Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 86 (30.10.1902)
- Date
- 1902-10-30
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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m Soeben erschiene»: ßltzit BWkgMeWts UcchWs! unLer Ditwirkuns der namhafteste» Autoritäten, ^eräusgegeben von DV. FrsNrrs Msfes—B e r l i n. PslWk, Litten Kunst, Theater, Feuilleton. Durchaus moderne Zeitung. “&s| -<r NuyarteLsch, unabhängig, o«* Erscheint wöchenttich einmal. nur 50 Mennig pro Quartal. Isseraie MM UerdreUllUg Über gau; ßjMstzlalld.' * 'gproSenummerrt gratis u. franco. Postzeitungsliste Nummer SSV»». Üfä. 8. Scrlflö lies General-MM Dr. Julius Moses, Berlin V. 22> Spandauerbrürke 8. Telephon«»» HI. Nummer 5862. rwpn nnmji Mßkirie HMMHiist für Kmist, giieratar imd Wes. Erscheint in Berlin-, unter Mitwirkung der hervorragendsten jüdischen Autoren und Künstler, zu denen auch die Herren R.Brainkn. Dr. S. Bernfeld, A. A. Brandes, Martin Buber, M-me Ben,J«budah, Berthol» Friwei. Privatdozent Dr. I. Frtevländer. Dr. I. Frsschmann, Dr. I. Günrig, Dr. Josef Klausner, E. S». Lilien, Hermann Struck, I. Eteiubsrg, I. Rabtnowitz. Davis Frietsch u. a. m. gehören. Par» rV>hnSVWhtt erstrebt eine Renaissance der hebr. tl „ijGuSifEllj Literatur entsprechend den hil- ,,w r ' ’ turell-gerftigen Bedurmissen unserer Zeit -und die Pflege des Kunstsinnes im hebräisch-lesendcn Publimm. -• ------ ', NbounrmrnlspvLis des „Hakefchrlh^: Ms-r S — MrNÄ, „ 3.— halbjährlich S.— vierteljährlich. welcher für die so weit reichenden ildid» Kreise des hebr. Publikums be- 1-n.j j j sonders im Äuslonde bestimmt ist. bietet auch sehr geeignete Jnserttonsgekgrnheit.; Verlag: Lkwsn^sche DuchüruKsrei, WsArs M. W8» Lindenftrstze SS.'? - ' -SÄeptzou-NsäLV, SS0. ' ^Tekephon-Amt LV, »Sv. Mczugnehmend aufden Artikel „3ti den iüd.Stndentcn Verbindungen" lauen wir hier einen Aufruf folgen, den die Vereine Jüdischer Studenten an die jüd. Abiturienten richten: Jüdische jfibiiurienten / Ihr steht an einem Wendepunkt Eurer Lebens! Ihr verlaßt das Gymnasium und tretet in die Freiheit des akademischen Lebens hinaus. Aber noch kennt Ihr dieselbe nicht. Ihr. die Ihr eben des Zwanges der Schule ledig geworden seid, träumt vielleicht in erster Linie von einer schrankenlosen individuellen Unabhängigkeit, welche Euch die Freuden eines völlig neuen Lebens erschließen soll. Das, jüdische Abiturienten, ist aber nicht die Hauptsache: Höver müßt Jbr cs ansch!agcn. das; Euch jetzt zum ersten Male die Gelegenheit geboten wird, frei-und unerschrocken Eure Gesinnung und Eure Anschauungen nach jeder Richtung hin an den Tag 31t legen. Im Brennpunkt des akademischen Lebens steht über heut» zntage ohne Zwrisrl dl« Judenfrage. Mit dieser seid Ihr durch Eure Abstanunnng organisch verbunden. Und-nun treren wir. die „Bereine Jüdischer Studenten", als die Vertretung aller derjenigen, welche sich ihres Judenthums nicht schämen, sondern sich stolz und bewußt zu ihm bekennen, aller derer, die »nicht nur aus Zufall Inden sind", sondern nuch wissen, wofür sie cs sind und eioig bleiben wollen.-nun treten wir an Euch heran und rufen Euch zu': Tretet ein als Kampfer In unsere Reihen für Freiheit und Judenthnm! Manchem von Erich wird dieser Mahnruf als ein Angriff auf seine Ideale von Menschenverbrüderung und Humanität erscheinen. Wir aber sagen Euch: Diese Ideale werden von urrs nicht gestürzt, sondern gestützt. Denn nur rver zunächst seiner engere» Gemeinschaft liebend zu keifen weiß, mir der kamr die ganze Menschheit umlassen. Wir vergessen ihrer gervitz nicht., wenn roir. unseres Stammes ge» denken, des Stammes, in dem die Gedanken weltumfassender Liede ihren Ursprung gefunden haben. — - Frage Ihr uns aber ängstlich, ob wir überhaupt das Recht haben, uns als Juden zusammenzilschlicßen. werft Ihr uns vor. daß wir dadurch die Kluft zwischen uns und unseren christlichen Mitbürgern nur breiter machen. — nun so lernet einsehen» daß «io uns nijjt abgesondert haben, sondern abgesondert worden find. Sollen wir uns nun etwa in die Gemeinschaft derer., die uns verachten und unsere Brüderschaft verschmähen, einzudrängen suchen i Lder sollen wir niis feige verkriechen lind uns lbrer Beachtung nach Möglichkeit zu entziehen suchen, indem wir unser Jvvrntyum verstehen und vertuschen, wie das unter den jüdischen Mitgliedern der paritätischen Bereine und der Finkenschast, die sich »Freier Deutsche Studentenschaft" zu nennen wagt, beinahe zum Prinzjp geworden ist?r Nein! Dagegen bäumt stch unser Ehrgefühl auf. Schließt man «ns aus. io schließen wir uns zusammen, schließen uns zusammen als Borkärnvfer des Judenthmns. um depenrwillen man uns zu akadeinischen Bürgern zivekter Klasse herabzndrücken sucht.— Jüdische Abiturienten: Ihr tretet jetzt in das studentische Leben ein. Ihr werdet 3H diesen Fraaen Stellung nehmen muffen.— wenn anders Ihr nicht ans dem elenden und kläglichen «Standpunkt steht, es sei das Beste, ruhig seinen Weg äu gehen, nur seine» Studien nachziihäligen iind sich im übrigen uur die Kampfe vcs akademischen Lebens nicht Zu kürninerii. Denkt stets, daß es außer allru woylberechtigten Jntereffen für de» jüdischen Studenten eine Ehrenpflicht gievt, die Pflicht gegen das Judenthu«. — Und so kommen wir zu Euch und sprechen: . Besinnt Ench vorher! . Wen» Ihr mit dem Jndenthuin nichts zu thun haben wollt, wenn Ihr in ihm nur em lästiges Anhängsel seht, das Eure Geburt Euch mitgegeben, dann bedaue.-n wir.uns ai^Euch gewandt zu haben. Wollt Ihr aber bewußte Juden fein, spürt Ihr in Euch «in Teöpstein alten vieltausenbjüyrigen Adelsstolzes» wollt Ihr. daß da» Judeathum bestehe und stch fortentwlckele, dann, jüdische Abiturienten. — dann kommt zu uuS: Die Vereine Jüdischer Kluöenlen in V. J. C. NpoBwKns ZÜ Veslin,MÜNchsn,Breölau,Eharlottcnbnrg,Würzburq 237- Die Sereinsveranstaltungen, zu denen Gäste stets herzlich willkommen find, werden am schwarzen Brett der bete. Nniversttat jewettig bekannt gegeben. *3S5£ , leinp m AterlOng m Mi GchM v in üer ©onflfioge^ - di« durch den Synagogendtener an den Betreffende» vertheUt Werden, find per 100 Stück Lik. 2.—, per Stück 5 $f&, «r«l. Porto ,» beziehen. Expedition des „Israelis, Mainz. -