Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1924-04-03 · Heft 14 (3.4.1924) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
65 (1924)
Issue
Heft 14 (3.4.1924)
Date
1924-04-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450286-2450300--71174-2528459
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Der Israelit Nr. 14 Seite 17 L April 1924_ _ Vermischtes. Fraakfart a. M., 31. März. Die hiesige Filiale der Mannheimer Firma Esch & Lo., Spezialfabrik fflr Dauerbrand-Oefen, Heizanlagen und Stalleinrichtungen, blickte am 1. April ds. Js. auf ein 30 jähriges Bestehen zurück. Berlin, 20. März. Es ist in Berlin ein häuslicher Hilfsdienst in Organisation begriffen, der einem häufig sich ereignenden Notstand abheisen will. Plötzliche Erkrankung oder Behinderung der Hausf r a u bringen oft große Störung für Haushalt und Familie mit sich, die wenigstens in ihren Auswirkungen »uf die Wirtschaft vermieden werden können, wenn unverzüglich helfende Hände zur Verfügung steehen, die für Weikerfuhrung des Haushalts, für Beaufsichtigung kleiner Kinder Sorge tragen. In noch höherem Matze ist dies für rituell geführte Haushaltungen erforderlich, wo das nvra gar le.cht in Gefahr kommt. In der Großstadt, wo aus dem Bekannten- und Verwandtenkrekse solche Helferinnen häufig nicht zur Verfügung stehen, ist eine Organisierung der jungen Mädchen erforderlich, die bereit.. sind, in solchem Haushalt tätig zu sein. Einige junge Mädchen habensich bereits in dankenswerter Wefe füx halbe oder ganze Tage zur Verfügung geste.lt. Weitere geeignete Helferinnen wollen sich bei Frau Dr. Moses Auerbach, Berlin C. 25, Dircksenstratze 45 (Telefon: Norden 11 674) melden, die nähere Auskunft gern erteilt. Hausfrauen wenden sich im Bedarfsfälle an Fräulein Hanni Lewinski, Berlin C 54, Weinmeisterstratze 4, die — von dringenden Fällen abgesehen — unter Norden 9544 täglich von 9—11 Uhr zu erreichen ist. München, 23. März. Unter .den Kindererholungsheimen nimmt den ersten Platz das Kinderheim Wolfratshausen bei München ein. Das prächtige Heim liegt im Isartal am Fuße der Alpen, ist streng rituell geführt und das ganze Jahr geöffnet. Die Kinder stehen unter ärztlicher Aussicht und erhalten auch Unterricht, wo nötig und erwünscht, auch Gymnasialunterricht. Der Tagessatz beträgt 4 Gmk. Näheres Inserat. Amsterdam» 23. März. Königin Wi'.helmina wird der ihrem diesjährigen Amsterdamer Besuch auch die große Synagoge am 1. April besichtigen. Aurich, 1. April. Am kommenden vinn 'o na» begeht der in den weitesten Kreisen Deutschlands bekannte Lehrer, Herr Hauptlehrer B. Wolff, Prediger unserer Gemeinde, in körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. frankfurter Berichte. Der Sanoker Rarv in Frankfurt. Bereits gegen 8 Uhr waren am Mittwoch abend großer Saal und alle Galerien des Zoologischen Gartens gesteckt voll. Kurz nach 8.30 Uhr er öffnete Herr Jacob Rosenheim mit einem kurzen Begrüßungswort die Versammlung. Dann sah man die sympatische Gestalt des polnischen Rabbi aus dem Katheder. Ueber zwei Stunden. hing die Menge an dem begnadeten Munde des redegewaltigen Rabbi. Er sprach vornehmlich politisch sachlich, um sich dann und wann mit großem Schwünge vom Boden prachtvoll ausgelegter B!bel- und Talmudstellen aus in Höhen der jüdischen Gedankenwelt zu erheben und alle mit sich hinzureißen. Gerade diese homiletischen Stellen fesselten am meisten und lösten große Begeisterung aus auch bei denen, die den polnischen Jargon nicht ganz verstanden und daher nicht in allen Einzelheiten dem Redner folgen konnten. Ls zeigte sich wieder einmal, was Schreiber dieses bereits bei Berichterstattung über die Kenessio Gedaulo wiederholt konstatiert hat, daß die Sprache des jüdischen Herzens überall von Juden auf dem Erdenrunde verstanden wird. Der Redner ging von der Tatsache aus, daß in der Leidensgeschichte Israels immer wenn die Not am größten war, irgendwie und irgendwo ganz urplötzlich ein Stern der Erlösung durch eine starke Persönlichkeit oder eine neue jüdische Erscheinung am jüdischen Himmel sammelnd und wegweisend au,leuchtete. In Polen und Rußland entstand im Thaos der Zeit der Chassidismus, in Ungarn ein Moser Soffer, in Deutschland ein Samson Rafael Hirsch. Und jetzt bei den unvergleichlichen geistigen und materiellen Zerstörungen des Weltkrieges haben wir die Agudas Jisroel mit ihrer Kenessio Gedaulo. Wie sehr diese der Ausdruck des vrthodoren Gesamtjudentums war, zeigt die Tatsache, daß j„ Wien alle Schranken zwischen Thassidim und A^snagdim, Ost und West aufgehoben waren. Zwei Punkte hebt der Redner aus dem Kompler der Aufgaben und Beschlüsse der Kenessio hervor. 1. die Erez Jisroel-Arbeit und 2. die Arbeit für Thora und Chissuk Hadaß. Man hatte die große Versammlung nicht mit Resolutionen überladen» man sieht aber daraus, daß die wenigen gefaßten bis zur letzten Konsequenz und Auswirkung zur Durchführung gelangen. Die Palästina-Delegation unter Führung des Gerer Rebbe hat die denkbar erfreulichsten Berichte mitgebracht, naiv ins arm pan ohne vsn- Gut ist das Land und vielversprechend in jeder Beziehung, in geistiger wie wirtschaftlicher, „sehr und sehr" ohne „aber" . . . Wie sehr sich dort die Zustände auch in geistiger und religiöser Beziehung geändert und gebessert haben, zeigt die den Rebbes jetzt gewordenen Ehrungen aus allen Kreisen im Vergleiche zu deren Ausnahme vor drei Jahren. Was das Thoraproblem betrifft, so erlebten wir im Osten infolge des Krieges eine wahre Katastrophe auf dem Gebiete der Erziehung. In Polen, das heute dreieinhalb Millionen Juden beherbergt, gibt es fast keine jüdischen Bildungsmöglichkeiten mehr und die Wege zu den litauischen Jeschiwaus sind durch die neuen Grenzbildungen versperrt. Wenn ein Vater unter unsäglichen Opfern seine Kinder im Knabenalter nur bis zu einer gewissen geistigen Höhe bringen kann, so hat er für seine Person genug getan. Die jüdische Gemeinschaft muß aber darauf sehen, daß ihr die wahren Talente nicht verloren gehen und für Fortbildung sorgen. Er kommt dann auf die geplante grotze Jeschiwa zu Lublin, aus der Initiative des Redners hervorgegangen, zu sprechen. Lublin ist historischer Boden, hier war die Jeschiwoh des Maharschoo, des Reschal, des Maharam, und hier soll sich wieder die Zentraljeschiwoh der Gegenwart erheben. Ein Lubliner Philantrop namens E i ch e n b a u m, hat, nicht zuletzt unter dem Eindruck der Kenessio, der er beigewohnt hatte, ein Grundstück im Werte von 30 000 Dollar für die Zwecke geschenkt und dessen Frau hat diese Schenkung noch durch eine weitere ihrerseits wesentlich vermehrt. Das Wort „Keren Hathora", das von der Kenessio in die jüdische Welt geworfen xr-urbe, müßte überall zündend wirken. Nicht als Spende verlangen wir von jedem Jehudi den Beitrag zum Keren Hathora, sondern als seine heilige Pflicht, eine Steuerpflicht wie er sie dem Staate und de: Gesellschaft gegenüber erfüllt. Redner bespricht noch die Einrichtung des „Das Hajomi" und schließt in machtvoller Beredsamkeit mit einem Midraschwort, das die Kenessio Gedaulo und das Programm der Aguda wie unsere Pflicht zur Mitarbeit im hellsten Lichte zeigt. Nachdem sich der Beifallssturm gelegt hatte, spricht Herr Jacob Rosenheim in kurzen, eindrucksvollen Worten dem Redner Dank aus. Wenn die Aguda nichts anderes «erreicht hätte als das, was wir heute abend erlebten, nämlich daß ein polnisch-galizischer Rabbi in seiner Sprache zu einem tausendköpfigen Publikum des Westens spricht und so den Ton zu aller Herzen trifft, dann hätten wir genug erreicht. Die Hauptsache ist, daß wir nun die herrlichen Worte in Taten umsetzen. Der „Keren Hathora" muß der Nationalschatz des jüdischen Volkes werden. Und in diesen Tagen, die uns an die „neuen Schekalim" für die Gesamtheitsopfer zur Zeit des heiligen Tempels erinnern, sollen diese Schekalim des jüdischen Volkes in echtes Korban Zibbur verwandelt werden. Nur langsam zerstreute sich die tausendköpfige Menge unter dem mächtigen Eindruck des Abends. Schlrchfeier in der Realschn'e der Israelitischen Re izionsgesel schast. Donnerstag den 10. April, nachmittags 3 Uhr, findet in der Aula der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft eine öffentliche Schlußfeier statt, zu der E lern der Schüler und Schülerinnen, sowie Freunde der Schule bestens eingeladen sind. Geheimrat Ebrard. Der Direktor der Frankfurter Stadlbibliothek, Herr Ghr. Ebrard, scheidet am 1. April nach vierzigjähriger Wirksamkeit aus seinem Amte aus. Die Verdienste dieses Gelehrten, bedeutenden Bibliographen und Organisators werden in der Tagespresse bei dieser Gelegenheit gebührend gewürdigt. Auch in jüdischen Kreisen weiß man Herrn Geheimrat Ebrard Dank für sein tiefes Verständnis, das er allezeit der Abteilung Hebraica und Judaica gezeigt hat. Daß diese größte jüdische Bücherei auf dem Kontinente, die Unzähligen eine Quelle des Wissens und des Forschens ist, solche Aüsdchn.mg genommen hat und auch während der Kriegsnot aus der Höhe blieb, ist mit ein Verdienst des scheidenden Direktors, der dem bekannten Leiter dieser Abteilung, Herrn Professor Dr. F r e i m a n n, die weitgehendste Unterstützung nach jeder Richtung hin angedeihen ließ. Vortrag in der A. I. Orts- und Jugendgruppe. Am Donnerstag den 10. April, abends 8.30 Uhr, spricht in der Aula der Realschule Am Tiergarten, Herr Dr. Josef Unna, Nürnberg, über „Rabbenu Saadia Gaon". Gäste, Damen und Herren, willkommen. Verein Mekor Chafim. Wegen Renovierung unserer Lokalitäten werden von Montag (den 7. April) bis Freitag (den 11. April) die sonst im Vereinslokale stattfindenden Schiurim in der Frauenschule der „Klaus", Ostendstr. 15, abgehalten. Frau Jenny Straub Die Damen des Freiherrlich Wilhelm und Freifrau Mathilde v. Rothschildschen Altersheimes bitten uns, ihren Dank der verstorbenen Frau Jennys Strauß, der verehrten Vorstandsdame des Heimes, bei ihrem Hinscheiden zum Ausdruck zu bringen. Mit ihrem gütigen Wesen verstand sie es, das Herz jeder einzelnen Dame zu gewinnen, und wo nur Wünsche sich offenbarten, da wußte die nun Verewigte sie gern zu erfüllen oder mit klugem Rat allen gerecht zu werden. Fast 22 Jahre hat sie ihrem Amt in vorbildlicher Weise oorgestanden und ihre getreue Pflichterfüllung wird unvergessen bleiben. rrasin- VcreinSkalender. (Wegen Raummangels verbüßt.) Perein Mekor Cyajim. Samstag vorm, nach Schluß der Synagoge im Hörsale „Dinim"; Herr Rektor Falk, - nachm. 4 Uhr ..Mikro"; Herr Dt. Willy Hofmann. Sonntag vorm. 9'/« Uhr ..Gemoro"; Herr R. A. G. Posen. — abends 7 Uhr ..Jezias Mizrajim", Herr H. Holpern. Montag und Mittwoch abend 7Uhr „Gemoro", Herr Rabbiner Dr Josef Breuer. Ja hrz ei ts-Stiftungen: Mittwoch, 9. Avril. Helene Apelt, geb. Leucht- und Ester Swetizki-Stiftung. Donnerstag. 10. April. Ernst Ascher-Stiftung. Agudas Aisroek-Augeudgruppe. Freitagabend 8—9laufende Sidroh mit Rafchi, Herr M. Nowak. — allmorgendlich X/S Uhr Gemoro „Sanhedrin"; Herr Dr. S. Ehrmann. O"tN°Derein, Alltäglich von Sonntag bis Donnerstag abends lhl Uhr: pidid *dd; Herr Rabbiner S. Weber. ^iwjalh Chen-Berein. Samstag nachm nach ,Minchoh" im Hörsaale Friedberger Anlage , Midrasch; Herr Redakteur S. Schachnowitz. Aeshamidrafch, Hlieudüraße 1k. Samstag V* Stunde vor Nacht halachifcher Vortrag; Herr B. R a ch el so hn. Sonntag vorm, von 8—1/810 Uhr, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag abends von */*9-10 Uhr: .Gemoro" -wp #33; Herr Rechtsanwalt Dr. Breuer. Alltäglich zwischen 7U12Q und 3^vv: DIN ‘n und am Sabbat 12 Uhr mittag Chumisch mit Rafchi, Herr Rosenzweig. Hasmnd-Lvora-Verei«. Dereinslokal: Gemeinde-Synagoge Börneplatz. Samstag, 11—12 Uhr: .Schulchan-Aruch"; Herr S. Unna. — 3lli Uhr: .Rafchi zum Wochenabschnitt*; Herr Robb.-Asf. Livinsky. — Samstag, 29. März, 1 Stunde vor Nacht: .Dinim fchel Pestach : Herr S. Unna. (Die Teilnahme von Damen ist erwünscht). Alle übrigen Schiurim wie gewöhnlich. HrVetzriten. ynrn na» Lreitag abend 6.30. Samstag morgen 8.—. Samstag nachmittag 4.30. Samstag abend 7.50. Mochengottesdienst: Morgens 6.30. N achmittags 6.30. Tefilin-Legen am Morgen 4.40. LüstBlumen ab zuGunstenunlerernährterKinder. Jüd.Frauenvereinigung. C.D. Hansa 2625. Postscheckkonto 42254. Im Monat April wird der bekannte Dichter Joachim R i n g e I n a tz in der Astoria-BLhne ein vierwöchentliches Gastspiel geben. GRUDEN Gas- und Kohlenherde Komb. Herde Transport. Kachelöfen Horslköfter, Knodt & C9. Am Eschenheimer Tor 3 :: Tel. Hansa 683

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.