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Der Israelit · 1925-01-29 · Heft 5 (29.1.1925) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 5 (29.1.1925)
Date
1925-01-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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MJanUür 1S25 Die Rückkehr zum Lehrberufe. Sehr geehrte Redaktion! In vielen Teilen Deutschlands kehren ehemalige Lehrer, die unter dem Drucke der Jnflationsperiode in den Kaufmannsstand übergetreten waren, erfreulicherweise zu ihrem ehemaligen Lebensberüfe. zurück. Leider ist aber die Tätigkeit draußen „im der großen« Welt" nicht an jedem Menschen spurlos vorübergegangen, und es kommt zuweilen vor, daß die jüdisch-religiöse Gesinnung des zum Katheder. Heimkehrenden nicht mehr dieselbe ist, mit 8er er die kaufmännische Laufbahn vor 3 oder 4 Jahren begann. Jedenfalls müssen die Gemeinden, denen es üm Vie religiöse Erziehung ihrer Kinder ernst ist, in jedem Falle, in dem sie einen ehemaligen Kaufmann wiederum einstellen, sich ebenso genau über seine religiöse Besinnung und Lebensführung erkundigen, wie sie es tun »würden, wenn es sich um einen vorher dem Lehrerstanöe niemals angehörigen Kandidaten handelte. A. N. Widersprüche? Sehr geehrte Herren! : In Nr. 3 des „Israelit" vom 15. Januar d. I. befindet sich unter „Wochenschau" ein Aufsatz, betitelt: „ TM'd e r s p r ü ch e " , in welchem u. a. auch der Kampf des Centralverems gegen den jüdischen Nationalismus unw den Zionismus berührt ist. Wenn in: dem Aufsätze gesetzt wird, nur das Primat der Religion hebe das jüdische Volk über alle jüdischen Macht- und Interessengegensätze hinaus und befähige es, seine weltgeschichtliche nattbNale Ausgabe in innigstem und aufrichtiger Anbürgerungl'an die Staaten und Völker seines Golusaufenthattes zu lösen, so möchten wir ausdrücklich betonen, daU diese religiöse Auffassung Ihres w. Blattes restlos der Auffassung des Centralverems entspricht. Infolgedessenist es auch nicht richtig, wenn es in dem Aufsatze so dargestellt wird, als habe der Centralverem sich an-, dem Empfange des Herrn Professor Wkizmunnin. Berlin irgendwie beteiligt. Eine solche Beteiligung, wäre nicht nur eine innere Unwahrheit-gewesen, sondern sie würde auch zu Mißdeutungen aller: Art Anlatz geben können. Die zionistische Welt» aufsitssung des Herrn Professor Weizmann steht mit der deutschen und jüdischen Auffassung des Centralvereins m unüberbrückbarem Gegensatz. Wir würden es dankbar begrüßen, wenn Sie von diesem Schreiben Ihren Lesern Kenntnis geben wollten. In ausgezeichneter Hochachtung Zentralverein deutscher Staatsbürger jüd. Glaubens E. V. Nachbemerkung der Redaktion: In unserem Wochenrundschauartikel ist keineswegs behauptet worden, daß der Centralverein sich an den Empfängen für Herrn Prof. Weizmann selber beteiligt habe. Wir haben dem. Centralverein und den ihm nahestehenden Logen-. und Notabeln-Kreisen lediglich vorgeworfen, daß sie das ganze zionistische Arrangement, von dem sie zweifellos längst vorher Kenntnis hatten, ruhig mit angesehen und daß sie offizielle Persönlichkeiten, auf welche sie Einfluß besitzen, der zionistischen Beeinflussung ruhig überlassen haben. Hierin erblickten, wir eine Politik des lasser aller an einem außerordentlich wichtigen Punkte, die mit der sonst vom Centralverein in diesem Wahlkampfe betätigten Aktivität im Widerspruche stand. Red'. Briefkasten. H. F. M. in Nürnberg. Die Angelegenheit eignet sich nicht zur schriftlichen Behandlung. Beraten Sie sich mit Herrn Rabbiner Dr. Klein. Die eingesandten Mk. 1.20 stehen zu. Ihrer Verfügung. I. S. in T. Wir versprechen uns in Ihrem Falle von einer Annonce nicht viel. Gesucht werden an verschiedenen Plätzen nur schulpflichtige Kinder. Wenn Sie es dennoch mit einer Annonce versuchen wollen, bitten wir es uns wissen zu lassen. ntPö p. Wir empfehlen Ihnen, sich mit einer Anfrage an das Kinderheim Frankfurt-Sachfenhaufen, Hans Thomafiusstraße zu wenden. I. R. I. in M. Der am 15. Ehefchwan 5663 geborene Knabe leinte nti 'fl< 8. Januar 1889 war 6. Schewat. 31. Dezember 1889 war 8. Tewes. 1. Januar 1890 war 9. Tewes. 8. November 1866 war 30. Ehefchwan. 2. Juli 1891 war 26. Siwan. 23. Mai 1898 war 2. Siwan. 9. Mai 1899 war 29. Aar. 2. August 1900 war 7. Av. 23. August 1861 war 17. Ellul. Familiennachrichten. B armizw o: Bernhard, Sohn des Herrn Dr. Nathansen und Frau geb. Engel, Würzburg, Ludwigstratze 24. n^3 'S'pff nix» *13- — Max, Sohn des Herrn Ferd. Löb und Frau Rosa geb. Morgenstern. Birkenau, 'fl. > Der I s r a e l i't frankfurter Berichte. Die Wahlbewegung in Frankfurt. In der vergangenen Woche stand Frankfurt km Zeichen des Wahlkampfes für die Hauptversammlung des „Landesverbandes Preußischer Synagogengemeinden". Am Donnerstag den 22. Januar hatte die sogenannte konservatio-zionistische-ostjüdische V o I k s - Partei, die mit vereinigten Listen in den Wahlkampf tritt, eine Massenversammlung im großen Saal des Zoologischen Gartens einberufen, in der als Hauptredner die Herren Moritz A. Loeb, Berlin, für die Konservativen, Dr. Emmerich für die Ziönisten und der ostjüdische Vertreter im Gemeindevorstande, M: Kay an, für die Ostjuden austraten. In der Diskussion meldete sich nur ein Vertreter der „Poale Zion" zu Worte, während dir Liberalen sich von der Versammlung fernhielten. Die Versammlung verlief ruhig. Am Montag den 26. ds. fanden zwei Wahlversammlungen statt, eine liberale im Hoch'schen Konservatorium und eine der Vereinigten Volkspartei in der Suppenanstalt, Theobaldstraße. Bei den Liberalen im Hoch'schen Konservatorium hatten die Herren Syndikus Dr. Maier und Dr. Baerwald das Hauptwort. Beide vermieden es, näher auf Ziele und Programm des liberalen Judentums einzugehen und beschränkten sich mehr auf das Politische, indem sie gegen Orthodoxie und noch mehr gegen den Zionismus polemisierten, zuweilen fielen auch unliebenswürdige Worte für die Ostjuden ab. Frau Forchheimer als weibliche Kandidatin auf der Liste stellte sich ebenfalls in einer längeren Rede der Versammlung vor, die Leistungen der Frau in der Verwaltung hervorhebend. In der Diskussion errgriss Herr Dr. Mainzer das Wort, um den Standpunkt des Z e n t r a l v e r e i n s zu vertreten. Von den Zionisten übten die Herren Dr. M111 u c r und Dr. Arnsberg scharfe Kritik am -liberalen Judentum und an den Referaten des Abends, denen sich dann auch Herr Carl Cohen für die „Poale Zion" anschloß. Ein junger Redner, der es versuchte, die Angriffe gegen die Ostjuden äbzuwehren, konnte nicht dnrchdringen. Die Versammlung hatte einen ziemlich stürmischen Verlauf. Zur gleichen Zeit sprachen in der Suppenanstalt .tu der Versammlung der Vereinigten Volkspartei die Herren Dr. Julius Simon und Jakob Herzberg, die das Wahlprogramm der Konservativen und Zionisten nochmals im einzelnen darlegten. Auch dort gab es Rede und Gegenrede und . mehr aufgeregte denn anregende Diskussion. Die „Poale Zion" haben ihre Heeresschau auf Dienstag Abend ebenfalls in der Suppenanstalt angesetzt, und zu guterletzt wird noch Mi'ttwoch Abend Herr Dr. Klee, Berlin, im Großen Börsensaal für die Zionisten sprechen. Wir machen im Anschluß daran nochmals auf die im Inseratenteile veröffentlichte Bekanntmachung aufmerksam, aus der das Verhalten der Orthodoxie zu den Wahlen am Sonntag klar ersichtlich ist. Gemütliche Freitagabend-Zusammenkünfte in der Agudas Iisroel. Es ist befriedigend zu bemerken, daß die gemütlichen Freitagabend-Zusammenkünfte der Agudas Iisroel allgemein lebhaften Anklang gesunden haben. In den schönen Lokalitäten des Mekor Chajim-Vereins treffen sich allwöchentlich eine sehr stattliche Zahl junger Leute, meistens Angestellte und Studenten von auswärts, die hier in trautem Freundeskreise ihren Freitagabend in echter Sabbatstimmung verbringen. Schöne Thoraworte ans dem Munde Berufener, nette humoristische Solovorträge und Iargonlieder vermögen die .Abende stets angenehm zu gestalten und bilden iminer wieder neue Anziehungspuntte für die Kreise, denen es sonst fehlen würde, in echt jüdischem Kreise den Freitagabend zu verleben. Es ist zu hoffen, daß auch diejenigen, die von dieser Einrichtung noch keinen Gebrauch gemacht haben, bei den nächsten Abenden als Gäste verweilen werden. Wie wir hören, haben für die nächsten Wochen prominente.Redner ihr Erscheinen auch zugesagt. Weitere Veröffentlichung der Redner erfolgt nunmehr jeweils im Vereinskalender. Das Ghetto in Newyork. Heber das jüdische Ghetto zu Newyork sprach Dienstag abend im kleinen Saal des Saalbaus der Historiker Dr. Koch-Wawra. Ausgehend von einer Darlegung des' bedeutsamen, zu wenig bekannten Anteils, den Juden bereits an der Gründung und dem Unabhängigkeitskampfe des amerikanischen Kolonistenstaates nahmen, entwarf Redner im ersten sachlichen Teil seiner Ausführungen ein lebendiges Bild der wirtschaftlichen und sozialen Eigenart der heutigen Newyorker Iudenstadt, der weitaus größten der Welt, wie sie erst seit etwa 1890, im letzten Stadium der bis vor kurzem gesetzlich beinahe unbeschränkten amerikagerichteten „zweiten Völkerwanderung" von den der Pogromhölle entfliehenden osteuropäischen Juden geschaffen wurde. Referent, selbst Nichtjude, wies nach, wie nur der harte Daseinskampf, nicht etwa unproduktive Anlage und Schachergeist die übrigens nur von sich und für sich selbst lebende „Ehetto"-Bevölkerung größtenteils auf den ganz unamerilamschen Straßenhandel verweise, wie aber doch schließlich hochstrebender Wille und Begabung die Juden insbesondere der jungen Generation, sich emporarbeiten, Nr. 5 Seite: 13 ja, allbekanntem geschichtlichem Vorgängegemäß, auf manchen neuerschlossenen, auch gemeinhin als echt, amerikanisch geltenden Arbeitsgebieten, sich mutig bahnbrechend betätigen ließe. Die Wesensart des., amerikanischen, heute besonders vom Ku Klur Klan betriebenen, Antisemitismus kennzeichne sich übrigens: für« uns schon! durch; die. skrupellosen und hetzerischen Kampfmethoden», diemanim diesen Kreisen unter dem Schlagwort der „schmutzig-weißen Gefahr" nicht nur gegen die Juden, sondern auch gegen Deutsche und Katholiken anzuwenden beliebe. Reicher Beifall dankte den: Redner. Die alsdann gezeigten, vom Referenten mit Erläuterungen und launigen — teilweise beinahe amerikanischunglaubhaft anmutenden — persönlichen Erinnerungen begleiteten Lichtbilder enttäuschten insofern, als sie, mit zwei Ausnahmen, in keinerlei, sachlicher Beziehung zum Gegenstand des Referats standen. Sigbert Seliger rry. Wir stehen noch ganz unter dem Eindruck des furchtbaren Schicksalsschlages, der uns plötzlich einen der Besten unsres Frankfurter orthodoxen Iügendkreises entriß. Sigbert Seliger weilt nicht mehr unter uns, und sein sonniges, stets gewinnendes Wesen, das uns seine Gesellschaft immer besonders lieb machte, ist uns genommen. Alle, die ihn kannten, wußten seinen Fleiß und seinen Pflichteifer zu schätzen, ob im Geschäft oder bei der Ausübung seiner Taurohideale. Wie wußte er doch seine Freunde zu begeistern, wenn es galt, Interesse für wahre Iüdischkeit zu wecken, die ihm im Elteruhause anerzogen wurde und die er — wie wenige — auch in der Fremde zu verwirklichen wußte. Unter sehr starker Beteiligung fand am letzten Dienstag die Kewuroh m Aufenau statt. Herr Lehrer Marx, Gelnhausen, widmete dem uns allzufrüh Entrissenen, kaum Siebenzehnjährigen, innige Worte des Gedenkens. Als Prinzipal des Verstorbenen gab Herr Julius Bender, auch im Namen der Chefs und Angestellten seiner Firma seinem Schmerze' in beredten Worten Ausdruck. Herr Eerfon S ch n e r b , der mit anderen Vertretern der Frankfurter Agudoh-Iugendgruppe dem so jäh entrissenen Freunde das letzte Geleite gabj rief dem Verewigten nochmals tief empfundene Dankesworte nach. Möge den schwergeprüften Eltern und der Familie vom Allgütigen Trost erstehen im Bewußtsein, daß Sigbert Seliger im Andenken seiner zahlreichen Freunde und Bekannten sorlleben wird, für alle Zeit. n'axaxi Bereinskalender. (Wegen Raummangels verkürzt.) Derer» Mekor ßhajim. Freitag abend nach Schluß der Synagoge im Hörsaal Friedberger Anlage .Mikro" Herr Louis Kahn. Sonntag abend 6 Uhr im Vereinsloküle, Herr B. Rachelsohn über „Genlas Mizrajim". (Alle anderen Schiurim wie üblich). Fahrzeits-Stiftungen: Mo n t a g, 2. Februar. Wally Prager- und Benjamin Kallmann-Stiftung. - Donnerstag. 5. Februar. Anna Efchwege gM Schlesinger-Stiftung. Agrrdas Iisroek-Jugendgruppe. Freitag, abend nach Schul »Sidro-Vortrag": Herr Dr. W. Hofmann. — 8Uhr gemütliche Infammenkunst in den Räumen des Mekor Chaiim. . (Herr Jacob Rosen heim u. a.) (Alle anderen Schiurim wie üblich). Jüdische Jrauenvereimgung. Sonntag. 6 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer über ..Jüdische Lebensweihe im Zeichen des erwachenden Morgen." Dienstag. 4V4 Uhr im Cafe Milani Gemütliche Zusammenkunft. Liwjath ßhen-Derei«. Samstag nach Mincho, Hörsaal Friedberger An, läge: „Midrasch"; Herr Red. S. Sch,achnowitz. Hatmud-Thora-Derein. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Freitagabend: nach Schluß des Gottesdienstes Vortrag. Herr Rabb. Dr. Wiesel. (Alle anderen Schiurim wie üblich). Heöetzeiten. L reitag abend 4.50. Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 4.— Samstag abend 6.05. Wocheng ottesdienft: Morgens 6.45. Nachmittags 5.— Tefilin-Legen am Mo r gen 6.45. Familiennachrichten. B a rmizwo- Felix. Sohn des Herrn Dr. B May. Humboldstraße 5 II. SynagqgeMörnMatz» - Sally. Sohn des,. HerrnLeopold Heidingsfett Langestratze^34. Synagoge Friedberger Anlage.

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