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Der Israelit · 1887-06-09 · Heft 44 (9.6.1887) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 44 (9.6.1887)
Date
1887-06-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXniL Jahrga»^ Zweite Beilage zu Ar. 44 des Israelit. Zeitungsüachrichtea und Correfpondcnzea. Deutschlau d. Lchwcrsenz» I. Juni. Der jüdische Lebrer Ludwig irncr fcicnc am 26. Mai scm fümzigjaht\$zZ' 'Amtsiub'rlöum. In Folge seiner Treue im Berufe und seiner Verdienste :rm die schule wurde der Jubilar wir der» .(troncnordcri dekorirl. Mülhanscn «Dbcrclsasi), Juni, Eine längere Liüc der von Herrn Jean T ollfuS gcmachien Vermächtnisse ifi dieser Tage zur önenilichen Ztenntnisi gelangt. Darnach erhalten die sieben Patronate der stad: und dasjenige von Dörnach jcdcö :j2«o Mk., ba-3 hiesige Hospital 4000 Mk.. ebenso viel das Haue der schwcüern in der Bnrgaa'-c uud die Bliudenamrül! in Illzach: die diesige >:rudcrbcwahransta!l j}lt. und dahiesige isracl. Hospital 2400 Ml. Frankreich. Paris. Aus dem 'Monatsbericht (April, der „All. Isr. IluivT (Forney'.lug.l Die Aachrichr von dem Verschwinden eines zweiter: Äindes verbreitete sich in.'ionsiantinopcl, am lO. rllpril, in: Stadtviertel 2)cn! Maball« Haskcuy: natürlich waren wieder die Inden die schuldigen. Doch die Polizei fand bald das >li:rd, welches in siambonl spazieren ging. An anderen Punkten.zronsranrinopels verinchrew Armenier Unruhen gegen die Inden: überall vi die Polizei ausgetreten u::d hat die Ruhe bald hcrgcfrcllr. lieber den Vorgang in sosia har das Eemralkcmir.'k folgende:: Brief vom 22'lärz erhalten: Vor dcui Gericht zu sofia wird demnächst eine gebernmisivoUc Angclegenüei: verhandelt: sic bezeichiicr wiederum die Haltlosigkeit der schändlichen Blutanklage. Tic folgenden Mitthcilrmgen erhalte ich von einer ganz sicheren Person, doch war es mir nicht möglich, deren absolute Genauigkeit zu prüfen. In der Nach: vom Donnerstag zum Freitag, 1*. März, schlich ein Mann in der Gegend der snnagoge Macedoivc in sosia herum. Er trug unter dem Arm ein wohlvcrwabrres Packer, das den Leichnam eines Landes enthielt, lluicr oem schuy der Dunkelheit konnte dieser Manu ungeschcu m den Hof der Synagoge crurrcren: er grub ein Loch w die Erde und legte fein Packet darin. Im Augenblick, als er sich entfernen wollte, wurde er von einem Gcnsdarm angesprochen, der ihn zur Recheüschafr zog, wegen seiner Gegenwart au diesem Tot zn einer so ungehörigen Zeit. Auf seine wenig befriedigende Animon hin, wurde er von dem Sichcrheitswachmann feftgenommen, und als derselbe die frisch auigeworsenc Erde erblickte, unrcisnchre er dieselbe mir dem säbel und entdeckte den Ztörper des .<iindes. Der schuldige wurde . eingesteckt. Welchem Beweggrund war er gefolgt, als er drese gebcnnn'rsivollc Vernichtung vollzog? Har er den Leichnam irgendwo geüoblcn und nach der sonagoge gebrach:, um der: Israeliten ein eingebildetes Verbrechen anzudichien? Tder har er das Verbrechen begangen und wollte cs den Israeliten in die schuhe schieben, oder nur die Beweise verbergen, ohne böswillige Absicht gegen die Juden? Wie dem auch fei, io in es ein Glück. dasi die Polizei ihn auf der Tim: enavrr-e. Was wäre wohl geschehen, wenn am Vorabend des Lüenages, die Leiche eines chrisili-r.c:: .'lindes in der Synagoge vorgcsundcn worden wäre? - Derselbe (sorrc'pondcrrr schreib: am s. April: Ich!-abc versuch:, mich über die'Angelegenheit, von welcher ich Ihnen in meinem vorigen Briefe sprach.;:i unterrichten. Tie Tha'.sache i;r mehrfach bcsiäng: und bcsimren worden: cs gibt dazu mehrere Versionen. Es in nicht leicht, die Wahrheit zu entdecke:;. Aach cinngcn würde sich Alles auf einen von der Ovvosiüon bervorgeruienen Zwischcnrall beschränken. Zwei .'linder waren eine zcitlang rcr'chwuuden: man klagte die Juden an, sie gc- Üoblen zu haben : die alsbald benachrichtigte Polizei untersuchte die sache. und es stellte sich heraus» das: dieselbe rein ans der Lnfr gegriffen, da beide >:iudcr um bei ihren Eltern vorfandcn. Wie stellt sich dic'e Auslegung zu der crsicn? Thatsachc m, das; in der lcvtcn Je:: ein grosics Unglück die Isracliui: von sosia bedrohte. Im Augenblick, wo dreier Bericht gedruckt werden soll, erhalten wir noch einige nähere Mittheilungcn über den Vorfall in tironftanrinovel. Der fesigenommenc und dann freigclaffene Hansircr heim semaria.

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