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Der Israelit · 1925-01-01 · Heft 1 (1.1.1925) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 1 (1.1.1925)
Date
1925-01-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Der 3 s r q e 1 t t Nr. 1 Seite 13 1. Januar 1925 ____ frankfurter Gerichte Keren Hatauroh. Das hiesige Keren Hatauroh-Kommissariat lädt zu einer f. G. w. Sonntag, den 4. Januar, nachmittags 4 Uhr präzise im kleinen Saal des S a a l b a u , Junghofftrahe, stattsindenden ö s s e n t - lichen Versammlung mit dem Thema „Jüdische Erziehungsideale in Ost und West" ein. Als Referenten wurden gewonnen die Herren Sejmdeputierter Oberrabbiner Kahnemann aus Ponjewesch und Dr. Leo Deutschländer, Leiter des Weltdirektoriums des Keren Hatauroh, Wien. Weitere Ansprachen, u. a. auch eine solche des Herrn Jacob Rosenheim, sind vorgesehen. Angesichts der außerordentlichen Bedeutung des zu behandelnden Problems sowie im Hinblick auf die Persönlichkeit der Herren Referenten rechnet das einladende Kommissariat aus einen ganz besonders zahlreichen Besuch. Es sei noch erwähnt, daß vor dem Eintritt in die Tagesordnung im Vortragsfaal das Minchoh-Gebet verrichtet wird. V Lhorfeier. In der Aula der Realschule, Am Tiergarten, fand am Sonntag. eine akademische Feier des Synagogenchores, verbunden mit Prämienverteilung an die im Chor tätigen Knaben statt. Unter Leitung des Herrn Reumann und Mitwirkung des Herrn M a - g i d o brachte der Chor eine Reihe köstlicher Gesänge meisterhaft zum Votrag, darunter einen im kleineren Raume besonders intim und stimmungsvoll wirkenden „Ez chajim" von Sulzer. Namens des Gemeindevorstandes richteten Herr Jacob R o s e n h e i m, für das Synagogenkomitee Herr Julius L e w i n warme Worte der Anerkennung und Aufmunterung an den Chor, dabei insbesondere den Ernst und die Heiligkeit seiner Funktionen betonend. Nachdem Herr K l i b a n s k y als Vorsitzender des Chorvereins gedankte hatte, konnten die sangesfrohen kleinen Künstler glückstrahlend ihre Bücherschätze in Empfang nehmen. Lhanukaferer der A. I.-Iugendgrupye. Mitglieder und Freunde der A. J.-Jugendgruppe fanden sich zahlreich zu der Chanuka-Feier am naran 02m in der Aula der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft ein, zu der die Jugendgruppe eingeladen hatte. Unter der bewährten Leitung der Arbeitsgemeinschaft des Herrn Dr. R. Rothschild (Zi-Ro) erhielt die Feier einen echt jüdischen Charakter. Rach einem Prolog (gesprochen von Herrn Jos. Heidingsseld) hielt Herr Frankenthal die Begrüßungsansprache, indem er die hehren Ziele der Agudas Jisroel in markanten Worten zum Ausdruck brachte, wobei er namentlich heroorhob, daß es eine hervorragende Ausgabe der Agudas Jisroel fei, - die Brücke zwischen Jugend und Alter zu schlagen. In bunter Folge wickelte sich nun das reichhaltige Programm ab und bot den Zuschauern einige sehr schöne Szenen aus dem jüdischen Leben. Besonders ' ergreifend wurde eine Chanukaepifode aus dem 30-jährigen Krieg gespielt und verdient die „Großmutter" (Frl. Claire Löwenstein) und der „rote Hans" (Nathan Bing) besondere Erwähnung. Ein humoristischer Radio- Vortrag sowie einige Couplets zeichneten das Agudoleben in humorvoller Weife. Ebenso interessierte eine kleine humoristische- Pantomime (Moses Birnbaum und Moritz Aron), sowie einige synagogale Gesänge usw. Zum Schluß fand ein Theaterstück „Der Werdegang eines modernen Juden" dank dem guten Spiel der Mitwirkenden beste Aufnahme. Für kulinarische Genüsse war reichlich gesorgt. Am Klavier begleitete Herr Vlumenthal die verschiedenen Veanstaltungen. Lynagogalkonzert. Nach dem Wiener Muster findet hier Mittwoch, den 21. I a n u a r im großen Saal des Saalbau ein S y n agogalkonzert statt. Die künstlerische Leitung hat Herr Max N e u m a n n. Als Solisten wurden die Brüder Oberkantor Naumow Fleisch mann und Oberkantor Hermann Fleischmann, Köln sowie Herr Oberkantor S a r e tz k i gewonnen. Außerdem ist es Herrn Neumann gelungen, den Tenoristen Leo M a g i d o für das Konzert zu verpflichten. Wie kürzlich die gleiche Veranstaltung in Wien als musikalisches Ereignis gefeiert wurde, so wird sie es auch hier werden. Das Konzert soll hervorragende musikalische Kräfte vereinigen, um die von religiöser Tiefe getragene Schönheit der altjüdischen synagogalen Gesänge, sowie Werke moderner jüdischer Meister der breitesten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein genialer deutscher Komponist — Richard.Wagner— behauptete, daß dem jüdischen Gottesdienste Weihe, Würde und Wärme fehle. In seiner, berüchtigten Streitschrift „Das Judentum in der Musik" schreibt er u. a.: „Wer hat nicht Gelegenheit gehabt, von der Fratze des gottesdienstlichen Gesanges in einer Synagoge sich zu Übezeugen? Wer ist nicht von der widerwärtigsten Empfindung, gemischt von Grauenhaftigkeit und Lächerlichkeit, ergriffen worden beim Anhören jenes Sinn und Geist verwirrenden Gegurgels, Gejodels und Geplappers, das keine absichtliche Karrikatur widerlicher zu entstellen vermag, als es sich hier mit vollem naiven Ernste darbietet?" Veranstalter und Mitwirkende betrachten es als ihre heiligste Pflicht nicht nur die Unhaltbarkeit dieser weitverbreiteten Meinung Zu beweisen, sondern die Allgemeinheit gerade vom Gegenteil zu überzeugen. — Alles Nähere wird noch bekanntgegeben.. Personalien. Israelitische Religionsschule Frankfurt a. ITC. j Eine fröhliche, wohlgelungene Chanukafeier der j Neligionsschulen Hermesweg und Unterlindau vereinigte i Sprendlingen, Kreis Offenbach, 23. Dez. In Erzahlreiche Schüler und Schülerinnen, Eltern und | gänzung des in der letzten Nummer des „Israelit" Freunde am Dienstag, den 23. Dezember, im großen! gebrachten Berichtes über das Hinscheiden des Lehrers Saale des Hochschen Konservatoriums. Der Festaus-: Bernhard GoIdfchmidt in Lübeck sei noch daraus schuß, der aus den Herrn Adler und Dr. Ephraim bej hingewiesen, daß Goldschmidt ein Kind unserer Gestand, verstand es, durch ein besonders reichhaltiges und : meinde war. Wenn auch Jahrzehnte beruflicher Wirkgedisgonss Programnl die Erschieneen vollauf zu befriesamkeit im Dienste des Judentums ihn an der Küste digen. Es gelangten u. a. zwei Theaterstücke zur Auf-! der Ostsee Wurzel fassen ließen, so zog es ihn doch führung „Die Perlen des Judentums" und „Alexander j immer wieder hin nach der Stätte seiner Kindheit, der Große vor Jerusalem", beide von den Herren des i Mit banger Sorge verfolgte er die religiöse Entwick- Festausschusses einstudiert. Die Schulkinder zeigten, j lung seiner Heimatgemeinde, und mit freudiger Gedaß sie auch als Schauspieler Treffliches leisten können. , nugtuung erfüllte ihn die Tatsache, daß man in Die wohlgelungenen Tänze, oorgeführt von Schäle-! Sprendlingen an den Prinzipien . des gesetzestreuen rinnen, einstudiert zum Teil von Frl. E. Jacoby, zum > Judentums festhielt und nicht gleich anderen Landge- Tel von Frl. Nanny Cohn fanden befond.eren Beifall. « meinden religiösem Jndifferentismus und Nihilismus Tür Am Flügel begleiteten die Herren Stern und Kösterich! und Tor öffnete. Es mögen ihn wohl bereits schon sowie Frau Weiß. Frau Auerbach erfreute das Publi- Todesahnungen erfüllt haben, als er den lange gekum durch treffliche Rezitationen. Chanukka im Genes^nAsisim Oberstetten. Zum ersten Male war in diesem Jahre das Heim auch im Winter geöffnet, zum ersten Male konnte es darum Chanukka feiern. In Anwefenhet des Vorstandes •“*<«. SÄ-b-«?»»« ««rden Im Mich HchmU«. 8otlctfa„ttn aeWns in prägnantest« Kurze zusammen Saal die Chanukkaiichter -Ntzundet, zum ersten Male . "-•> . . fi.in.nh!.m5inh. h». filh.Lr .in., hegten Entschluß ausführte, den vergangenen Rauschhaschonoh an der Stätte zu verbringen, wo Vater und Großvater ihre Gebete zum v'anin 28 gerichtet. Unvergeßlich werden uns die Worte sein, die er an die tiefergriffene Gemeinde richtete, die ausklangen in den Ruf 'nn „ich bin bereit!", den Inhalt seines ^fZrr " 7 wÜMN und der Heimatgemeinde das Höheziel eines Räumen Dann sprach'der jüngste^Gast ein Chanukka"! -»«> ®emÄetma„Ten Ä-7 K. '2 g-dicht. dem sich weitere musikalische und d-kiamatarische 11, Vorträge anschlossen. Jeder Gast erhielt vom Vorstand der Stiftung ein Chanukkageschenk und in gemütlicher Stimmung blieb man noch lange an der Kaffeetafel vereint. — Hoffentlich wird der allerseits stark empfundene Wunsch in Erfüllun ggehen, auch in den weiteren Jahren das Heim im Winter offenzuhalten und dieser ersten gelungenen Chanukkafeier weitere folgen zu lassen! Jüdische Wohlfahrtspflege. Die Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege legt Wert darauf zu konstatieren, daß im Gegensätze zu einer Angabe in Nr. 49 des „Israelit" dieJüdischeFrauenvereinigung nicht die einzige Organisation sei, die jüdische Kinder aufs Land oder ins Ausland schickt. Besichtigung. Die Gesellschaft für jüdische Volksbildung veranstaltet auf vielfachen Wunsch Sonntag, den 4. Januar, vormittags 10)4 Uhr pünktlich eine Führung auf den alten jüdischen Friedhof am Börneplatz unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Hülsen. Treffpunkt vor dem Seitenportal der Synagoge am Börneplatz, Stoltzestr. 2. Einige Karten sind noch zu haben beim Pförtner im Gemeindehaus, Fahrgasse 146. Briefkasten. P. K. *Talmud Babli und Ieruschalmi" gründen sich auf die gleiche Mischna, ersterer ist in Babylon, letzterer in Palästina entstanden. Babli ist umfassender, da Jeruschalmi sich auch aus die ersten vier Sedorim erstreckt. M. Sch. in $). Betrag eingegangen. I. S. I. Bunde. Betrag eingegangen und für Abonnement verbucht. Sprechsaal. Milchbrötchen. Es erscheint an der Zeit, das jüdische Publikum aus die Schwere des Jssurs aufmerksam zu machen, dem sich diejenigen aussetzen, die Milchbrötchen, die nicht unter gewissenhafter Aussicht hergestellt sind, kaufen. Abgesehen von dem '122 bv a)>n non: sind Milchbrötchen heutzutage meistens mit Margarine oder anderem Tierfett hergestellt. Rabbiner R. Mensa für Studenten. In den Kreisen der gesetzestreuen Juden regt man sich, ob mit Recht oder Unrecht, bleibt noch dahingestellt, darüber aus, daß die Zahl der nicht rituell lebenden Studenten von Tag zu Tag zunimmt. Hat nian sich auch schon jemals gefragt, wieso dieser Zustand eintreten konnte, daß selbst Kinder von grsetzestreuen Ellern gegen das Ritualgesetz verstoßen! Die Schuld allein ist nicht nur auf die „Entsittlichung der Jugend" zurückzuführen. Es ist inuner sicher so daß es für den größten Teil unserer jüdischen Studenten ein schwerer Schritt ist, das rituelle Leben auszugebeu. Jedoch glauben sich viele von der finanziellen Notlage hierzu gezwungen. Sie finden in der für die Studentenschaft eingerichteten Mensa (Derpflegungsraum) für sehr billiges Geld ein vorzügliches Essen. Aus diesen: Gebiete läge nun ein Betätigungsfeld für die Agudas Jisroel. Das „Sichaufregen" über diese Dinge führt sicher nicht dazu, daß man die jüdischen Studenten zum rituellen Leben zurücksührt. Man muß das Hebel bei der Wurzel fassen. Wollt Ihr haben, daß die jüdische Studentenschaft sich zum rituellen Leben zurücksindet, so schasst auch für sie Speiseräume, in denen sie für dasselbe Geld, wie in der Mensa, ein koscheres Essen bekoinmen! Man soll nicht nur mit Worten, sondern mit Taten Mißstände bekämpfen! Jsi Freudenberger, stud. rer. pol. gottbegeisierlen Juden Bernhard Goldschmidi nicht vergessen. 0212)- p'IL 12f Freudenberg, 21. Dez. Immer seltener werden leider in den Landgemeinden die aufrechten Vorkämpfer und würdigen Vertreter des altüberlieferten Judentums. So hat auch unsere Gemeinde durch das Hinscheiden von Solomon Kahn- Michel, dessen sterbliche Hülle am 14. ds. Mts. zu Grabe getragen wurde, einen herben Verlust erlitten. In seinem 70. Lebensjahre wurde dem entsagungsreichen und opferfreudigen Leben dieses Mannes, das nur durch die Erfüllung unserer heiligen mx» seine Lichtblicke erhielt, nach schwerem Leiden ein Ziel gesetzt. Der Verewigte entstammte einer wackeren Familie und erhielt eine sorgsame Ausbildung, die ihm jüdisches Wissen weit über das Durchschnittsmaß erschloß. Er war ein Schüler von 'pan* v"n 'i v'.in Schnerb V'xt, und von ihm, diesem begnadeten nV’an , dessen Ruhm noch frisch die ganze Gegend erfüllt, erlernte er auch die wunderbaren Weisen des Chasonus, mit denen er jahrzehntelang unseren Gottesdienst verschönte. Dabei war er auch ein niip bv2, wie man ihn wohl selten findet, und jedem, der es einmal vernahm, wird es inuner unvergeßlich bleiben, wie er alle auf die Heiligung des 022? bezüglichen Stellen bei der Thoravorlesung stärker und eindringlicher intonierte, um so seiner Gemeinde die Heiligung des v2v ans Herz zu legen, und das Gesetz, wie vom '2'v aus, der Jugend neu zu verkünden. Als dritte heilige Aufgabe hatte er auch das Amt eines ernsten, zur Buße mahnenden ypin Hier haben in Wahrheit „die Lippen des Priesters die Erkenntnis gehütet". Am Grabe gab S. E. Rabb. Dr. Altmann '"2 dem Schmerze der Hinterbliebenen und der Gemeinde Ausdruck in einem ison wie er an Schönheit und Innigkeit noch selten vernommen wurde. Er knüpfte an das Hinscheiden von was pnx' an, das auf dreifache Weife ausgedrückt wird. Die Lücke, die ein p'ix hinteriäßt, fei zu groß, um sie mit einer einfachen Erwähnung abzutun. Auch der Verewigte habe mit dem Engel gekämpft und beim Anbruch des Tages im nan vbix fei ihm der Sieg gewiß. Der Verstorbene hinterläßt drei wackere Söhne, die er im Geiste strengster Pflichterfüllung auszog, und die gewiß wie die ganze Gemeinde sein Andenken dadurch segnen werden, daß sie versuchen, ihm nachzuleben in ihrem Judefein. nMax2ft Berlin, 21. Dez. Rach langem Leiden verschied in Posen der frühere Kaufmann Samuel Schreyer in seinem 73. Lebensjahre. Bis zu seiner Ilebersiedelung nach Posen lebte er in Wreschen. Hier beschäftigte er sich meist mit Werken der Liebe gegen seine Mitmenschen. So war er von Anfang an tätiges Mitglied der Chewra-Kadifcha. Durch seine Besuche be: Kranken und Leidenden verstand er es, wohltuende Tröstungen zu spenden. Selbst bei ungünstiger Witterung ließ er sich nicht zurllckhalten, seine von ihm gern geübte Menschenpflicht zu erfüllen. Als Mohel bewährte er sich im Orte selbst und auch in weiter Ferne. Zur Zeit, als die Kinder der Ferienkolonien aus Berlin in Wreschen untergcbracht waren, sorgte und mühte sich Herr Schreyer für die Erholungsdürftigen in väterlicher Weise. Er verstand es also, die Liebe und Achtung be: allen sich zu erwerben. Das Leichenbegängnis war ein überzeugender Beweis der Beliebtheit des Verstorbenen. Vermischtes. Berlin, 26. Dezember. In Berlin ist ein Deutsches Landeskomitee der „P a l e ft i n e Economic Society" gegründet worden, dessen Vorsitzender Herr Leopold Loewenthal, Hinter der Garnisonkirche 1 a, ist. Der Jahresbeitrag beträgt für Einzelmitglieder 20 M.. für Firmen und Verbände 60 M. Zweck der Gesellschaft ist, die Schaffung der wissenschaftlichen Grundlagen Jür die Entwicklung wirtschaftlicher Verbindungen mit Palästina. Die Gesellschaft hat in Palästina bereits eine Gewerbestatistik durchgeführt und damit die Voraus- «

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