Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1925)
- Date
- 1925-05-21
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 21 Seite 13 21. Mai 1925 Korrespondenzen nacnricDten Iubiläum Dt. Philipp Kleins New Jork, 3. Mai. Die New Jorker Judenheit wohnte einem seltenen Schauspiel bei, als 2000 Juden in der Synagoge Ohab Zedek sich versammelten, das Amtsjubiläum des ehrwürdigen Seniors der orthodoxen Rabbiner Amerikas zu feiern. Dr. -. ein erklärte, er verbiete jedes Wort der Lobpreisung und werde sich entschieoen weigern, irgend welche Loblieder auf seine Person mit anzuhören. Wenn man ihn feiern wolle, so könne das durch werktätige Hilfe für die ungarische Judenheit geschehen. Eine Reihe von jüdischen Organisationen Amerikas hatten Vertreter entsandt, von denen Richter Rosalzki anregte, einen Fonds zu stiften zur Förderung von Thorainstitutionen in Europa, besonders in den Ländern des ehemaligen Oesterreich-Ungarn. Es wurden sofort Dollars 5000.— gesammelt und gleichzeitig beschlossen, eine großzügige Propaganda zur Aufbringung eines Fonds von Dollars 75 000.— zu entfalten. Der berühmte Kantor der Gemeinde, Rosenblatt, verschönerte mit seinem Ehor die Feier. Es sprachen außer Richter Rosalzki der Präsident Moritz N e u m a n n, Rabbiner Leo Jung, für die Weltorganisation „Agudas Jisroel", Rabbiner G o l d st e i n für den orthodoxen Gemeindeverband, Dr. Rosenb erg für die Jeschiwoth und Großmeister Adolf Stern für die ^,ne Brith-Loge. Morris Engelmann legte besonders Nachdruck darauf, daß der Fonds nicht durch Einzelspenden reicher Leute aufgebracht werden soll, sondern durch kleine Gaben der Mayen. Wiederbeginn der amerikanisch-jüdischen Hilfs- Migkeit für Europa. N e w A o r k, 14. Mai. Das vor kurzem gebildete Komitee amerikanischer Juden Osteuropas hat soeben an alle jüdischen Organisationen und Gemeinden Amerikas einen Appell gerichtet, zu der am 24. Mai in New Aork beginnenden Konferenz Delegierte zu entfendmen. Diese Konferenz wird ganz den Problemen der notleidenden und bedrückten Juden Osteuropas und der Hilfeleistung für sie gewidmet sein. In dem von Mr. Nathan Strauß und Dr. Stephan S. Wise unterschriebenen Aufruf wird betont, daß die Wiederaufnahme der amerikanisch-jüdischen Hilfslaiigkeit für die Juden Osteuropas eine der dringendsten Aufgaben der Jetztzeit ist. „Es ist offenbar," heißt es in dem Aufruf, „daß dis von den amerikanischen Juden im Kriege begonnene Hilfstätigkeit zu früh aufgehört hat; noch leiden zahlreiche unserer Brüder unsagbare Not. Unsere Brüder in Europa spannen ihre Kräfte an, um selbst zu Es ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseraten teil enthaltenen Empfehlungen riturüer Waren oder sonstige Angaben religionsgesehlichen Charakters auf ihn Zuverlässigkeit zu prüfen. Unsere allseitig bekannte Spezialität: Herren-, Knaben und Äarmizwob - Kleidung in streng | Derarßeifung CARSCH Liebfrauenstr. 8-10 Neue Krame 27 Der Israelit helfen, wo Hilfe not tut; allein die Wirtschaftskatästrophs. unter der sie leiden, setzt ihnen Grenzen. Sie haben sich nun an uns mit der Bitte um Hilfe gewendet. Wir dürfet! diese Bitte nicht unerhört lassen. Wir können uns der auf uns ruhenden Verantwortung nicht entziehen; wir müssen die durch Auflösung der im Kriege gegründeten Hilfsorganisation unterbrochene Tätigkeit ^aufs neue aufnehmen. Wir müssen den Hunderttausenden notleidenden Scannern, Frauen und Kindern..in Osteuropa zu Hilfe eilen, da sie sonst dem Untergange geweiht sind." — Dem provisorischen Hilfskomitee gehören u. a. die folgenden Herren an: Richter Julian W. Mack, der Präsident..er Zionistischen Organisation Amerikas, Louis Lipfky, der Großmeister des Unabhängigen Ordens „Brith Scholom" Adolf Stern, ferner Rabbi Dr. Joseph Siloermann, Dr. Julius Goldman, Frederik Brown, Dr. I. A. Rongy, Louis Vorhaus, Richter Hugo Pan, Dr. Harry Friedenwald und Raovi B. L. Levinthal. Sie werden lange warten. . . . Washington, 10. Mai. Laut den Berichten, die beim Staatsdepartement für Arbeit und Immigration eingelaufen sind, haben bis jetzt 160 000 russische und 75 000 polnische Staatsangehörige Gesuche um Zuerteilung von Bisen zur Einreise in die Vereinigten Staaten eingereicht. Mit Beginn des neuen Quotenjahres am 1. Juli 1925 werden aber laut dem neuen Einwanderungsgesetz aus Rußland bloß 2248 und aus Polen 6982 Personen einwandern dürfen. Demnach würden diejenigen russischen Staatsangehörigen, die als letzte auf der Liste stehen, beinahe achtzig Jahre auf ein Visum warten müssen, die polnischen Staatsangehörigen fast fünfzehn Jahre. Nicht viel besser steht es um die Emigrationswilligen aus den anderen osteuropäischen Ländern, wie z. B. aus Lettland mit einer Iahresquote von 152, Rumänien mit 603 und Litauen mit 344. Nach Zeitungsberichten soll Präsident Coolidge ausdrücklich erklärt haben, die Erhaltung der amerikanischen Rasse erheische dauernde Aufrechterhaltung der jetzt geltenden Beschränkungen für neue Einwanderer. Auch für die amerikanische Wirtschaft sei eine freie Einwanderung aus Europa nicht tragbar. PotafHtta. Die Ausbeulung des Token Meeres. Jerusalem, 10. Mai. Die Palästina-Regierung erließ soeben eine Bekanntmachung, daß die Kronsagenten für die Kolonien in London bereit sind, mit Unternehmern zwecks Ausbeutung der Mineralquellen des Toten Meeres in Verbindung zu treten und im Namen der Palästina-Negierung Verträge abzuschließen. Es handelt sich in erster Reihe um die Ausbeutung des Salzgehalts des Toten Meeres. Der durchschnittliche Prozentsatz der Salze im Meerwasfer ist 25, dieses Salz enthält 34 Prozent Soda-Chlorid, 4 Prozent bis 7 Prozent Kalium-Chlorid und 1 Prozent Magnesium-Bromid: Der Rauminhalt des Toten Meeres betrifft unges^r 120 000 000 000 Kubikmeter; die Oberfläche enthält 30 000 000 000 h tons gemischter Salze, von denen 1500 000 000 tons Kalium-Chlorid sind. Palästina ist demgemäß mit Bezug auf Kaliquellen das reichste Land! der Welt. Auch die Bedingungen für die Gewinnung der Salze sind hier günstiger als anderswo. Der geologische Experte des Departements für Handel und Ink dustrie in Palästina hat die Ausnützungsmöglichkeit sehr E genau studiert und ist zu aussichtsreichsten Resultaten gekommen. Es wurde auch eine Prüfung der Phosphatj ablagerüngen und der asphalthältigen Kalksteine vor-1 genommen. Das Experiment erwies die Möglichken der gewinnbringenden Produzierung von Aetzkalk aus'diesen Lagern, wobei die Avsnue als gutes Brennmaterial zu verwenden sind. Ein besonderes Sachverständigenkomitee aus London prüfte die Ausbeutungsmöglichkeiten der Kaliquellen und kam zu dem Schluffe, daß die wirtschaftliche Rentabilität zweifellos in einem hohen Mage gegeben ist. Ein Bericht hierfür nebst Analysen sind von den Kronsagenten in London zu beziehen. . Die Ahndung der Anti-Balfour-Kundgebungen in Damaskus. Jerusalem, 8. Mai. Der französische Konsul in Jerusalem lehnte die Bidierung der Pässe einer Abordnung palästinensischer Araber, die sich nach Syrien begeben wollten, um den Opfern der Anti-Balfour-Kundgebung ihre Sympathie auszudrücken ab. Die palästinensisch-arabische Presse greift den französischen Konsul deswegen an. Wie aus Damasksu gemeldet wird, sind 64 Araber, die sich an der Kundgebung gegen Balfour führend oeteiligten, dem Gericht übergeben worden. (I. T. A.) Baron Edmond de Rothschild in Sichron-Iaakob. Jerusalem, 15. Mai. Baron Edmond de Rothschild, der am 10. Mai mit seiner Pa^,. in dem kleinen palästinensischen Hafen Tanturah eintraf, begab sich noch am selben Tage nach der jüdischen Kolonie Sichron-Jaakob. Jüdische und arabische Reirerscharen aus den benachbarten Dörfern begleiteten ihn auf dem ganzen Wege. Zum Empfange Baron Rotyschilds versammelten sich alle Kolonisten von Sichron-Jaakob und die Vertreter der jüdischen Zentralorganisation (?) in Palästina in der Synagoge. Als Baron Edmond de Rothschild in der Synagoge eintraf, wurde er von einem Vertreter der Kolonisten, des jüotfchen Nationalrates (Waad leumi), der Organisation der Kolonistensöhne „Bnei Benjamin ', der Mmeniten und der Arbeiterorganisation Palästinas durch Ansprachen begrüßt. Baron Rothschild dankte für die ihm erwiesenen Ehren und appellierte insbesondere an die junge Generation, in den Spuren der Väter zu wandeln, im Lande zu vleiben und die Landwirtschaft in allen ihren Zweigen zu entwickeln. Er wies darauf hin, daß jüdische Religion und Tradition im neuen Nationalheim den ersten Platz einnehmen müssen. Am Nachmittag desselben Tages traf Baron Edmond de Rothschild mit dem Oberkommissar von Palästina, Sir Herbert Samuel, in Meir Schefeya, einer Siedlung in der Nähe von Sichron-Jaakob, wo Lady Samuel eine Schule für Waisenmädchen begründete, zusammen. Zu Ehren des Gastes wurde ein Essen gegeben. Ansprachen hieuen: Sir Herbert Samuel und Lady Samuel, Baron Edmond de Rothschild, Colonel Symes, der Gouverneur der Nordprooinz Palästinas, ferner der Präsident der Zionistischen Exekutive Rahum Sokolow und der Direktor des Juulschen Nationalfonds M. M. Ufsischkin. Sir Herbert Samuel sagte, der Besuch Baron Edmond de Rothschilds bedeute immer ein großes Ereignis in der Geschichte Palästinas, da er ein Wohltäter der Juden und auch der Araber ist. Baron Edmond de Rothschilo dankt.' bewegt und sagte, er freue pch, in Gesellschaft Sir Herbert Samuels zu weilen, der Palästina so weit emporgebracht hat und im ganzen Lande beliebr ist. Er beklage darum, gleich Allen, den bevorstehenden Rücktritt Sir Herbert Samuels von seinem Posten als Oberkommissar. Herr Nahum Sokolow erklärte, die gesamte Judenheit blicke zu Baron Edmond de Rothschild mit Liebe und Verehrung auf. Ufsischkin sagte, Sir Herbert Samuel, Baron Edmond de Rothschild und Nahum Sokolow symbolisieren die dem Aufbau Palästinas sich widmenden drei Kräfte: Politik, Land und nationaler Geist. Er ist aurschliehlich Sache der Leser, die im Jnseratentet enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstig« Angaben religio«» gesetzliche» Charakter» ans ihre Znver lSküakeit zu prüfe«. Ai KOHLEN « GASHERDE kA stationäre u.lransportable KACHELOFEN mitpafentRauchgasbrennung Morstkötter, /(nodtuG ‘RonnefeldfsTee JUl seir lOO Jahren bewährt -von Millionen getrunken.