Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 89 (17.11.1887)
- Date
- 1887-11-17
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXV1IL Jahrgang. KeUage zu Nr. 89 des Israelit. Zeitungsnachrichten uud Korrespondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 11. November. Ein Ltunsrgenuß seltener Art bot sich hier in den letzten Tagen. Ein berühmter Vorsänger aus Rußland, Herr Oskar Rubiusrcin, der mir seinen beiden Löhnen eine Knnstrcrse durch Amerika und England gemacht hatte, wo diese Längerfamilie überall sehr gefeiert worden war, hielt sich in unserer Lradt aus, und die drei Länger gaben zusammen mehrfache Proben ihrer Li uns:. Besonders erregte der jüngere Lohn, Abraham Rubinstein. ein zwölfjähriger Knabe, durch seine außergewöhnlich glänzenden Stimmmittel allgemeines Aufsehen. Am vorigen Freitag Abend trug Herr Rudinfteiu in der Löb- Rciß-Lyuagoge da- Maariw-Gedet vor, wobei ihn seine Löhne begleiteten, und die ganze Gemeinde wurde durch die wundervollen Ltimmcn und die lieblichen, nrit ebenso ergreifender Jnnrgkcir, wie technischer Merstenckaft gesungenen Melodieen zur Bewunderung hrngermen. Besonders waren einzelne Piecen aus dem -n-r, und dem rem c*.*r 'rT::: entzückend schön. Verflogenen Mittwoch gaben diese Gesangkünftlcr im Laale des kaufmännischen Vereins vor einem zahlreichen Publikum ein Eoncerr, bei dem namentlich wiederum der jüngere Knabe brillirte. „Wir gestehen", schreibt darüber der musikalische Berichtersratter der „Frankfurter Zeitung", „noch mehr als von der Kraft und Ausdauer, von der künstlerischen Schulung dieser Knabenstimme überrascht worden zu sein. Tie Kchlcnferrigkeit im Allgemeinen, das An- und AbichwcUcn der Töne, Lraccato uud Legats, und die Mannigfaltigkeit der Aüancirungen beim Pianosingcn im Besonderen, würden einer Sängerin von Beruf alle Ehre macken: nur bei größerer Kraftentsallung nimmt die Stimme deu unverfälschten Hellen Timbre, wie er allen KnLbensliulw.cn zu eigen, an." Tie Vorträge besrandea ausschließlich ans bcbräischcn Smragogen- Gesängen und Liihnrgrcn. Abgesehen von der reichen Fülle und Mannigfaltigkeit schöner Melodien, die auch stets dem Sinne der Worte in richtiger Weise angevaßr waren, erregte namentlich Erstaunen die Fettigkeit, mit welcher der Knabe die anßerordenr- . Uchen musikalischen Schwierigkeiten der ohne Bcglei-! lang ousgeführteu laogeu Gesänge bewältigte, die | außerdem noch an das Gedächtnis des kleinen Sängers die größten Anforderungen stellten. Letzterem sekundinen bei allen Vorträgen ein um wenige Jahre älterer Bruder und sein Vater, der selbst im Besitz einer weichen und vollen Tenorstimme ist, meist in der Weise, daß die Stimmen Beider durch Markiren eine harmonische Grundlage bildeten. Bromberg, 10. Nov. In der letzten Stadtverordneren-Sitzüng interpellirte der Stadtverordnete Aronfohn den Magistrat wegen des seit dem März 1S85 im Polizcigefängnrß sitzenden und auf seine Auslieferung nach Rußland Harrenden russisch-polnischen llcberläufers und fragte an, aus welcher Kasse die Kosten für die Unterhaltung desselben bestritten würden. Nachdem Bürgermeister Peterson erwidert hatte, daß der Staat die Kosten der Unrerbalnrng für denselben trage nud diese nicht der Stadt zur Last fielen, übrigens auch alles geschehen sei, um die Ausweisung des Gefangenen zu veranlassen, — bemerkt Herr Aronfohn. daß schon aus Humanitäts-Rüchsichten auf die endliche Freilassung dieses armen Menschen hingewirkt werden müsse. Es ist in der Thal ein trauriger Fall, daß ein junger Mensch von einigen zwanzig Jahren Jahre lang im Gefängnis sitzen muß, weil die russiscke Behörde ihn nicht über die Grenze lassen will. Hoffentlich wird nun „von oben herab" für endliche Abhilfe gesorgt werden. Schweiz. Aus der Schweiz. Schreiber dieses fühlt sich vcrvsiichret, von dem Grundsätze ausgehend, , denjenigen Glaubensgenossen, welche darauf halten, daß ihr Haushalt -so geführt wird, bekannt zu geben, daß sie sehr vorsichtig mir dem Einkauf von -.m-Flcischwaarea sein müssen, denn cs werden an einigen Plätzen der deutschen Schwei; Fleischwaaren als -im verkauft, dessen nr.re sehr zweifelhafter Natur ist. Diese Selcher- oder Fleischwaaren werden in der Regel aus Wien und Prag bezogen und es ist eine T h a tsache, daß gerade an diesen beiden Orten betr. r-rce der nach Außen zu verkehrenden Fleischwaaren keinerlei Cour rolle eristirt und kein Händler an diesen Orten unter Aufsicht eines gesetzcsrrcnea Rabbinen steht. Soll es ja schon vorgekommen sein, daß in Wien in mehreren -sr:*Fleifchhandlungm vom be-