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Der Israelit · 1903-10-05 · Heft 79-80 (5.10.1903) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 79-80 (5.10.1903)
Date
1903-10-05
Page
– (sequence 17)
Language
German
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44. Jahrgang. Me VmmgiW W die MM Ks nthshM LiiKiithMs. (Bericht über den am 24. Juni abgehatteneu BereinStag.) (Schluß.) . Es ist hier ferner zu erwähnen, daß der Vorstand gegenwärtig mit der Ausgestaltung eines weiteren nicht unwesentlichen Organs unserer Vereinigung begriffen ist, nämlich mit der zweckentsprechenden Wahl geeigneter Delegierten. Nach der statutenmäßigen Stellung der Delegierten sind sie Vertrauensmänner der Vereinigung, welche der Vereinsleitung durch Ertheilung von Auskünften. Begutachtung in Frage kommender Angelegenheiten und Maßnahmen zur Seite stehen und überhaupt für die Zwecke der Vereinigung und für die Förderung derselben durch Zuführung von Mitgliedern und Beiträgen in ihren Kreisen sich bethätigen. Der Vorstand ist auf Gewinnung einer größeren Anzahl geeigneicr Persönlichkeiten an möglichst vielen in Betracht kommenden Orten als Delegierte bedacht und hofft auf das freundliche Entgegenkommen recht vieler unserer verehrlichen Mitglieder, tvelche bereit sein werden, sich dieser Mühewaltung selbst zu unterziehen oder dein Vorstande geeignete Persönlichkeiten hierfür in Vorschlag zu bringen. — Bei dein Ueberblick über die dargelegte Vereinsthätigkeit darf der Vorstand wohl nicht ohne Befriedigung das Bewußtsein gelvinnen, daß sich unsere Vereinigung auch während der gegenwärtigen Berichtsperiode in der Richtung, die ihrer Wirksamkeit nach dem Sinne ihrer Gründer wie nach den Bestimn'.ungen ihrer Statuten vorgeschrieben ist, nach besten Kräften erfolgreich bewährt hat. Erhaltung, Pflege und Förderung des im Einzelleben wie von den Gemeinden zu bethätigenden Geistes des überlieferten Judenthums — das charakterisirt die eine Richtung ihrer Aufgabe und Thätigkeii, aus welcher ihre vielseitigen fürsorglichen Maßnahmen in Hinsicht auf die Erfordernisse einer getreulichen Erfüllung des Religionsgesetzes resultiren, wie für Beschaffung und Erhaltung des Religionsunterrichts in d^n Gemeinden; Ausbildung von Lehrern, Mohalim, Soferim; Unterstützung unbemittelter Gemeinden zur Erhaltung ritueller Gemeindeanstalten; Förderung der-Errichtung und Erhaltung ritueller Speisewirthschaften; rituelle Verköstigung während der Militärdienstzeit; unentgeldlichen Nachweis von Stellungen in an Sabbat und Festtagen geschlossenen Geschäften: thunlichste Abstellung von Mißständen, welche sich der vorschriftsmäßigen Erfüllung religiöser Pflichten in unserer Zeit entgegenstellen, wie. die Maßnahmen zur Beschaffung von Thefillin und Mesusotb unter zuverlässiger Aufsicht zu nicht hohen Preisen; die Herstellung geeigneter Meziza-Gläschen zur Förderung der vorschriftsmäßigen Vornahme der Mezizah u. a. m. Die andere Richtung ihrer Thätigkeit aber hat die Wahrung einer ungestörten Entwicklung des gesetzestreuen Judenthums zum Gegenstände, den Schutz seiner Interessen durch sachliche Klarstellungen und durch Anregungen beteiligter Kreise, wo die ungeschmälerte Erhaltung des religiösen Lebens auf dem Boden des überlieferten gesetzestreuen Judenthums gefährdet erscheint. Und auch in dieser Richtung darf der Vorstand — wie wir die Ehre hatten, der Versammlung darzulegen — wohl ohne Unbescheidenheit sich bewußt sein, der Entwicklung der Zeit mit aufmerksamem Blicke und mit sorgsamer Vigilanz gefolgt zu sein. Pflege, Förderung und Aufbau des gesetzestreuen Judenthums einerseits und Wahrung desselben gegen Angriffe, Beeinträchtigungen Und Verdächtigungen anderseits, das sind aber überhaupt die zwei hauptsächlichen Richtungen, welche die Wirksamkeit unserer Vereinigung charakterisiren. In diesen Richtungen eine gedeihliche und erfolgreiche Wirksamkeit auch in Zukunft entwickeln zu können und diese Vereinigung als einen festen Mittelpunkt auf dem Gebiete des gesetzes/ treuen Judenthums in unserer von Parteiungen leider zerklüfteten Zeit sich auch in der Folgezeit stets .bewähren zu sehen, das ist der innigste Wunsch der Vereinsleitung. In ihrem Streben nach diesem Ziele hofft und vertraut sie auf den Segen und den Beistand des Allmächtigen und erbittet sie sich die freundliche, thatkräftige und eifrige Mitwirkung aller Vereinsmitglieder! Im Anschluß an diesen mit allseitigem lebhaften Beifall begrüßten Bericht wurde seitens des Vorstandsmitglieds und Cassiers der Vereinigung, Herrn Hermann Lehmann- Frankfurt a. M., Namens des Vorstandes der Rechnungsbericht über die Vermögens- Verwaltung pro 1900 bis 1903 sowie über den Vermögensbestand pro 1. Jan. 1903 nebst dem Revisionsbericht vorgelegt, wobei seitens des Vorstandes bemerkt wurde, daß einige seitens der Herren Revisoren in deren Schreiben an den Vorstand vom 11. Juni 1903 gemachten organisatorischen Vorschläge für die Rechnungsführung laut Beschluß des Vorstands zur Ausführung gelangen sollen. — ' ‘

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