Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 9 (25.2.1926)
- Date
- 1926-02-25
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2450388-2450397--72940-2530321- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aas'Weff uncf JLet>e Dllusfrierfe ßeiiaje zum„ Dsraefif IüMsHk Avgabca und Schulden im Mittelalter. Von Rabb. Dr. Bon'oi. Unermüdlich arbeitet S. Rothschild an der Aufstellung der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Worms. Von den Geschehnissen in diesem altberühmten Vorort der deutschen Juden fällt mancherlei Licht auf die Schicksale anderer alten Gemeinden. Neuaufgefundene Bruchstücke vergilbter Gemeindeakten, in Verbindung mit dem, was im Archiv der Gemeinde sorgfältig ausbewahrt wird, ermöglichten es dem Verfasser, die Entstehung der erdrückenden Schuldenlast zu schildern, die für den Bestand der Wormser . Gemeinde bedrohlich wurde.*) In klarer, anschaulicher Weise wird uns dann dargelegt, wie es endlich in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts der Gemeinde gelungen ist, unter großen Opfern zwar, aber immerhin in erträglicher Weife, nach dem Rat der bedeutenden Mainzer Juristen Bernays, Dernburg, Levita und Glauhecht diese Schuld abzulösen. Wieso die Wormser Gemeinde in Verschuldung geriet? — Durch die unglaublichen Erpressungen, welche die jüdischen Gemeinden im 16., 17. und 18. Jahrhundert über sich ergehen lassen mußten. Kaiser, Landessürst, Stadtbehörde, Krieg führende Generäle wetteiferten, nicht nur den letzten Pfennig des vorhandenen Geldes herauszupressen, sondern auch die Verzweifelten zu zwingen, Schulden aufzunehmen, deren Bezahlung kaum möglich war, und die dann eine erdrückende Zinsenlast veranlaßten. In Worms lagen die Verhältnisse doppelt 'ungünstig, weil der Stadtmagistrat der ser und Lmmsssurstm mußten wieder und immer wieder, oft in sehr energischer Weise, die Wormser Juden gegen den Rat ihrer Stadt in Schutz nehmen. Sehr instruktiv ist es, auf Grund von -einwandfreiem Aktenmaterial hier erzählt zu bekommen, mit welcher Erfindungsgabe man immer Wieder zu neuen Titeln gelangte für die verschiedenartigsten Abgaben, mit denen man das sauer verdiente Geld den Wormser Juden abmahm. Wir verstehen es jetzt auch, wieso es kam. *) Die Abgaben und die Schuldenlast der Wormser Gemeinde 1563—1654 V. und 43 S. Don S. Rothschild. Worms 1025. Selbstverlag. daß dis in dsr guten alten Zeit in hohen Ehren stehenden Rabb rnsr un b Qefjüei» sich Mit SMSk geradezu jämmerlichen Besoldung zufrieden geben mußten. Die wieder und wieder gebrandschatzten Gemeinden hatten eben nichts mehr in ihren Kaffen, um ihren Funktionären das zum Leben Nötige zu gewähren. Daher kommt es auch, daß die nach vielen Seiten hin vorbildlichen deutschen Gemeinden der früheren Jahrhunderte bezüglich der Besoldung der Gemeindebeamten kein Vor- Jahre hindurch die bewundernswerte Arbeitslust Malm mm, [eine LM mit m MWtcn neuer Forschungen zu erfreuen. Unsere Bilder. 1. Moses zerbricht die steinernen Tafeln. Es ist eines der berühmtesten Bilder Remb r a n d t s, voller Kraft, die ganze Enttäuschung, die Bestürzung und das Erbarmen der Führers widerspiegelnd. Das Original ist Eigentum des „Kaiser - Friedrich - Museum" in Berlin. Sowohl dieses Bild als die Nummern 6 und 8 verdanken wir der in Amsterdam erscheinenden Zeitung „De V r ij d a g a v on d / Moses zerbricht die zwei steinerne« Taseln (Rembrandt) 2. Das Grab von Esther und Mordechai bei Hamadan in Persien. Nach einer alten Ueberlieferung der persischen Juden befinden sich hier bei der Stadt Hamadan die Gräber von Mordechai und Esther, denen des Volkes Liebe ein schönes Denkmal errichtete. Der Zustrom der jüdischen Pilger aus ganz Persien und Mesopotamien, besonders um die Zeit des Purimfestes, zu diesen heiligen Gräbern ist ganz gewaltig. Die Massen kampieren unter freiem Himmel und feiern unter Verlesung der Megilla und allerlei lustigen Spielen in der Nähe der Kapelle das Purimfest. Das Bild ist nach einer Reproduktion in den englischen Zeitschrift „The Poung Judaean" hergestellt. 3. Dem gleichen Blatte entnehmen wir das folgende Bild, das uns die persischen T h o r a s ch r e i b e r in der Nähe des historischen Grabes bei der Arbeit zeigt. Die Megilla steigt im Werte, wenn sie in der Nähe der Gräber ihrer Helden hergestellt ist. 4. ©ine ® i u n g ct m eritani. Ttfjer Rabbiner, Die sich bei Der jüngsten Amerikaaktion der Agudas I i s r o e l derselben anschlossen und für K e r e n H a j i s ch u w arbeiten. bild sein können. Der Mangel an Tradition auf diesem Gebiete, oder besser gesagt, einer nachahmenswerten Tradition, ist wohl, auch mit eine der Ursachen, warum so viele deutschen Gemeinden so lange Zeit zur Besinnung brauchten, wie man in besseren und helleren Tagen die Angestellten gehaltlich behandeln müsse. Vieles läßt sich aus dem inhaltreichen Büchlein dieses Nestors der lokalen Geschichtsforschung lernen. Dem Verfasser und uns selbst wünschen wir, daß ihm noch lange 5. A h r o n M a r c u s war einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten der letzten Jahrzehnte. Ahron Marcus wurde am 13. Januar 1843 in Hamburg geboren, ging aber schon in jungen Jahren zur lebendigen Quelle des Judentums nach dem Osten, schloß sich in Krakau mit glühendem Herzen dem Chassidismus an und wandte sich dabei auch den modernen Wissenschaften, nicht zuletzt auch den Naturwissenschaften, zu. In seinen Büchern erkennen wir ihn Jx k>>'