Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 62 (1921)
- Issue
- Heft 36 (8.9.1921)
- Date
- 1921-09-08
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Blätter h e r a u s g e g e b e n o o m Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas Zisroel sür Deutschland. Mummer 25 8. September 1921 VII.. Jahrgang 5. Hüll 5681 An unsere' Leser! KV 1. Kktober erhalten die Mitglieder der Ortsn«d Jugendgruppen, die Nichtabonnenteu des „Israelit" sind, die „Blätter" durch die Bost zngeffeüt. Wir Sitten alle Gruppen, uns öis zum 20. September -Listen der WHtpöonnenLen zugehen zn lasten. Diese Ästen jrnd nach Bostamtern und Straßen zu ordnen. Bon jedem Wchtaöonnenten sind ML. 2 — als Bestellgebühren einzuziehen und an uns mit der oöigen Liste zu überweisen. AS 1. September sind aüe Inschriften (Itedaktion und Grpedition) an Kerrn Joel Sänger, Arankfurt a. M-, Gwinnerstraße 18, zn richten. An alle Agudoh- >end-Gruppen! Bor einiger Zeit teilten wir durch Wundschreiöen mit, daß der Grganisationsöeitrag für das verffoffene Bierteljahr fällig ist. Ks liefen aber nur von einigen Gruppen die Zahlungen ei«. Wir Sitten daher die säumigen Gruppen die Beiträge bis zum 15. September auf unser Bostscheckkonto Kritz tzahen, Köln 66124 einzusenden. Sollte jedoch bis daß in das Geld weder eingelaufen fein, noch eine diesbezügliche Wachricht, so nehmen wir an, daß es den betreffenden Gruppen recht ist, wenn wir das Geld durch Nachnahme erheben. Der Worstand der K I. I. H. Köln. Mitteilungen des Gruppenverbandes. Halberstadt, 31. August. Gemäß den Beschlüssen des Zeittralrales fiiiD die .Mouate Ellut und Tischri ganz ausschließlich für die Werbetätigkeit für Erez Jisroel zu reservieren. Wir bitten demgemäß die verehr- Der Delegiertenlag des Deutschen Gruppenverbanbeö. Ein Stimmungsbild aus der Wiener „Jüdischen Presse". Während wir es dem Stenographen Vorbehalten, den protokollarischen Bericht unserem Leserkreis zn unterbreiten, möchten wir nur einige Stimmungsbilder mitteilen. Den Auftakt gaben die Berichte des Zentralrates. Ursache und Wirkung entsprachen harmonisch: Der Zentralrat hat sich, entschlossen, angesichts der Bedeutung des Deutschen Grupepnverbandes an den: Ausbau der Agnda in ihren schwersten Zeiten, aus seiner Reserve herauszutreten und über seine Tätigkeit und Pläne dem Deutschen Gruppenverband Bericht zn erstatten. Der Gruppenverband seinerseits zog ans dieser Tatsache die Folgerung, daß er sich entschloß, entsprechend dieser rühmlichen Tradition seine Kräfte nach, wie vor in den Dienst des Ganzen zu stellen und es dem Zentralrat zn überlassen, einen wesentlichen Teil der aus Deutschland fließenden Mittel in den Dienst der allgemeinen Propaganda zu stellen. Ein zweites Bild; Der Führer der deutscheir licken Grup'en, ihre.^Aufmerksamkeit hierauf zu nJenbc» und insbesondere für den Ke r e n h a j i - sch uw -Siedlnngssond) für Erez Jisroel mit aller Kraft zu werben. EEinzelike größere Ortsgruppen, die die U k r a i n e - A k t i o ll noch nicht beendet haben, erhalteil unniittelbar von uns hierüber Nachricht. Gin Aguda-Emigrattonsbureau für : palästinareisende in Warschau. Wien, 26. August. Die „Jüdische Presse" meldet aus Warschau: Die Tätigkeit unserer Agnda für Erez Jisroel hat abermals einen Fortschritt zn verzeichnen. In einigen Tagen wird hier durch die Agnda ein „E m igrativn s - b u r e a u f ü r P a l ä st i n a r e i s e n d e" eröffnet werden. Die behördlich notwendige Konzession zum Beginn der Tätigkeit dieses Bureaus ist bereits erlangnt. Zusammenkunft der Vertrauensleute der paläflinazenttale der Agudas Jisroel. Frankfurt a. M, 21. August. In den Räumen der Frankfurter Jugendgruppe fand heute unter dem Vorsitze des Leiters der Val'istinazentrale H>errn Dr. Siegfried Oppenheimer eine Besprechung der Vertrauensleute der Palästinazentrale statt, die sich vornehmlich lim oie Arbeiten sür den in den Monaten Elne und Tischri zn propagierenden Keren H a j i s ch u w drehte. Oesterreichisches Durchreisevisum für palästinareisende. Das Bundesminisierimn für Inneres hat oer Palästinazentrale der „Agudas Jisroel" in Wien lvie dem Palästina-Amt der zionistischen Organisation das Recht eingeräumt, Palästinareisenden Legitimationen zur Reise durch österreichisches Gebiet auszufolgen. Bis zur endgültigen Regelung der Einzelheiten und der Einführung der neuen Formulare werden die bisher benützten Legitimationen, jedoch mit einem speziellen lieberdruck, auch von der Palästinazentrale ausgegeben. Die Legitimationen werden ausschließlich fürregelrecht instradierte Palästinareisende und unter keinen Umständen an andere Reisende ansgefolgt. Sie sind nur im Wege der einzelnen Landeszentralen und der Vertrauensmänner der Palm stinazentralen unter strengster Einhaltung der hierfür vorn Bundesministerium, beziehungsweise der Polizeidirektion Wien festgesetzten Vorschriften zn erlangen. Die Zentralstellen der Agnda erhalten hierüber in den nächsten Tagen ein Jnstruktionsblatt. Schon jetzt sei ausdrücklich bemerkt, daß die mit solcherr Karten verseheneil Reisenden auf Verantwortung der Agnda reisen. Die geringste Uebertretnng der Instruktionen kann sowohl für den betreffenden Reisenden, als auch für die Agnda mit Unannehmlichkeiten verknüpft sein. Delegmtenlas der Ortsgruppen der Agudas Jisroel für Deutschland am 22. August 1921. (Fortsetzung) - ,0'h Das Wort erhält namens des Zcntralrats als zweiter Berichterstatter Herr Jacob R v s e n h e i », : Ich muß mich darauf beschränke», Jhrreu hii Anschluß au deu aussührlicheu Bericht des verehrte« .Herrn Tr. Kvhrr in wenigen Kapitelüberschriften ein zlrfammenfasiendes Bild dessen zn geben, ivas der Zcntralrat im letzten halben Jahre erreicht und nicht erreicht zu haben glaubt. Zunächst ein Wort über das Z i e l. Es ist heute schon die Frage gestreift worden, ob die Organisation als Organisation Selbstzweck ist oder nicht. Ich b e j a h e diese Frage. „Agudas Jisroel" als c>as Bestreben, die Gesamtheit Israels, den Mall Jisroel, auf Basis der Thanro zn einheitlichem Wollen zu organisieren, ist Selbstzweck. und eine ganz einfache Erwägung beweist die Mchtigkeit dieser Behauptung. Lchon unsere 'Alten waren — ivir brauchen nnr an die Begriffe „Aulvm kown" und „Odom godanl" zu denken von der methodischen Wahrheit durchdrungen, daß man Erkenntnisse im Metaphysischen nur durch Analogieschluß vom .st leinen und Ein z et - w e s e n aufs G ruße und G a n z c erlangen könne. Mensch und Weltall sind eoncentrische Kreise. Wollen wir „'Agudas Jisroel" als Organismus des jüdischen Volkes erkennen, so müssen 'wir auf dis Einzelwesen schauen. Meine verehrten Herren, jeder Erzieher weiß, daß die Heranbildung eines jungen Menschen zum d e n ksä h i g^e 11, re i ch empfindenden, e ne r- Jugendgruppen unterstellte der Versammlung eine der ernsten Gewissenssragen unserer Tage. Er legte dar. daß in den Kreisen der deutschen Jugend und bei der Führung derselben tiefgehende Erwägungen darüber angestellt würden, ob es von höchster Warte ans angängig sei, einen Teil der freien Zeit der Propaganda und Vertiefung in die Agudaidee zu überlassen, oder ob nicht jede freie Minute dem eigentlichen Lernen zn widmen sei. Die deutsche Jugendgrnppe wolle eine entsprechende Frage an den Rabbinischen Rat richten. Es war etwas vom Geiste der Ewigkeit, der aus den Ausführungen des Referenten und ans der sich daran knüpfenden Diskussion sprach. Ein ganz neues 'Arbeitsgebiet eröffnet sich sür die Agnda aus einem Antrag der Delegierten der in Deutschland wohnenden Ostjudcn, welche verlangten, daß die Agnda ihnen behilflich sein solle, die ganze Mentalität der deutschen frommen Gemeinden dahin uinznstellen, daß dieselben sich entschließen sollten, den religiösen Wünschen und Eigentümlichkeiten der Antragsteller im wahren Sinne Rechnung^ zu tragen. Es ist begründete 'Aussicht vorhanden, daß die am Schlüsse der sehr ernsten Beratungen gewählte .Kommission es verstehen wird, den in der deutschen Gemeindeeiitwicktung vorhandenen 'Autoritätsmomenten Rechnung zn tragen und dabei doch in harmonischer Weise die Wünsche der Ostjnden ihrer Erfüllung entgegenznsühren. Gelingt Agnda dies, so beginnt ein neues Kapitel in der Konstruktion und Geschichte der deutschen, jüdischen^Gemeinden. Es spricht für den Ernst der Beratungen, daß diese Erkenntnis Gemeingnt aller Teilnehmer wurde. Wenn sich dieser Punkt der Beratungen letzten Endes zu reiit ^praktischen' Maßnahmen verdichten muß, stand der Schluß der Tagung im Zeichen sehr tiefgründiger theoretischer Erörterungen. Tr. Jsak Breuer hat durch das Frankfurter Programm ein Zeugnis feines tiefen Erfassens der Probleme unserer Zeit der Diskussion des Gruppenverbandes unterstellt. Es zeigt sich, daß es vielleicht die reifste Frucht aller bisherigen Debatten über diesen Punkt war, das; die Stetlungnahine zn diesem Programm bedingt ist von der Stellungnahme zum Golnsproblem überhaupt. Schon diese eine Andeutung genügt, um das hohe Niveau der Debatte zn kennzeichnen, schließlich wurde beschlossen, das; die Ortsgruppe Frankfurt mit der Aufgabe betraut werden soll, die aus den Theorien des Programms sich ergebenden praktischen Forderungen im Laufe der nächsten Berichtsperiode ihrer Entwicklung entgeaenzusühren und daß alsdann die Gesamtheit nach Maßgabe der erzielten Erfolge ihre Stellung zur Theorie festlegen soll. Es gereicht dem Deutschen Gruppenverband zur höchsten Ehre, daß er also mit zielbewntzter Agnoa- Arbeit Theorie und Praxis miteinander zn verbinden bemüht ist.