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Der Israelit · 1903-01-22 · Heft 6 (22.1.1903) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 6 (22.1.1903)
Date
1903-01-22
Page
– (sequence 25)
Language
German
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Ceittralför das orthodoxe JudenthllM Atter für die israel. Schule. 22. Jan. 1903.] i$ WmlLM M ■ W. A. / jsia Sfafiplfd/2 Usbersickt der jöd. pro W99. von Lehrer A. Mannheimer, Dettelba f y'T-;• ' j;• Die Statistik ist int modernen Kulturleben ein gar wichtiger Faktor geworden. Bei allen gebildeten Völkern bestehen entsprechende Einrichtungen, staatliche Anstalten, um auf allen Gebieten menschlichen Wirkens und Strebens ziffernmäßig den Fortschritt, Rückschritt oder Stillstand Nachweisen zu können. Erst so wird ein Bild geschaffen, das den Begriff „Entwicklung^ nach den verschiedensten Beziehungen deutlich veranschaulicht. Wir Juden wissen, daß die Urtheile, die wir aus statistischen Zahlen herauslesen, nichts anderes stnd, als vielgestaltige Anwendung der altjüdischen Lehre: Nach der Mehrheit sollst Du schließen! — Es kann daher nur sympathisch berühren, wenn nunmehr auch für „jüdische Statistik" sich ein Verein eigens konstituirte. Ihm fällt die Doppelaufgabe jeder statistischen Thätigkeit zu, das Material als Unterlage zusammenzutragen, um sodann durch Vergleichung die entsprechenden „Schlußfolgerungen" zu ziehen. Worauf sich aber auch die Thätigkeit jenes Vereins erstrecken möge, soviel ist sicher, daß für die Beurtheilung des Geisteslebens der Juden in den letzten Jahrzehnten die S ch u l e n mit in erster Stelle stehen, und die jüdischen Lehrerkonferenzen hier nicht in letzter Linie genannt werdest dürfen. Wenn schon für die Schulthätigkeit im allgemeinen die Behauptung gilt, daß sie im Stillen und geräuschlos sich vollzieht, so ist das für die jüdischen Schulen in Anbetracht der Besonderheit ihrer Verhältnisse doppelt der Fall. Das statistische Jahrbuch des „D.-J. G.-B." kann hier als vollweri h i g e Unterlage nicht in Betracht kommen. Es be-' faßt sich nicht speziell und bis in die Details mit die Schule betr. Dingen. Erst die jüd. Lehrerversammlungen sind —neben den Rabbinerkonferenzen — der entsprechende Ausdruck für das jüdische Schulleben unserer Zeit, sie sind der Pulsschlag für die immer, speziell jüdische Geistesarbeit des lebenden Geschlechts. Von allen Einsichtsvollen, von jedem Israeliten, dem das Wohl und Wehe seiner Stammesgenossen am Herzen liegt, sollten daher jene jährlichen Zusammenkünfte verdientermaßen gewürdigt werden. Leider muß aber das Gegentheil behauptet werden. Der Jndifferentismus gegen Religion, Schule und Lehrerstand erzeugt auch die eisige Kälte gegenüber den Lehrerkonferenzen. Statt der warmen, wohlthuenden Theilnahme, die stets ein Sporn zu pflichteifrigem Wirken ist, bringt man den Versammlungen Gleichgiltigkeit entgegen, nicht selten sogar blickt man mit einer gewissen Verächtlichkeit auf sie herab. Die Gemeinden sind zu zählen,- die durch materielle Zuwen-

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