Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1925)
- Date
- 1925-01-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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8. Januar 1925 Der Israelit Nr. 2 Seite 17 Vermischtes. Hamburg, 2. Januar. Eine Kamm- und Haarschmuäsabrik, deren Inhaber jüdischen Glaubens ist, hatte ihren Betrieb am jüdischen Neujahrsfest und Versöhnungssest geschlossen und ftzr diese beiden Tage keinen Lohn gezahlt. Durch Klage beim Gewerbegericht forderten die Arbeiter ihren Lohn. Der Firmeninhaber bestritt seine Zahlungspflicht mit der Begründung, die erwähnten jüdischen Feiertage seien zwar keine gesetzlichem Feiertage, aber es sei ortsüblich, daß jüdische Geschäftsinhaber an diesen Tagen schließen. Das Gericht kam einstimmig zu dem Urteil, daß der Beklagte die von ihm angeordnete Feierzeit zu bezahlen habe, da die Arbeiter es abgelehnt haben, auf ihre Kosten. zu feiern. Das Urteil stützt sich auf § 615 BGB., welches sagt: „Kommt der Dienstberechtigte mit der Annahme der Dienste in Verzug, so kann der Verpflichtete für die infolge des Verzuges nicht geleisteten Dienste die vereinbarte Vergütung verlangen, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein." Baden-Baden, 24. Nov. Am 28. Oktober v. Js. wurde in Baden-Baden der Verein jüdischer Hotelbesitzer und Restaurateure E. V. gegründet, dem nach den nötigen Vorarbeiten bereits ca. 50 Mitglieder beigetreten sind. Der Verein bezweckt die Hebung des Gewerbes durch gemeinsame Arbeit, Förderung und Vertretung unserer Interessen, Austausch von Erfahrungen sowie die Annäherung und Pflege der Geselligkeit unter den Mitgliedern. Jedwede politische Tendenz irgendwelcher Art ist ausgeschlossen.- Die Bekanntmachungen haben lt. den Satzungen u. a. auch im „Israelit" zu erscheinen. Als vorläufiger Vorstand fungieren die Herren: Julius Hoffmann, Norderney; Theodor Köhler, Baden-Baden; Gustav Blum, Oberhof. Bei diesen Herren sind auch die Satzungen und Aufnahmebedingungen zu erhalten. I. D. K. Nein, ftattdessen gibt es jedoch rituell zulässige Ersatzmittel. M. Sch. in K. Die Barmizwo findet 'a 1925 statt. ' K. B. in H. 27. August 1906. Z. W. Betrag eingegangen. A. S in B. und Andere. Der von Ihnen angeführte Satz kann es nicht sein, da er ohne das Wort dtk der Pointe entbehrt. A. B. Gern akzeptiert. Um Weiteres wird gebeten. Familiennachrichten. Geburten: Ein Sohn. Karl Goldschmidt und Frau Recha geb. Böttigheimer. Fulda, Severiberg 8. Barmizwo: Salomon, Sohn des Herrn Max Neuberger, Berlin, N. 2q, Elsässerstraße 24. 17. Jan. maw 'S in der Synagoge, Artilleriestraße 31. — Alfred, Sohn des Herrn Cantor Gedaljah Winter und Frau Bella geh. Grünebaum, Regensburg, maur 's rat?. Verlobte: Rosa Gutman—Iulms Jordan, Mönchsrot—Regensburg. Geburtstagsfeier: Salamon Schulman, Mönchsrot, 76 Jahre. Silberne Hochzeit: Oberlehrer Erlebacher und Frau, geb. Sachs. Oberdorf. — Liebmann Rosenthal und Frau Mina, geb. Urspringer, Hardheim (Baden). frankfurter Berichte. Die Keren Halauroh-Versaninrlung im Saalbau. Einen starken wirksamen Nachklang der Hamburger Tagungen brachte die Massenversammlung im Saalbau am Sonntag nachmittag, in der fünf Redner über die Gegenwartsausgaben der deutschen Judenheit und die heiligste aller Aufgaben, das Thoralernen und die Unterstützung der Thoralehrstätten sprachen. Herr Leopold Oppenheimer, Leiter des Frankfurter Keren Hathora-Kommissariates, eröffnete die Versammlung mit einleitenden Worten und einer warmen Begrüßung^ der anwesenden Nabbinen und erteilte das Wort Herrn Redakteur S ch a ch n o w i tz , der es übernommen hatte, ein kurzes, zusammenfassendes Gesamtbild von den Versammlungen und Beratungen der verschiedenen in Hamburg tagenden Organisationen zu entwerfen. Er schildert, wie sich die verschiedenen Tagungen mit ihren eigenen Zielen und Wegen unter der Hand zu einer einheitlichen, machtvollen Manifestation für die Thora ausbildeten. Darauf ergreift der „Ponjewescher Raw", Sejmdeputierter Oberrabbiner K a h n m a n n , das Wort, um uns in seiner warmjüdischen Art an den Bildern von Rabbi Äkiba, Rabbi Eleasar ben Horkenos usw. das. jüdische Erziehungsideal zu zeichnen. In der vom Talmud registrierten Tatsache, daß Akiba in seinen jungen Jahren unwissend war und der Thora feindlich gegenüberstand, bekundet sich die Gewißheit, daß es keines Uebermenschentums bedürfe, um das jüdische Erziehungsideal zu erreichen. Jeder jüdische Mensch ist befähigt, "das Größte zu erlangen. Die einzige natürliche, dem Juden auf den Leib zugeschnittene Erziehungsmethode ist die der Thora und das Erhebendste in Hamburg war die allgemeine Sehnsucht nach Thorar Herr Dr. D e u t s ch l än der, Leiter der Keren Hathora-Zentrale in Wien, sprach dann in schönen, schlichten Worten über die Frage: „Wie erzieht der deutsche Jude sein Kind zu einem Benthora?" Er wies auf den „Chofez Chajim" hin als auf den Mann, der die scharfgeistige Art der Wilnaer Schule mit der Gemütsnefe des Salanterschcn Mussarsystems in sich verkörpert und in seinen halachischen und moralethischen Schriften vereinigt. In dieser Synthese muß auch unser Erziehungsideal gesucht weroen. Das jüdische Kind muß vor, während und nach der Schulzeit dem Lernen zugesührt werden. Deutschlünder schließt mit einem Appell, an dem Fonds, der sich die Erhaltung der Jefchiwaus zur Aufgabe gemacht, an dem Keren Hathora, mitzuarbeiten. Als nächster Redner folgt der „ R a k o w e r Raw", der mit kräftigen Worten und drastischen Schilderungen die Not der Jeschiwaus zeigt, aber auch die Mittel und Wege, wie dieser Not zu steuern sei. Die Golusleiden in Mizrajim, so weist er an Hand von Midraschim nach, begannen nicht erst mit der Fronarbeit, sondern schon viel früher gleich nach dem Tode Jakobs mit der Schließung der von Jehuda eingerichteten Thoralehrstätte. Ais Rabbiner einer Grenzstadt in nächster Nähe von Sowjetrußland kennt Redner die Leiden, insbesondere die geistigen Nöte drüben sozusagen aus eigener Anschauung und die von ihm entworfenen Bilder tragen das Zeichen des Selbsterlebten und verfehlen ihren Eindruck nicht. Mit einem kräftigen Schlußworte des Herrn Jacob Rosen he im, der die Hoffnung und den Wunsch ausdrückt, daß all das Gesagte und Gehörte bald in praktische Taten umgesetzt werde und noch einmal betorrt, daß wir mit der vorgeschlagenen täglichen Zehnpfennigspende nicht allein ein materielles Unterstützungswerk vollführen, sondern die Verbindung mit dem Sinai ausrechterhalte», schloß die imposante, auf beinahe drei Stunden sich erstreckende Versammlung. Es war ein starker Abglanz der unvergeßlichen Hamburger Tage, die sich nun überall — die vielen Zeichnungen für Keren Haihora zeigen es — in segensreichster Weise auszuwirken beginnen. Aussprache-Abende in der A. J.-Jugendgruppe. Die Aussprache-Abende, die allwöchentlich je am Mittwoch um 8.15 Uhr abends stattfinden, erstrecken sich in den folgenden Wochen auf folgende Themen: Mittwoch, den 14. Januar: „Judentum in Lehre und Leben". Eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Strömungen; Jacob Landau. Mittwoch, den 21. Jan.: „Glauben und Wissen"; Carl Hamburger. Mittwoch, den 28. Januar: „Jüdische Fürsorgepflicht und allgemeine Wohlfahrtspflege"; Leopold Schwab. Mittwoch, den 4. Februar: „Erez Jisroel-Abend" (Redner wird noch bekanntgegeben.) Mittwoch, den 11. Februar: 21-,^ — pibw; Gerson Schnerb. Mittwoch, den 18. Februar: „Symbolik im Judeutum"; Hermann Frankenthal. Generalversammlung des Mekor Chajim. Sonntag, den 4. Januar fand in den Räumen des Veremslvkals dis 46. ordentliche Generalversammlung ftattj Der Jahresbericht gab einen klaren Ileberblick über die großen Leistungen des Vereins. In das Berichtsjahr fiel das 50 jährige Jubiläum des Vereins, das unter großer Beteiligung gefeiert wurde. Die Wahlen ergaben die Wiederwahl der Herren: Dr. Lindenbaum, Gabr. Plaut, Albert Ries. Zum Vorsitzenden wurde Herr Josef Sänger gewählt. Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums e. V. Wie im Anzeigenteil der vorigen Nummer bekanntgegeben, ist auf Sonntag, den 18. Januar, nachmittags 4 Uhr nach Frankfurt a. M., Friedberger Anlage 5/6 ein außerordentlicher Vereinstag der Freien Vereinigung einberufen, bei dem Ergänzungswahlen zum Vorstand und Ausschuß stattsinden und ein von 35 Mitgliedern eingereichter Antrag auf Satzungsänderung zur Beratung steht. Vorkräge im Mekor Chajim. Die Vorträge des Herrn Dr. S. E h r m a n n über „Chaffidrsmus" werden, nachdem sie einigemale ausgefallen sind, diesen Samstag abend im Vereinslokale — für Herren und Damen — wieder ausgenommen. Sonntag abend 6 Uhr hält Herr Redakteur S. Schach nowih seinen dritten Vortrag über den W i ln a e r G a o n , der den Kreis des Gaou behandelt und u. a. auch die Persönlichkeit und Lehrweise des „ D u o n a e r M a g i d " umfaßt. Sijum in der A. I.-Iugendgruppe. Am Donnerstag, den 1. Januar fand unter Leitung des Herrn Hermann H i r f ch b e r g in dessen Wohnung, ' wo auch regelmäßig der Schiur stattfindet, ein Sijum auf a’snr 7>iUV»jstatt. Bei besten geistigen sowohl als auch leiblichen Genüssen, verbrachten die Schiurteilnehmer überaus gemütliche Stunden in dem gastfreien Hause des Dozenten. Mit dem Beginn des Lernens von x*im x V'Lv wurde der schöne Abend beschlossen, der allen Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. Agudas Iisroel-Mädchengruppe. Sonntag, den 11. Januar (15. Tewet-h) findet in den Räumen des Mekor Ehajim-Vereins Langestr. 13 eine gemütliche Zusammenkunft statt, bei der Herr Jacob Rosen heim über die Ves Jaakauw-Schulen in Polen referieren wird. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gäste (Damen) willkommen. Hesped. Sonntag, 11. Januar nach Mincho hält Herr Rabb. Korn im russisch-polnischen Bes-Hamedrasch, Rechneigrabenstr. 5, einen Hesped für Herrn Markus Kohn bn, wozu Freunde und Bekannte des Verstorbenen herzlichst eingeladen sind. Arrgestslltenausschuß der AI. Der Angestelltenausschuh der Agudas Jisroel Jugend-Organisation, Hanauer Landstraße 17, Sprechstunden Sonntags von 2,30 bis 3,30 Uhr nachm, und Donnerstags von 8,30 bis 9 Uhr abends, sucht für mehrere Lehrmädchen Stellen per Ostern. , Er bittet diejenigen Firmen, welche derartige Posten zu vergeben haben, um Mitteilung. . Konzert 'von Leo Magido. Am Sonntag abend hatte im kleinen Saalban ein kunstverständiges Publikum Gelegenheit, einen Künstler von ungewöhnlicher Art zu bewundern. Leo M a g i d o sang mit seinem herrlichen, die höchsten Lagen spielend beherrschenden lyrischen Heldentenor eine Reihe von italienischen Arien und Einiges von Mozart. Die innige Weichheit und dek goldene Schmelz der Tonwellen begeisterte die Zuhörer derart, daß rauschende Beifallskundgebungen den Künstler förmlich zwangen, immer von neuem vor die Rampe zu treten und das Programm mit neuen Zugaben zu bereichern. Äereiuskalender. Aerei« Mekor ßhajirn. Freitag abend nach Schluß der Synagoge im Hörsaal Friedberger Anlage „Mikro" Herr Kantor S t ein b e r g er. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge „Dinim"; Herr Rektor Falk, — 12^ Uhr in der Frauensynagoge der Klaus rvDN ipnD; Herr Professor A. W eyl. — nachm. 3V4 Uhr im Vereins loka le Langestratze, „TefiloKur s*; Herr Dr. Hofmann. — abends Va9 Uhr Vortrag Dr. Ehrmann über „Chassidismus". Sonntag und Mittwoch früh nach Schul niüD D^n; Herr Red. Schachnowitz. — Sonntag vorm. 9y4 Uhr und Dienstag abend v Uhr „Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. — abend 6 Uhr im Vereinslokale, Gefchichtsoortrag: Der Wilnaer Gaon und seinKreis (Dudner Magid). Red. S. S ch achnowitz. — Montag u. Mittw och abend 7 Uhr „Gemoro", Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Montag abends 8^/4 Uhr (auch Donnerstag) .Gemoro", Herr Dr. Elieser Posen. — Dienstag und Freitag früh nach Schul „Mischnah", Herr Rektor Falk. — Allmorgendlich nach Schul M i s ch n a - Mitgliederlernen. Jeden Abend 9 Uhr v"W-Lernen. Alltäglich von 2—7 Uhr mittags: Gelegenheit zum Lernen jeglicher Art (auch Schiur-Lernen). Dozent: Herr Herz Halpern. Jahrzeits-Stiftung en: raw, 10. Jan. Aran Moses Schwarzschild-Dtiftung. Dienstag, 13. Jan. Adolf-Rofenbaum-Stiftung. Sophie Lehmann-Stiftung. - Gabriel Rosenbera- Stiftung. Agudas Aisroet-Jugendgruppe Freitag, abend nach Schul „Sidro-Bortrag"; Herr B. Rabinowitz. — 8 Uhr gemütliche Zusammenkunft in den Räumen des Mekor Chajim. Alle anderen Schiurim wie üblich. Jüdische Arauenvereinigung. Sontag. 11. Januar, abends 6 Uhr. diefesmal ausnahmsweise in den Räumen der Aguda, Hanauerlandstraße. Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Josef Breuer über .Jüdische Lebensweihe im Zeichen des erwachenden Morgen". Dienstag, t3. Januar. 4-/^ Uhr. Gemütliche Zusammenkunft rm Kursaal Milani. Ueshamidrasch, Hstendstraße 18. Alle Schiurim wie üblich. ^iwjaly Hhen-Werein. Samstag nach Mincho, Hörsaal Fricdberger An-, läge: „Midrasch"; Herr Redakt. Schachno witz. o"w rann* Allabendlich von Sonntag bis Donnerstag Oftendstraße 18. 6—V28 Uhr abends ..Gemoro Megilla". Rabbi Salomon Weber. Talrrrud-THora-Aerein. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Alle Schiurim wie üblich. Hebelzeitsn. 'N'1 nnw L reitag abend 4.20. Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 4.— Samstag abend 5.35. lVochengottesdienst: Morgens?.—. Nachmittags 4.30 Tefilin-Teg en am Morgen 7.— .