Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 62 (11.8.1887)
- Date
- 1887-08-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXVHL Jahrgang. Zweite Beilage zu!lr. 62 des Israelit. Zeitungsuachrichteu und Korrespondenzen. Deutschland. Bad Homburg, 8. August. Wie bereits in diesen Blättern mitgerheilt. wurde unser Rabbiner, Herr Tr. Kotteck, zu Ihrer Majestät der Kaiserin, zur Audienz befohlen. Ter Empfang war ein sehr huldvoller. Ihre Majestät geruhte, sich ein« gehend nach den Verhältnissen der hiesigen isr. Gcmeinde zu erkundigen und sprach Allerhöchstihre Befriedigung darüber aus, daß die Israeliten Homburgs auf streng religiösem Standpunkte stehen. Tie hohe. Frau erwähnte rühmend des unlängst verstorbenen Freiherr» Meyer Earl von Rothschild zu Frankfurt a. M. und der von ihm und seiner Familie gestifteten wohlbätigen Anstalten, namentlich des Kinder-Liechenhauscs in der genannten Stadt. Zum Aschiede gcnchte Ihre Majestät, den Herrn Rabbiner einige ermunternde Worte zu sagen und ihn zu bitten, dahin zu wirken, daß die Rcligiösität in der Gemeinde erhalten bleiben und die Fugend üi diesem Sini c erzogen werden möge. Kobnrg. Vor Kurzem wurde dahier der deutsche Turnertag abgchaltcn. Aus dem erstatteten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß die deutsche Turnerschafr 323 135 Turner in 3372 Vereinen zählt, in welchen Rasse und Religion kein Hinterniß bilden. In entschiedener Weite sprach sich der Turncrlag gegen etwaige antisemitische Bestrebungen in Turnvereinen aus. Lcstcrr. - Ungar. Monarchie. Wien, 29. Juli. Wie die „Wiener Abendpost" von kompetenter Seite zu erklären ernrächtkgt ist, liegen über den von der „Leiter rcichischcn Wochenschrift" veröffentlichten — auch von uns rcproducirtcn — Gesetzentwurf, wodurch „Bestimmungen zur Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religions- Genossenschaften" erlassen werden, noch keinerlei Beschlüsse vor. Tiese Angelegenheit besindct sich noch im Stadium der iuncramrlichcn Behandlung. Italien. Unser Glaubensgenosse S i g n o r L u i g i L uzatto wurde von der Regierung nach Paris geschickt, um mit der französischen Regierung die Präliminarien zu einem neuen Handelsverträge zwischen Italien und Frankreich zu vereinbaren. Alefsaudria. Der hiesige Rabbiner hatte sich arr den Cultusminister mit dem Gesuche gewandt, daß alle jüdischen Schüler an jüdischen Feiertagen vom Examen dispcnsirl und die Prü- « fnng für dieselben auf einen Werktag verlegt werden möge. Ter Minister hat sich beeilt, diesem Wunsche sofort zu entsprechen. Ru m ä n i e n. Galatz. Am!9. Juli ist der neue israelitische Tempel niedergebrannt. Ter Schaden ist ein großer. Rußland. Dieser Tage meldeten die „Now. Wr."» daß eine Verordnung erlassen werden soll, nach der nur 5 pEt. aller vereidigten Rechtsanwälte Juden sein dürfen. Tie „Now. Wr." bezeichnet diese Meltl.ug nun „mit großem Bedauern" als unrichtig und erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß die Kommission, welche die in Bezug auf die Advokatur rcrzunchmcnden Abänderungen ausarbeitct, sich dal i r ausgesprochen hat, daß in dem, den Juden zum beständigen Wohnsitz angewiesenen Rayon 30 pEt., in den übrigen Gegenden bis zu 20p(>t. aller vercN'igtcn Rechtsanwälte Juden sein können. — Die in Kalisch wohnenden israelitischen Kausseute und H mdluugsgchilfcn 'ausländischer Unlcnhancnschast haben, der „Pos.Z." zufolge, bei der dortigen Rechnungskammcr die schriftliche Erklärung abgcben müsicn, daß sie zu Neujahr ihre Geschäfte resp. ihre Stellungen aufgeben werden. Einem jüdischen Spediteur an der Grcnzkammcr Szczypiorno, der deutscher Nmerthan ist, wurde die Berechtigung zur Waarcuspcdition bereits abgcnömmcn, trotzdem derselbe ein Gildcnpatcnt I. Klaffe bis Neujahr gelöst hat. Ldcssa, 1. Aug. Das „N. W. Tagbr." vieldct: „Ter Polizcimcister von Riko'ajew ließ alle in Nikolajcw lebenden österreichisch-ungarischen Juden in Kenntniß setzen, daß sie binnen dreißig Tagen die Sradt und das russische Staatsgebiet verlassen müssen. Ta in Rikolajcw sehr viele östcircichirchungarische Juden als Fabrikanten, Handelsleute