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Der Israelit · 1924-12-04 · Heft 49 (4.12.1924) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 49 (4.12.1924)
Date
1924-12-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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; 4.>De-eWer?1W4 Warum,>fe, Jüdische F;-llMvereinigllM tistMst .,v..,x. ' .■ ■■ ■• - ,- > r iZZie > Zeit m«g vielleicht nicht sehr dazu .Mgötan sein. Feste zu feiern.' Das weißpdre Jüdische Zwuenvereittigüng; der Her. Kampf? gegen-da? Cleyd, gärrz^b^- sonders gegen - das Kinderelend, vornehmste - ündi heiligste Aufgabe itt, sehr -wohl. .'Nichtsdestoweniger. oder geraste dar u ni ,foll in einer größeren, Veranstaltung,das. gewissen .W/chüKMermW-MngHgestMfür die.Nöt^ her Zeit geweckt werden, sollen die Herzen mobilisiert werden Zur praktischen Liebesetat, zum kräftigen Mithelfen. , i. Sind auch die an die Jüdische Frauenvereinigung gestellten Anforderungen im steten Wachsen, so suchte sie' dochmit aller Kraft diesen, gerecht zu werden. Seit 1914 hat die Jüdische Frauenoereimgung als. einzige jüdische Organisation in Frankfurt mit Hilfe der hochverdienten Niederländischen Zentrale für deutsche Kindertransporte nach Holland Hunderten von Mischen Kindern,, auch aus dem besseren Mittelstand, eine Erholung verschafft. Vielen.Kindern wurde mit Hilfe der Schweizer Kinderhilfe und durch Vermittlung des Herrn Geheimrat Prof. Dr. Abderhälder in Halle ein -Erholungsaufenthalt in den Schweizer Bergen ermöglicht, während andere Kinder aufs Land in die deutschen Gauen hinausgeschickt wurden. Wo es nöttg war, wurde Kindern auch der Heilungsaufenthalt in besonderen Heimen und Anstalten erleichtert. Nicht übersehen werden darf in diesem Zusammenhang der von der Jüdischen Frauenvereinigung auf Anregung der Stadt und der Suppenanstalt seinerzeit gegründete Mädchenhort mit 40 Kindern und einer Helferin, der aber heute hundert Kinder unter seinem Dache um drei Helferinnen vereinigt und den Kleinen soviel Liebe und Kinderfreude bietet, soviel Sonne in ihr trübes Kinderdasein leitet, daß, wer einmal Zeuge dieser von fachmännischer Hand geleiteten Kinderzusammenkünfte war. den Eindruck nicht vergißt. Große Not erheischt umfangreiche Hilfe, die wiederum große' Mittel' erfordert. Wo sollen aber die Mittel her? Wir brauchen für unsere Arbeit ein großes Maß von Verständnis, Opferwillen, Hilfsbereitschaft, .von echter jüdischer Freude am Kinde, das der Träger unserer Zukunft ist, und am Wohltun, das der dritte und nicht der letzte Grundpfeiler des Judentums ist. Zu diesem liebe- und freudvollen Mitarbeiten an unserem Werke ruft die festliche Veränstaltüng am Montag, den 22. Dezember, in den Räumen des Zoologischen Gartens. Alles, was zu uns und zu unserem Hilfswerke hält, wird sich an diesem Ehrenabend der jüdischen Liebe einfinden und über diesen Abend hinaus, der Geselligkeit und Kunstgenuß in reicher Fülle verspricht, werden alle Freunde und Freundinnen zu uns stehen, daß uns möglich wird, unser Werk fortzusetzen, angemessen der Zeit und ihren gesteigerten Nöten, angemessen dem jüdischen' Chessed- Jdeal, das sich als eines der Erhaltungselemente des Judentums bewährt hat. Keren Hatauroh. Vor gut besetztem Hause hielt Herr Wolf S. Jacobson-Hamburg, Mitglied des Landesdirektoriums in Hamburg, der sich zurzeit auf einer Vortragsreise im Interesse des K. H. befindet und im Rheinland und im westfälischen Jndustriebezirk bereits bemerkenswerte Erfolge für den Auf- und Ausbau des K.H. erzielte, auch in unserem hiesigen Kreise auf Einladung des hiesigen Keren Hatauroh-Kommissariats sowie der Agudas Jisroel Orts- und Jugendgruppe einen von großer Begeisterung durchglühten und von tiefer Sachkenntnis getragenen Vortrag. Redner kennzeichnet in formvollendeter und hinreißender Rede die Wichtigkeit des Thora-Lernens, die jede andere Mizwohbetätigung überwiegt, und die daraus folgende Verpflichtung der Gesamtheit, die Thora- Lehr- und Pflanzstätten, die sich im-In- und Auslande in der -erschütterndsten Notlage befinden, zu erhalten, und auszubauen. Der K. H., dessen Bestreben es ist, jederlei Thora- Zwecke zu fördern, einerlei, ob es sich um die Erhaltung von Talmud Thora-Anstalten für Kinder, Jefchiwos für die Ausbildung Erwachsener, Religionsunterricht in den lehrerlosen Landgemeinden handelt, muß durch reichfließende Geldmittel derart gestärkt werden, daß aus ihm in derZukunft alle vorgenannten Thora-Lehrzwecke bestritten werden können. — Dies kann aber nicht von einzelnen Begüterten geleistet werden, auf die für alle Zwecke zurückgegrissen wirb, sondern die breiten Massen müssen dieses Werk tragen. Dies kann geschehen, wenn jeder einzelne täglich nur 10 Pfennig hierfür aufbringt, die er sich von nicht notwendigen Ausgaben zurückstehält und' dem K. H. zuführt. Diese kleine Spende, deren Hingabe niemand schwer fällt, genügt, um das" große Werk der Erhaltung der Thora-Pflanzstätten durchzufüyren. Von denjenigen, die Gott mit reichen Gütern gesegnet hat, wird natürlich mehr erwartet. Mit einem warmen Appell an das Verantwortlichkeitsgefühl aller derer, die zu dem Vortrag erschienen waren, wie auch der Ferngebliebenen schloß der Redner seine zu Herzen gehenden Ausführungen. — Unter dem gewaltigen Eindruck dieser Rede, die von den Anwesenden mit reichem Beifall belohnt wurde, zeichneten alle Anwesenden die Tagesspende. Das hiesige Kom-' ._D H s r a e i ymiftartat es dieses System ausbauen Werdet vis alle.-thorätreüen Kreise' der" hiesigen Stadt. restlos' dechRettüNgswMkLfür die Whrstättest der Tyora. beigetxeten sind." ' i.vä :i i; <$&:. erfolgtest noch Anfprachen' Ms Vorsitzenden Harrst Leopold Öppenheimpr, desHerrnDr. .Ehrmann neben - eistzMen /Anregungen güs dem' Zphörerkreise, die u. a. die Drucklegungdes geifAoMtr Referates zum Glegenstand-hatten? . ■ V; Der Abend kann in jedeh. Ve^eysittg als erfolgreich MzHmet Mordest - ' ' ^ssianiWÄÄPungen:< MÜdisih^ FkauenstEmgü'Ng'^ verMtaltete am DklSnstäg ist der Auläi der Reälfchüle. ihren ersten öffentlichen Vortragsabend, den sie als äußerst erfolgreich bezeichnen darf. Der Referent, Herr Redakteur S. Schach n o w i tz?> sprach über die m e s s i a Nischen Verirrungen in früheren Jahrhunderten, vornehmlich über Sahbatai Zewi und' zeigte in der Einleitung, wie die Irrungen, von denen der echte Messiasglaube nicht berührt wird, sich aus den Leiden und Erwartungen der Zeiten herausbilden mußten. Er erörterte das bekannte Kapitel in Daniel und die sogen. Malbim-Prophezeiung dazu, um dann in großen Zügen die Geschichte der Sabbatai-Zewi-Bewegung auf Grund der neuesten Dokumente zu schildern. Den Schluß bildeten einige Ausblicke auf die G e g e n w a r t s - pro b l eme des Judentums, bei deren Lösung wir aus den Erfahrungen und Enttäuschungen der Vergangenheit zu lernen haben. Der Vorträg fand große .Aufmerksamkeit und ungeteilten dankbaren Beifall der Zuhörer und Zühörerinnen. St. Der deutschvSMsche Lügenfeldzus gegen das Krankenhaus der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. M. Der antisemitische Agitator Gustav Windmeier in Frankfurt a. M., Herausgeber eines inzwischen eingegangenen antisemitischen Wochenblattes und Wanderredner des öeutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes hatte im Jahre 1922 in öffentlichen Versammlungen einer Reihe von Orten Hessens und Hessen-Nassaus folgendes Märchen erzählt: Er sei Antisemit geworden, seitdem er als Insasse des Vereinslazaretts des israelitischen Krankenhauses in Frankfurt a. M. im November 1918 mit angehört habe, wie ein anderer jüdischer Lazarettkranker beim Tode. eines christlichen Dienstmädchens geäußert habe: „Schadet nichts, wieder ein Christenschwein weniger auf der Welt." Er, Windmeier, habe sich sofort wegen dieser Bemerkung beschwerdesührend an die Aerzte Sanitätsrat Dr. Günzburg und Dr. Ansbücher gewandt, diese aber hätten sich gegenseitig angeschaut, gelacht, und seien fortgegangen, ohne einzuschreiten. Wegen dieser Behauptung haben die genannten Aerzte schon im Sommer 1922 Klage bei den für die einzelnen Versammlungsorte zuständigen Gerichten: Fürth r. Odenwald, Attenkirchen (Westerwald), Rauschenberg und Limburg a. d. Lahn erhoben. Herrn Windmeier, gelang es doch immer wieder, durch Zeugenbenennung im letzten Augenblick die Hauptoerhandlungen hinauszuziehen, die schließlich zur gemeinsamen Durchführung nach Limburg auf Entscheidung des Reichsgerichts angeordnet wurden. Infolge der langjährigen Besetzung Limburgs durch die Franzosen und der hierdurch sich ergebenden Schwierigkeiten für die Einreise der Parteien und Zeugen wurde zuletzt Frankfurt a. M. als Verhandlungsort bestimmt. Am 25. November d. Js. fand nunmehr die Hauptverhandlung statt. Die Privatkläger waren durch Rechtsanwalt Dr. Martin. Marx- Frankfurt a. M., der schon in den Vorjahren die Verhandlungen für sie führte, vertteten. Der Angeklagte war persönlich erschienen, während sein Anwalt sich nur an den vom Gericht vorgeschlagenen Bergleichsverhandlungen beteiligte, dann aber seinen Mandanten allein ließ, offenbar davon überzeugt, daß es nichts mehr zu retten gab. Durch die Verlesung der Protokolle über die Aussagen von mehr als 20 in allen Teilen Hessens und Hessen-Nassaus vernommenen Zeugen wurde festgestellt , 4 daß an den Behauptungen Windmeiers auch nicht ein wahres Wort ist. Dabei ist von besonderem Interesse, daß das Urteil gerade der nichtjüdischen Zeugen (Justizinspektor, Hauptlehrer, Polizeibetriebsafsistent ufw.) über den Eindruck der Verfammlustgsreden Windmeiers dahin ging, - daß feine Rede ,,einen durchaus tiefstehenden, ja gemeinen Eindruck machte", „daß man etwas derartiges an Judenhetze nicht für möglich gehalten habe", „daß die Rede eingegeben war von ausgesprochenem Judenhaß", und ähnlichen scharfen abfälligen Aeußerungen. Nach mehr als dreistündiger Verhandlung, bei der der Angeklagte versuchte, die Geschichte als harmlos hingustellen, obwohl gerade in dieser Beziehung die vom Angeklagten selbst benannten Zeugen einwandfrei erklärt hatten, nichts zu wissen, wurde Windmeier wegen vier selbständiger Vergehen der üblen Nachrede und eines Vergehens der Beleidigung zu insgesamt 320.— Mark Geldstrafe verurteilt, außerdem wurde den Privatklägern die Befugnis zur Veröffentlichung des Urteils in der „Frankfurter Zeitung" und in vier in den oben genannten Verhandlungsorten verbreitetsten Zeitungen zugesprochen. Bei der Begründung des Urteils erklärte der Richter wörtlich, die Verhandlung habe den Eindruck ergeben, daß der Angeklagte sich die von ihm verbreiteten Behauptungen aus den Fingern gesogen habe, es fei frivol, angesehene Aerzte in einer Weise zu kränken, wie dies durch den Angeklagten geschehen sei; für den' der Beleidigung zugrunde liegenden Vorfall sei auch nicht der geringste _ Nr. 49 Seite 13 Beweis erbracht; Wenüeineinzlger yonMnmehrols 20/vernonimenen'Zeugen.tzrklärt^hybe, vom Hörensagen etwas vön der Geschichte zü wissen,, so könne man jü.als Richter beurteilen^ /was. man von folchM Gerede zu halten habe. SWeßlich wies der Richter darauf hin, wie gefährlich das Treiben des Angeklagten, gerade in. Mn kleinen Orten, hätte wirken können. Cr führte'aus (wiederum wörtlich)- es fefbekannt, daß in politischen Versänimlutttzen irttmer eine' yroße Anzahl Leute sitze, die alles für bare Münze nähmen, was ihnen vorgetragen werde; wenn es nach der Rede Windmeiers in einem-derkleinen Orte zu einem Pogrom gekommett Märe',., hätte -der Ästgeklagtedie Verantwortung' für,das fttafbäre Handeln' der Tater auf sich Wladen. ' Jüdischer Sonntagsgottesdienst im Radio. Die I. T. A. (Jüdische TAegraphen-Agentur) verbreitet folgende Notiz, die nun die Runde durch die jüdischen Zeitungen macht: „Jüdijcher Gottesdienst im Radro. Die neologe jüdische Synagogengemeinde in Frankfurt a. M. hat am letzten Sonntag morgen zum ersten Male einen Gottesdienst mit Radio abgehalten, in dem Herr Rabbiner Dr. -Cäsar - Seligmann eine Predigt hielt. Der Frankfurter „Israelit" wendet sich gegen „die Schaustellung jüdischer Kultusübungen, in der weiten, ganz und gar unkontrollierbaren Oesfent« -lichkeit des über alle Gaffen und Gäßchen sich erstreckenden Radionetzes." Wir bemerken dazu, daß wir in unserer Kritik nichts von der „neologsn jüdischen Gemeinde" sprachen, da uns nicht bekannt ist, ob und inwieweit die Gemeinde als solche mit der Veranstaltung etwas zu tun hatte. Wie uns vielmehr bekannt wird, erheben sich auch innerhalb der Jüdischen Gemeinde — und nicht allein in den Kreisen der Gemeindekonservativeil — viele Stimmen gegen den Radiogottesdienst überhaupt wie auch gegen, die Art, wie ihn Herr Dr. Seligmann leitete. Richtigstellung. Die im Rahmen der Agudoh ausgeführte n-L- Tättgkeit wird gemeinsam mit der „Krankenhauskommijsion der weiblichen Fürsorge" ausgeübt. Sprechsaal. Warnung. Wie uns Herr Rabbiner Dr. S. Breuer, Frankfurt a. M., mitteilt, reist ein Mann in Deutschland herum, um für eine Gewerbeschule in Ungarn zu sammeln und hat in seiner Sammelliste an erster Stelle den Namen des Herrn Rabbiner Dr. S. Breuer, der angeblich 150.— Mark gezeichnet hätte. Diese Zeichnung ist eine glatte Fälschung und soll nur bezwecken, andere Spender in orthodoxen Kreisen anzulocken. *r>onb Es erscheint geboten, darauf hinzuweisen, daß die allgemein käuflichen Chanukohkerzen wohl meist für gewöhnliche Tage ««^reichen (l/z Stunde), aber nicht für Freitagabend, wo sie noch nach „Nacht" l/2 Stunde brennen müssen, also (fast) V/2 Stunden. Für Freitagabend müssen also größere Kerzen genommen werden. Es wäre sehr wünschenswert, daß jemand die Kerzen, entsprechend zusammengestellt, in den Handel brächte. Zu den Relchskagswahlen. Um 'Jrrtümern vorzubeugen, gestatte ich mir zu den letzten Sprechsäalarttkeln folgendes zu bemerken. Das Zentrum stellt hier in Bayern laut Kompromiß keine eigenen Kandidaten zur Reichstagswahl auf. Daß die Bayerische Volkspartei eine reine Rechtspartei ist, unterliegt wohl keinem Zweifel. Was die Pflicht eines bayrischen Juden — ob gesetzestreu oder liberal — ist, ist wohl bei der Reichstagswahl hier in Bayern außer Frage. Dr. U. Würzburg. Bereinskalender. Aerek« Wekor ßyajim. Freitag abend nach Schluß der Synagoge im Hörsaal Friedberger Anlage .Mikro* Herr Gustav Kaufmann. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge ^Dinim*; Herr Rektor Falk, — 12V« Ahr in der Frauensynagoge der Klaus nina ipio; Herr Professor A. W e yl. — nachm. 3lU Uhr im Vereinslokale Langeftratze, «Tefilokur s“; Herr Dr. Hofmann. — abends */,9 Uhr Vortrag Dr. Ehrmann über „Chassidismus". (Herren und Damen). Sonntag und Mittwoch früh nach Schul niüD Dwn; Herr Red. Schachnowitz. — Sonntag vorm. 9l/4 Uhr und Dienstag abend v Uhr „Gemoro"; HerrR. A. G. Posen. — Sonntag abend 6 Uhr im Vereinslokale, „»un* Vortrag, Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. — Montag und Mittw o ch abend 7 Uhr .Gemoro", Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer. Montag abends 8^ Uhr (auch Donnerstag) „Gemoro", Herr Dr. Elieser Posen. — Dienstag und Freitag früh nach Schul .Mischnah", Herr Rektor Falk. — Allmorgendlich nach Schul Misch n a - Mitgliederlernen. Jeden Abend 9 Uhr v"V-Lernen.

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