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Der Israelit · 1903-06-29 · Heft 51 (29.6.1903) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 51 (29.6.1903)
Date
1903-06-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M 5i; 44. Jahrgang. Kentrak-Hrgan für das orthodoxe ZudenLKuw. . Begründet von tor. in Montag, den 4. ThamuS 5663 29. Juni 1903. *3 ist uns gelungen, das Marmseript eineS bedeutenden Mischen GeschichtSwerkS r aus der Feder eines unserer ersten Autoren für unser Glatt zu erwerben. Der Titel des Buches, das in überaus anregender und fesselnder Weise geschrieben ' ist, lautet: MmbM Iorn Lob HeLlev. Wir werden noch im Lause des nächsten Quartals mit dem Abdruck diese- Werkes beginnen. _ ^Kdsrkiorr dss „Fsvslsltt Äiscchinew und Belgrad. Betrachtung von Direktor S. Bamberger— Xschasfenburg. Vlutthat in Rußland. Vlutthat in Serbien, beide nehmen unser Interesse in Anspruch. Auf der einen Seite wird Blut vergossen in Strömen, weil dieses Blut in Adern andersgläubiger Menschen floß, als das ihrer Mörder, weil man den religiösen Glauben benutzt hatte, Feindschaft und Haß unter die Massen zu streuen. — Auf der anderen Seite wird ein gekröntes Haupt mit seinen Angehörigen vernichtet, um eine Dynastie zu zerstören, die nach der Ansicht der Mörder dem Lande nur Verderben brachte und weiter Verderben bringen würde. Wenn mit einer solchen' Meinung ein Mord auch nicht entschuldigt werden kann, wenn der Mord, namentlich im nächtlichen Ueberfall erfolgt. immerhin eine fluchwürdige That bleibt, so glaubten doch die Mörder eine ihrem Lande heilvolle That zu vollbringen, glaubten sie darin den einzigen Weg zu erkennen, ihrem Lande zu besseren Zeiten zu verhelfen. Aber alle diese Erloägungen können, dürfen nicht strafbefreiend zur Geltung kommen, die Vlutthat mutz gesühnt werden! Dieser Empfindung kann sich der Niedrigste aus dem Volke ebensowenig verschließen, wie die hohen und höchsten Männer des Staates. Es ist bei den uns zu regieren Berufenen nicht das Bewußtsein, daß einr ihnen im Range gleichstehende Persönlichkeit des Lebens durch Mörderhand beraubt wurde, das sie in der nachhaltigsten Weise Sühne zu verlangen veranlaßt; es ist vielmehr das Bewußtsein, daß ein schreckliches Verbrechen erfolgt ist, das gesühnt werden muß. In gerechter Würdigung dessen wird in dem im russischen „Regierungsboten" veröffentlichten Comuniqm;" die Zuversicht ausgesprochen, daß König Peter allen voran Maßnahmen zur Untersuchung der verabscheuungswürdigen Uebelthat ergreift und die treubrüchischen Verbrecher, die mit der Schmach des Königsmordes bedeckt sind, strengster Strafe unterwirft. Solche Zuversicht hat Rußland Serbien und seinem neuen Fürsten gegenüber! Und in feinem eigenen Lande? Wir dürfen bei solcher Entrüstung ob dieser rachefordernden Greuelthaten in einem glaubensverwandten Staate doch bestimmt und sicher annehmen, daß man das grauenhafte Blutvergießen im eigenen ' Lande zu würdigen weiß! Was man von anderen ' zuversichtlich hofft, muß doch, wenn im eigenen Gebiete Veranlassung vorliegt, in die That umgesetzt werden. Sollte es bei einer solchen Gesinnung nicht zu erwarten sein, daß man die blutdürstigen Gesellen, die ohne jeden Grund Hunderte von Menschen hinschlachteten, strengster Strafe unterwirft? Merkwürdigerweise hat man aber bisher von einer solchen strengen Bestrafung der Kischinewer Mordbuben nichts . gehört. Sollte Rußland, welches das serbische Ver-

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