Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 6 (22.1.1903)
- Date
- 1903-01-22
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Einzelkassen zum harmonisch geschlossenen, planvoll und rationell wirkenden Ganzen. In der Kuratoriumssitzung wurde von den Vertheidigern der heutigen Kassenorganisation auch viel über die Art gesprochen, in der wir der weiteren Geltung der V.-P.-K. in der gegenwärtigen Form entgegenzuwirken suchten; — natürlich nicht im freundlichen Sinne. Sogar Insinuationen wurden über uns ausgesprochen, auf die ich aber nicht eingehen mag. Zuletzt kam es auch noch zu der unvermeidlichen Entrüstungs-Resolution. Was uns an diesen Ausführungen einzig intereffirte, waren die Klagen über den der V.-P.-K. durch den lauten und scharfe» Streit bereiteten Schaden und die wachgewordene Befürchtung bezögt, des Ansehens des Lehrerstandes bezw. des Verbandes. Genau, das haben wir denselben Herren schon vorausgesagt, als der Streit noch lange nicht die heutige Schärfe und Ausdehnung erlangt hatte. Damals baten wir sie mit bewegten Worten und unter Hinweis auf viele offenkundig liegende grobe Fehler und Mängel des Kassenstatuts, um deßwillen der Sache eine friedliche Wendung zu geben, die keiner Entscheidung vergreist, indem sie der uns im Ingresse der Lehrerschaft und der Kasse selbst so nothwendig erscheinenden nochmaligen Durchberathung des KaffenplaneS auf der nächsten (Hamburger) Delegirten-Versammlung vor der Eröffnung der Kasse zustimmen. Da hatten die Herren weder für unsere allgemeinen, noch für unsere speziellen Gründe ein verständnißvolles Ohr. Auch als wir uns, angeregt durch Mitglieder des Verbands-Vorstandes, freudigen Sinnes für eine persönliche Aussprache mit ihnen im Kreise des Verbands-Vorstandes bezw. des Kuratoriums bereit erklärten, waren sie es, die diesem Verständnißversuche aus dem Wege gingen. Endlich haben sie dem friedlichen Vorschläge des Schlesisch-Posen'schen Vereins, mit den maßgebenden Vertretern der Provinzialkaffen eine Verständigung auf sachlicher Basis zu suchen, nie eine gleichfriedliche Neigung entgegengebracht. Die Vertreter des heutigen Kaffenstatuts waren immer rücksichtsloser in der Verfolgung ihrer eigenwilligen Absichten mit der Kasse, wie wir, und sie haben die ihnen in die Hand gegebene Gewalt über, die Kasse pets ohne Gedanken an die nothwendige Rückwirkung solchen Auftretens auf die Verhältnisse im Ganzen angewendet. Daß sich die Sache, die wir vertreten, doch stärker erweisen wird, wie ihre äußere Macht, haben sie nicht gedacht. Heute aber dürfen sie uns solche Worte nicht zurufen, sie fallen vollwichtig auf sie selbst zurück. Wenn aber auch immer über eine Gefährdung des Ansehens des Verbandes durch Geschehnisse im Verfolg des Kaffenstreites gesprochen wird, darf niemals zu bemerken vergessen werden, daß nichts bisher so schädigend darauf zu wirken vermochte, wie der unter Führung der ersten Vertreter j des Verbandes gefaßte Beschluß deS Kura- , toriums bezüglich der Resolution des . Hamdur- . ger Delegiertentages, der die in so eklatanter j Weise kundgegebene Meinungsäußerung dieser höchsten Vertretung der jüdischen Lehrerschaft über die Kasse völlig unberücksichtigt läßt. Es schließt sich in dieser Hinsicht würdig jener Erklärung des zütigen Vorsitzenden des Kuratoriums auf dem Hamburger Verbandstage an, daß die Delegirtenversammlung überhaupt nichts über die Verbandskasse — ihre eigene Kasse -— zu beschließen habe, weil sie es einmal versäumt, sich ausdrücklich ein Recht darauf im Kaffenstatute auszubedingen. Auf die sachlichen Erörterungen in Verfolg des letzten Kuratoriumsbeschlusses, wie auf den Beschluß selbst komme ich noch später zurück. Ad. P e r i tz - Königsberg i. Pr. Settmrg^schrLchSe» Sorrefpsrrdmre«. Deutschland. Hamburg, 18. Jan. Wenngleich die Anschaffung einer Sefer Thora und deren Einweihung hier nicht' zu den Seltenheiten gehört, verdient eS doch erwähnt zu werden, daß der in der Alten und Reuen Klaus ehrenamtlich fungirende «wp, Herr Menachem Jacobsohn, eine mit besonderen Vorzügen a*ö unb “m onasri ausgestattete Sefer Thora von einem durch nnw, wie Geschick gleich berühmten Wilnaer Sofer hat' schreiben lassen, die er am Donnerstag Abend in einer eingeladenen Gesellschaft vollendet und mit kostbarem Schmuck versehen, dem enipn pro* der Klaus, unter Vorbehalt seines Eigenthumsrechts, übergab. Schreiber dieses, der selbst langjähriger mip ist, kann sich nicht erinnern, etwas Schöneres, an ans "i Pergament und Ausstattung zusammen vereint, gesehen zu haben. Alle Anwesenden, an deren Spitze die Herren Klausrabbiner, waren des Lobes voll über die vollendete Leistung. Herr Jacobsohn, der Vortragende und Führer unserer alten tnan dtp ist ein bedeutender Lamdon und großer sw uw. Möge es ihm vergönnt sein, ferner in Freuden nur Mizwoth auSuben zu können. — In der heute stattgehabten gemeinschaftlichen Sitzung der beiden Gemeindekollegien, Vorstand und Repräsentanten, wurde an Stelle des unlängst durch Tod ausgeschiedenen Vorstehers Herrn Jacob Reiß, Herr Abr. Lewandowsky, zum Mitgliede des. Vorstandskollegiums der D.-Jsr. Gemeinde gewählt. Die Wahl war eine einstimmige, welche der allseitigen Beliebtheit, deren sich Herr L. in allen Kreisen erstellt, vollends entspricht. Herr Lewandowsky kam als ganz junger Mann aus Halle hierher. Er entstammt einem