Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 45 (6.11.1924)
- Date
- 1924-11-06
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 16 M. 43 L e ( 3 i n eli l 6. ycoöcmfigc 1924 Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Steinweg9,Zimmer 103 Landesverband Hessens-Nassau und Hessen und Ortsgruppe Frankfurt a. M. Telefon: Taunus 3028 An unsere Glaubensgenossen in Stadt u. Land! Die am 7. Dezember 1924 stattfindenden Reichstags- und Landtagswahlen werden auf fahre hinaus für das Schicksal der deutschen Judenheit entscheidend sein. Die Wahlparole der Deutschnationalen Volkspartei: „Gegen {udenherrschaft Und Franzosenherrschaft", die selbst nicht durch das Wahlprogramm der deutschvölkischen nationalsozialistischen Freiheitspartei in ihrer Schärfe und Eindeutigkeit überboten wird, dürfte auch denjenigen unserer Glaubensgenossen, die sich durch den scheinbaren Stillstand der antisemitischen Agitation in Sicherheit wähnen, zeigen, was wir deutschen Juden von einem Parlament zu erwarten haben, in dem die Rechtsparteien die Übermacht erhalten. Die Gleichstellung: Juden- und Franzosenherrschaft, die in unerhörter Weise die deutschen Juden zu den Feinden ihres Vaterlandes gesellt, bedeutet, besonders für unsere Glaubensgenossen in den besetzten Gebieten, die standhaft und treu wie alle anderen die Leiden der Besetzung über sich ergehen lassen und ließen, eine solche Herausforderung, daß wir schon aus moralischen Gründen uns mit allen Mitteln zur Wehr setzen müssen. Der Wahlkampf wird uns die Möglichkeit geben, in aller Öffentlichkeit die Haltlosigkeit der von unseren Gegnern gegen uns verbreiteten Verleumdungen zu beweisen. Wir werden den Kampf führen: durch Verbreitung von aufklärenden Schriften und Flugblättern, Entsendung von Rednern in gegnerische Versammlungen, Abhaltung eigener Aufklärungsversammlungen, kurz durch alle Mittel, die uns zum Feldzug gegen Lüge und Haß geeignet erscheinen. Daß wir mit dieser unserer Aufklärungsarbeit auf dem richtigen Wege sind, haben bereits die Reichstags wählen im Mai dieses Jahres bewiesen, die für den Bereich unseres Landesverbandes unseren Gegnern (Kandidatur Dr. DintersJ eine empfindliche Niederlage brachten. Wir haben die feste Zuversicht, daß wir auch diesmal einen Erfolg verzeichnen können» wenn uns unsere Glaubensgenossen nicht im Stiche lassen. Wir bedürfen der aufopfernden Mithilfe jedes einzelnen durch Aufklärung von Mund zu Mund, vor allem aber durch Spenden reichlicher Mittel. Ehre und Frieden jedes einzelnen Juden stehen auf dem Spiel. Jeder hat deshalb die Pflicht, seinen Teil zur Führung unseres Kampfes beizutragen, auch wenn die Gabe für ihn ein Opfer bedeutet. Es heißt alleKräfte anspannen, deshalb ist jede, auch die kleinste Gabe, willkommen. DER VORSTAND. i. A.: Dr. Mainzer, Vorsitzender. Dr. Marx, Syndikus. Zahlstelle: Postscheckkonto Frankfurt a. M. 34515 Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, oder persönlich: Steinweg 9, Zimmer 103/111.