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Der Israelit · 1887-09-12 · Heft 71 (12.9.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 71 (12.9.1887)
Date
1887-09-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXH1L Jahrgang. . Beilage zu Nr. 71 ües Israelit. Z-riuugsuachrichteu mtb Correfpondenzc«. Luxemburg. Luxemburg, 4. Sept. Gestern feierte man in dem naben Schleifmühl ein ebenso erhabenes als fcUencs Fest: Tic goldene Hochzeit des Ehepaares Samson Godchäup, Ehef der bedeutenden ,yinna „Lurembcrger Tuchfabriken" und Milbcgründer der un'prünglichcn Fabrik ^Godchaux Freies und tne." Tie heutige Gesellschaft bestm 4 Niederlassungen, im Lande, Schlcismühl, Pulvermühl und Orrclbrnck, und eine in Frankreich zu Larache; sie beschäftigt an die 2000 Arbeiter und bildet nach .'.ujLbrigcm Bestehen eine der Haupt-Industrien des Landest Das Bcrdicnst davon kommt nicht zum geringsten Thcilc dem Jubelpaare zu und mit Recht jubelte ihm die stattliche Schaar seiner Arbeiter entgegen: „Ten Meister loben seine Werke, der «Trostes schuf aus eigener Stärke: Bedeutungsvoll die Klänge rauschen zur Erutcfeier seiner Saat. Und rings in stiller Ehrfurcht lauschen die Zeugen segensreicher Thar." Tic Feier begann gestern morgen mit einer feierlichen Zeremonie in der hiesigen Lyrragogt. (!) Abends lim 5 Uhr fuhren die zahlreichen Eingeladenen durch die reichbelränzren Anlagen der Fabrik nach den festlichen Räumen. Nach den Gratulationen, wobei das frisch ansschcnde Jubelpaar mit Blumen sozusagen überschütler wurde, dcsilirtcn die Arbeiter der Fabrik Pnlvermühl, -100 an der Zahl; sic licstcn durch ein weißgekleidetes Mädchen ihre Glückwünsche nebst einem Fcstgcschcn! übcrrcicticrr und sühnen dann eine Eamatc auf. Tarans ging man zur Tafel, wo Herr Marl Simons, Tirclror der Internationalen Bank und Teputirrer der Stadt Lurembnrg, die Festrede hielt. In kernigen, eindrucksvollen Worten schilderte er die Verdienste des (Ehepaares Godchaur. und als er am Lchlnst ein Hoch auf das gesciciie Paar ausbrachtc, stimmten alle Anwesenden enthusiastisch mir ein, während draußen Böllerschüsse die Lust erzittern nrachlen. Nach dem Festmahle brachten die Arbeiter von Schlenmühl und Ellclbrück, voran das Pomtinkorr'S in feiner schmücken Uniform, ihre Glückrväm'chc nebst Festgeschenken dar. Auch hier hielt lnr Beamter eine Anrede und weißgekleidete Kinder rrberreichteu Blumen und Bougners. Unterdessen waren die Anlagen glänzend illuminirt worden und ein prachtvolles Feuerwerk wurde abgebrannt. Alles das war das Werk der Arbeiter, wodurch sie ihrem getreuen und verehrten Ehcf und seiner liebenswürdigen Gemahlin für die unzähligen Wohlthatcn ihre Erkenntlichkeit ansdrücken wollten. Erst spät in der Nach: trennten sich die Gäste mit dem Bewußtsein einen herrlichen Festtag würdig gefeiert zu haben. Heute haben die Arbeiter ihre Festlichkcitcn, ein Bangnet mir Tanzvergnügen, und morgen sicht Herr Godchaux an seiner Tafel die Angestellten seiner Fabriken, sowie die Arbeiter, welche mehr als so Jahre Tienst zählen, ihre Zahl ist an die 00. Damit findet die Feier ihren Abschluß. Herr Godchaur und seine Gemahlin können mit Befriedigung ans die Vergangenheit znrückblickcn: ein halbes Jahrhundert der Arbeit und des scgcusrcichsten WirkcnS. Lcstcrr. - Ungar. Monarchie. Wien, 5. September. Es wird bcnrerkt, daß der Kaiser, der inngst in Böhmen einem Gemcindcvorstande gegenüber die Nolhwcndkgkeit der Kcnntniß der deutschen Sprache betonte, derzeit kn Ungarn in allen Ansprachen die Gleichberechtigung aller Konfessionen hervorhcbt. Prag, 30. August. Unter außerordentlicher Bcthciligung wurde gestern der gewesene Buchhändlers Herr Samuel Taussig, zu Grabe getragen. Mit ihm ist abermals ein Stuck jener vielgczcichnctcn guten alten Zeit für immer dahmgcschwundcn. Herr Samuel Taussig, der das hohe Alter von 87 Jahren erreichte, halte sein ganzes frommes, ehrenvolles Leben nicht nur seiner Familie allein, sondern auch dem Wöhle der Armen und Leidenden gewidmet. Turch sein biederes und leutseliges Wesen Hane er sich Achtung und Sympathie in den allerweitesten Kreisen zu erwerben gewußt. In der Gemeinde selbst bekleidete er viele Ehrenämter mit seltener Tpserwilligkcir. Er war durch viele Jahre Vorstand der israelitischen Bcerdigungsbrüderschast, Präses zahlreicher hnmanitärcr und gcmeinnüpigcr Vereine und Hane sich insbesondere die Ausstattung armer jüdischer Bräute warm angelegen sein lasten; auf diesem Gebiete lcistetc er wahrhaft Erstaunliches und selbst in seinem hohen Aller wurde er nicht müde nach dieser Nichrnng ans's wohlrhärigste zu

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