Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 6 (5.2.1925)
- Date
- 1925-02-05
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, 6 Seite 15 5. Februar 1925 Der Israelit Dn die Jugendgruppen der „Agudas Zisvoel" in allen Landern und alle Leen- und Jugendvereine Soeben ist in vornehmer Ausstattung erschienen: tra pan nao von Aakkinev Asvaek Mew HaKoKen in Raäin Das klassische Werk, das im Osten in vielen tzunderttausenden von Exemplaren verbreitet ist, und das hinsichtlich.der halachischen Bearbeitung moralischer Probleme eine gewaltige geistige Neuschöpsung darstellt, erscheint hier zum ersten Wale in einer des Inhalts würdigen Ausstattung. Es sollte keine Ägudas Iisroel-Iugendgruppe versäumen, zum Studium dieses Werkes, das auf die Lebensgestaltung jedes jungen Menschen von höchstem Einstusse werden kann, regelmäßige Schiurim einzurichten. Um dies zu erleichtern, liefern wir bei Abnahme von 10 Stück zum ermäßigten greife von Alk. 4.50 (Ladenpreis wk. 6.—) und gewähren dem Leiter des Schiurs ein Freiexemplar, soweit der für diese Zwecke zurückgelegte Vorrat von 5% der Gesamtauflage reicht. Zeichnungslisten find bei uns, sowie bei der Agudas Iisroel-Iugendorgan.sation in Aöln/Rhein, Händelstraße 19 erhältlich. werden. Neben dem nvrr steht der di^b? als Grundpfeiler der Welt und insbesondere der jüdischen Welt. I s ch n o ch r i. (Die Bekanntmachung des Gemeindevorstandes richtete sich einzig und allein gegen die Irreführung, die in der systematischen Bearbeitung der ausschließlichen Mitglieder der orthodoxen Gemeinde durch Wahlflugblätter und durch Uebersendung von Wahl-Legitimationen lag; das erhellt ohne weiteres aus der Fassung der Anzeige. Die Anzeige lag im a l l s e i t i g e n Interesse, da der Uebereifer der Wahlarrangeure ja die Gültigkeit der Wahl in Frage stellte. Im übrigen hätte sachlich auch Veranlassung bestanden, sämtliche Mitglieder der orthodoxen Gemeinde vor Beteiligung an der Wahl zu warnen, da eine rein konservative — nicht gleichzeitig zionistische — Frankfurter Liste nicht vorhanden war und jede, auch nur scheinbare Legitimierung des Landesverbandes gegen das wahre Interesse der Orthodoxie verstößt. Red.) Jüdische Feiern. Jüdische Feiern haben nur eine Berechtigung, wenn sie jüdisch sind. Eine Binsenweisheit, so selbstverständlich und überflüssig auszusprechen, wie sie sich anhört. Um so verdammenswerter aber, wenn bei emer solchen „jüdischen Feier" dem jüdischen Denken mit ungeschickter, ja roher Hand ins Gesicht geschlagen wird. Bei einer Vereinsveranstaltung wurde im humoristischen Teil ein von r>abn in unziemlicher Weise lächerlich gemacht. Der Betroffene, ein wegen seines Charakters, seiner Lebensführung und Hilfsbereitschaft hochgeächteter Mann kann von seinen Spöttern wörtlich sagen: “in»*» tifi'i» pmntt «Vst« Morgen kommen die zu uns, die uns jetzt beschämen. Wir haben mit diesen Worten der Pflicht des ns n'2in min Genüge geleistet. Vielleicht dienen sie manchem als Erinnerung, daß bei uns die Pflege der nnn hinter der Pflege der nn» nicht zurückstehen darf. Wir sind überzeugt, daß der oder die Urheber sich persönlich bei dem Betroffenen entschuldigen werden, wissend, daß es am 2",t keine Sühne gibt für Versündigungen i-ort> ms ]->a, ohne die Verzeihung des Geschädigten. Dr. Jos. Levr, München—Mannheim. Briefkasten. Frau H. Wwe. Schisfweiler. Betrag eingegangen. B. in O. Betrag eingegangen. Frankfurt a. 2tt., Tewes 5685. J» e r m o n , Verlags -St. - S. Der Gummimantel. Als Fachmann fühle ich mich, verpflichtet das religiös lebende jüdische Publikum darauf aufmerksam zu machen, daß bei den im Handel befindlichen Gummimänteln für die Zwischeneinlagen an den Knopflöchern, die Verstärkungsbeilagen an den Krügen und Taschen, für das Eckenband und. für das Annähen der Knöpfe zum größten Teil Leinen' verwendet wird. Nun ist — außer bei d e n g an z geringen Qu.alitäten, bei denen der Oberstöff aus Baumwollgeweben besteht — bei der m i t t l e r e n und gut e n Qualität der Oberstoff Halbwolle oder Wolle. Man kann bei Gummimänteln auch nicht wie bei anderen Kleidungsstücken einzelne Stellen durch Baumwolle ersetzen, da in der Fabrik durch das Gummieren alles innig verbunden ist. Man muß Äüher, wenn man sich nicht selbst täuschen will, klar darüber werden, daß von den . im Handel befindlichen Gummimänteln nur die -' ganz geringen Qualitäten, nicht aber die mittleren und besseren getragen werden dürfen. Ich bin überzeugt, daß alle Fachleute die Richtigkeit meiner Angaben bestätigen werden. G. Post festum. Wenn diese Zeilen zur Kenntnis der Leser gelangen, wird der Wahlkampf in Sachen des preußisch-jüdischen Landesoerbartdes verstummt sein. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft fand es für richtig, in der Tages.presse eine Bekanntmachung zu erlassen, daß sich Heren Mitglieder an der Wahl nicht beteiligen sollten. Während am Anfang der Notiz von den „a u s s ch l i e ß l i ch e n" Mitgliedern der Israelitischen Religionsgesellschaft gesprochen wurde, an welche Wahlaufsorderungen geschickt worden waren, ist am Schlüsse in der Aufforderung von den Mitgliedern schlechthin die Rede. Ob dieser Fassung eine bestimmte Absicht zugrunde lag, entzieht sich der Beurteilung, aber jedenfalls wurde von anderer Seite daraus Kapital geschlagen, um zu zeigen, daß es dem Vorstand der Israelitischen Religionsgesellschaft angeblich darum zu tun gewesen sei, den Bestrebungen der Gemeindeorthodoxen in den Rücken zu fallen. Man kann darüber gewiß geteilter Meinung sein, da eine Stärkung der konservativen Liste bzw. der auf ihre Kandidaten fallenden Stimmen doch nur im Interesse des gesetzestreuen Judentums gelegen sein kann. Mitglieder der Israelitischen Religionsgesellschaft, welche auch der Hauptgemeinde angehören, sollten in ihren Entschließungen nicht beeinflußt werden durch eine solche Aufforderung, sich der Wahlbeteiligung zu enthalten. Etwas anderes ist es natürlich bei den ausschließlichen Mitgliedern der Israelitischen Religionsgesellschaft. Auf der anderen Seite erhebt sich die Frage: Haben die ausschließlichen Mitglieder der Israelitischen Religionsgesellschaft überhaupt das Recht der Wahl zum preußisch-jüdischen Landesverband, da doch die Israelitische Religionsgesellschaft bei letzterer nicht vertreten ist bzw. in den dort vertretenen Gemeinden die erwähnten Israelitische Religionsgesellschafts-Mitglieder sich nicht befinden? Zweifellos steht ihnen das Recht nicht zu. Dann aber erscheint es unkorrekt, wenn man einer Anzahl ausgetretener Israelitische Religionsgesellschafts-Mitglieder nicht nur Wahlaufrufe sondern auch persönliche Legitimationskarten für diese Wahl ins Haus schickte! Von einem Irrtum kann keine Rede sein, wie eklatante Beispiele zeigen. Derartige tendenzöse Vorgänge bilden eine Quelle neuer Gegensätzlichkeiten, die um so bedauerlicher sind als der Wunsch bei vielen Glaubensgenossen auch streng orthodoxer Richtung besteht, im Laufe der Zeit doch noch die M ö g l i chk e i t einer einheitlichen Vertretung aller deutschen Juden zu schaffen. Bis dahin aber sollte ein erträgliches Nebeneinander von beiden Seiten gefördert und gewahrt Vermischtes. Breslau, 2. Januar. Am Dienstag, den 30. Dezember, veranstaltete das Kuratorium des jüdischen Schuloereins einen Werbeabend, um die Notwendigkeit des weiteren Ausbaues der in Breslau bestehenden jüdischen Volks- und höheren Schule einem größeren Publikum vor Augen zu führen. Nachdem der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Rabbiner Dr. Simonsohn die Versammlung begrüßt hatte, erteilte er dem Redner des Abends, Herrn Professor Dr. Unna aus Nürnberg, das Wort. Dieser führte in seinem Vortage aus, daß alle großen Umwälzungen in der Geschichte stets von Schulkämpfen begleitet gewesen seien. In der Geschichte der Juden hat die Schule und ihre Gestaltung eine ganz besondere Rolle gespelt, da ja der Unterricht ein göttliches Gebot ist. Nach eingehender Darstellung der Schulverhältnisse der Juden gibt der Redner ein Bild der modernen jüdischen Schule, indem er ausführlich erörtert, was sie leisten muß, wenn sie ihrer Aufgabe gerecht werden soll: Harmonische Ausbildung eines wahren Juden und treuen deutschen Staatsbürgers mit universeller Bildung. Das Publikum spendete dem Redner reichen Beifall. Nürnberg, 29. Januar. Die Israelitische Kinderheilstätte in Bad Kissingen konnte seit ihrer Begründung durch Herrn Sanitätsrat Dr. P. Münz in Bad Kissingen während der 20 Jahre ihres Bestehens fast 4000 arme kranke und schwächliche Kinder aus allen Teilen des deutschen Reiches aufnehmen. Im Jahre 1924 fanden 260 Kinder Aufnahme. Die Anstalt selbst ist ein wahres Kinderparadies. Liebe waltet in ihr allenthalben. Krank und siech kommen die Kinder nach Kissingen; zu neuem Leben erblüht verlassen sie die Heilstätte. Alljährlich müssen leider Hunderte, einer Kur in Kissingen bedürftiger Kinder, wegen Platzmangels zurückgewiesen werden .Aus diesem Grunde ist beabsichtigt, einen Erweiterungsbau vorzunehmen, zu dessen Ausführung allredings noch große Zuwendungen benötigt werden. Das inühsam angesammelte Vereinsvermögen hat die Inflation fast völlig vernichtet; aber die Verwaltung wagt den Vau im Vertrauen auf das nie versagende gute jüdische Herz. Zu allen Auskünften ist die Geschäftsstelle der Anstalt Jakobstraße 12, 2 in Nürnberg gerne beret. Newyork» 15. Januar. Der oberste Gerichtshof in Kanada hat die vor 10 Jahren abgeschlossene Ehe eines jüdischen Paares für ungültig erklärt, weil der Rabbiner vor dem die Ehe abgeschlossen wurde, kein kanadischer Untertan war. Warschau, 21. Jan. Das Städtchen Budaucic im Wilnaer Kreis wurde durch den folgenden Vorfall in Aufregung versetzt: Am vergangenen Dienstag sollte die