Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 65 (1924)
- Issue
- Heft 39 (25.9.1924)
- Date
- 1924-09-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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25. September 1924 Der I s r a e l i 1 Nr. 39 Seite 17 limotiinng dei neuen Synagoge dev , «: •>.*' *A - ' •J Z ü r i ch-; 9. September. Die neue Synagoge der Israelitischen Religivflsgefellfchaft steht nun als Prachtbau da - und ist am 17. September ihrer heiligen Bestimmung übergeben worden. Fast alle Rabbiner der Schweiz waren anweesend und sämtliche Gemeinden des Landes waren vertreten, ebenso Vertreter vonMehörden und vielen ausländischen Gemeinden. Nach eiNe^ weihevollen Abschiedsfeier im bisherigen Betlokale begannen die Einweihungsfeierlichkeiten in der neuen Synagoge* mit den üblichen Rundgängen und Chorgesängen. Darauf hielt der Präsident der Gemeinde, Herr S. Tevlitz, eine kurze herzliche Ansprache, in der er all dMn^die am Bau mitgewirkt, den Dank im Namen des Vorstandes ausdrückte. Das „Ner ToMid" wurde von zwei: Begründern der GeniÄndeden Herren Leopold Meil und Leon Bloch, angezündet. Nach weiteren Chorgesängen . hielt Herr Rabbiner Dr. Lewen st ein eine tief durchdachte Festrede, die mit einem Gebete schloß. Es wurde dann das Vaterlandsgebet verrichtet und- Herr Kantor Lieber trug in schönem Sologesang Psalmen vor, worauf "-Herr Rabbiner A. Kornsein die zweite Festpredigt hielt, die ebenfalls tiefen Eindruck hinterließ. Mit dem Abendgebete und einigen Psalmgesängen, vorgetragen von dem neugebildeten und, gutgeschulten Chore, fand die weihevolle Feier gegen Abend ihr Ende. — Der akademischen Feier schloß sich abends eine gemütliche Veranstaltung an, die neben kulinarischen Genüssen von vielen künstlerischen Darbietungen und geiswollen Ansprachen ausgefüllt war. Wir kommen auf die Geschichte der Gemeinde und die Bedeutung des jetzt vollzogenen Weiheaktes noch zurück. Personalien. Leipzig,. 10. September. Man schreibt uns: In dieser Woche jährte sich der Tag, an dem die jüdische Welt die erschütternde Kunde von dem Tode Dr. Leopold R o s e n a k s durcheilte Auf der Rückreise von Amerika starb er an Bord des Schiffes; er. der hinübergegangen war, um den vertriebenen Brüdern eine Zukunft, den Heimatlosen eine neue Heimat zu bereiten, kehrte nicht mehr in sein Bremer Haus, zu.der seiner harrenden Gemeinde zurück. Er starb in der Fremde, ein Opfer seiner unermeßlichen Menschenliebe, die ihn bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit getrieben hatte. So ist er einer von den vielen im jüdischen Volke, die beim Dienst am Werk, mitten in der Ausführung guter Taten plötzlich dem Leben entrissen wurden. Ich selbst habe Dr. Rofenak im Osten als Feldrabbiner kennen gemernt, und ich schreibe diese Zeilen zur Ehrung seines Gedächtnisses, und um der Allgemeinheit in die Erinnerung zurückzurufen, was Rofenak für die Juden und das Judentum während seines mehrjährigen Aufenthaltes in Litauen geleistet hat. Es wäre vergebliche Mühe, wollte man durch Aufzählung von Einzelheiten aus diesem so taterfüllten,' reichen Leben ein Bild seiner Persönlichkeit geben. Ich kann nicht mehr als versuchen, die Grundzüge des Wesens dieses Mannes zu zeigen, so wie er sich uns damals vom düsteren Hintergründe des litauisch-jüdischen Kriegselends abhob, von der Kraft sprechen, die auf das gesamte wirtschaftliche und geistige Leben von ihm ausströmte, zu einer Zeit, da in der entsetzlichsten äußeren Not alles geistige Schaffen unterzugehen drohte, die Erziehung der Jugend darniederlag, die Autorität des Alters erschüttert war. Mit bewundernswertem Einfühlungsvermögen paßte Rofenak sich sofort den Verhältnisten an und er „verstand den Vers zur rechten Zeit zu lesen" mit) ij»n p>iDs tnipn bi Seine erste Sorge galt der Jugend, den Trägern der Vermischtes. Halberstadt. 17. September. Zur Ergänzung unserer Mitteilung über einen alten jüdischen Frontkämpfer von Düppeln, wir gegenwärtig auf einen Kollegen dieses Frontkämpfers Hinweisen, und zwar Herrn D. Meyer in Sandersleben. Derselbe geboren am 25. 11. 1838 in Labischin, machte die Feldzüge 1864 und 66 mit und erhielt beim Sturm auf Düppeln das Düppelkreuz und die Verdienstmedaille von 1864 und in der Schlacht bei Königgrätz das Verdienstkreuz von 1866; Herr Meyer erfreut sich noch guter Gesundheit. Baden bei Wien, 21. August. Fräulein Rosalie Mannes, Tochter des Herrn Max Mannes-Zürich, hatte die Güte, für das Badener Waisenhaus, das sich in sehr prekärer Lage befindet, in Zürich eine Aktion einzuleiten, die mit dem besten Erfolg gekrönt ist. Fräulein Mannes sandte dem Badener Waisenhaus drei Liebesgabenpakete, enthaltend Kleider für alle Waisenkinder. Die Direktion des Waisenhauses spricht Fräulein Mannes wie auch allen Spendern in Zürich den wärmsten Dank aus. Palästina. Verhaftung im Zusammenhang mit dem Mord an Dr. de Haan. -London, 24. September. „Sunday Expreß" vom 21. September berichtet aus Jerusalem, daß eine Frau Schochat, die in der palästinensischen Arbeiterpartei „Achduth Haawodah" aktiv tätig ist, in Haft genommen wurde, weil man glaubt, daß sie Aufklärungen über die unbekannten Mörder des Dr. de Haan zu geben in der Lage ist. Nach einer bei ihr oorgenommenen Haussuchung sind eine Anzahl Papiere beschlagnahmt worden. . „ : Rußland. Das Krim-Kolonisationswerk vor dem Anfang. M o s k a u, 19. September. Am 15. September ist Dr. Josef Rosen, der Wiederaufbaudirektor des Joint Distribution Committee, in Moskau eingetroffen. Dr. Rosen wird die neue Aufbautätigkeit des Joint in Rußland im Zusammenhang mit der jüdischen Kolonisation auf der Krim, für die Joint eine vorläufige Summe von 400 000 Dollar bewilligt hat, leiten. Dr. Rosen beabsichtigt, seine mit der Krimzu. beginnen. (I. T. A.) Zükunft. Für diejenigen, die Mich dem lebendigen tkolonisation zusammenhängende Tätigkeit schon sehr bald Wasser der . Thora -lechzten, erneuerte er hie altberühmte ' - Jeschiba vonSlobodka (bei Kowno); denjenigen, die neben jüdischer? auch nach allgemeiner Bildung verlangten, schuf erNN den beiden Gymnasien Kownos vorbildliche Erziehungsstätten. Als Leiter und Lehrer berief er befähigte Männer aus Deutschland nach Litauen» die die voy Hm geschaffenen Anstalten., mit größtem Erfolge führten.: -Miro -ppoiy vfn.nn« nHvtupdvn» ntw D’-pnbn nw - 1 Den äußeren Zusammenhalt gab er der Judenheit jener Gegenden durch eine neue Gemeindeorganisation und bis in die kleinsten Gemeinden der ^Provinz spürte man sein wohltätiges Walten. Nur ein Rofenak, der von Anfang an fb in di- Psyche der jüdischen Bevölkerung eingedrungen war und sich ganz mit ihren Leiden, verbünden fühlte, könytefo erfolgreich wirken» denn er wüßte wirklich, was nöttat und gab seinen Brüdern aus dem reichen Schatz seiner Fähigkeiten, wessen sie bedurften. ' Und nach kurzer Zeit gab es im damaligen Leben des litauischen Judentums nicht, wo man nicht feines Geistes einen Hauch verspürt hatte. Und so kann es Nicht wunder nehmen, daß der Name Dr. Rofenak bald überall, bei Groß und Klein, bekanyt war. ...... ä . :vÖr. Lazar Gulkowitsch, Lektor an der Universität Leipzig. Amerika. Amerika und die krim-kslonisakion. o > Reuyork, 12. September. Herr Louis Marchall, der Vorsitzende des amerikanisch-jüdischen Komitees und Colonel Lehmann, der Vizevorsitzende des Joint Distribution Commitee, haben sich gegenüber den I. T. A.-Vertreter über den Beschluß des Joint Distribution Commitee für die jüdische Kolonisation auf der Krim 400000 Dollar zu spenden, in folgender Weise angesprochen: - : Die 400 000 Dollar, die zur Unterstützung der jüdischen landwirtschaftlichen Ansiedlung in Rußland bewilligt worden sind, werden nicht — wie befürchtet wird — in die Hände der jüdischen Kommunisten fallen. Das Geld soll einzig und allein unter, der Kontrolle des Herrn Dr. Josef Rosen als des Repräsentanten des Joint Distribution Commitee verwaltet werden. Unsere Organisation wird sich von jeder politischen Tätigkeit fernhalten. Sie wird dieses Kapital nur der Durchführung des Aufbauwerkes widmen, damit arbeitsame jüdische Männer und Frauen in der landwirtschaftlichen Betätigung eine Existenz finden. Nichts liegt unserem Komitee ferner, als die Idee der Errichtung einer kommunistischen jüdischen Republik zu fördern." Colonel Lehmann führt aus: „Aus unparteiischen und gut unterrichteten Quellen sind wir informiert, daß die Juden Rußlands in den Städten keine Existenzmöglichkeit haben. Cs wird ihnen t:iel geholfen fein, wenn man ihnen eine Betätigung in der Landwirtschaft ermöglicht. Während seines zehnjährigen Bestehens hat sich das Joint Distribution Commitee gehütet, die Rolle eines Partisans zu spielen. Die russische Regierung ist eine Tatsache, und mit ihr muß man rechnen, wenn man in Rußland arbeiten will. Für uns ist die Frage einzig und allein die: a) Ist das Werk notwendig? b) Ist ein Erfolg zu erwarten? Die Antwort fällt nicht schwer. Die Notwendigkeit des Werkes ist offenbar. Ein Erfolg ist mit einiger Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Die bisher erzielten Ergebnisse in kleinem Maßstabe sind ermutigend. Wir sind' berechtigt von der weiteren Anstrengung viel Gutes zu erwarten. Dr. Rosen hat sich nach Rußland begeben, um das Werk zu leiten. Er ist mit Herz und Seele von dessen Durchführbarkeit überzeugt. Er ist kein Träumer, sondern ein praktisch ausgebildeter, energischer und erfahrener Landwirt. Er ist ein Mann der Tat, der sich in zwei Jahrzehnten sowohl hier wie in Rußland bewährt hat. Er kennt die Schwierigkeiten und de Fallen. Seine Leistungen als Wiederaufbaudirektor des Joint Distribution Commitee in Rußland rechtfertigen die Erwartung und das Vertäuen, daß er das Werk iortbringkn wird Für Sechs Mk. 40 Pfg. Frankfurter Berichte. Lirvjath-Chen-VorLrag. Nach längerer Pause nimmt der Liwjat-Chen diesen Sabbat seine Vorträge wieder auf. An diesem o'2A 's rav spricht der Dozent des Vereins, Herr Redakteur S. Schachnowitz (nach Mincho im Hörsaale Friedberger Anlage) über das Thema: „Aus der Gedankenwelt der Rofchhofchonogebete." Gäste willkommen. r aung _ sucht. Samstag geschlossen. G. H. Koop & Eo., Bankgeschäft, Düsseldorf. Kontoristin 18 Jahre, einige I. Bankod. später zu veränd., gleich welch. Branche. Gest. 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