wenn wir Herrn Botschko für seine Mahnung, die bei ferneren Aguda-Siegen hier und dort beherzigt werden kann, dennoch dankbar sind, so können wir andererseits feine Herrn. Eitz widersprechenden Einzelheiten, trotzdem M UM« mm Mi \m% M» um mm um tänden akzeptieren. Es besteht zwischen den östlichen und westlichen Agudisien kein Unterschied in dem Sinne, daß die einen oder anderen bloß eine religiöse Gemeinschaft in der Aguda sehen wollen. Wohl möchten aber die Gegner eine solche ^aus ihr machen. Wirtschaft und Politik stehen jedoch heute in einem derartigen Zusammenhang, daß diese Fragen untrennbar sind. Und so lind sich auch hier beide, sowohl die östliche als auch die westliche Richtung in der Aguda, darüber klar, daß diese eine weltpolitische und geistig kulturell unabhängige Oraönifanon ölMlellt, Di? am Das Droaramm Der SlQiiDa anaBlennenDD 3iiDon umfaßt gloichgullig. welche GemeindepoMk sie an ihrem Wohnort wählen. Das Programm der Aguda schreibt weder die Trennungsnoch die gemischte Gemeinde vor. Die Haltung der andern Organisationen dagegen ist es, welche sie als Geamtorganisation unmittelbar zur Trennung von ihnen zwingt. Es erscheint wahrlich zwecklos, sich mit Scholom- Theorien zu, befassen, wenn sie an den harten, nakten Tatsachen zerschellen. Scholom und Achdus sind zweierlei Dinge; nicht immer führt Achdus zum Scholom, oft gerade zum Gegteneil. Scholom kann auch unter Personen mit entgegengesetzten Weltanschauungen bestehen, aber Achdus nur unter Gleichgesinnten, sonst bleibt die Vereinigung nur auf dem Papier oder erfolgt auf Kosten einer der beiden Strömungen. Der Geist von Mosche Rabbenu, der auf den göttlichen Ausspruch von 'i^ inirr newrri. lieber das rrr nn» T13073 vorzog, kann nicht auf das Verhältnis der Aguda »klSkiM LlZMANrnm MSkxW mum fr wemger alb Die.von gegeDene BorMssetzllW van nmi hier nicht zutrisst: denn Aguda lernt tfn mrrvn inw" fur öie roeit?ye ksMÜjM W88lik8MZ 881° mmg, Tn 8iiM?n sinb 8tf BKihslNWk 8Mg üDniittt. Auch bezüglich Crez Jisroel m Herr Bolschkv zu optimistisch, wenn er glaubt, daß der ganze Jischuw sich wieein Mann dagegen erheben wird, spllte es sich Öltrum: handeln, für die Verteidigung der heiligen jüdischen Prinzipien einzutreten. Die Vorgänge in Erez Jisroel! beweisen, — ohne daß ich dafür Einzelheiten Vorbringen! möchte, — gerade das Gegenteil. So war es auch bei. dem Frauenwahlrecht, welches ohne den Alarm: derjenigen, die gerade auf dem Boden der Trennung: der Organisationen stehen, nicht verhindert worden wäre. Also handelt es sich darum, die eigenen Reihen zu' Mrken, die eigene Organisation durch engsten Zusammenschluß auszubauen, um mitzuhelfen, daß die Bested-> lung in Erez Jisroel in einer Art erfolge, die den überlieferten Vorschriften Rechnung^ trägt; dann — und nur dann — kann man dasjenige moralische und materielle Rückgrat haben, dessen wir gegen die allfäMgen Stürme der Zeit bedürfen. Herr Botschko gibt einerseits seiner berechtigten Freude darüber Ausdruck, daß der Völkerbund nach Anhörung der bis dahin auf zionistischen Einfluß hin ignorierten Vertreter der Aguda endlich das frühere Unrecht gut gemacht hat. Er schreibt diesen Sieg ihrer intensinen. LÄjMt ltt Steil Jiüi Ure-r *öMU{4>en Klugheit zu. Sr ferner, bajj ine ^lonifUfchen Lehrer systematisch die jungen Seelen der Kinder verderben, betont weiter die Notwendigkeit, die Jugend von zionistischen Lehren sernzuhalten und zieht zum Schluß — ohne konkrete Vorschläge zu machen — Folgerungen, die mit den von ihm selbst geschilderten bedauerlichen Tatsachen nicht vereinbar sind, sondern gerade das Gegenteil bewirken müßten. Die Agudq hatte sich redlich bemüht, mit der Zionistischen Organisation eine Einigung ohne Prinzipien-Opfer zu erzielen. Mehr konnte und kann nicht erwartet werden. Bei aller Würdigung der Argumente des Herrn Botschko geht es nicht an, einerseits die Errungenschaften der Aguda und ihre Notwendigkeit hervorzuheben und gleichzeitig gerade die Mittel, welche ihr zu ihrer heutigen Stellung verh.olfen haben, zu verurteilen. Wenn ^err^ Botschko schließlich hervorhebt, daß schwankende Misra-' chisten nach und nach ihre Augen öffnen, um ihre Organisation zu Gunsten der Aguda zu verlassen, so ist das gerade ein neuerlicher Beweis dafür, daß ihre Politik Scholom a tout prix innerhalb der zionistischen Organisation Schisfbruch leidet, weil sie keinerlei Erfolg für thoratreue Dndenzen zeitigen kann. Wie es mit dem ersehnten Frieden drüben bestellt ist, das kann man am besten aus den jetzigen Vorgängen in mms Wik» MW W Mn W mm eenni mn können, der Aguda Untätigkeit in Erez Jisroel vorzuwerfen, chn sie unter diesem Vorwand-zu bekämpfen. Kaum hat sie sich weiter entwickelt und ihre positive Arbeit verstärkt, kaum sind ihre Führer in Amerika angekommen, um auch da die religiösen Juden für den Jischuw Erez Jisroels zu interessieren und sich ihre- Unterstützung zu sichern, so ist schon wieder der Kampf angefagt, werden wiederum alle möglichen Steine in ihren Weg gelegt. Die Diskussion auf die von Herrn Botschko aufgeroorjene |jrage^ ob den ©eaunxm des Ostens^ die feiner- Qfü 8i? MÜN8UN8 ösf Agttö» sßsnfflUs eeftnepn hsbtzn, diese oder eine andere Idee vorschweble, ob man die < Gründungssormel aus russisch-politischen Gründen so oder anders wählte, erübrigt sich heute.vollkommen, nachdem es sich nicht mehr um die Gründung, sondern Gott sei dank um den weiteren Ausbau der Organisation han? delt. Und wenn wir auch nicht „an die 99 Prozent" angelangt sind, sondern n-2 mit Stolz und Liebe über das ganze Volk incl. unserer Gegn er sagen können D’ffvrj? or so können wir uns der Tatsache doch nicht verschließen, daß die Gründung der Aguda lebenswichtig war für diejenigen, die kein neues, sondern das. Judentum der Ueberlieferung erhalten wollen. Auch Herr' Botschko strebt dieses, an, nur scheint er die Dinge zuoptimistisch anzusehen. Nicht Krieg oder Rasseln der Säbel " ist das Leitwort der Aguda, nicht Kampf gegen andere, . sondern absoluter Friede, Friede mit allen ^— auch mit. den Gegnern aber Ach dus n u r m i t G l e i ch g e - ' finnlert. fötöüjot Olccnvuai-Bascl.

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