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Der Israelit · 1922-01-19 · Heft 3 (19.1.1922) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
63 (1922)
Issue
Heft 3 (19.1.1922)
Date
1922-01-19
Page
– (sequence 17)
Language
German
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19. Januar 1932. „Stätte x/ Austritt von Sr. Eder aus dem Waad Hamim. Jerusalem, 12'. 'Dezember. Das hiesige Hadassa-Sstital veranstaltete dieser Tage eine Prüfnngsfeier füa* die auspebiideljen Krankerlschwefterrt, und überrnlcp Herrn Dr. Eder die Festrede, zu welcher er als Arzt besonders prädestiniert erschien. Da er uidjt genügend hebräische Sprachkenntnisse besitzt, um eine _ hebräische Rede zu halten, hielt er sie auf Englisch. 'Der bei der Feier anwesende Bm-Jehuda verließ sofort bei Begimr der Rede den Saal und llssischkin erschien zum Zeichen des Protestes überhaupt nicht. Dieses und eine anonyme Zuschrift au dm „Haorez" veran-laßten Dr. Eder, den politischen Ressortchef des Waad Hazirim -Zionist. Organisation), zu einer öffentlichen Erklärung in den Jerusalemer Tageszeitungen, deren Ton und Inhalt beweist, daß durch die Karlsbader Wahl keineswegs die Homogenität des Waad Hazirink gesichert wurde. Das Schreiber schließt rnit den Morten.... „damit nicht der Gedanke auftauche, als ob diese Angelegenheit des englischen Vortrags) mib die in ihr geschriebenen anonymen Briefe von nur wohlbekannter Seite mich erschreckt hätten, teile ich hiermit mit, daß ich bereits vor zwei Wochen meine 'Demission an den Vorsitzenden der Organisation nach London geschrieben habe unb das Ersuchen an ifjit richtete, bis spätestens im Februar von meinem Amte zurücktreten zu können. Die Beweggründe zu diesem meinem Schritte sind verschiedener Art, unter anderem auch weil ich mit Herrn llssischkin nicht übereinstimmen kann — —- ein Beweis meiner Torheit!" — — .... Wir halten Gelegenheit, in Herrn Dr. Eder eine objektiv denkende, für unsere agndistische Weltanschauung verständnisvolle Persönlichkeit schätzen zu lernen, wenn er auch persönlich nicht nur die hebräische Sprache, sondern auch die Quellen derselben wenig kennt. Vielleicht dürfte aber doch diese Bewegung diejenigen nachdenklich stimmen, welche es al? eilwn Separatismus betrachten, wenn von einem Nj'-CTs von einem öffentlichen Redner der jüdischen Ration nicht nur K ennlni s der hebräischen Sprache, sondern auch A n e r k e n n u n g ihres Heiligkeitscharakters verlangt wird. Sind Ben Jehuda und Ussischkin mehr berechtigt, von einem Führer Kenntnis des .Hebräischein partout zu verlangen als wir es sind, wenn wir die Unterstellung unter das Thoraregime als notwendige Führerquaiität beanspruchen? Vakanzenlifle des Angesteltten-Ausschuffes der Agudas Zttroel Zugenkorgantfation in Köln. Köln, im Januar 1924. B n t n iienli fr e Ar. 1. I. A.: u nS ge m e l c> e t e offene 3 t c! 11 c n : 1. isi a u f furt a. Ast : Metatlschlcistr. 2. Harz: Bank, Buchhalter, Buchhalterin ruw Kommis (jung, möglichst am? Bankbranche.) 3. Köln': Textilwarengroßhandlnng, Reisender, lsofort gesucht für gut eingeführte Tour.) 4. Köln: Arbeitergarderobe- und Wäschefabrik, Tirektor, (junge, tüchtige Kraft mit praktischen Kenntnissen.) — mehrere Stenotypistinnen. — II. A.: G e s achte Lehrlinge: 1. H a r z: Bank, 2. Berlin: Metalle, (Eintritt sofort.) I. B. .'Stell c u g e s n ch e : 500. Hersfeld (Dame), Stenotypistin. 501. H e r s s e l d (Dame), Stenotypistin. 502. Berlin: Koloniäüvareu- und Landesprodnkte en gros, Kommis, (5 Jahre in der Branche tätig. I I. 0.: G e s n ch t e S t e l l e n f ü r L c h r l i n g e: 100. Köln: (möglichst Köln oder sonst Rheinland. (Interessenten bitten wir, an die A. I. I. D., Cvln a, Rhein, Händelstraße 19, zu wenden.) Auder Sewegung. Stuttgart, 2. Januar. In Nummer 31 der „Blätter" geben Sie die Adressen der Jngendgruppen bekannt, und zwar nennen Sie für die hiesige Gruppe: Karl zahn, Angustenstraße 17, während die Adresse für die hiesige Gruppe Walter L e v i, Urbnnstr. 60 heißt. — Tie hiesige Jngendgruppe veranstaltete am 26. Tezbr. für ihre aktiven Mitglieder und sonstige Schinebesuchee im kleinen Saale des Obeeen- Mnstnms eine Channka-llnterhaltnng. Herr Robb. Tr. Schweizer gab in kurzen Worten die Bedeutung des Channlafestes wieder. Gedichtvorträge und musikalische Tarbietnngen ernteten viel Beifall. A. <K. Leipzig, 12. Dezember. An einen sehr gut besuchten. Bortrag, den Herr Tr. Ehrmann in der hiesigen Orts- und Jugendgruppe am ersten Abend, Ehannkka über den Ausbau Palästinas hielt, schloß sich eine Cbmilpgründnng für die Palästina-Arbeit der Agudas Jisroel an. Als ersten Erfolg hat das (Sonnte eine Reihe von Aktien für die Tabaksplautage in Gederah nnterbringen können. Als Gast lveilte Herr Vetter ans Breslau in unserer Mitte, welcher die Absich! hegt, Mitte Januar eine Reise nach Palästina zwecks tvirtschastlicher Unternehmungen anzn treten. Breslau, 16. Tezember. Die Agudas Jisroel- Ortsgrnppc in Gemeinschaft mit der 'Jugendgruppe, dem Verein Mnchsite Thora, der Ire len Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums und der Vereinigung jüdischer Atadeiiriker veranstaltete am 15. Tezember im Lessingsaale zu Breslau eine große Gedenkfeier für den jüngst verschiedenen, verdienstvollen Vorkämpfer des orthodoren Judentums Aron Kober. Es sprachen bei der Feier die Herrn Georg Hermann L Ö tu y , Rabbiner Dr. H o ffm a n n, Rabbiner Tr. S i m v n s o h n , Koppenheim und Tr. Arthur Falk. Die Frier hinterließ einen tiefen Eindruck bei allen Anwesenden. Wien, 5. Dezember. Nach dem Bestich des Großrabbiners von Czertkow hat die Agndabewegnng in Ostgnlizien einen großartigen Aufschwung genommen. Um die Idee der Agndas- Jisroel weiter zu verbreiten und sie richtig organisatorisch zu erfassen, hat sich Herr Wolf Pappen heim, Präsident der vsterr. Landesorganisation und Mitglied des G. A. der A. I. in Wien am 3. Schwat nach Lemberg begeben. Es ist zu hoffen, daß Herr Wolf P a ppe n h e r m, der im vorigen Jahre einige Monate in Erez Jisroel und dann in Transsylvanien und Beßarabieu, im Interesse der A. I. so hervorragend tätig war, mich in Ostga.izien mit gutem Erfolge arbeiten wird. Wie», U. Januar. Die Agudas Jisroel- Onsgruppe^ m A'entra (Slvvakei, hat den Beschluß gefaßt, sich an derHäilserdnugescitschast der Agudas Jisroel ans die Weise zu beteiligen, daß sie ein Hans ans eigene Rechnung erbauen läßt. (A l l e n O r t s g r n p p e n de r Agudas Jisroel zur Nachahmung e m p f o h i e n!) Wien, 11. Januar. Bei der am 1. Siwan v. I. stattgesundenen Einweihungsfeier des durch den KriigSwaisensond der AgudaS Jisroel in Wien errichteten prachtvollen Waisenhauses in Baden b. Wien wurde durch detl Präsidenten des Krcegswaisensonds Herrn I. I. Thumim angeregt, einen „Eisernen Fond" zu gründen, ans dessen Mitteln das Waisenhaus erhalten werden soll auch zu solcher Zeit, da die eingehenden Spenden zur Deckung der laufenden Ausgaben nicht hinreichcn. Die .Anregung fand -allgemeinen Beifall und verschiedene größere Spenden sind auch bereits diesem' Zwecke Angeführt worden. Das Waisenhaus jft jetzt voll besetzt. Tie dort nntergebrachten -Kinder sind zum größten Teil Waisen der ostgalizischen und ukrainischen Pogromopfer. Die Kinder genießen in dem Wäisenhanse unter fachmännischer Leitung eine sorgfältige streng jüdische Erziehung und loerhen später einem Berufe Angeführt. Damit aber die Erhaltung des Walsen- Hauses nicht allen möglichen Zufälligkeiten ausgesetzt wird, erscheint es dringend notwendig, rechtzeitig an die Stärkung des' „Eisernen Fonds" zu denken. Bei dem gegenwärtigen Stand der österreichischen Valuta ist besonders den Wohltätern in den Ländern mit besserer Valuta Gelegenheit gegeben, mit verhältnismäßig geringen Rr. 1. Heile 6. Beiträgen den „Eisernen Fond" in 'Stank zu setzen, die Erhaltung des Waisenhauses auf Jahre hinaus zu sichern. Wien, 5. Tezember. Herr Rachum Rosenselo ans Warschau, Mitglied ber Palästina-Zentrale der Sztome Emnne Jisroel in Warschau, Polen, kehrte nach seinem mehrmonntlicheu Aufenthalt in Palästina, zurück. Er referierte am 2. Schwat in der Vorstandssitzung der Palästina-Zentrale der A. I. über seine Eindrücke in Erez Jisroel und brächte wertvolles Material, für industrielle und kaufmännische Gründungen, welches seht von der industriellen Gruppe der Palästina-Zentrale in Wien verarbeitet wird. — Der Palästina-Zentrale der A. I. in Wien ist es gelungen, 9 Palästina-FtüchtlingsfamUic'n, die von den früheren Flüchtlingstransvvrten unter den kümmerlichsten Verhältnissen in Wien zurückgeblieben sind, mit Ausbietung von sehr bedeutenden finanziellen Mitteln am 2. Schwat in ihre Heimat nach Erez Jisroel -zu repatriieren. Jeoe Familie hat eine Mh- Oder Strickmaschine mitbekommen, um sich durch Erwerb in ihrer Heimat zu erhalten. Wien, II. Januar. Wie ans Warschau berichtet wird, hat dort ans Anlast der Anwesenheit des Herrn Wolf P a p p e n h e i m eine Sitzung des Exekutiv - Komitees der Ägnda-Landesorgnnisativtt stättgefunden. Herr Pappen'heim erstattete Bericht über die laufenden Angelegenheiten der Aguda und besonders über feine Eindrücke in Ost-Galizien, wo die Organisierung der (öcsetzentrcucn in der Aguda in jüngster Zeit einen großen Arisschwung gewonnen hat. Von Warschau begab sich Herr P a p p e n h e i m In Begleitung des Herrn Schachna Awrach nach Wllna, um mit Rabbi Chajim Ojer Grodfensky über aktuelle Jragen oes orthodoren Judentums zu beraten. Wien, 21. Dezember. Der Delegiertentag der Agudas Jisroel in Polen findet am 15. Schel.nl und die kommenden Tage statt. Es werden außer den Delegierten der jpolnischen Ortsgruppen auch Vertreter der Agudaleitung ans aitbcmt Ländern erwartet. Diese Tagung ivird in deit weitesten Kreisen das größte Interesse entgegengebrucht. Die konstituierende Sitzung des rabbinischcn Rates der Landesorganlsation findet bereits am Rasch Ehodesch Sch-etvat statt. Kowttv, 11. Jan. In Koivno (Litmien) beginnt Vilser Tage eine neue Tageszeitung „Jdischer Tageblat" in jüdischer Sprache zu erscheinen. Die Zeitung steht auf Basis! des orthodoxen Judentums und setzt sich, zum Ziele, ihre Leser über alles, loas innerhalb und lmßer> halb des Jndentnms geschieht, vom Standpunkte des nber'üeferten Judentums zu informieren. Zur Finanzienmg des Unternehmens hat sich eine AktiengeseUschaft gebildet. Herausgehcriil ist die Agudas Jisroel-Landesorganisation von Litauen. Die Medaklion ist Herrn G. Walk übertragen. Außerdem gibt der gleiche Verlag unter derselben .Redaktion eine hebräische Wochenschrift „Haschowna" als Sabbatbeiiage zur Tageszeitung heraus. Kowno, 21. Dezember. In einer Sitzung öes Litauischen Rabbinerverbandes berichtete am 26. Btacchejchwau .Herr Rabbiner H. Seigern,acher über feine Inspektionsreise zu den kleinen Jeschiwos in Liuancn. Tie Jeschiwos waren, wie bekannt, während des Krieges aufgelöst und zun, Teile zerstört. Es bedurfte einer umsichtigen und energischen Arbeit, um diese alten, bewährten Pflanzstätten derThora wieder aujzurichten. Als die Rabbiner Litauens sich in Uebereinstimmung mit der Agudas Jisroel zu einem Verband znsainmenschlossen, war es ihre erste Sorge, neben der großen Jeschiwa in Slobotke, die die Aguda noch wührenü des Krieges wieder aufbanen ließ, auch eine Anzahl kleiner' Jeschiwos in den Probinzftübtcit zu gründen, bezw. zu erneuern. Diese Arbeit hatte Erfolg. Rabbiner <2cigermacher konnte über erfreuliche Fortschritte der Jeschiwos berichten. In allen Jeschiwos wird das Thorastudinm eifrig gepflegt und die Jeschiwo-Leiter stehen auf der Hohe ihrer Ausgabe. Einige dieser Jeschiwo-Leiter walten ihres Amtes unentgeltlich. Es bestehen derzeit außer den beiden großen Jeschiwos in Slobotke und T e l s ch i solche Jeschiwos noch in P o n i w i e) ch (zweihundert Zöglinge 5 Docenten) Rakifchok (70 Zöglinge, 3 Docenten) W ilkomi r (65 Zöglinge 3 Dveenten), Janowo (30 Zöglinge 2 Docenten), Cnikjcht (40 Zöglinge 2 Docenten) und Rad- >v i 1 i) ch o f. Im Gegensatz zu der zufriedenstellenden Lage in geistiger Beziehung ist es mit den finanziellen Verhältnissen dieser Jeschiwos außerordentlich schlecht bestellt. Ter Rabbinerverband und zum Teil auch die Lvkalgemeindcn bringen die größten Opfer, ilm diese Anstalten finanziell zu unterstützen, ihre Krasc reicht aber nicht hin, um sie vollständig zu er-

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