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Der Israelit · 1924-04-10 · Heft 15 (10.4.1924) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 15 (10.4.1924)
Date
1924-04-10
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
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10. April 1924 Frankfurter Berichte. Jüdische Frauenvereinigung. .Am Montag, den 31. März, fand die Generalverjammlung der Jüdischen Frauenvereinigung statt. Die Vorsitzende, Frau B e st h o s f,. eröffnete die Sitzung mit Worten ehrenden Gedenkens für das verstorbene Vorstandsmitglied Frau Fanny Strauß die seit Bestehen der Vereinigung dieser mit klugem Rat und tätiger Hand hingebungsvoll zur Seite stand. Die Vorsitzende verlas dann den Jahresbericht, der ein herrliches Bild reicher Liebesarbeit entrollt. Die jüdische Frauenvereinigung hatte, wie alle gleichstrebenden Vereine, unter den einschneidenden Wirtschafts- Verhältnissen des vergangenen Jahres stark zu leiden; und wenn es ihr gelungen ist, trotzdem ihr Programm durchzuführen, so ist dies in der Hauptsache der opferbereiten und unermüdlichen Tätigkeit ihrer Freunde und Mitglieder zuzuschreiben, die, so hoffen wir, immer weitere Kreise zu der dringend nötigen Mitarbeit heranzieht. Denn die Hauptsache: unsere wirtschaftliche Fürsorge, erfordert nach wie vor viele Kräfte, viele Mühe und viel Geld, wenn wir nur den dringendsten Fällen Nachkommen, wenn wir. Witwen und Waisen, Wöchnerinnen und deren Säuglinge, Flüchtlinge und verarmte Familien die Segnungen unserer Arbeit genießen lassen, wenn wir Lebensmittel, Heizmaterial, Kleider, Wäsche, Möbel, Betten, Maschinen und vor allem Gas-, Kur- «nd Mietbeihilfen gewähren sollen. Hier hat auch die Hilfe des Auslandes in großzügiger Weise eingesetzt und mit heißem Dank für die edlen Spender und ganz besonders für die verschiedenen Frauenvereine in der Schweiz. Holland und England betonen wir an dieser Stelle nochmals, wie wertvoll und erwünscht uns ihre Hilfeleistung war und bleibt. Neben Lebensmitteln, Kleidern, Wäsche erhielten wir auch schöne Stoffe, die hauptsächlich in unserer N ä h st u b e von einer Reihe Damen mit dem gleichen Eifer verarbeitet werden, wie es die Kriegs- und Nachkriegszeit gebot. Es wurden auch in diesem Jahre diese selbstverfertigte Wäsche an dringlichste Fälle abgegeben und bitten wir unsere Mitglieder und Gönner weiterhin die Rähstube mit Material zur Verarbeitung zu bedenken. Die Geschirrverteilung zu nvv konnte mit weitgehenden Opfern auch wieder einsetzen und die Freude einzelner Familien bei Erlangung von Geschirr und Besteck wird die Freunde dieses Zweiges von Fürsorge zu weiterer Jnteressenteilnahme sicher anspornen. Die Stellenvermittlung derjüdischenFrauen- Vereinigung war immerhin von den Verhältnissen beeinflußt; wir konnten einige Stellen mit guten und brauchbaren Kräften besetzen und es ist anzunehmen, daß infolge der Massenkündigungen im Handelsgewerbe, sich tüchtige Mädchen und Frauen wieder zu dem Hausangestelltenberufe znrückwenden. Die Hermann Lehmann-TalmudThora- Schule in Osfenbach a. M. erteilt zurzeit an zwei Nachmittagen jeder Woche hebräischen Unterricht, der im Winter weniger, im Sommer wieder regelmäßig durch die dortigen Volksschüler besucht wird. Unser Hort für jüdische Mädchen wächst und blüht und wird zurzeit von 100 Kindern in Anspruch genommen, die dort unter Leitung erfahrener Hortnerinnen ein frohes, heiteres Heim finden, ihre Schularbeiten anfertigen, verpflegt werden und in allen Ferien auch für den ganzen Tag Erholung, Verpflegung und Erziehung genießen; eine sehr frohe nvim- Feier, bei der ihnen auch neue Kleider, Wäsche und Wollsachen gegeben wurde, eine kleineivsnrwn Feier mit den üblichen Früchten und anschließender Verteilung von 80 Paar neuer Stiefel an die bedürftigsten Kinder, sowie ein kleines wiis-Beisammensein sorgt für den jüdisch erzieherischen Wert unserer Fürsorge. Der Nachhilfeunterricht für schwächer begabte Kinder wurde teils freiwillig, teils durch bezahlte Kräfte fortgesetzt, doch bitten wir unsere jungen Frauen und Mädchen, sich für diesen Zweig besonderer Fürsorge weiter zur Verfügung zu stellen. Auch die Blumenablösung bringen wir unseren Freunden in wohlwollende Erinnerung; bei Festlichkeiten und Beschenkgelegenheiten sollte man sich ihrer öfters bedienen, da hieraus manch schöner Beitrag für unsere Erholungsfürsorge fließt. Und unsere Jugend bedarf der Erholung mehr wie je. Wir müssen vielen Kindern eine Erholungsmöglichkeit schaffen, damit der bedrohlich zunehmenden Tuberkulosengefahr wirksam begegnet wird Auch hier nehmen wir gerne Veranlassung, den gastlichen Pflegeeltern und Hilfsvereinen des In- und Auslandes, den verehrten Damen und Herren der Hilfskomitees und vornehmlich Herrn Geheimrat Prof. E. Abderhalven in Halle unseren innigsten Dank für ihre vermittelnde Tätigkeit abzustatten und sie um weiteres Interesse für unsere Bestrebungen zu bitten. Die Pflege der Geselligkeit konnte nur in Keinem Maßstabe gehandhabt werden, da unsere Zeit und Mittel mehr der Linderung der Not gewidmet waren, und hoffen wir in besserer Zeit auch dieser Aufgabe unserer jüdischen Frauenvereinigung wieder mehr Rechnung tragen zu dürfen. , , Aus geistigem Gebiet jedoch durften wir durch die geistoo len Borträge des Herrn Rabb. Dr. Jos. Breuer, der es in fesselnder Fmcm verstand, seine Zuhörerrnnen werter __Der I s r aelit_ iu den Pflichtkreis der jüdischen Frau einzufahren, eine wertvolle Bereicherung erfahren, für die ihm jedes einzelne unserer Mitglieder innigsten Dank sagt. Beim Schlüsse des Berichtes wird darauf aufmerksam gemacht, daß durch die Entwertung der Mark zwei Jahre lang keine Beiträge erhoben wurden und wird gebeten, bei der bevorstehenden Erhebung der Deittäge für 1924. dieselben möglichst hoch zu leisten, damit die Frauenvereinigung weiter wirken und schaffen, lindern und helfen könne überall da, wo man ihre Hilfe braucht. Adschiedsfeier in der Israelitischen Volksschule. Sonntag, den 13. April, mittags 12 Uhr, findet in der Aula der Israelitischen Volksschule eine Ab sch ied sseier für Herrn Lehrer und Konrektor David P i n e a s statt, der nach vierzigjähriger gesegneter Lehrtätigkeit aus dem Schuldienste ausscheidet. Frühere Schüler und Schülerinnen sowie frühere Kollegen des Herrn Pineas sind zur Feier hiermit eingeladen. Hagadavorträge. Eine Stunde vor Nacht spricht am Samstag im Mekor Cha.im (Hörsaal Friedberger Anlage) Herr Dr. Elieser Posen über „Hagada schel Pessach". Der übliche Midraschvortrag des „Liwjat Chen" nach Mincho im Hörsaal hat diesen Samstag ebenfalls Stellen aus der Hagada zum Thema. Die SonntagsvortrSze des Mekor Chafim. Eine eigene Bedeutung im Rahmen des Winterlehrplanes des Mekor Chafim wohnt den Vorttägen am Sonntag abend inne, die jetzt für dieses Semester ihren Abschluß erreicht haben. Die auf höherem wissenschaftlichen Niveau stehenden Vortragszy.len wie die eingelegten Vorträge über einzelne Themata zogen immer ei re große Zuhörerschaft aus allen Alters- und Gesellschaftsschich^en an. Don den Dortragsserien wurde die über „Jccheskel" von Herrn Rabb. Dr. Jos. Breuer zu Ende ge.ührt. Herr Redakteur S. Schachnowitz behandelte in fünf Vorträgen: 1. Die Nachwehen der Sabbatai Zwi-Bewegung, 2. Jakob Emden und Jonathan Eibenschütz. 3. Der Pene Joschua als Frankfurter Rabbiner, 4. Der Bal haflooh, 5. Die Aufklärung und das Einströmen der Reform in Frankfurt. Einen Geschichtsvortrag über „R. Elasar b. Asarjah" hielt Rabbiner Dr. B o n d i - Mainz. Herr Emil G o l d s ch m i d t hielt zwei Vorträge über „Was wir von unseren Kindern lernen" und „Aus einem Kaddisch". Einzelne Vorttäge hielten die Herren Dr. S. Ehrmann,HerzH alpern, Dr. W. Hofmann und B. Rabinowitz. Agudas Jirroel-Jugend- und MSdchengruppe. Samstag, 12. April, 5.30 Uhr nachmittags, findet ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Joseph Breuer im Volksbildungsheime statt. Th ma: „Frühlingserwachen in Israels Häusern". Gäste, Damen und Herren, willkommen. Beim Schütteln. Von der Sozialen Kommission der Agudas Jisroel wird uns geschrieben: Gedenket beim Schütteln unserer Kleiderausgabe! Abgelegte und noch brauchbare Kleidungsstücke wolle man freundlichst uns reservieren und Herrn Fritz Stern, Langest:aße 13 (H. 3441) benachrichtigen, daß dieselben abgeholt werden. Für die Sederabende werden noch einige junge Leute von auswärts gesucht, die eine Einladung zum Seder noch nicht erhalten haben und die bereit wären, solche von ersten hiesigen Familien anzunehmen. Jiteressmten wollen sich freundlichst an Herrn Fritz Sttauß, Sandweg 5. wenden. Wie im Vorjahre, wollen wir auch in diesem Jahre an den Chaul Hamoed-Tagen im Agudoheim, Hanauer Landstraße 17, allmorgentlich Kaffee verabreichen, um vor allem solchen jungen Leuten, die bei Nichtjuden wohnen, Gelegenheit zu geben, morgens Kaffee zu bekommen. Im Interesse einer Rentabilität einer solchen Einrichtung wäre uns recht zahlreiche Inanspruchnahme sehr erwünscht, und bitten wir zum Zwecke einer entsprechenden Einteilung Interessenten, wenn möglich, ihre Zusage uns im voraus zu geben. H. 3441. Personalien. Am ynr/i nans « dt feierte Herr Lehrer Simon Unna, Kl. Obermainstraße 30, in aller Stille seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar hat in einem arbeitsreichen, neben bemerkenswerter literarischer Arbeit, der ,tw> und miM gewidmeten Leben, dem schwere Schicksalsschläge leider nicht erspart blieben, Hunderte von Schülern zu begeisterten Anhängern und Kämpfern für unsere heilige Lehre erzogen. Durch seine eifrige Lehrtätigkeit, die er in der Schule und insbesondere für den Talmud- Thora-Verein entfaltete, hat er auch in weiten Kreisen von Erwachsenen Liebe und Verständnis für das Lernen getragen und dessen praktische Ausübung gefördert. In einer kleinen akademischen Feier würdigte Herr Gemeind er ab biner Dr. Hoffmann namens des Talmud- Thora-Vereins die Verdienste des Jubilars und gab der Ho.fnung Ausdruck, daß es chm noch längere Zeit vergönnt sein möge, weiter für Verbreitung und Förderung des Lernens bei Jung und Alt tätig zu sein. _Nr, 15 Sette 17 Bereinskalender. (Wegen Raummangels verkürzt.) Kerei« Mekor Hhajim. - Samstag vorm, nach Schlutz der Synagoge im Hörsale.Dinim"; Herr Rektor Falk, — nachm. 4 Uhr Mikro"; Herr Louis Kahnkim Hörsaale). — 1 Stunde vor Nacht ..Haaada schel Pessach'; Dr. Elieser Posen (Hörsaal Friedberger Anlage). Sonntag vorm. 9lU Uhr „Gemoro"; Herr RA. G. Posen. Montag und Mittwoch abend 7Uhr ..Gemoro", Herr Rabbiner Dr. Joses Breuer. Jahrzeits-Stiftungen: Sonntag, 12. April. Salli Frankenthal-Sttftung. D i e n s t a g, 15. April. Schlaumoh Simon Kallmann- Stiftung. Mittwoch, 16. April. Carl Kallmann-Sttftung. Kgudas Aisroel-Iugendgruppe. Freitagabend 8—9laufende Sidroh mit Raschi, Herr M. N ow ak. — allmorgendlich ljS Uhr Gemoro ..Sanhedrin"; Herr Dr. S. Ehrmann. Samstag nachm. 57, Uhr im Volksbildungsheim Dorttag des Herrn Rabb. Dr. Jos. Breu er über „Frühlungserwachen in Israels Häusern".- Sonntag, 13. April, abends 87* Uhr. Aussprache über Erez Jisroel. Referent Dr. Sal. Adler. Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abends 7,7 Uhr: mw ‘dd; Herr Rabbiner S. Weber. «Liwjaty Hyeu-Aerei«. Samstag nachm, nach »Minchoh" im Hörsaaie Friedberger Anlage, »Einiges aus der Hagadah"; Herr Redakteur S. Schach nowitz. Aesyamidrasch, Hstendstraße 18. Samstag 7,Stunde vor Nacht halachischer Vortrag; Herr B. Rachelsohn. Sonntag vorm, von 8-7-10 Uhr. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends von 7,9-10 Uhr: »Gemoro" #23; Herr Rechtsanwalt Dr. Breuer. Alltäglich zwischen nniD und anyo: q-jk ‘ft und am Sabbat 12 Uhr mittag Ehumisch mit Raschi. Herr Rosenzweig. Hakmnd-Hhora-Ferer«. Vereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Samstag. 11—12 Uhr: »Schulchan-Aruch"; Herr S. Unna. — 37« Uhr: »Raschi zum Wochenabschnitt': Herr Rabb.-Aff. Lipinsky. — Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. Hevetzetterr. }hüD N2V teitag abend 6.40. amstag morgen 8.—. predigt. Samstag nachmittag 4.30. Samstag abend 8.—. wocheng ottesdienst: Morgens 6.30. Nachmittags 6.30. Tefilin-tegen am Morgen 4.20. <Lrew s) es ach Morgen 6.15. Syuagogengemeinde „Israelitische Wettgionsge feilsch aft". Das Aaschern in unserer Gemeinde-Synagoge Friedberger Anlage 6 findet statt: Mittwoch, den 16. April, Donnerstag, den 17. April, Vormitt. 10—12 Uhr. Nachmitt. 2—5 Uhr. LöstBlumen ab zu Gunsten unter ernähr» terKinder. Jüd. Frauen vereint g un g. E.D. Hansa 2825. Postscheckkonto 42253. Familtennachrichten. Darmizwo. Samuel. Sohn des Herrn Markus Heuberger. Uhlandsttaße 38. Synagoge Frtedbergdr Anlage. Briefkasten. S. S. in Meppel. Betrag dankend erhalten. M. K. in Topolcany. Aufstellung lt. Karte sttmmt! Es verbleibt-ein Ueberschutz von Kc. 10.— für das II. Halbjahr. H. W. in Fl. Da wir inzwischen viel Wichtigeres bringen mutzten, find die Berichte über Purimfeierlichkeiten zurückgestellt worden. Sie werden alle der Reihe nach erscheinen. S. R. in Halle. Gmk. 4.— dankend erhallen. M. S. in B. Betrag dankend erhalten.

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