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Der Israelit · 1904-04-21 · Heft 31 (21.4.1904) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 31 (21.4.1904)
Date
1904-04-21
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Ceiltral-Organ für das orthodoxe ILdeathuM. täiier für die ismel. Schule 21. Apri, «904.1 PWOMWS BmlgJtz M W, m. . lR». 4. Ae fiinftiac Milfea Des BSD: Lehms auf Dm GÄete U von Seminarlehrer Glias Gut—Göln. ♦ Durch die ministeriellen „Bestimmungen vom 1. Juli 1901" hat die preußische Lehrerbildung bekanntlich einen außergewöhnlichen, vielfach unerwarteten Aufschwung genommen. Präparandie und Seminar sind nunmehr in organischen Zusammenhang gebracht, allgemeine Fachbildung gebührend auseinander gehalten und die Forderungen in sämmtlichen.Lehrfächern dergestalt erhöht, daß die Erschließung der Universitätspforten für den Volksschullehrer kaum noch eine Frage der Zeit ist. Die Absolventen der fünf jüdischen Seminare in Preußen werden den Mehrforderungen in sämmtlichen profanen Fächern ebenso gerecht werden, wie die christlichen Aspiranten. Nun tritt aber die Frage an die jüdischen Seminare heran: Soll das Pensum auf dem Gebiete des Religionsunterrichts auf dem bisherigen Niveau bleiben, oder ist es angebracht, wenn alle profanen Fächer intensiver gepflegt werden, das hehrste aller Unterrichtsgebiete von dieser eingehenderen Bearbeitung nicht auszuschließen? Die Beantwortung dieser Frage dürfte nicht allzuschwer sein. Obschon häufig darauf hingewiesen wird, die jüdischen Seminare hätten außer den staatlichen Anforderungen noch solch große Aufgaben zu bewältigen, daß die Lehrzeit von drei Jahren kaum für das Dürftigste ausreicht, ist es einfach Ehrenpflicht, den Religionsunterricht im richtigen Verhältnisse zu den anderen Gebieten zu pflegen, wenn anders er nicht den Stempel der Minderwerthigkeit erhalten soll. Wahr ist es zwar, daß schon bei den bisherigen Anforderungen alle Kraft zusammengenommen werden mußte, um in drei Jahren aus dem eintretenden Seminaristen einen abgehrnden tüchtigen Elementarlehrer. Religionslehrer, Kantor, Schächter und Prediger werden zu lassen. Jedochsi vis pacciu, pata bellum, loenn alle anderen Mächte ihr Kontingent erhöhen, mutz die erste Großmacht sicher folgen, wenn sie nicht eo ips o aus dem bisherigen Konzert ausscheiden will, um zu einem Kleinstaat II. Ranges degradirt zu werden. Diese Erwägung erscheint Nlir so selbstredend, daß ich nunmehr sofort zur Beantwortung der Frage schreiten will: Welches Maß von Kenntnissen soll fortab beim Ein- und beim Austritt der Seminaristen aus dem Gebiete des jüdischen Religionsunterrichts gewünscht und verlangt werden? Selbstverständlich kann in dieser Vorarbeit nur ein Umriß skizzirt werden, da es die Einsicht und Kraft eines Einzelnen weit übersteigt, feststehende, allgemeine Geltung beanspruchende Normen aufzustellen. In nachfolgender Tabelle habe ich aus Jahresberichten zusammengestellt,, was bisher in den Präparandien Vurgpreppach, Höchberg und Münster, den Seminaren Cöln, Münster und Würzburg geleistet wurde. Von der Präparandie Schwabach stand mir kein Jahresbericht zur Verfügung; der Herr Seminardirektor von Hannover erklärte, das dortige Seminar gäbe keine Berichte aus und Herr Direktor Dr. Lazarus wies mich an das Cafseler Provinzial-Kollegium. welche Behörde ich jedoch mit Unterstützung unserer Arbeiten nicht behelligen wollte. Der Berliner Seminardirektor, so wurde mir von zuverlässiger Quelle gemeldet, verhält sich unseren Bestrebungen gegenüber durchaus indifferent. Wenw meine Tabelle demnach auch auf Vollständigkeit keinen Anspruch machen kann, so wird das darin enthaltene Material so ungefähr dem Stande der Dinge entsprechen.

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