Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 94 (26.11.1903)
- Date
- 1903-11-26
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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2088 Gott läßt fein Gesetz nicht untergehen, stets erscheint ein Retter zur rechten Zeit. „Es welkt das Gras, es dörrt die Blume, dock das Wort unseres Gottes besteht ewiglich." (Jefaia 40.) „Nicht durch Heeresmacht und nicht durch Körverkraft, sondern durch meinen Geist,' spricht der Herr Zebaot." (Secharja 2.) „Nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre." «Ps. 115. — Ferner Ps. 118, Ps. 125.) 5. Methode. Wir sollen alle Kämpfer sein für den Glauben, wie es uns die Makkabäer gelehrt. Wann sind wir deren würdige Nachfolger? Welches smd heute die Feinde, die unseren Bäterglauben bedrohen? .Dir brauchen kein Schwert, um den bösen Trieb in uns zu bekämpfen, um gegen die verführerische Umgebung zu streiten. Bleiben wir fest und stark, so vollziehen wir Gottes Gebote auch unter schweren Opfern an Kraft, Zeit und Vermögen. Dann sind wir der Makkabäer würdige Nachfolger. Gottes Wort an Josua: Sei nur stark und feft (Es kann nun die Behandlung des al haniffim, des moaus zur, des Halle! erfolgen, vielleicht auch nur das Lesen mancher Theile in deutscher Sprache. Ohnedies muß ja eine spezielle Behandlung der Gebete und Rituale für Ebanukah stattfinden. Empfehlenswcrth: die poetische Uebertragung des moaus zur durch Dr. Goldschmidt-Osfenbach, ferner das Gedicht „Israels gerettete Fahne.") Uebergangsfrage zu: Abschnitt d. Die Söhne setzten den Krieg mit Heldenmuth fort. Besonders Juda kämpfte wie ein Lölve. Einmal besiegte er mit 6000 Mann 40,000 Feinde, ein andermal mit 10,000 Streitern 65,000 Syrer. ‘ Antiochus, der selbst im Auslande einen Krieg zu führen hatte, schickte seine besten Feldherren gegen Juda. Diese sollten das jüdische Volk, selbst die Hellenisten, ausrotten, das Andenken Israels austilgen. Aber Gottes Hilfe war bei den Makkabäern. In dem dreijährigen Kriege von 167—164 sind besonders zwei Schlachten zu nennen: erstens die bei Emmaus (166), wo 3000 Feinde auf dem Platze blieben und die bei Bet-Zur, südlich von Jerusalem. Judas Macht und Ansehen wuchs so immer mehr. Das Land war eiürlich so weit vom Feinde gesäubert, daß man an die Tempelreinigung denken konnte. Juda rief aus: „Sehet, die Feinde sind geschlagen, lasset uns hinaufziehen, um das Heiligtbum zu reinigen und einzuweihen!" Da zog er mit seinen Brüdern und auserlesenen Truppen nach Jerusalem, und obwohl die Syrer von ihrer Burg aus den Tempelberg beherrschten, drangen die Tapferen bis dahin vor. Aber welche trauriges Bild bot sich ihnen dort! Ter Altar war entweiht und besudelt, die Tempelmauern zertrümmert, Gras und Gestrüpp war emporgeschossen. Alle brachen in lautes Wehklagen aus. Man setzte einen feierlichen Bußtag ein; sie zerrissen ihre Kleider und streuten Asche auf's Haupt. Sodann aber ging man eifrig an die Reinigung des Tempels. Das Zeusbild wurde nicdergestoßen, der entweihte Altar zerstört und ein neuer aus unbehauenen Steinen aufgerichtet, die verbrannten Thore wieder hergesiellt, neue Geräthe angefertigt, die Vorhöfe gereinigt und sodann zur Tempelweihe geschritten. Am 25. Kislew 164, genau an dem Tage, wo vor 3 Jahren der Zeusdienst im Tempel begonnen hatte, wurde unter einem feierlichen Gottesdienste das erste Morgenopfer dem Gotte Israels dargebracht, und damit die Tempelweihe begonen. Acht Tage dauerte dieselbe, wie einst zu Salomo's Zeit. Jeden Abend strahlten die Vorhöfe des Tempels im Glanze von Freudenfeuer. Als man aber den goldenen Leuchter anziinden wollte, fand man kein reines, d. h. heiliges Oel mehr hierzu. Nur ein Krüglein war vorhanden, das noch unversehrt geblieben. da es mit dem Siegel des Hohenpriesters verschlossen war. Obwohl nun die kleine Menge Oel nur für einen Tag gereicht hätte, fügte es Gottes Wunder, daß man 8 Tage lang davon den goldenen Leuchter speisen konnte, bis wieder reines Oel bereitet war. Don unseren Weisen aber wurde zur Erinnerung an die Tempelweihe das Chanukahfest eingesetzt, das wir vom 25. Kislew an 8 Tage lang begehen. Ebenso lange zünden wir Lichter an zur Erinnerung an das Oelwunder im Tempel. In freudigen Gesängen, wie Hallel und Moaus-zur-Jeschuossi, ebenso im Gebete al hanissim bekunden wir unseren Herzensdank für die große und wunderreiche Zeit der Chanukahgeschickte, in der unsere heilige Thora, unser Väterglaube von neuem auflebte, vor dem Untergang gerettet ward. Der Kampf der Haslnsvaer dauerte aber trotz der Tempeleinweihung noch ungefähr 25 Jahre fort. Während des Krieges starben alle die fünf Makkabäersöhne, zuletzt Simon. Besonders betrauert wurde der tapfere Juda. Seine letzte Ruhestätte fand er in Modim. —Fast 25 Jahre nach der Tempelweihe waren schon dahin, als erst die Nachkommen der Makkabäer als „freie Fürsten" über Israel regieren konnten. Das war die erste jüdische Regentschaft seit 586 vor 1, wo der erste Tempel zerstört wurde. Es sollte aber auch die letzte sein. Denn schon 100 Jahre später hatten durch große Zwistigkeiten unter den Makkabäern selbst die Römer die Oberherrschaft erlangt über Judäa; nnd durch die Römer ging auch im Jahre 70 nach 1 der zweite Tempel unter. Wie führten die Söhne den Krieg fort? Wer war der Tapferste?