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Der Israelit · 1887-06-13 · Heft 45 (13.6.1887) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 45 (13.6.1887)
Date
1887-06-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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* rV&l.rit Vi^jw^,gtf'üwi^ ineinander, während sie läng? eines Rosenbeetes edrherhüpste. .Aber ich fange mein loseS Fincheu," rief plötzlich eine Stimme, und die Li leine fühlte sich hoch emporgehoben. »Alex! Alex!"' jubelten die Kinder und auch Gabriele eilte herbei, den Bruder zu umschlingen. Alexander war cs in der Thal. Tie ungünstigen Nachrichten über Frau von Lilienfelds Befinden einerseits, andererseits — was er sich jedoch selbst kaum zuzugestehcn wagte, seine Unruhe in Bclrcn der Sicherheit der Gouvcrirante, nach der zu fragen, eine ihm selbst unerklärliche Scheu ihn zurückgehalten, hauen ihn nicht daheiurgelajirn und hatte er sich eutschlossc», die Seinen zu überraschen. Ta stand sic nun vor ihm, das liebreizende junge Mädchen, au das er so oft hatte denken muffen, trotz seines unablässigen Strebcns nicht an sie zu denken. Er halte sich höflich gegen sie verneigt, erröthend hatte sie seinen Gruß erwidert 7 denn sein hellaufleuchtender Blick hatte ihr Herz rascher schlagen gemacht. »Das ist schön, Alex, daß Tu gekommen bist." »Freut Dich das. Tu kleine Hexe? wie geht es euch, Kinder'?" »Tanke, gut. Und wie geht es Tir?" »Mir geht cs Gottlob auch gut. Aber tvie befindet sich Mama?" »Mama leidet häufig an Kopfschmerzen," sagte Gabriele, »der Toctor meint, der Tust der vielen Rosen wäre zu stark für Mama." »Ach der Toctor spricht immer solch' dummes Zeug," rief Iosesine ärgerlich. »Voriges Jahr in Maricnbad hat Mama immer große RosenbouqnctS gehabt und doch keine Kopfschmerzen, die Rosen schaden Mama gar nichts. Aber Mama sitzt immer oben im Zimmer und hat Langweile, das macht Kopfschmerzen. Wenn Mama hier mit nnS hcrumfpringen würde, würde sic gewiß keine Kopfschmerzen haben." »Unverbesserliches Planderiäschchen," lachte Alexander, »Sie müssen streng gegen da» Finchcn sein, Fräulein Svobada," wandte er sich an Marina, »alle Tage ans zwei Stunden ihr ein Schloß vor das Mündchcn legen." »Tas wäre doch wohl allzustreng," cntgcgnete die Gouvernante lächelnd. »Meinen Sie? — Aber wie geht e» Ihnen, Fräulein? hoffentlich sind Sie von Seiten jene» Briefschreiber» nicht weiter belästigt worden." Marina erwiderte, daß sie nichts weiter von ihm gehört habe, und Alexander athmete erleichtert auf. »Gott sei Dank!" sagte er innig. Sie blickte betroffen zu ihm hinüber; «ahm er denn in Wirklichkeit solch' innigen Antheil au ihrem Geschick? — Er empfand es nahezu wie ein Unrecht, daß er seinen Gefühlen Ausdruck verliehen und als wolle er sich dafür strafen, beeilte er sich, sich des Anblickes zu entziehen, nach dem er sich so sehr gesehnt. »Dürfte ich Sie wohl ersuchen, Fräulein, Frau von Lilienfeld von meiner Ankunft zu benachrichtigen, ich möchte nicht gerne über laschen." Marina eilte seinem Wunsche zu entsprechen, dem Wohnbause zu, während er mit seinen Schwestern langsam folgte. »Ich freue mich wirklich, Alex, daß Tn gekommen bist," sagte Gabriele, indem sie ihren Arm in den seinen legte, »Tu wirst doch längere Zeit hier bei uns bleiben." c*lo!!, das hängt von den Nachrichten ab, die ich erhalten werde." »Aber jetzt mußt Tu uns auch sagen, ob es wahr ist, was Jean gesagt hat." »Taß Tu Tich nächstens verloben wirst," sagte Gabriele, »ist das wahr?" Wie ein Schatlcn glitt es über seine Stirne. »Es könnte möglich sein," sagte er tief aufathmend. »Also wirklich wahr?" rief Iosesine, »Tu hast schon eine Braut? »Wie Tu so komisch fragen kannst," sagte Gabriele, »wenn Alex schon eine Braut hätte, so würde er sich doch nicht erst verloben." »Tas ist wahr", sagte die Kleine, »da habe ich eine große Dummheit gesprochen." Unwillkürlich blickte sie ans ihren Bruder, von dem sie gewohnt war, daß er ihre Plaudereien oft kritisirte, aber Alexander schien ihre Bemerkung nicht gehört zu haben, mit gesenktem Haupte schritt er zwischen seinen Schwestern einher. »Ist Deine künftige Braut schön?" fragte Gabriele. Er neigte bejahend das Haupt. »Ist sic so schön wie unser Fräulein?" forschte Iosesine. »Ich weiß cs nicht. — Tas heißt — jawohl — ich glaube, sie ist sehr schön." »Tu glaubst nur. daß sie sehr schön ist", rief Iosesine lachend. »Du weißt es nicht gewiß?" »Doch," erwiderter gezwungen lächelnd, »ich weiß es gewiß, daß sie sehr schön ist."

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