Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1921-04-07 · Heft 14 (7.4.1921) · page 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
62 (1921)
Issue
Heft 14 (7.4.1921)
Date
1921-04-07
Page
– (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2450138-2450152--68858-2525994
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

s* Dummer 13 as 7. A p r i l Wäl VH,. Iaüraa«g S8. Adar II. 5661 st) er« u^s gegeben vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Grganisation der Agudas Jisroel für Deutschland. ^onf'tiittiwwng des |cnU*a IVo tos. Sie Sitzung des Zentralrstes der Agudas Zttroel in Wien vom is. dis 25. Weadar 5681. Was ist Agndas Jisroel? Der organisierte Klall Jisroel in seinem Streben.,- seiner Aufgabe als 'H o; gerecht zu werden. Das ist der Sinn der Wiener Tagung des Zentralrates. Aeußerlich denkbar größte Verschiedenheiten und innerlich die Einheit. Die Chassidim-Rebbes von Gerr, Ratzin und Sokolov, sowie Czortkow, die Rabbo.nim von Preßburg und Kirchdrauf, der Oberrabbiner von Amsterdam, die Vertreter von Erez Jisroel) Großkaufleute, aus Wien, Warschau.und Frankfurt a. Mp jüdische Akademiker aus Deutschland, alle geeint durch den einen Gedanken, das jüdische Volk seinem Gotte, seinem Gesetze und seinem heiligen Lande zu erhalten. Nicht Ost- und Westjuden, nur Juden, oie sich zusrmmentun, zu beraten und gegenseitig zu ergänzen. Tief innerliche chassidische Frömnngkeit, imponierende Thoragrößen von Buczas und Brody, feurige Ueberzeugungstreue der Slowakei, Intelligenz und Organisationssähigkeit des Westens, alles eint sich um den tatgewordenen Willen des thoratreuen Judentums zu bilden: die Aguoas Jisroel. mtt l?2 nnm pjr nr«- Heil dem Auge, das dieses geschaut! Das tiefe Weh, das in den erschütternden Schilderungen der polnischen Rabbisüber die Leiden der Volksseele und des Volkskörpers zum Worte kommen, der gottvertrauende Wille zur Tat bei den temperamentvollen Tschechoslowakei:, die Entschlossenheit zum Handeln bei den arbeitsgewohnten Männern des Westens und allen gemeinsam der Wille zur Thora, mußte jedem Einzelnen, der es miterlebte, Kraft und Sicherheit geben m.- Bei allem Schweren der Zeit haben wir doch das Recht zur Hoffnung. Agudas Jisroel ist nicht nur Organisation, es ist ein lebendes Wesen mit Seele und Körper. In ihr liegt die Zukunft des jüdischen Volkes. Einmütig in der Fürsorge für das geistige und wirtschaftliche Leben Erez Jisroels, einmütig im Wiederaufbau der Diaspora. Man hat sich kennen und achten gelernt und das Gemeinsamkeitsgefühl gibt Zuversicht und Kraft. Von Zürich über Preßburg nach Wien. Die Agndas Jisroel weiß, genau, was sie will: Das jüdische Volk zur Thora erziehen. Alles schwanken hat aufgehört, stark ist, wer Vertrauen zu Gott und seinen Gesetzen hat, und überzeugt ist. dem göttlichen Gesetz getreu zu sein. Die imponierende Geschlossenheit der Agudah, sie ist das Sinnbild der Zentralratssitzung in Wien. Geschlossen in Anerkennung der Thora als einzigen Souveräns des jüdischen Volkes. Die Aguda sieht ihren klaren Weg vor sich, kein anderer Gesichtspunkt darf maßgebend sein, als Herrschaft der Thora in Klall Jisroel. .Alle äußeren und inneren politischen Vorteile treten hiervor zurück; nicht nach Volksgunst fragt die Agudah, nur unch dem Wohl und dem Aufstieg des Volkes. Das Urteilwelcher Weg Hierzu der richtige ist, haben die Thoragrößen zu fallen und nach dem Worte des Laon von Kne-as wollsn di»fe erst das 'Volk hören, was es wünscht und was es vorschlägt; nicht herrschen wollen sie, aber entscheiden, was das Gesetz verlangt. Keine Hierarchie, aber Gesetzesentscheibung nach göttlichem Rechte im Namen des Königs in Jeschurnn. Die Entschiedenheit der heutigen Agudah schließt das Uebergangsftadium ab. An Stelle des Provisorischen Komitees ist der Zentralrat getreten. Im Schwerpunkt des jüdischen Volkes zwischen dem ehemals russischen Osten, zwischen Slowakei und Deutschland hat er seinen Sitz. In der Atmosphäre des religiös sich so machtvoll entfaltenden Wien, ist nunmehr der eigentliche Sitz des geschäftsführenden Ausschusses des Zentralrates. Ein Symbol der Zusammenarbeit von Osten und Westen. Hier treffen die Fäden zusammen des allweltlichen Judentums aus Erez Jisroel, Rußland, Littanen und Bessarabien, Holland, Schweiz, England und Amerika, Deutschland und Polen, Belgien und Skandinavien. Selbst das ferne Argentinien ernannte seinen Vertreter für Wien. Agndas Jisroel ist wirklich zu dem ganz Jisroel umschließenden Bande geworden. Bezeichnend ist, daß ger-He der Osten die Beteiligung Frankfurts im geschäftsführenden Ausschuß verlangte. Das Präsidium des Zentralrats wird von den Thoragrößen in demselben gebildet, lieber die weitere Fülle der positiven Arbeit, die bei der Tagung geleistet wurde, wird weiter unten gesprochen werden. Hier sei noch besonders betont, daß die Delegierten der Schlome Emune Jisroel in Polen großen Anteil an ihr genommen haben. Endlich haben die politischen Verhältnisse es. gestattet, daß dieser qualitativ und quantitativ so wertvolle Bestandteile der Aguda in gebührender Zahl vertreten war. Leider fehlte Littanen, infolge des dort herrschenden Wahlkampfes zum Gemeindekongreß, der alle Kräfte im Lande fesselt. Neben den Führern des Chassidismus und dem auch als Thoragröße gefeierten Abgeordneten des polnischen Seyms, Rabbiner Halpcrn, lernte der Westen auch die markanten Persönlichkeiten der polnischen Balc Batim kennen. Mit allgemeiner Begeisterung wurde die Anregung ausgenommen, die nächste Sitzung des Zentralrates in Warschau anzuberaumen. Möge der Name Warschau in' der aufsteigenden Entwicklung der Agudah einen ebenso guten Klang erhalten, wie ihn Wien errungen hat- Unsere Schilderung wäre unvollkommen, wollten wir nicht des sympathischen Auftretens der Führer der galizischen und tschechoslowakischen Jugendorganisationen gedenken. In der Jugend liegt die Zukunft, das freudige Bekenntnis zur Thora und der hossnungsfrohe Betätigunastrieb, vereint mit der echtjüdischen Unterordnung unter das Wort der Führer, ist eine wertvolle Bürgschaft für die Zukunft der Agudah. Rührend und erhebend wirkte der Wetteifer der Wiener Orts- und Jugendgruppe für das Zustandekommen der Sitzung. Gastfrenndschast, wie man sie selten sieht, wurde den Auswärtigen .entgegengebracht. Man fühlte sich nicht als.Gast, man war zu Hause. Die selbstverständlichen Darbietungen verdienten die ebenso selbstverständliche Annahme. Wir gehören zusammen, di»s Gefühl beherrschte Sie Mste und Wirte. Nicht nur bei dem erhebenden Empfangsabend der Schissschul,, sondern auch an den Privattischen saßen Delegierte aus Polen und Deutschland, aus Holland und alle spürten die innere Zusammengehörigkeit. Das ist ein großes Aktion in der Agudah. Die gegenseitige Wertschätzung und Achtung der Vertreter aller Länder, alle beherrschte das eine Gefühl, wir arbeiten gemeinsam, um Agudas Jisroel, um Jsroel für die Souveränität des Gottesrechtes bereitznstellen: "irr ep '©io fiDKnnr po \-n * * * An der Sitzung des Zentralrales nahmen folgende Delegierte teil: A r g e n t i u i e n: Di. Nathan Birnbaum, Berlin. Belgien: Koppel Spira, Antwerpen. T e u t s ch l a n d: Di. Ehrmann, Frankfurt a. M, Gottfried Goldschmidt, Halberstavt, Dr. M. Hildesheimer, Berlin, Di. Kohn, Ansbach, David Lehmann, Fürth, Georg Löwy, Breslau, Dr. .Siegfried Oppenheimer, Frankfurt s. M.. Jacob Rosenheim, Frankfurt a. M., Di. Jonas Simon, Heidelberg, Leo Wreschner, Frankfurt >a. M. D e u tschö st erreich: Rabbiner Joses Baumgarten, Wien, Rabbiner Aron Friedmann, Wien, Rabbiner Per Friedmann, Wien, Rabbiner Fürst, Wien, - David Schreiber, Wien, Salomon Schreiber, Wien, Isaak Thumim, Wien. E u g l a u d: Schiff, London. E r e z I i s r o e I: Oberrabbiner Horowicz, Jerusalem, Di. Moses Auerbach, Petach Tichwa. Holland: Oberrabbiner Onderweiser, Amsterdani. Polen: Rabbi Alter, Gorra Kalwaria, Oberrabbiner Arrak, Buczacz, Schachne Awrach, Warschau, Frankl, Krakau, Rabbi Nachum Markus Friedmann, Ezortkw. Rabbi Leiner, Radzin, Rabbi Morgenstern, Sokolow, Schwarz, Lodz, Oberrabbiner Stimberg, Brody, Mahl, Lemberg, David Weidenfeld, Warschau. S ch w e i z: Botschko, Basel. T s ch e ch o s l o w a k e i: Oberrabbiner Schreiber, Bratislava, - Oberrabbiner Weber, Piestany, Oberrabbiner Spitzer, Kirchdrauf, Oberrabbiner Ungar, Trnava, Rabbiner Hirschler, Modra, Rabbiner Katz, Neutra, sidor Pappenheim, Bratislava, r. Karl Rosenbaum, Bratislava.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.