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Der Israelit · 1903-12-24 · Heft 102 (24.12.1903) · page 33

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 102 (24.12.1903)
Date
1903-12-24
Page
– (sequence 33)
Language
German
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Erfahrungen und-Studien Wastrenden Methode - zu ühun/ die unS mit khter Einfachheit und Selbstverständlichkeit verblüfft, mit ihren Resultyten begeistert und als eine Wohlthat. für s die Menschen zu be - 'trachten ist. , ' ' ' ' Seit jeher wandsen die Pädagogen ihre ganze Auf- '' merksamkeit, ihr Denken und Forschen dem Unterrichte m ,d?r ersten -Elementarklaffe .zu. Es ist dies die che-, veutendste Periode im menschlichen. Leben, auf welche 'sich die weitere geistige, 'und körperliche. Entwickelung des Kindes aufbaüt. Ilnd was hat man mit dem bisherigen Forschen,.Klügeln' und Dociren erreicht? Wenn mx einen Bkick jn hie erste Klaffe irgend, einer. Volksschule werfen, Werd'chir die Resultate bald erkennen. Bleiche/, kränkliche Kindergesichichen blicken uns. mit müden, unstäten. Augen an. ,, Däs 6.7-7? Lebensjahr bildet den' wichtigsten . Punkt in der Entwickelung des Kindes, und in dieser Zeit eben werden unsere Kleinen aus dem freien, kindlichen Lebep und Treiben im elterlichen Haufe unmittelbaren die Eiserne-Disziplin der Schule^Iersetzt. '21 Stunden.wöchentlich (!) werden die armm Würmchen gedrillt, werden ihnen Begriffeaufoktroyirt, die sie nicht erfassen können, und es dauert zehn Monate lang/bis man den Kindern die Anfangsgrllnde des Lesens und ' Lchreibens -mit Ach und^Krach beigebracht hat. . Dabei werden die Kinder nervös,, unwillig und es bleibt auch, für ihre körperliche Pflege , viel.zü wenig Zeit übrig. In den Kreisen der? berufenen Volkserzieher hat man! .längst'das.Absurde, das.Unzulängliche des bisherigen Isnterrichtssystems eingesehen, und viel ehrliches Strd- - den, tüchtiges Können, würde schon eingesetzt, um die ersehnten Reformen M finden. .. ' - Um so Krosseres Aufsehen ruft nun in der päda- Alogischen Welt die'Neue Lehrmethode Gabel's hervor. Gabel hatte .sich während - seines 26jährigen Wirkens - als/tzehrer 19' Jahre dem Unterrichte. der ersten' Klaffe - nlij Ambition und großer Fähigkeit gewidmet.. Er hat - iies.in die Seettnwelt. ded Kinder geblickt, ihre Geheim- ' niffe erforscht und'seine Unterrichtswethode immer dem ' Denken, dem.. Naturell, baffer gesagt, dem höheren' In- .stinkt bef Kinder an gepasst.. Er baute, sein System' aus den'einzig richtigen Grundsatz „spielend zu lernen und lernend .zu spielen." Er, drängt, dem Kinde niemals ‘ einen Begriff auf, sondern leitet das Denkvermögen des 5tleinen, "bis er sich den Begriff selbst bildet, sich gleichsam selbst aufklärt. 'Auf diese'Werse hat Gabel überraschende Erfolge'erzielt. Das..ganze'Material, welcheschn der .ersten Klaffe zehn Monate lang gedrillt. - wird, brachte er seinen Schülern iw24 Unterrichts- .snmde^ hei, und Äe übrige Zeit kann und muß nun ,>ur körperlichen' Pflegz und . Entwickelung verwendet, werden.- ' - . Wie dies, schory bei uns^in Ungarn Sitte ist, kann eine, wirklich hervorragende Errungenschaft-hier nicht zur. Geliung kommen, ehe nicht erst im Auslande die Aufmerksamkeit der .Welt darauf'gelenk^ wird'. DaS ist nun auch, mit der Erfindung tz^abel's der Fall, Min? einziger Fakto^ unserer berufenen'Unterrichtsbehörden kümmerte sich, um d'te-Methode'. Gabels,-!ja es, wurden ihm sogar.Schwierigkeiten in den Weg gelegt.' In'der' BUttedes Monats August l. I., demvnstrirte. nun Gabel-in Marienbad vor zahlreichen Pädagogen seine neue Methode, Der dortige Schuldirettbr. Kolb hatte zehn Kinder,wie im September d. I. in che erüe Klasse, eintreten sollten, in die Schule beordert,/ Dieffen Kin-, dern nun hak/Gabel das Schreiben . und Lesen der ersten-fünf Buchstaben des Alphabets , in zehn Minuten beigebracht. Für den Erfolg Oabel-s spricht ein amtliches Zeugniß am deutlichsten, in welchem 'bestätigt wird, daß.Gabel allseitigen, großen Beifall 'erzielt?hat. „Die Lehrprobe ließ deutlich erkennen,^ heißt es, in.wem Dokument-- „daß Herr Gabel,.Dunk/der von ihw krfUndenen 'und angewandten Methode, die Ki^ider^der crft?ÄT Klasse in kürzester Zeit, bei wöchentlich nur dreistüA digew Unterrichte und sozusagen spielend zum fließenden Leftn/und richtigen Schreiben bringt, und daß es im Interesse eines naturgemäßen und gedeihlichen Unterrichtes sowohl, als auch .in Hinsicht auf die Gesundheit und eine ungestörte Entwickelung, des, Körpers der Schulkinder wünscheNswerth. erscheint,«-daß -bie Gabel'sche Methode recht bald von allen Elementarlehrern angewendet« werde.- A ^" Erst ..als eine ähnlich' lautenhe Zuschrift . der Marrenbader Direktion an den Budapester Magistrat- .eintruf, ließ man sich^auch bei uns gnädig herberdem Erfinder Gabel.Gelegenheit zu geben/ seine^neue Lehrmethode." .praktisch zu erproben^. Die erste Klasse, der/ .Volksschule '.in her ' Bezerildy-utczä wurde Heuer zum ersten Male offiziell nach der. Gabelsschen Methode unterrichtet. . Mit der Kontrolle betraute Was Unterrichtsministerium -den.'königs Rath Ujvstry. SGäbesbegann Mi 9? September d. I., in Anwesenheit echer Kvmmission den Unterricht.' . '.Er hatte in Anwesenheit der Kommission den Beweis erbracht? daß'er die .Kleinen, die damals zum ersten'Male in die Schule kamen, in einigen Minuten mit den ersten drei Buchstaben bekannt machte und dieselben in allen Zusammenstellungen herablesen ljeß,^ was sonst Mehrere Wochen.-kostet. Gabel unterrichtet? bloß am Montag, Mittwoch und. Freitag je eine Stünde. ^ANr 9. a. M. fand sich nun königl. Rath. Ujvüry wieder in der Gabelsschen Klaffe eirr, und gewann nun'zum. Erstaunen die Ueberzeugung, daß bie Kinder bereits das,gaNze votgeschriehene Unterrichtsmaterial? der ersten Klasse vollkommen und glanzend beherrschen.v Die Kinder schreiben und lesen fämmtliche Buchstaben -in allen Formen und Züsamnien" stellungen. * Der ministerielle Experte sprach ebenso seine angenehme Ueberraschung^ wie. sekne vollste Aner-

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