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Der Israelit · 1917-01-04 · Heft 1 (4.1.1917) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
58 (1917)
Issue
Heft 1 (4.1.1917)
Date
1917-01-04
Page
– (sequence 9)
Language
German
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K., hier, Kchntzenstr. 14, teilt uns mir, daß sowohl für die Konserven-Abteilung wie für andere Abteilungen des Betriebes freiwillige Hilfskräfte gesucht werden, die schöne Handschrift- und einige Erfahrung in Büroarbeit besitzen. Damen und Herren, die bereit sind, sich regelmäßig der guten Sache zur Verfügung zu stellen, werden gebeten, ihre Adresse freundlichst auf schriftlichem Wege der „Freien Vereinigung" angeben zu wollen. Oerierafversammlrrng der Israelitischen NekgionsgesessschasL. Am Sonntag, den 31. Dezember, fand in der Aula der Realschule die ordentliche Generalversammlung der Synagogengemeinde Israelitische Religionsgesellschaft" statt. Der Vorsitzende, Herr Michael Schwarzschild, eröffnete die Versammlung indem er ihre ordnungsmäßige Einberufung konstatierte. Darauf wird der Jahresbericht verlesen. Im Anschlüsse daran richtete der Vorsitzende, unter Hinweis auf das besonders große Defizit im diesjährigen Gemeindeetat einen eindringlichen Appell an die Versammlung, die ordentlichen Mitgliederbeiträge wesentlich zu erhöhen, damit die Gemeinde ihren finanziellen Verpflichtungen gerecht werden könne. Man geht dann ohne Diskussion zu den Wahlen über. Anstelle des turnusmäßig aus dem Vorstände ausscheidenden Herrn Marcus Hirsch wird mit 118 von 119 abgegebenen Stimmen Herr Adolf Stern gewählt. Inden Ausschuß werden anstelle der ausscheidenden Herren Adolf Stern und Emil Goldschmtdt die Herren Marcus Hirsch und Hermann Bodenheimer gewählt. Der Rechenschaftsbericht der Gemeinde gelangt im Auszuge in nächster Nummer zur Veröffentlichung. Schukchan Aritch-Aorlrag im Mekor Gßazim. Nächsten Sonntag um 6 Uhr abends findet in den Räumen des Mekor Chajim ein Schulchsn Äruch-Vsrrrss hsß RüWLkk? Dr, G, Br?»?? fkalt Ass ßttftüi'puMm im »sse» Die auch dieses Jahr zusammenarbeitenden Vereine „Nachlas Zwi" und „A. I. Jugendgruppe" konnten mit ihrer ersten gemeinsamen größeren Veranstaltung am Mittwoch abend vollauf zufrieden sein, sowohl inbezug auf den guten Besuch als auch auf den Vortrag selbst, der mit zu dem Besten zählte, was wir in den letzten Jahren in öffentlichen Vorträgen über jüdische Fragen gehört haben. Der Redner, Herr Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg, schilderte eingangs die Probleme des jüdischen Ostens, deren Lösung uns der plötz'ich hereingebrochene Krieg als eisernes Muß vor Augen führte. Die Lösung im Osten dürfte aber auch auf uns zurückwirken. Wenn wir im Westen glauben, das Problem von vv .TVlfi restlos gelöst zu haben, so gibt uns die rasche Entwicklung der Dinge in Polen günstige Gelegenheit, die Sache auch für uns noch einmal nachzuprüfen. Der Redner schildert eingehend die Parteien, Richtungen und geistigen Strömungen in Polen in ihrem Verhältnis zu Thoralehre und Thoraleben. Die ablehnende Haltung der Chassidim gegen profane Bildung erkläre sich aus ihren Elfahrungen; absolut bildungsfeindlich seien sie nicht. Man müsse eine scharfe Grenze ziehen zwischen äußerer und innerer Kultur. Die elftere, technisches Wissen und reale Fächer umfassend, werde von den Chassidim aus praktischen Gründen ebenso gepflegt wie von den anderen, für die höhere und innere Kultur müsse aber einzig und allein die Thora Quelle und Maßftab bleiben. Jede anders geartete und gerichtete Kultur müsse grundsätzlich abgelehnt werden. Praktisch sei die Trennung nicht immer leicht durchzuführen. Da die ersten Eindrücke der frühesten Schuljahre am mächtigsten und am längsten nackwtrken, so könne das Problem nur dadurch gelöst werden, daß schon in der frühesten Kindheit mit dem intensiven Unterricht in den Thorawissenschaften begonnen wird. B.t uns im Westen habe man nach dieser Richtung hin oft genug gesündigt, so sollen denn unsere Erfahrungen dem Osten zugute kommen, von wo aus aber die Rückwirkung auf uns nicht aus bleiben würde. Dem Vortrag folgte reicher Beifall, dem sich ein kurzes Dattkeswort vom Vortragstische aus anschloß. Agrrdas Ilsroek-Iugendgruppe. Der Tefilloh-Kurs findet am Sonntag, den 1. Januar, nachmittags 3 Uhr statt. Die in Garnison, Feld und Lazaretten befindlichen Mitglieder und Freunde der Jugendgruppe bezw. deren Angehörige werden um genaue Mitteilung ihrer Adressen gebeten, damit die Zusendung der Druckschriften keine Unterbrechung erleidet. Kgrrdss Msrssk-WLHHsKs?»; Lrrrukrnfrrs in &gt «w W?t?» i, lieber il Hsnuu?, H M? Jn Kü'ze werden auch dieHoridarbeitsabende wieder ausgenommen werden. Näheres wird noch bekannt gegeben. Wattnüafeier der Jüdischen Kansstaltuttgsschrtke. Die I ü d if ch e H a u g halt«11} »j ch «I c hielt auch in diesem Jahre ihre Chu uu knscicr in dem durch die Kriegszeit bedingten engsten Rahmen unter reger Beteiligung der jungen Insassen des Hauses ab. Der Verwaltungsrat imh das Damen-Komitee der Anstalt, die auch die Kosten der Veranstaltung übernommen hatten, und auch verschiedene Borstands-Mitglieder anderer Vereine, die ähnliche Ziele verfolgen, wnuu als Gäste erschienen. Die Leistungen der Haushaltnngsschnle zeigten sich in den verschiedensten Probestück?!! ifm i' Koch- und Backkunst, die, obwohl kriegsgemöst hergestellt, viel Anerkennung fanden. Aber auch mit der Betätigung als Darstellerinnen kleiner Vorträge, Szenen und Tänze mit selbst angefertigten Kostümen und Requisiten, die mit geringstem Kosteil- und Materialaufwand hergestellt waren, haben sowohl die Haushaltungsschulerinnen wie die Insassen des Mädchcnhcims wohlverdienten Beifall errungen. Den Glanzpunkt des' Abends bildete ein für diesen Zweck verfaßtes Stückchen „Unser Schein- Dasein", von Frau Toni Jeidel gedichtet und auch einstudiert. Das Stück unternimmt es mit bestem Erfolge, die Not der Zeit durch klangvolle Verse und Lieder in ein heiter-ernstes Gewand kleidend, uns in gemütvoller Form das Wesen unserer rationierten Kriegsversorgung im Bilde vorzuführen. Iran Isukda Tajer n"y. In der Blüte ihrer Jahre starb, 28 Jahre alt, am 22. Kislew abends, im Rotbschtld-HoPltal dahier, Frau Frieda Tajer, Gattin des geschätzten Thorogelehrien Jakob Tajer aus Jerusalem. Einer gelehrten Rabbinerfamllie entstammend, war sie ihrem Manne eine echte -»tp, die alle Schwere des Lebens in tiefer Frömmigkeit und Gottergebenheit mit ihm trug. Unter schwersten Entbehrungen war es ihr bet Ktteg?- ausbruch gelungen, nach Deutschland zu gelangen, um ihrem Manne zur Seite steh:n zu können. Still und bescheiden ging sie durchs Lebenwer sie aber räher kannte, wußte ihren Wert zu schätzen. Auf dem Friedhof der Israelitischen Reltgtonsgesellschaft entwarf der tiefbetrübte Gatte am Sarge ein Lebensbild der Entschlafenen. Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Freitag abend nach Schluß der Synagoge im Hörsaale Friedberger-Anlage: Mikrovortrag - Herr

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