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Der Israelit · 1921-08-18 · Heft 33 (18.8.1921) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 33 (18.8.1921)
Date
1921-08-18
Page
– (sequence 15)
Language
German
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1& ffiufluft l&jl« verpflichtet, die fragen vorher mit markanten N"11N -Größen zu besprechen. Es folgten dann noch Beschlußfassungen über die Esranadel, die Führerschaftsblätter usw. Vor der endgültigen Schlußsitzung des Bundestages hielt Salomon Adler (Frankfurt a. M.) ein Referat über „Unsere Stellung zur Profan- Lektüre", an das sich wegen der schon vorgerückten. Zeit nur eine kurze Diskussion anschloß. So trennten wir uns denn am Tonnerstag nachmittag, da die meisten von uns noch vor mw zu Hause sein wollten. Tie Tagung war, das darf ohne Ueberhebung ausgesprochen werden, ein gewaltiger Fortschritt gegenüber der Tagung in Fürth. Führer und Bundesleitung einigte das Band des Vertrauens zueinander, das Wand, das uns den Wieg zeigt über das Ich und das Tu zum Wir, zum Bund, zur Gemeinschaft, die sich bewußt ist, welche Verantwortung sie zu tragen hat gegenüber der Allgemeinheit. Haben wir bis zum nächsten Bundestag durch unsere Arbeit gezeigt, daß das Vertrauen, das wir uns gegenseitig entgegenbrüifglen, uns auch von außen her erwiesen wird, dann haben wir viel erreicht. Harry Abt, Frankfurt a. M. Agudas Wrves-MO'eder und Leitung. Ter Gruppenverband der Agudas Jisroel für Deutschland lädt zu einem Delegiertentag der deutschen Agudoh ans den 22. August nach Frankfurt a. M. ein. Wollen wir uns vergegenwärtigen, wer die Leute sind, die der Aufforderung Folge leisten und nach Frankfurt kommen werden, so ist es erforderlich, sich die Verschiedenartigkeit der Anhänger, oder besser gesagt, der Mitglieder der Agudas Jisroel. vor Augen zu führen, sie in verschiedene Kategorien einzuteilen. Wie in allen jüdischen und auch nickstj irdischen Organisationen, so sind auch die Mitglieder der Agudas Jisroel in drei verschiedene Gruppen zu trennen: 1. in tätige Mitarbeiter, 2. in Kritiker und 3. in Menschen, die der Sache selbst ganz sympathisch gegenüberstohn, aber sich zu tatkräftiger Mitarbeit nicht aufrassen können. In Anbetracht dessen, daß diese dritte Gruppe einen an Zahl nicht unwesentlichen Reftandteil der Agudas Jisroel ausmacht, möchte ich in erster Reihe diese einer näheren Betrachtung unterziehen. Schauen wir hinüber zu anderen jüdischen Organisationen, die nicht auf unserem Standpunkte stehen, sagen wir einmal z. B. zu der Zionistischen Organisation — man darf ja auch von: Gegner dessen gute Seiten lernen — so finden wir dort zweifellos auch Menschen, die ihr Interesse an der Idee des Zionismus durch mehr oder minder regelmäßige Entrichtung ihres bei Eintritt in die Vereinigung sestgelegten oder gegebenenfalls auch zwischenzeitlich erhöhten Beitrages bezeugen. Im großen und ganzen aber bestehen die Mitglieder aus in materieller und ideeller Hinsicht opferfreudigen Menschen, die sich jederzeit gerne in den Dienst ihrer Sache stellen. Nicht so bei uns. Wohl könnte an sich die Ausnützung der freien Zeit für nnrn “itob a>s enfschuldbarer Grund für Nichtbetätigung in bbs - Angelegenheiten angesehen werden. In unserer Zeit aber, da das Judentum die fürchterlichsten Gefahren durchlebt, da die Wolken am jüdischen Horizont sich von Tag zu Tag mehr verfinstern, ist es die Pflicht eines jeden Einzelnen, mitzuhelfen an der Beseitigung der drohenden Katastrophen. Jeder Einzelne muß wissen, daß nwvb ry gekommen ist, da tzer als Glied der jüdischen Gesamtheit all das Schwere, all' den Jammer und all das Elend, das über uns hereingebrochen ist, mitverschuldet hat. Er muß erkennen, daß das Judentum seiner bedarf, daß auf jeden Einzelnen es ankommt, soll eine Rettung aus dieser trostlosen Lage erstehen. Agudas Jisroel hat sich als Ziel die Lösung der jeweiligen Gegenwartaufgaben im Geiste der Tanroh gestellt. Welch' eine Fülle von Aufgaben, welch' ein Komplex von Problemen schließt in unseren Tagen dieser Satz in sich! Soll etwa ein kleiner Teil unseres Volkes allein diese ungeheuren Aufgaben erfüllen können? Nein, unmöglich, das wäre zu viel verlangt. Kaum war Agudas Jisroel gegründet, da brach der lähmende Weltkrieg aus, ehe es möglich war, Agudas Jisroel vollkommen zu organisieren. Heute muß daher Agudas Jisroel das Nötige tun, daß überallhin ihre Stimme ertöne, daß es kein Land mehr gebe, das ohne tatkräftige Landesorganksation der Agudas Jisroel sei. Zu gleicher Zeit aber muß die noch in den Kinderschuhen stehende Bewegung Probleme ungeheurer Bedeutung lösen, sie muß sich der armeu, kleinen verwaisten Kruder im Osten annehmen, damit sie nicht durch .Mangel an körperlicher und geistiger Nahrung zu Gründe gehen; kstise" Nr 33. Seite 3. sie hat gleichzeitig die Pflicht, für die Reinerhaltung des geheiligten Landes zu sorgen und sie muß, last not least — jede Landesorgnaisation für sich — sich der Jugend des eigenen Landes annehmen, die jeweiligen Nöte und Gefahren des eigenen Landes zu beseitigen suche:: usw. Wer wollte, wer könnte da zurückstehen? Käme es nicht einer Fahnenflucht gleich, wollte da einer angesichts dieser Fülle von Ausgaben, dieser schrveren fürchterlichen Situation weiter in Lethargie verharren? Ihr Agudisten, die Ihr bis jetzt tatenlos all dem schrecklichen Geschehen gegenübergeftanden habt, wachet auf, stellet Euch Eurer Landesorzanisntiou. stellet Euch der Gruppe Eures Ortes zur Verfügung. Jeder muß und kann sich betätigen, jeder kann und muß sich sein Betätigungsfeld selbst erwählen. Für jeden, wie er auch befähigt sein mag, gibt es Arbeit. Zinn kommt und helfet uns! Die Tätigkeit einer Grllppe erstreckt sich nach Jnllen und nach Außeil. Ueber den Innendienst mag ein weiterer Aufsatz Aufschlüsse und Anregungen geben. Der Außendienst besteht darin, im Orte selbst. Menschen, die Agudas Jisroel fernstehen. um ihre Fahne zu scharen, sie von der Richtigkeit ihres Seins und ihrer Bestrebungen zu überzeugen,^auverhalb des eigenen Ortes in den umliegenden Städten und Dörfern Gruppen zu gründen und, was unbedingt erforderlich ist, für deren Erhaltung zu sorgen. In erster Linie kommen hierfür Studenten in Betracht. Begreifet endlich, ihr jungen Akademiker, daß Ihr durch Eure geistige Befähigung nicht nur dazu berufen seid, das von Euch erwählte Fach zu erlernen und später auszusühren, daß vielmehr kn erster Linie Euer Beruf der Gottesberuf ist, daß Ihr dazu berufen seid, für Gott zu kämpfen, seine Lehre in seinem Volke zu verbreiten. Raffet Euch auf, Ihr werdet in dieser Eurer Betätigung Befriedigung finden. Ben Hadaur. AgudoMarken und Telegramm- Formulare ln Frankfurt a. M. find erhältlich bei den Firvien: 1. K. Weramarm, Allerheiligenstraße 45, 2. A. I. Kofmann, Allerhetligenstraße 87, 3. W. Kachelsohn, Zeit 2, 4. Sänger & Kriedöerg, Allerheiligenstr. 81 und in unserem Bureau: Hanauer Landftr. 17. klguggL-ZiLroel-ZuaenSgruppe, Frankfurt a- JTi Nähere Auskünfte enetlt: Irih Straus, Sandweg 5. Telefon H. 1987. Aus Der Vewegung. Wien, 3. August. Am 10. Ellul (13. September) findet im Sitzungssaal der Aguda Wien eine Konferenz bedeutender Großkaufleute aus dem Westen und Osten statt, auf welcher zur definitiven Gründung einer bereits jetzt mit großem Kapital ausgestatteten Handels- und Erwerbsgesellschaft in Palästina geschritten rverden soll. Großkaufleute oder Industrielle, welche sich an dem Unternehmen beteiligen wollen, werden gebeten, sich rechtzeitig bei dem Büro des geschäftsführenden Ausschusses des Zentralrates der Agudas Jisroel in Wien, Malzgass' 12a anzumelden. Berlin, 12. Juli. Im letzten Jahre erstreckte sich die Tätigkeit der hiesigen Jngendgruppe hauptsächlich auf die Belehrung ihrer Mitglieder. Um in möglichst allen Stadtteilen Gelegenheit zrrm Lernen zu schaffen, wurde die Gruppe, deren Verwaltung sonst einheitlich ist, in verschiedene Bezirke eingeteilt. Die Lehrpläne enthielten stets Thnach- Mischnab- Gemoro- und Dinimschinrim. Dem Zwecks der Jugend auch Kenntnis und Verständnis der jüdischer: Gegenwartsausgaben zu vermitteln dienten eine Reihe von Borträgen: Einiges zu meinem Buche „zur jüdischen Moral" (Rabb. Tr. Liebermann). Agudohbewegung (Rabb. Dr. Munk); Preßburger Tagung (Herr Jacob Rosenheim, gemeinsam m:'t Ortsgr.); Die Lage in Palästina (Dr. Moses Auerbach); Areiwus-Gedanken (Herr Falk Schlesinger); Ern zeitgenössischer Jude über „Erlerntes, ErrebieS und Erkanntes" (Rabb. Tr. Singermann). Vor kurzem hielt auch Herr Dr. Nathan Birnbaum einen Zyklus von 4 Vortrügen über: Tie nationaljüdische Bewegung; Das nationalkulturelle Problem; Das religiöse Problem; Das sittliche Problem. Die Mitglieder der Jugendgruppe beteiligten sich auch an den von der Ortsgruppe veranstalteten Vorträgen: Jüdische Zukunft (Rabb. Dr. Klein-Nürnberg); Neiseeindrüäe aus Litauen (Dr. M. Hildesheimer); Jüdische Sexualethik (Rabb. Tr. Münz). Nur auch die Mitglieder persönlich einander näher zu bringen veranstaltete die Mädchengruppe außer einern Schwuaus-Nachrnrttagskaffee, bei den: Frau H. Barth über das Buch Ruth sprach, im Winter einige gesellige Zusammenkünfte im Vereinsheiin. Von sonstigen geselligen Veranstaltungen seien noch die Ausflüge in die Umgegend Berlins genannt und das wohlgelungene Chanukahsest. An der Entfaltung : einer weiteren Tätigkeit und Schaffung eines Mittelpunktes für die hiesige Agudohjugend hinderten! uns bisher die ungünstigsten Wohnungsverhältnisse! die uns nicht gestatteten ein eigenes, allen zugäng-! liches Vereinsheim zu errichten. Die ordentliche Generalversammlung am Ende des Geschäftsjahres und vor dem Delegiertentag eine a. o. Generalversammlung befaßten sich im wesentlichen mir technischen Fragen. Von sozialen Arbeiten der Jugendgrtrppe sei die Beteiligung an dem für Durchwanderer eingerichteten Bahnhofsdienst und die Verschickung erholungsbedürftiger Kinder nach der Schweiz im Vorjahre erwähnt. New Aork. Tie erste Jugendgruppe der Agudas Jisroel wurde am 12. Juli durch unsere Delegation gegründet. Bei der großen Begeisterung, Weiche die zahlreichen Mitglieder erfüllte, ist zu hoffen, daß die bei der Gründungs-Versammlung ausgesprochene Absicht das ganze Land mit einem Netz vor: Jugendgruppen zu durchziehen, bald ihrer Verwirklichung entgegengehen wird. Spendelisten: Für Ukrainische Waisenkinder: I. A l t e r s l o t h e i m; Willi Fraankenthal 60. Alt-Kolziglow i. P o m m e r n: Bernh. Löffler 30. Altona: Herbert Marmorek 30. Annab erg i. Erzgeb.: Adolf Richter 100. Afchbach: Sammlung der israel. Gemeinde Jacob Wvrtsmann 100, Julius Lehmann 1-10, Leopold Oppenheimer 20, Meier Bayer 20, Jacob Seemann jr. 20, Gustav Seemann 20, Leopold Bayer 20, Joseph Seemann 20, aus der Zdokokasse 20, Jacob Seemann III 10, Moritz Bayer 15, Max Kohn 5, Moritz Lehmann 50, derselbe Synag.--Spende 25, Kurt Lehmann 5, Moses Fleischmann 30, Lac. Sußmann 20, Adolf Süß 25, Abraham Seemann 10, Isaak Oppenheimer 50, Hpt. Wechsler 20 derselbe SYnag.-Spende 10, Jul. Lehmann 10. Bamberg: Isidor Gerst für Ungenannt 50. Barmen: S. Thal 10. Berlichingen: Jsr. Gemeinde 758. Berlin: I. Panke 20, Georg Hermann 50, Sammlung d. Fä. Gebr. D. u. M. Lange 120, Frl. Benzian 10, Hugo Pollack 400, Benno Groß 100, Jsr. Shnagogen-Gemeinde, Adaß Jisroel 1620, Ch. Glatt 30, Dr. % Löwenberg für die Knabenschule der jüd. Gemeinde 386, S. u. S. Braun 500, Sally Fraenkel 500, Julius Jcidcl 5(10, Wilhelm Groß 25. Berlln-Halensee: E. Pleßner 25, Tr. Hugo Berhardt 5. Berlin-Wilmersdorf: Edmund Mayer Frank 100, Verbe, Franz Salomon, ges. a::f der Gesellschaft bei Pulvermacher 60, R. N. 5000. Bernstein: S. Epelstein, Kantor 115. Biebrich: N. N. 100. Vinningen b. Carden: Jacob Haas 50. Breslau: S. Korn 5. Sammlung 1. Rate Breslauer Co mite 52 000. Bruchsal: Trude Katzauer 50. Buchen: Von der Gemeinde Buchen und Heinstedt 380. Bunde: I. S. Jankelvwitz ges. b. d. israel. Gemeinde 442. Bnrghaslach: Lehrer Heß v. d. dortigen Gemeinde 515. Cassel: Agndah Kasse 105, Lehrer S. Neumann 100, B. Grünbaum 100, N. N. 30, Daunenberg 25, Jacob Heinemann 20, Mar Hahn 50, Dir. Joseph Plaut 200, Hermann Levy 50. Castellaun: Sammlung d. Isaak Forst: Isaak Forst 100, Alex Forst 50, Bernh. Forst 25 Gustav Forst 20, Joseph Hirsch 10, Siegmund Hirsch 10, Leopold .Hirsch 2, Hermann Marr ö. Siegmund Forst 30, Albert Katzenstein 50, Heinrich Seligmann 30, Jonas Meyer 20, Simon Wolf 20, Joseph Forst 20, Chan Julius 20, Ferdi Forst 50, Ludlvig Hem, Kochen: 10, Hammerschlag 5, Ww. Forst, Castellaun 10, Moses Forst 5, Hermann Kahn 5, Adolf Forst 10, Simon Baer 5, Schocmann 12. Ludwig Wolf 5, Julius Meyer 5. Charlottenburg: M. Kirschmann 100, Martin Joachimezhk 100, Ruth Schendel 10, Jefim Halperin 200, M. 9t. Samkvw 50, Hugo Friedländer 10. Cleve: L. Notherrberg 10. Coswig: Schwarz 20. Crainfeld: Joseph Bär 10. D i s s e r d i n g e n: Jennesse Jsraelite 364. Düdelsheim: S. Heß Lehrer, Sammlung i. d. Gemeinde 975,90. Dülken: W. Lomnitz, Lehrer, Sammlung der Schüler Oskar Fürth und Kurt Bruch i. d. israel. Gemeinde 178. Egeln: M. Hart, Inh. Moritz Wiener WO. E m m e n d i n g e n: Meyer Markus 5, Siegfried Schwarz 10. E s s e n h e i tu r Lehrer Gold mg 100. E s s i n g e n: Simon Levy 30. Gelnhausen: A. R. in G. 20. Gers he im: Moritz Levi 100.

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