Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 64 (11.8.1902)
- Date
- 1902-08-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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' 1366 3 sein müßten, diese ihre Vorrechte nicht amtlich dokumentiren konnten und nun zum Militärdienst herangezogen wurden. Der Senat entschied nun, daß eine verspätete Eintragung in's Matrikelbuch nur dann ungültig sei, wenn die Verspätung um einige Jahre erfolgt ist, eine Verspätung um wenige Monate oder gar Tage dagegen völlig irrelevant und die Eintragung als vollgültig anzusehen sei. Aus diesem Grund wurde der Gouverneur von Lublin angewiesen, dem militärpflichtigen Ephraim Ljama, welcher am 3. August 1879 geboren, aber erst am 13. August desselben Jahres in's Matrikelbuch eingetragen worden ist, einen für die Militärbehörde gültigen Geburtsschein ausstellen zu lassen, da eine Verspätung um zehn Tage nicht geeignet ist, die Eintragung zu annulliren. P a l ä st i n a. Jerusalem. Der letzte Bericht des englischen Konsuls in Jerusalem, Mr. Dickson, enthält einige interessante Einzelheiten über die Bewässerungsanlagen, die während des.Jahres 1901 in Jerusalem ausgeführt wurden. Das Wasser wird bekanntlich jetzt in eisernen Röhren von einer Quelle nach der Stadt gebracht, die etwa sieben Meilen südlich von Jerusalem liegt und aus den Zeiten Salomos stammt. Die drohende Waffernoth, die im vorigen Jahre zweifellos zu einer Katastrophe geführt, wenn nicht die Eisenbahngesellschaft schnell geholfen hätte, veranlaßte die'Stadtbehörden von Jerusalem, Vorsichtsmaßregeln für ähnliche Fälle zu treffen, und so beschloß man, in Konstantinopel um die Erlaubniß zu bitten, einen Theil der Evkafrevenuen . zu dem Zwecke verwenden zu dürfen, um Jerusalem mit Wasser zu versehen. Das Gesuch wurde genehmigt, und die Summe von Lstr. 6000 wurde für diesen Zweck bewilligt. Eine Kommission von Beamten in Jerusalem wurde dazu bestimmt, die Arbeiten zu überwachen, die von einem aus Konstantinopel entsandten Staatsingenieur ausgeführt wurde. Ein Theil des alten Aquädukt, der unter dem Namen Salomos Aquädukt bekannt ist, wurde an den Stellen benutzt, wo er sich leicht repariren ließ, aber für den größten Theil der Entfernung, beinahe sieben englische Meilen, wurden vierzöllige eiserne Röhren gebraucht. Die Lieferung derselben wurde nicht ausgeschrieben, aber der Konsul - behauptet,, daß die türkischen Behörden bei einer englischen Firma deßwegen anfragten, 1>ie sich auch bereit erklärte, die fraglichen Röhren zu Fr. 4,25 per Meter loko Jaffa zu liefern. Dieses Angebot sei aber zu spät gekommen,, denn inzwischen habe ein in Jerusalem ansässiger Kaufmann mit den Behörden einen Vertrag geschlossen, wonach; dieser die Röhren zu Fr. 4.90 per ^t.er,,jok/)i.Ttytwerpen. liefern..sollte^ .Die Arbeit wurde dann schnell und ordentlich, ausgeführt^ wenn auch die Röhren vielleicht etwas zu übereiltgelegt. würden/ Schließlich konnte am 27. November, dem Geburtstage des Sultans, das neue Werk feierlich eingeweiht werden. Es wurden in der Stadt zwei öffentliche Brunnen erbaut, einer bei der großen Moschee und der" andere außerhalb der Mauern der Stadt. Der Zufluß des Wassers ist lange nicht genügend für eine so große .Stadt, wie Jerusalem jetzt ist, aber trotzdem ist er eine große Hülfe für die ärmeren Klaffen und jedenfalls wird er in Zeiten von Regenmangel eine Waffernoth, wie sie im vorigen Jahre Jerusalem bedrohte, unmöglich machen. Vermischtes. Berlin, 11. August. Noch ein neues zionistisches Blatt wird demnächst bier erscheinen undzw-rr der.General Anzeiger für die geiämmten Interessen des Judentbums." . Redaciion und Verlag wird Herr Dr. Julius Moses übernehmen. Kiel. Hierselbst sind zwei jüdische Deckomziere (Feldwebel, die Offisiersdienste leisten). Durch Kommandanturbefehl sind sämmtliche Mannschaften jüdischer Konfe sion, vorausgesetzt daß die Kriegsschiffe im Hafen li^en. an allen jüdischen Festtagen vom Dienste dispensirt. Es bedarf nur einer jedesmaligen Mittheiluna an das Kommando. Eydtknhuen, 5. August. HerrHerm.Friedländer- Wirballen ist vom Generab Gouverneur von Warschau, Tschertkoff, als I. Stadtverordneter von Wirballen bestätigt worden. In Rußland, wo die Reckte der Juden so sehr beschränkt sind, bedeutet diese Wahl eines Israeliten zu einem städtischen Ehrenamte gewiß einen aroßen Fortschritt. . Eduar d Segall. ForbaÄ i. Loibr. 8. August. Bei der gestrigen Wahl des hiesigen Gemeinderaths wurde unser verehrter Glaubensgenosse Herr HotelierH aas. mit zwanzig von 22 abgegebenen Stimmen, zum Vürgcrnieister der Stadt gewählt- Stuttgart, o. August. Dem Buchhändler Moriz L e v i hier,' langjährigem Ausschnßmitglied und Rcchnungsfubrer des hiesigen Gewcrbevercms. widmete dieser, aus An; laß des 70jahrigcn Geburtstags und 10jährigen Ehejubiläums dem Jubilar einen aoldcncn Pokal. ' Wiesbaden, 7. August. In der Gemeindeversammlung der „'Alten isracl. Cultus^cmcindc" v. 3. d. M. wurden die Vorstandsmitglieder die Herren Mayer Baum, Dr. H. Kornblnm. Jos. Blumenthal. Herrm Strauß u. Paul Sulzberger, neu, resp. wiedergewählt. Wien. Im Alter von 87 Jahren ist hier Frau Julie Schlesinger, gewesene Ehrenpräsidentin dcS israelitischen Taubstummcninstitus und Besitzerin des goldenen Verdienstkreuzes, acstorben. — Bekanntlich hieß der Großvater der Frau von Georg Schauerer — Sch mul Leb Kohn; dieser Blutcinschlag scheint doch nicht ohne Einfluß in dcm Hause derer von Schönerer gewesen zu sein. Denn die Tochter Schönerers verliebte sich in einen jüdischen Oberleutnant. B. des in Krems liegenden Infanterieregimentes. Als dieses Verhältniß publik wurde und das Fräulein Schonern zur Hochzeit drängle, hielt der Offizier um ihre Hand an. Ritter Georg versagte seine Zustimmung und zeigte wuthschnoubend den Oberleutnant beim Rcgimente an. das jedoch das Vorgehen, des Offiziers billigte. Fräulei: Schönerer bat das. Eltern-' Hans vcrlanen und klagt ihren Vater au? Herausgabe ihres' Erbtheils an. So hat also eine Sproffin Schmul Leb Kohvs wieder den Wen zu den Ihrigen gesunden. :-M .': Briefrasten der ^pedittoN^.^?^ Auf vcrsch. Anfragen theilen wit, daß unser Blatt ui den; Lesesälen ca. 500 deutscher Badeorte aufliegt